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Autor Beitrag
Thema: Die Sturmrose von Corina Bomann
Gronik

Antworten: 2
Hits: 134
RE: Die Sturmrose von Corina Bomann 14.04.2015 20:58 Forum: 19. und 20. Jahrhundert (1801 n. Chr. – 1945 n. Chr.)


Nach ihrer Scheidung zieht Annabel Hansen mit ihrer kleinen Tochter Leonie raus aus Hamburg nach Rügen. Dort hat sie ein wunderschönes Haus am Strand gemietet und will nach ihrer gescheiterten Ehe zur Ruhe kommen. Als Werbefachfrau kann sie überall arbeiten und den ersten Auftrag zieht sie schnell an Land, sie soll eine Marketingkampagne für ein Hotel in Sassnitz auf die Beine stellen. Nach ihrem ersten Termin mit dem Hotelbesitzer sieht sie zufällig im Hafen ein heruntergekommenes Schiff. Irgendetwas zieht sie geradezu magisch an und obwohl sie weiß, wie verrückt es ist, will sie die "Sturmrose" kaufen. Ihr schwebt vor, ein Kulturschiff aus ihr zu machen, doch sie muss schnell feststellen, dass ihre finanziellen Mittel nicht für den Kauf und die Reparatur des maroden Schiffes ausreichen werden. Doch es gibt einen weiteren Interessenten und die beiden werden sich einig.

Annabel findet in einem Versteck auf dem Schiff einen alten Brief, der belegt, dass die "Sturmrose" vor 30 Jahren Flüchtlinge aus der DDR über die Ostsee gebracht hat. Ihre Neugier ist geweckt, immerhin ist sie selbst auch im Osten geboren und ihre Mutter hat angeblich damals ebenfalls "rübergemacht" und sie als kleines Mädchen im Stich gelassen. Annabel wurde damals adoptiert und hat die Vergangenheit ruhen lassen, doch nun lässt sich der Gedanke an ihre leibliche Mutter nicht mehr unterdrücken. Sie fängt an, nachzuforschen, sowohl über die Geschichte des Schiffes und seiner Passagiere als auch über ihre eigene Herkunft.

Die Autorin greift hier ein spannendes und tragisches Kapitel deutsch-deutscher Geschichte auf.

Mich persönlich hat dies auch mehr interessiert als die romantischen und familiären Verwicklungen, die Annabel mit ihrem neuen Partner und ihrem Exmann nebenbei noch erlebt. Insbesondere auf den Ex hätte ich in der Handlung größtenteils verzichten können, mir kam es streckenweise so vor, als hätte eben noch ein "Bösewicht" in die Geschichte gehört und diese Rolle bekam nun mal er zugeteilt. Ich konnte es daher immer kaum erwarten, bis wir wieder einen neuen Teil aus der Vergangenheit präsentiert bekommen haben. Obwohl ich schon diverse Geschichten über Flucht aus der DDR gelesen habe, war noch keine dabei, die den Weg über die Ostsee beschrieben hat und so waren die Schicksale, die die "Sturmrose" miterlebt hat, für mich das Fesselndste an diesem Roman!
Thema: Egal wohin - Franziska Moll (ab 14)
Gronik

Antworten: 22
Hits: 587
RE: Egal wohin - Franziska Moll (ab 14) 30.03.2015 15:43 Forum: Kinder- und Jugendbücher


Egal wohin – das beschreibt Jo ziemlich gut. Die junge Frau wartet auf ihren 18. Geburtstag, nach dem sie endlich ihr Elternhaus verlassen und ihr eigenes Leben führen kann.
Gemeinsam mit dem namenlosen Koch der Gaststätte, in der sie arbeitet, will sie nach Kreta auswandern. Dafür spart sie alles Geld und scheut auch nicht davor zurück, unangenehme Gäste um deren Portemonnaies zu erleichtern.

Warum es sie so dringend von ihren Eltern und aus ihrem wohlhabenden Zuhause wegzieht, erfährt der Leser erst nach und nach. Relativ bald kommt heraus, dass Johanna einen Selbstmordversuch hinter sich hat, doch die Gründe bleiben noch ziemlich lange im Dunkeln.

