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Autor Beitrag
Thema: Die Falle - Melanie Raabe
Gronik

Antworten: 2
Hits: 200
RE: Die Falle - Melanie Raabe 02.06.2015 15:25 Forum: Krimis/Thriller


Linda Conrads ist Romanautorin. Seit dem Mord an ihrer Schwester vor 12 Jahren lebt sie zurückgezogen in ihrer Villa am Starnberger See und verlässt das Haus nicht mehr. Sie ist mit ihren Büchern höchst erfolgreich, trotz ihrer Phobie vor der Außenwelt, und kommt eigentlich gut zurecht.

Doch dann sieht sie eines Tages im Fernsehen das Gesicht des Mannes, den sie damals vor 12 Jahren gesehen hat, als sie in die Wohnung ihrer Schwester Anna kam und diese tot aufgefunden hat. Der Mörder wurde nie gefasst und nun ist Linda überzeugt, dass sie ihn nach all den Jahren gefunden hat. Linda ist fest entschlossen, ihn in eine Falle zu locken und zu überführen. Ihr Ziel ist die Wahrheit – doch was ist die Wahrheit, was ist wirklich damals in dieser Nacht geschehen?

Linda wechselt das Genre, schreibt ihren ersten Thriller – auf der Basis der realen Ereignisse damals. Sie lockt den Mann, den sie für den Mörder hält, in ihr Haus und will ihn dazu bringen, ein Geständnis abzulegen. Alles ist genauestens geplant, doch wird die Falle wirklich zuschnappen? Und hat Linda überhaupt recht mit ihrem Verdacht?

Dieses Debut von Melanie Raabe bietet wirklich spannende Unterhaltung. Neben der eigentlichen Handlung sind immer wieder Kapitel aus dem fiktiven Thriller, den Linda geschrieben hat, eingestreut. So erfährt der Leser nach und nach aus verschiedenen Perspektiven, was sich in der Tatnacht vor 12 Jahren abgespielt hat. Ich persönlich hätte die Roman-im-Roman-Abschnitte nicht unbedingt gebraucht, ich fand die eigentliche Handlung rund um Linda viel spannender, habe die Abschnitte aber als interessante Ergänzung gesehen.

Die Geschichte lässt sich Zeit, beschreibt ausführlich Lindas Gemütszustand, ihre Lebensumstände, ihre Gedanken und Gefühle. Man ist als Leser hautnah an der Protagonistin dran und erlebt das Geschehen unmittelbar mit ihr mit.

Die Frage nach dem Täter und nach Schuld oder Unschuld zieht sich durch das ganze Buch. Erst scheint alles eindeutig, dann kommen Zweifel auf, nicht nur am Täter, auch an der Figur des Opfers. Linda muss sich die Frage stellen, ob sie selbst die Ereignisse von damals wirklich richtig im Gedächtnis hat oder sich eventuell alles ganz anders abgespielt hat.

Das Buch wurde in Kritiken viel gelobt und im Internet massiv beworben. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen und wurden nicht ganz erfüllt. Es war ein spannendes und gut geschriebenes Buch, für mich aber nicht das erwartete Highlight. Dennoch bin ich auf jeden Fall neugierig auf weitere Bücher der Autorin!
Thema: Mariposa: Bis der Sommer kommt - Nicole C. Vosseler (ab 12)
Gronik

Antworten: 16
Hits: 492
RE: Mariposa: Bis der Sommer kommt - Nicole C. Vosseler (ab 12) 02.06.2015 15:23 Forum: Kinder- und Jugendbücher


Jake hat einiges angestellt und muss nun eine Art Sozialdienst ableisten. Er hat Glück – auch wenn er das anfangs nicht so sieht – und darf diesen Community Service in Mariposa, einer kleinen Stadt am Rande des Yosemite Nationalparks, erfüllen. Zuerst ist Jake tödlich gelangweilt von dem kleinen, überschaubaren Nest Mariposa und er schaut eher herablassend auf die Einwohner, denen es hier gut gefällt und die anscheinend die Verlockungen einer Großstadt überhaupt nicht vermissen. Jake ist ein wütender junger Mann und lehnt sich gegen seine Arbeit und seinen Betreuer Josh mehr als einmal auf, doch nach und nach erkennt er, dass seine Zeit in Mariposa auch ihr Gutes hat.