Als Koch eines Tages nicht zur Arbeit kommt, denkt sie sich noch nichts, sie vertraut ihm. Doch hat sie sich vielleicht in ihm getäuscht? Zum Glück ist da noch Amar, der neue Küchenjunge. Obwohl Jo sich ihm gegenüber sehr abweisend verhält, lässt er nicht locker und ist für sie da.

Einerseits hat mir das Buch sehr gefallen, es hat sich unglaublich schnell gelesen und einen ziemlichen Sog entwickelt.

Andererseits mochte ich Johanna nicht sonderlich. Ihre Vorgeschichte und ihr Elternhaus erklären im Verlauf des Buches einiges, dennoch habe ich mich mit ihr sehr schwergetan. Nun muss ich eine Protagonistin nicht zwingend mögen, um ein Buch gut zu finden, aber ihr Verhalten und ihre ganze Art gingen mir ziemlich gegen den Strich. Die ganze Schuld den Eltern zuzuschieben, damit macht sie es sich meiner Meinung nach zu einfach.

Was mich auch gestört hat, waren die ständigen Wiederholungen. Zum einen werden immer wieder griechische Wörter eingeflochten, da Jo in Vorbereitung auf Kreta gerade die Sprache lernt. Da ich griechisch weder verstehen noch lesen kann, ging mir das irgendwann ziemlich auf die Nerven. Dann verbessert sie Amar ständig bei seinen Sätzen. Und zum dritten gibt es ziemlich häufig recht abgedroschene Kalender-Weisheiten, die mit „Koch sagt,…“ eingeflochten werden. Diese drei Stilmittel hätten für mich auch etwas weniger großzügig verwendet werden dürfen.

Insgesamt hat mir das Buch dennoch gefallen, es war eine interessante Geschichte, mal etwas anderes im Bereich Jugendbuch. Ich mag die einfühlsame Schreibweise der Autorin, die mir schon bei ihrem ersten Buch sehr positiv aufgefallen ist. Dementsprechend würde ich auch bei einem neuen Buch von ihr gerne wieder zugreifen!
Thema: Das Haus am Himmelsrand - Bettina Storks
Gronik

Antworten: 3
Hits: 197
26.03.2015 19:19 Forum: Belletristik


Elisabeth Tanner, genannt Lizzy, ist eigentlich eine glückliche Frau. Sie liebt ihre kleine Tochter Thea und ihren Lebensgefährten Tom. Ihre Familie lebt in Freiburg und ihnen gehört eine Uhren-Fabrik mit langjähriger Tradition. Um diese kümmert sich jedoch Lizzys Bruder Alexander, sie profitiert nur insofern vom Reichtum der Familie, dass immer Geld da ist, wenn sie welches benötigt, auch wenn sie eigentlich ein selbständiges Leben führt. Damit hat ihr Freund Tom so seine Probleme, er wäre lieber unabhängig von den Tanners und tut sich schwer damit, wenn Lizzy ihre Mutter oder ihren Großvater um Geld bittet, auch ist ihm die strenge Etikette in der Familie zuwider. Dennoch führen sie ein ziemlich glückliches und relativ sorgenfreies Leben.

Dies ändert sich, als der Großvater stirbt und auf seinem Sterbebett Lizzy bittet, das Landgut der Familie, den "Rosshimmel" aufzusuchen, dort Papiere aus seinem Schreibtisch zu holen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Lizzy hat keine Ahnung, worum es geht und in welches Wespennest sie da nun stechen wird. Die Familie zeigt sich absolut nicht begeistert, als Lizzy anfängt, in der Vergangenheit zu wühlen und eventuelle dunkle Familiengeheimnisse zum Vorschein zu bringen. Auch in Lizzys Privatleben verändert sich einiges und plötzlich steht sie ziemlich alleine da, ist aber dennoch fest entschlossen, die Suche fortzusetzen und den letzten Wunsch ihres Großvaters zu erfüllen.

Ich muss gestehen, ich hatte bei der Buchbeschreibung eine etwas andere Geschichte erwartet. Das titelgebende „Haus am Himmelsrand“ spielt eigentlich kaum eine Rolle, die Geschichte spielt hauptsächlich in Freiburg. Die Handlung braucht einige Zeit, bis sie in Schwung kommt und auch dann bleibt es eine Geschichte der ruhigen Töne. Dennoch empfand ich die angesprochenen Themen als äußerst interessant und gut umgesetzt. Die Zwickmühle, in der Lizzie steckt, ist sehr gut beschrieben. Der "Auftrag" ihres Großvaters und ihr eigenes Bedürfnis nach der Wahrheit gegen die Familie, den Ruf des Unternehmens und die finanzielle Sicherheit.

Mir hat das Buch sehr gefallen, die Fragen um Schuld und vor allem, ob man die Vergangenheit aufklären soll oder sie besser ruhen lässt, fand ich sehr spannend.
Thema: Historische Romane, wo die historische Figur im Zentrum steht - hat das bei Verlagen eine Chance?
Gronik

Antworten: 21
Hits: 900
03.03.2015 12:08 Forum: Autoren unter sich...


Ich habe gerade "Friederike. Prinzessin der Herzen" von Bettina Hennig gelesen, viel gelernt, mich aber auch sehr gut unterhalten gefühlt.

In der richtigen Kombination aus Wissensvermittlung und Unterhaltung lese ich sehr gerne Romane über historische Personen.
Thema: Anne Krüger: Allee der Kosmonauten
Gronik

Antworten: 24
Hits: 1.246
01.03.2015 15:11 Forum: Belletristik


Mathilda ist Ende 20 und lebt in Berlin. Die junge Frau hat ihr Studium vor Jahren abgebrochen und arbeitet seitdem als Supermarktkassiererin, aber ihr Job macht sie nicht glücklich. Auch ihr Privatleben ist eher trostlos. Ihr Freund trennt sich von ihr, sie klammert ihm zu sehr, er will nicht zusammenziehen und sich zu sehr binden.

Mathilda ist auf der Suche, doch wonach scheint sie selbst nicht so recht zu wissen. Immer wieder verliert sie sich in Tagträumen, schwärmt für die Raumfahrthelden der früheren Sowjetunion und wäre selbst gerne Kosmonautin geworden, was aber ein hoffnungsloser Tagtraum geblieben ist.

Ihre Freunde machen einen ähnlich desorientierten und planlosen Eindruck, bis auf ein befreundetes Pärchen, die bereits Eltern geworden sind und deren Leben immer bürgerlicher wird, wodurch sich eine immer größere Kluft zu Mathilda und den anderen auftut. Diese Veränderung in Cliquen in dem Alter fand ich gut dargestellt. Die ersten werden "sesshaft", gründen eigene Familien und man lebt sich teilweise auseinander. Die Freunde mit Kindern reden nur noch über Windeln, Babykrankheiten und ähnliches, die Singles sind noch auf der Suche, wollen weggehen und Spaß haben und irgendwie passt das alles nicht mehr zusammen.

Mathilda konnte ich leider überhaupt nichts abgewinnen, sie ist unzufrieden, hat aber keine Idee und anscheinend null Motivation, etwas in ihrem Leben zu ändern. Sie bewirbt sich völlig planlos auf andere Stellen und es ist reiner Zufall, dass sie etwas findet, was ihr mehr zusagt als die Arbeit im Supermarkt. Genauso ist es in ihrem Privatleben, erst passiert lange nichts, dann gibt es auf einmal eine große Wende.

Neben der eigentlichen Geschichte um Mathilda heute gibt es immer wieder Einschübe, in denen es um die Raumfahrt und Kosmonauten geht. Diese fand ich ziemlich verwirrend und habe sie irgendwann nur noch quergelesen.

Außerdem gibt es immer wieder Rückblenden in Mathildas Kindheit, diese fand ich ganz interessant, aber auch sie erklärten für mich nicht wirklich, wie Mathilda zu dem Menschen geworden ist, der sie heute ist.

Mir was das alles einerseits zu wenig, andererseits auch wieder zu viel, was parallel in die Geschichte eingeschoben wird, so z.B. noch der Laden der verlorenen Dinge, der in Mathildas Straße aufmacht und mit dessen Besitzer sie sich anfreundet oder die psychischen Probleme einer ihrer Freundinnen.

Viele gute Ideen, aber für mich nicht passend zusammengesetzt und so plätscherte die Geschichte vor sich hin und daher konnte mich das Buch leider weder fesseln noch begeistern.
Thema: 'Egal wohin' - Seiten 144 - Ende
Gronik

Antworten: 38
Hits: 586
RE: 'Egal wohin' - Seiten 144 - Ende 23.02.2015 10:09 Forum: 'Egal wohin' - Franziska Moll


Ich hab das Buch dann gestern noch direkt beendet.