Dazu trägt vor allem Nessa bei, dieses sonderbare Mädchen, das Jake zufällig kennenlernt und das ihn vom ersten Moment an irgendwie fasziniert. Nessa lebt mit ihrer Familie in einer zurückgezogenen Kommune. Sie vermeiden eigentlich jeden Kontakt zu den Einwohnern von Mariposa, bleiben untereinander und Nessa hatte bisher nur Hayden als Freund, den Jungen mit dem sie aufgewachsen ist und mit dem sie eine tiefe Freundschaft verbindet. Dennoch kann Nessa es nicht lassen, sich immer wieder mit Jake zu treffen und sich von ihm Dinge zeigen zu lassen, die für Jugendliche eigentlich völlig normal sind: Kaffee, Musik, Schokolade – wie kann es sein, dass sie all das nicht kennt?

Nessa hat ein großes Geheimnis, welches ihre aufkommende Beziehung zu Jake in Frage stellt oder sogar unmöglich macht. Werden die beiden trotzdem einen Weg finden?

Das wunderschöne, verträumte Cover passt bestens zum Inhalt. Die Autorin hat eine Liebesgeschichte mit leicht phantastischem Einschlag geschrieben, die den Leser auf eine ganz besonders zauberhaft Reise mitnimmt. Die eindrucksvolle Umgebung des Nationalparks bietet eine passende Kulisse. Auf der Homepage der Autorin findet man einiges an Bildmaterial.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Jake und Nessa erzählt. Ich mag so einen Perspektivwechsel sehr gerne, so lernt man beide Protagonisten gut kennen und erfährt ihre jeweilige Sicht auf die Dinge. Sehr gut gefallen haben mir aber auch die liebevoll ausgearbeiteten Nebenfiguren, die man beim Lesen unwillkürlich ins Herz schließt. Eine ganz besondere Stärke der Autorin, wie mir immer wieder bei ihren Büchern auffällt.

Nach und nach kommt man als Leser gemeinsam mit Jake hinter Nessas Geheimnis. Wer gar keinen Fantasy-Einschlag in Jugendbüchern mag, der sei gewarnt, nicht alles in der Geschichte ist ganz real und logisch erklärbar. Der phantastische Anteil ist aber meiner Meinung nach eher gering, spielt zwar natürlich eine wichtige Rolle in der Geschichte, aber das Hauptaugenmerk der Handlung liegt auf den beiden Protagonisten und ihrer Entwicklung, sowohl in ihrer gemeinsamen Beziehung als auch jeder der beiden für sich.

Insgesamt ein wunderschönes Jugendbuch, mit vielen ans Herz gehenden Szenen und glaubwürdigen Figuren!
Thema: Antonia Michaelis - Das Institut der letzten Wünsche
Gronik

Antworten: 28
Hits: 1.062
RE: Antonia Michaelis - Das Institut der letzten Wünsche 02.06.2015 15:11 Forum: Belletristik


Mathilda arbeitet im Institut der letzten Wünsche. Ein kleines Unternehmen, das Sterbenden ihren letzten Wunsch erfüllt, ganz egal, wie ausgefallen dieser sein mag. Einmal als Prinzessin auf einem Pony durch den Park reiten, ein letztes Mal in der Spree schwimmen, obwohl es eigentlich viel zu kalt ist, ein letztes Mal Weihnachten erleben, egal welche Jahreszeit gerade herrscht – all das und noch viel mehr machen Mathilda und ihre Chefin und Freundin Ingeborg möglich.

So erscheint der Wunsch von Birger Raavenstein, der vor seinem Tod seine frühere Geliebte Doreen und das gemeinsame Kind finden will, zunächst einmal nicht besonders außergewöhnlich. Doch schon bei der ersten Begegnung empfindet Mathilda ihm gegenüber anders als bei anderen Klienten. Sie stürzt sich mit voller Kraft in die Suche, pflastert Berlin mit Plakaten zu und spielt Detektiv. Doch Doreen scheint unauffindbar – und Birgers Zeit läuft ab. Aber wenn sie Doreen doch findet, was bedeutet das dann für sie selbst und Birger? Und dann ist da ja auch noch ihr Exfreund Daniel, der wieder zurück in Berlin ist. Hat ihre Beziehung noch eine Chance?
Ich genieße die Bücher von Antonia Michaelis immer sehr. Allerdings muss ich zugeben, dass mich "Niemand liebt November" etwas überfordert hatte. "Das Institut der letzten Wünsche" ist nicht ganz so ausgefallen und war für mich wieder ein echtes Highlight, da der ganz besondere Erzählstil der Autorin hier von einer zwar ausgefallenen, skurrilen, aber nicht ganz so "verrückten" Geschichte nicht überlagert, sondern betont wird. Es gibt so viele kleine und große Szenen und Sätze in dem Buch, die ich mir am liebsten angestrichen oder herausgeschrieben hätte.

Mathilda ist eine chaotische Hauptfigur, mit der ich mich zwar gar nicht identifizieren kann, mit der ich aber dennoch mitgefühlt habe. Aber vor allem die Nebenfiguren machen das Buch für mich zu einem echten Erlebnis. Und natürlich die Wünsche, die Gründe für die Wünsche und die oft sehr kreative Erfüllung durch das Institut.
Wunderbar beschrieben fand ich auch die Reaktionen der Umwelt auf das, was Ingeborg und Mathilda da tun. Ich fürchte, es entspricht nur zu sehr unserer Realität, dass einer derartigen Organisation mit Misstrauen und Argwohn seitens Ärzten, Krankenhäusern und anderen offiziellen Stellen begegnet wird – aber ich hoffe, es gibt auch diejenigen, die erkennen, wie wunderbar so ein Wunscherfüllungsinstitut ist, und dass es am Ende nicht auf ein paar mehr Tage lebendig im Krankenhausbett, sondern vielleicht mehr auf einige glückliche Stunden irgendwo ankommen mag!

Obwohl der Tod in diesem Buch natürlich einen großen Raum einnimmt, dominiert er die Geschichte an keiner Stelle. Natürlich gibt es traurige Momente, aber die Grundstimmung ist für mich trotz allem positiv.

Ein wunderschönes Buch, dessen Geschichte zum Nachdenken anregt und vielleicht auch dazu, sich seine Wünsche zu erfüllen, solange man es kann und nicht zu lange damit zu warten!
Thema: Eisige Schwestern - S. K. Tremayne
Gronik

Antworten: 12
Hits: 429
02.06.2015 15:10 Forum: Krimis/Thriller


Sarah und Angus haben das Schlimmste durchgemacht, was Eltern passieren kann. Sie haben ein Kind verloren. Die 6jährige Lydia ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. So scheint es zumindest, denn auf einmal behauptet ihre Zwillingsschwester Kirstie, sie sei Lydia und Kirstie sei gestorben. Wie kommt das Mädchen mehr als ein Jahr nach dem schrecklichen Ereignis darauf? Oder hat sie etwa recht und die Eltern haben das falsche Kind begraben und betrauert? Es gibt verschiedene Anzeichen dafür, dass es tatsächlich so ist.

Zwischen Angus und Sarah hängt der Haussegen mächtig schief, ihre Ehe ist in einer ernsthaften Krise und auch finanziell haben sie große Probleme, da Angus seinen Job verloren hat.

Ihr letzter Ausweg scheint das Erbe von Angus‘ Großmutter zu sein. Eine winzige Insel vor der schottischen Küste, mit einem maroden Leuchtturmwärterhaus. Sarah ist begeistert von der Idee eines Neuanfangs und lässt sich auch nicht davon schrecken, dass sie Insel und Haus noch nie gesehen hat. Sie ist fest entschlossen, dort neu anzufangen und ein neues Zuhause für ihre kleine aufzubauen.