Koch Karl war also doch kein übler Kerl. Er hat sich geopfert, damit Amar nicht als Illegaler aufgegriffen wurde.
Und das Geld hat er versteckt.

Die Eltern haben mit dem Porsche zum Geburtstag ja echt den Vogel abgeschossen. Ich hatte erwartet, dass sie ihr einen neuen Hund schenken, aber so ein Auto? Ganz toll. Hat wirklich was von freikaufen.

Einen Moment dachte ich wirklich, sie fährt jetzt mit Amar gegen eine Wand und macht Schluss mit allem.
Thema: 'Egal wohin' - Seiten 077 - 143
Gronik

Antworten: 47
Hits: 787
21.02.2015 15:26 Forum: 'Egal wohin' - Franziska Moll


Zitat:
Original von shaiara
Jo wird immer schlimmer, jetzt schickt sie ihrer Kollegin auch noch solch ein Video. Welche Menschen machen so etwas bitteschön?


Meinst du mit "welche Menschen" Jo oder Bambis Ex? Denn dessen Verhalten finde ich viel mehr daneben als das von Jo.
Sie zeigt Bambi auf drastische Art, dass der Typ sie jederzeit betrügen würde. Das ist nicht schön für Bambi, aber anstatt wütend auf Jo zu sein, sollte sie sich mal ernsthaft überlegen, ob sie diesen Kerl wieder zurück will.
Thema: 'Egal wohin' - Seiten 077 - 143
Gronik

Antworten: 47
Hits: 787
21.02.2015 15:23 Forum: 'Egal wohin' - Franziska Moll


Wo ist Koch nur abgeblieben?
Johanna hat noch nicht aufgegeben, wartet immer wieder, dass er wieder auftaucht.
Amar weiß sogar, wo er wohnt, aber auch dort ist er nicht.

Ist ihm was passiert? War er krank, brauchte er deswegen das Geld? Oder hat er es tatsächlich einfach genommen und ist damit abgehauen?

Mich stören die ganzen Wiederholungen. Die Griechisch-Sätze. Das ES. Die Koch-sagt-Kalendersprüche...

Ansonsten finde ich die Geschichte ganz spannend.
Jos ganze Familie ist total kaputt. Die Mutter kommt über den Verlust des Sohnes nicht hinweg. Sie sucht zwar immer wieder den Kontakt zur Tochter, aber so ungeschickt und wahrscheinlich ist da schon so viel vorgefallen, dass Jo immer abblockt.

Sie blockt aber ja sowieso jeden Menschen ab.

Der Vater hat seine Affäre, aber anscheinend gehen seine Gefühle für die andere auch nicht so weit, dass er den schönen Schein aufgibt und sich scheiden lässt.
Thema: 'Egal wohin' - Seiten 001 - 076
Gronik

Antworten: 40
Hits: 683
RE: 'Egal wohin' - Seiten 001 - 076 21.02.2015 13:08 Forum: 'Egal wohin' - Franziska Moll


Unter der Woche bin ich nicht dazugekommen, dafür werde ich das BUch jetzt sicher schnell beenden, es liest sich ja recht zügig.

Ich mag Johanna nicht. Sie hat es sicher nicht leicht bei ihren Eltern und dem Druck, der auf ihr lastet, eine perfekte Tochter zu sein.
Aber das rechtfertigt keinen Selbstmord. Ich gehe allerdings davon aus, dass da noch mehr gewesen ist, was sie zu diesem Schritt getrieben hat. Trotzdem, mir fällt es schwer, dafür Verständnis aufzubringen, gerade bei einem so jungen Menschen.

Und die Klauerei finde ich auch nicht toll.
Es gibt so ätzende Restaurantbesucher, ich hab auch mal gekellnert, die Spezialsauce finde ich sehr witzig Lachen , aber die Diebstähle gehen gar nicht.