Vor Ort müssen sie feststellen, dass sie sich den Zustand des Hauses nicht schlimm genug ausgemalt haben, das alte Gebäude ist wirklich sehr heruntergekommen und zudem sind sie auf der Insel praktisch vom Rest der Welt abgeschnitten, insbesondere Sarah und ihre Tochter, während Angus viel unterwegs ist, um Geld zu verdienen. Und dann ist da auch immer noch Kirsties merkwürdiges Verhalten…

Das Buch beginnt ziemlich spannend. Erst nach und nach erfährt der Leser, was passiert ist, wie es zum Tod des Mädchens kam und was in der Familie sonst noch so vorgefallen ist.

Der Autor lenkt den Verdacht immer mehr gegen den Vater, der ganz offensichtlich etwas verheimlicht – doch was?

Die Familie steuert in eine Spirale der Verzweiflung und Gewalt, alles vor der düsteren und archaischen Kulisse der schottischen Inseln.

Leider hat mich das Ende nicht gänzlich überzeugt, hier überschlagen sich auf einmal die Ereignisse, einiges ging mir hier zu schnell und war für mich nicht wirklich logisch. Ein paar mysteriöse Geschehnisse werden nicht gänzlich aufgeklärt und so bleibt manches der Phantasie des Lesers überlassen.

Spannendes Buch, tolle Kulisse, super Ansatz – leider mit Schwächen gegen Ende!
Thema: Historische Romane mit zwei Zeitebenen
Gronik

Antworten: 99
Hits: 15.849
09.05.2015 20:33 Forum: Allerlei Buch


Eins meiner Highlights 2013!

Die bewegende Geschichte zweier unzertrennlicher Schwestern und einer schicksalhaften Liebe
1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …
Thema: Historische Romane mit zwei Zeitebenen
Gronik

Antworten: 99
Hits: 15.849
09.05.2015 20:31 Forum: Allerlei Buch


Hier sind es mehr als zwei Zeitebenen, das Buch ist sehr verwickelt und dadurch sehr spannend!

Im Garten der Villa verbirgt sich ihr Geheimnis ...
Anna Kepler, Erbin einer alten Schokoladendynastie, hat gerade ihre zweite Chocolaterie in der Dresdner Altstadt eröffnet. Auch die Familienvilla hat Anna wieder in Familienbesitz gebracht. Als sie den legendären Rosengarten, der der Villa einst ihren Namen gab, neu anlegt, stößt sie auf eine alte Schatulle. Sie enthält das Tagebuch einer Frau, die vor hundert Jahren in der Villa gelebt hat. Doch Anna hat noch nie von dieser Emma gehört und begibt sich auf Spurensuche. Dabei stößt sie auf ein schicksalhaftes Familiengeheimnis ...
Thema: Historische Romane mit zwei Zeitebenen
Gronik

Antworten: 99
Hits: 15.849
09.05.2015 20:30 Forum: Allerlei Buch


Ein malerisches Haus in den Hügeln des Veneto hütet ein düsteres Geheimnis …

Architektin Agnes erhält den Auftrag, die Ca’More, ein altes Haus in den Hügeln des Veneto, in Apartments umzuplanen. Während der Arbeit entdeckt sie alte Radierplatten des verstorbenen Vorbesitzers, eines exzentrischen Malers. Die verstaubte Druckerpresse bringt surreale Bilder zutage, die sich wie ein Puzzle zu einer unglaublichen Geschichte zusammensetzen. Immer tiefer verstrickt sich Agnes in die Vergangenheit des Hauses – und in ihre eigenen Gefühle. Denn sie hat sich nicht nur in das Anwesen verliebt, sondern auch in den undurchsichtigen Gärtner Matteo …
Thema: Als der Himmel uns gehörte von Charlotte Roth
Gronik

Antworten: 30
Hits: 1.143
RE: Als der Himmel uns gehörte von Charlotte Roth 26.04.2015 12:09 Forum: 19. und 20. Jahrhundert (1801 n. Chr. – 1945 n. Chr.)


London, 2011. Die olympischen Spiel im eigenen Land rücken näher, doch für die Langstreckenläuferin Jennifer sieht es nicht so aus, als könnte ihr lebenslanger Traum einer Olympiateilnahme in Erfüllung gehen. Immer wieder versagen ihr bei Wettkämpfen die Nerven und so ist ihr Trainer nicht gewillt, sie zu nominieren.

Eines Tages tritt ein Fremder in ihr Leben und bringt sie dazu, ihre Vergangenheit besser kennenzulernen, um sich so ihrer Zukunft stellen zu können. Jennifer war immer nur von ihrem Sport besessen, ihr war nicht einmal wirklich bewusst, dass ihre eigene Urgroßmutter in ihrer Jugend eine Goldmedaille gewonnen hat und später die Mitbegründerin der Paralympics wurde.

Als Alberta ihr ihre Geschichte erzählt, ändert sich vieles für Jennifer.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal im Jahr 2011/2012 und in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Alberta ist eine lebenslustige junge Frau, sportlich, intelligent, mutig und unkonventionell. Als Töchter eines Radiosprechers erhalten sie und ihre Schwester Auguste die einmalige Chance, mit zu den Olympischen Spielen nach Los Angeles zu fahren. Auf der Reise lernt Alberta zwei sehr unterschiedliche Männer kennen, den Deutschen Hannes und den Briten James, die als Springreiter gegeneinander antreten werden. Zwischen den vier jungen Menschen entwickelt sich in dieser unbeschwerten Zeit in Amerika eine Freundschaft und auch tiefere Gefühle. Doch um herauszufinden, wer zu wem gehört, werden sie noch lange brauchen – und die Zeiten ändern sich. Doch das wollen sie lange nicht wahrhaben, denn das Wichtigste scheint ihnen der Sport zu sein. Alberta ist fest entschlossen, 1936 als Bogenschützin bei Olympia in Berlin anzutreten und auch Hannes und James werden erneut in den Wettkampf gehen.

Ich habe mit großer Spannung auf dieses Buch gewartet. "Als wir unsterblich waren" war 2014 eins meiner absoluten Highlights, ein Buch, das mich mitgenommen und am Ende völlig fertig wieder ausgespuckt hat, ein Buch, bei dem ich gelacht, geliebt und geheult habe, wie es mir als relativ rationaler Leserin selten passiert.

Dementsprechend hoch waren natürlich die Erwartungen an diesen Nachfolger von Charlotte Roth, vielen besser bekannt als Charlotte Lyne.
Das Thema Sport und Olympia ließ mich schon etwas skeptisch an die Geschichte herangehen, da ich mit diesen Themen wenig bis gar nichts verbinde. Die Rahmenhandlung um Jennifer konnte mich letztlich dann auch nicht völlig überzeugen, hier war ich emotional einfach nicht sonderlich berührt.

Umso mehr habe ich mich auf die Kapitel mit Albertas Geschichte gefreut, meist finde ich in solchen Romanen mit zwei Zeitebenen den historischen Teil interessanter, so auch hier. Dieser nimmt eher langsam Schwung auf, entführt den Leser zuerst ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten und dann zurück in ein Land, in dem die Begrenzungen immer mehr zunehmen – zumindest für Juden und alle anderen, die dem NS-Regime ein Dorn im Auge waren, während andere als "arische Idole" herausgeputzt und vorgezeigt werden. Die Autorin stellt in ihrer Geschichte die Frage, inwieweit Sportereignisse wie Olympia unpolitisch sein können und dürfen, ob Sportler sich nur für Sport interessieren und sonstiges Geschehen um sich herum ignorieren dürfen. Bei der Olympiade 1936 hat Deutschland der Welt ein gut geschminktes Gesicht gezeigt, viele haben mitgespielt oder die Augen verschlossen.

Die Geschichte von Alberta, Hannes und James war fesselnd zu lesen, einen richtigen Sog hat das Buch für mich aber erst im letzten Drittel entwickeln können.

Und dann geht am Ende plötzlich alles sehr schnell und schon ist die Geschichte dann auch wieder vorbei, da hatte ich dann schon fast das Gefühl, es geht zu schnell.

Insgesamt wieder ein tolles Buch, das für mich aber nicht ganz den Zauber seines Vorgängers erreicht hat.
Thema: Unter dem Südseemond - Regina Gärtner
Gronik

Antworten: 5
Hits: 429
22.04.2015 16:13 Forum: 19. und 20. Jahrhundert (1801 n. Chr. – 1945 n. Chr.)