Was ich von Koch halten soll, weiß ich nicht so recht. Er scheint mir nicht der Typ zu sein, der das gemeinsam zur Seite geschaffte Geld nimmt und damit allein abhaut. Dazu war er zu fürsorglich zu Johanna.
Aber dass er Amar (argh, ich hatte gerade ein Buch mit einem Arman) so schnell in so vieles einweiht, könnte bedeuten, dass er geplant hat wegzugehen?
Oder will er, dass sie zu dritt gehen?
Wie kommt er überhaupt dazu, einem jungen Mädchen, das gerade mal volljährig ist, zu versprechen, mit ihr nach Kreta auszuwandern und dort ein Restaurant am Strand aufzumachen?

Ob er seine eigene Küche sauberer halten würde oder findet er wirklich, eine Küche muss kleben? Mich schüttelt es da ja!!!

Diese ganzen Griechischen Worte helfen mir nicht wirklich, da ich es nicht lesen kann. Aber gut, sie will halt die Sprache lernen.
Thema: Testleserunde in Zusammenarbeit mit dem Loewe Verlag ab: 18. Februar 2015
Gronik

Antworten: 76
Hits: 3.423
12.02.2015 11:10 Forum: 'Egal wohin' - Franziska Moll


Dankeschön, ich freu mich sehr!
Thema: Lilly Lindner - Was fehlt, wenn ich verschwunden bin [ab 14 Jahre]
Gronik

Antworten: 4
Hits: 176
Lilly Lindner - Was fehlt, wenn ich verschwunden bin [ab 14 Jahre] 05.02.2015 14:27 Forum: Kinder- und Jugendbücher


Phoebes ältere Schwester April hat eine beste Freundin: Ana, kurz für Anorexie. Sie wird in eine Klinik eingeliefert, um ihre Krankheit zu behandeln. Phoebe darf sie nicht besuchen und so beginnt sie, ihr zu schreiben. Fast jeden Tag verfasst sie einen Brief an April, in dem sie aus ihrem Alltag erzählt, von der Familie, den Eltern, dem Hund, ihren Freunden und allem was sie erlebt und was sie bewegt. Man spürt, wie sie versucht, ihre Schwester festzuhalten, Anteil nehmen zu lassen. Doch Phoebe erhält keine Antwort.

Der erste Teil des Buches besteht ausschließlich aus Briefen von Phoebe an April. Lange habe ich gerätselt, wie alt Phoebe wohl ist, denn in ihren Briefen klingt eine große Weisheit mit, andererseits gibt es immer wieder Hinweise, dass sie gerade knapp 10 Jahre alt ist. Trotz ihres Schmerzes, dass die geliebte Schwester weg ist, klingt aus Phoebes Briefen aber auch immer eine starke Lebensfreude und unbändige Wissbegier. Insbesondere mit letzterem scheinen die Eltern oft überfordert, haben keine Antworten auf die zahlreichen Fragen ihrer kleinen Tochter. Schon gar nicht, wenn es um April geht. Jeder in der Familie kämpft für sich allein, es fehlt der Zusammenhalt.

Im zweiten Teil erfahren wir Leser dann einen weitere Teil der Geschichte aus Aprils Sicht. Hier wird die Kluft zwischen den Schwestern und ihren Eltern noch deutlicher. Teilweise war mir das aber auch zu einseitig, die Eltern werden sehr negativ dargestellt und beim Lesen war ich automatisch entsetzt und empört über ihr Verhalten. Im Nachhinein habe ich mich allerdings gefragt, ob sich das alles aus ihrer Sicht nicht ganz anders darstellt? Leider haben sie in diesem Buch keine eigene Stimme bekommen.

Am Ende lässt mich das Buch etwas zwiespältig zurück. Beim lesen hat es mich sehr berührt und mitgenommen, obwohl ich zum Glück keine persönlichen Erfahrungen mit Magersucht habe. Nachdem ich es einige Tage habe sacken lassen, stellten sich mir aber doch auch einige Fragen und manches ist für mich nicht unbedingt glaubwürdig, insbesondere, dass eine 9jährige eine derartige Ausdruckskraft besitzt.

Nichtsdestotrotz ein beeindruckendes Buch, vor allem, wenn man die persönliche Geschichte der Autorin kennt, die von sich selbst sagt, sie sei sowohl Phoebe als auch April!
Thema: 'Allee der Kosmonauten' - Seiten 299 - 399
Gronik

Antworten: 33
Hits: 757
RE: 'Allee der Kosmonauten' - Seiten 299 - 399 28.01.2015 11:17 Forum: 'Allee der Kosmonauten' - Anne Krüger


Ich bin auch fertig. Leider konnte mich das Buch auch im letzten Abschnitt nicht packen.

Die Beziehung zwischen Daniel und ihr ging mir zu schnell und ich denke, die werden noch einige Probleme haben, aber gut, wer hat das nicht. Der Wille, sich zusammenzuraufen, scheint ja bei beiden gegeben zu sein.
Ich denke, ab einem gewissen Alter ist man halt in manchen Dingen sehr "eingefahren" und muss erst lernen, dass es kein Drama ist, wenn jemand meine Plattensammlung anfasst Grinsen

Ob sie ihren Job, den sie doch eigentlich sehr mag, nun verlieren wird?
Oder gibt sie gleich ganz auf und stürzt sich in das Abenteuer mit dem Laden? Das kann ich mir bei ihr ja gar nicht vorstellen, dass sie da zurechtkommt und sich ihren Lebensunterhalt verdienen kann.
Bei Jacob hatte ich immer den Eindruck, er braucht das Geld nicht wirklich und kann seine Ideen deshalb ausleben, wie er mag.

Was John und Tatjana anging, hatten wir mit den Spekulationen hier recht.
Tatjana hätte es Mathilda sagen können, aber ansonsten verstehe ich nicht, warum die sich darüber nun so aufregt.

Was das mit Magnus dann nochmal sollte, hab ich noch weniger verstanden.

Irgendwie scheint mir Mathilda nie mit etwas abschließen zu können, immer wieder lässt sie sich durch Personen aus ihrer Vergangenheit völlig aus dem Takt bringen.

Gut geschildert fand ich die Hemmungen der Freunde, Franzi zu besuchen. Das kann ich gut nachvollziehen, erstens wird ja nicht so richtig klar, was sie hat und man fühlt sich in solchen Situationen ja oft so hilflos, dass man sie lieber gleich ganz vermeidet.
Thema: 'Allee der Kosmonauten' - Seiten 198 - 298
Gronik

Antworten: 58
Hits: 1.407
RE: 'Allee der Kosmonauten' - Seiten 198 - 298 24.01.2015 14:42 Forum: 'Allee der Kosmonauten' - Anne Krüger


In diesem Abschnitt macht Mathilda eine riesige Entwicklung durch. Neuer Job, Wohnung neu gestrichen, neuer Freund,... erstaunlich wie sie sich auf einmal doch aufrafft und ihr Leben ändert!

Bisher sieht alles sehr gut aus, aber ich habe noch meine Zweifel, ob da nicht doch noch was kommt.
Als sie so halsüberkopf den Job kündigt und bei der Hilfsorganisation anfängt, hatte ich sogar noch überlegt, ob diese Organisation wohl seriös ist oder ob sie da in irgendwas hineinrutscht. Aber die neue Arbeit scheint sie echt zu erfüllen. Ein Umzug nach Köln ist für sie aber keine Option, falls das Büro in Berlin dichtgemacht wird, ist sie den Job gleich wieder los.

Auch mit Daniel geht das alles auf einmal ruckzuck, kaum kennengelernt, packt er schon seine Sachen in ihre Schubladen, gewöhnt ihr das Rauchen ab (zumindest drin, was ich echt gut verstehen kann) und sie verbringen Weihnachten gemeinsam und bei den jeweiligen Familien. Von Null auf Hundert in Sachen Beziehung in ziemlich kurzer Zeit, scheint mir!

Besonders fesselnd empfinde ich das Buch leider immer noch nicht.
Thema: 'Allee der Kosmonauten' - Seiten 101 - 197
Gronik

Antworten: 43
Hits: 1.011
RE: 'Allee der Kosmonauten' - Seiten 101 - 197 21.01.2015 09:30 Forum: 'Allee der Kosmonauten' - Anne Krüger


Mich hat das Buch immer noch nicht so recht gepackt.
Ich kann mit Mathilda nichts anfangen, sie ist so planlos und passiv, sie regt mich echt auf.
Aber auch ihre ganzen Freunde sind doch irgendwie ähnlich, bis auf die Hasen, die eine Familie gegründet haben, noch ein Kind erwarten und deren Leben damit ziemlich geordnet und struktuiert wirkt. Von den anderen wirkt auf mich keiner so, als hätte er sein Leben wirklich im Griff, weder Nina, noch Franzi oder Tatjana.

Mathildas Kosmonautenträume verwirren mich immer noch eher als dass ich das spannend finden könnte.

Irgendwie ist mir das einerseits alles zu wenig, andererseits zu viel, was parallel in die Geschichte eingeschoben wird, so zB noch dieser Laden der verlorenen Dinge. Das könnte schon für sich allein eine reizvolle Idee sein, aber hier taucht er immer wieder auf und dann wieder seitenlang nichts davon, das irritiert mich.

Die Sache mit John hat keine Zukunft, ich nehme an, er hatte auch was mit ihrer Freundin (immerhin sind die doch nach dieser Party gemeinsam gegangen, oder?), und der fremde BH in seiner Wohnung deutet mit dem Holzhammer darauf hin, dass er auch was mit anderen hat...
Thema: Testleserunde in Zusammenarbeit mit dem Penhaligon Verlag ab: 25. Februar 2015
Gronik

Antworten: 89
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RE: Testleserunde in Zusammenarbeit mit dem Penhaligon Verlag ab: 25. Februar 2015 17.01.2015 19:59 Forum: 'Bird Box - Schließe deine Augen' - Josh Malerman


Ich habe das Buch schon als Rezensionsexemplar bekommen und melde mich hier erstmal ab. Wenn es zeitlich klappt, lese ich spontan mit.
Entschuldigung für den Mehraufwand!
Thema: 'Allee der Kosmonauten' - Seiten 001 - 100
Gronik

Antworten: 65
Hits: 1.292
RE: 'Allee der Kosmonauten' - Seiten 001 - 100 17.01.2015 16:17 Forum: 'Allee der Kosmonauten' - Anne Krüger


So, ich habe nun auch den ersten Abschnitt gelesen, so richtig angekommen bin ich aber noch nicht in der Geschichte, irgendwie fehlt mir da noch was.

Und diese Kosmonauten-Absätze dazwischen irritieren mich total, mit denen kann ich gar nichts anfangen.

Mathilda ist eine junge Frau Ende 20, ein bisschen ziellos und unorientiert im Leben. Nichts außergewöhnliches aber. Sie arbeitet in einem Supermarkt an der Kasse, das will sie zwar nicht für den Rest ihres Lebens machen, aber den Absprung findet sie auch nicht.

Kann doch nicht sein, dass ihre Freundin ihr Stellenanzeigen vorlesen muss. Warum kümmert sich Mathilda nicht selber, wenn sie was verändern will?

Gut dargestellt finde ich die Veränderung in Cliquen in dem Alter. Die ersten werden "sesshaft", gründen eigene Familien und man lebt sich teilweise auseinander. Die Freunde mit Kindern reden nur noch über Windeln, Babykrankheiten und ähnliches, die Singles sind noch auf der Suche, wollen weggehen und Spaß haben und irgendwie passt das alles nicht mehr zusammen.

John fand ich sehr merkwürdig, noch merkwürdiger aber, wie Mathilda ihn nach ihrem One Night Stand dann sofort als neuen Freund ansieht. Dass ihm das zu schnell zu eng wird, finde ich fast nachvollziehbar.

Mathildas Familie empfinde ich als sehr traurig, der Geburtstag der Mutter war furchtbar. Aber bestimmt in vielen Familien Realität.
Thema: Vorableserunde in Zusammenarbeit mit dem Goldmann Verlag ab: 25. Januar 2015
Gronik

Antworten: 124
Hits: 4.514
RE: Vorableserunde in Zusammenarbeit mit dem Goldmann Verlag ab: 25. Januar 2015 14.01.2015 10:31 Forum: 'Die sieben Schwestern' - Lucinda Riley


Ich melde mich hier doch wieder ab, entschuldigung für den Mehraufwand!
Thema: Anne Jacobs - "Die Tuchvilla"
Gronik

Antworten: 7
Hits: 399
RE: Anne Jacobs - "Die Tuchvilla" 13.01.2015 14:57 Forum: Belletristik


Zitat:
Original von Eliza08
Vielen Dank für die Rezi, dann ist das Buch wohl doch fällig. Wer aber hinter dem Pseudonym steckt ist noch nicht raus, oder? Grübeln


Nein, es soll wohl erstmal geschlossen bleiben.

Meine Meinung zum Buch

Die Geschichte spielt in August im Jahr 1913. Der Erste Weltkrieg rückt näher, doch davon spürt man in der Familie Melzer noch nichts. Die Melzers sind Tuchfabrikanten und ihre Villa liegt in einem wunderschönen Park, in direkter Nähe zur Fabrik.
Dorthin kommt nun eines Tages die junge Marie. Die Waise soll als Küchenmädchen in der Tuchvilla arbeiten. Nachdem sie sich schon in einigen Stellungen als aufmüpfig gezeigt hat, ist dies ihre letzte Chance. Auch hier fällt sie nicht gerade durch dienstboten-typisches, demütiges Verhalten auf, sondern zeigt sich selbstbewusst und durchaus zu Widerworten bereit. Freunde macht sie sich damit unter den anderen Dienstboten nicht, doch anscheinend legte die Herrschaft Wert darauf, dass sie eingestellt wurde und so arrangiert man sich mit ihr. Doch warum wurde sie überhaupt in die Tuchvilla geholt, steckt hier ein Geheimnis dahinter?

Im weiteren Verlauf freundet sich Marie immer mehr mit Katharina, der jüngeren Tochter des Hauses, an und auch deren Bruder Paul scheint sich mehr für Marie zu interessieren, als sich das für ein Küchenmädchen geziemt. Wo das wohl alles hinführen wird?
Die Geschichte spielt sich zu großen Teilen in der Villa der Familie Melzer statt. Von der Umgebung erfährt man bis auf kleine Ausflüge wenig, das Zeitgeschehen wird nur selten in Nebensätzen erwähnt, die Handlung konzentriert sich tatsächlich vielmehr auf den Mikrokosmos der Tuchvilla. Doch dies wird in keiner Weise langweilig, denn über allem liegt das Geheimnis um Maries Herkunft und das Motiv der Melzers, sie in ihren Haushalt aufzunehmen.

Die verschiedenen Figuren werden intensiv charakterisiert und dadurch sehr gut vorstellbar. Es ist eine überschaubare Anzahl, die Familie Melzer, bestehend aus Vater, Mutter, den Töchtern Elisabeth und Katharina sowie Sohn Paul und natürlich die Dienstboten, in deren Mitte wir uns mit Marie erst einmal wiederfinden. Ein Vergleich mit Downton Abbey drängt sich hier natürlich geradezu auf. Dazu kommen noch einige Herren von außerhalb, denn die Melzer-Töchter sind im heiratsfähigen Alter und da gibt es natürlich einige amouröse Verwicklungen.

Mir hat die Lektüre gut gefallen, an einigen Stellen fand ich die Geschichte ein klein wenig langatmig, aber insgesamt wurde ich gut unterhalten. Besonders gut fand ich, dass die meisten Figuren nicht ganz einfach einzuordnen waren, jeder hatte positive und negative Seiten und so wurden sie für mich glaubwürdig und realistisch im Gegensatz zu klischeehaften Gutmenschen und Bösewichten, die einem so oft in Romanen begegnen.

Da es sich um einen ersten Teil handelt, dürfen wir Leser uns auf eine Fortsetzung und ein Wiedersehen mit den Figuren freuen.
Thema: Charlotte Lyne - Kinder des Meeres
Gronik

Antworten: 20
Hits: 982
13.01.2015 10:54 Forum: Beginnende Neuzeit (1451 n. Chr. – 1600 n. Chr.)


Ich bin ja immer froh, wenn ich Rezensionen, die verraten, dass eine Figur stirbt oder sogar wer konkret, erst sehe, wenn ich das Buch selbst schon gelesen habe...

Edit: Wenn du so etwas siehst, bitte über den Meldebutton melden. Wir können leider nicht alle Beiträge darauf durchsehen. Ich habe den Passus jetzt gespoilert. LG JaneDoe Winken
Thema: Hoffnung eines neuen Tages - Elisabeth Büchle
Gronik

Antworten: 8
Hits: 348
RE: Hoffnung eines neuen Tages 12.01.2015 14:21 Forum: 19. und 20. Jahrhundert (1801 n. Chr. – 1945 n. Chr.)


Zitat:
Original von Arietta
Der 3. und letzte Band der Meinhof - Triologie


Ich dachte, die Familie heißt Meindorff? Grübeln
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