Arietta,
ich bin immer froh, wenn ich deine Rezensionen erst sehe, wenn ich ein Buch selbst schon gelesen habe - du verrätst so viel vom Inhalt...
Thema: Die Sturmrose von Corina Bomann
Gronik

Antworten: 5
Hits: 258
RE: Die Sturmrose von Corina Bomann 14.04.2015 20:58 Forum: 19. und 20. Jahrhundert (1801 n. Chr. – 1945 n. Chr.)


Nach ihrer Scheidung zieht Annabel Hansen mit ihrer kleinen Tochter Leonie raus aus Hamburg nach Rügen. Dort hat sie ein wunderschönes Haus am Strand gemietet und will nach ihrer gescheiterten Ehe zur Ruhe kommen. Als Werbefachfrau kann sie überall arbeiten und den ersten Auftrag zieht sie schnell an Land, sie soll eine Marketingkampagne für ein Hotel in Sassnitz auf die Beine stellen. Nach ihrem ersten Termin mit dem Hotelbesitzer sieht sie zufällig im Hafen ein heruntergekommenes Schiff. Irgendetwas zieht sie geradezu magisch an und obwohl sie weiß, wie verrückt es ist, will sie die "Sturmrose" kaufen. Ihr schwebt vor, ein Kulturschiff aus ihr zu machen, doch sie muss schnell feststellen, dass ihre finanziellen Mittel nicht für den Kauf und die Reparatur des maroden Schiffes ausreichen werden. Doch es gibt einen weiteren Interessenten und die beiden werden sich einig.

Annabel findet in einem Versteck auf dem Schiff einen alten Brief, der belegt, dass die "Sturmrose" vor 30 Jahren Flüchtlinge aus der DDR über die Ostsee gebracht hat. Ihre Neugier ist geweckt, immerhin ist sie selbst auch im Osten geboren und ihre Mutter hat angeblich damals ebenfalls "rübergemacht" und sie als kleines Mädchen im Stich gelassen. Annabel wurde damals adoptiert und hat die Vergangenheit ruhen lassen, doch nun lässt sich der Gedanke an ihre leibliche Mutter nicht mehr unterdrücken. Sie fängt an, nachzuforschen, sowohl über die Geschichte des Schiffes und seiner Passagiere als auch über ihre eigene Herkunft.

Die Autorin greift hier ein spannendes und tragisches Kapitel deutsch-deutscher Geschichte auf.

Mich persönlich hat dies auch mehr interessiert als die romantischen und familiären Verwicklungen, die Annabel mit ihrem neuen Partner und ihrem Exmann nebenbei noch erlebt. Insbesondere auf den Ex hätte ich in der Handlung größtenteils verzichten können, mir kam es streckenweise so vor, als hätte eben noch ein "Bösewicht" in die Geschichte gehört und diese Rolle bekam nun mal er zugeteilt. Ich konnte es daher immer kaum erwarten, bis wir wieder einen neuen Teil aus der Vergangenheit präsentiert bekommen haben. Obwohl ich schon diverse Geschichten über Flucht aus der DDR gelesen habe, war noch keine dabei, die den Weg über die Ostsee beschrieben hat und so waren die Schicksale, die die "Sturmrose" miterlebt hat, für mich das Fesselndste an diesem Roman!
Thema: Egal wohin - Franziska Moll (ab 14)
Gronik

Antworten: 23
Hits: 757
RE: Egal wohin - Franziska Moll (ab 14) 30.03.2015 15:43 Forum: Kinder- und Jugendbücher


Egal wohin – das beschreibt Jo ziemlich gut. Die junge Frau wartet auf ihren 18. Geburtstag, nach dem sie endlich ihr Elternhaus verlassen und ihr eigenes Leben führen kann.
Gemeinsam mit dem namenlosen Koch der Gaststätte, in der sie arbeitet, will sie nach Kreta auswandern. Dafür spart sie alles Geld und scheut auch nicht davor zurück, unangenehme Gäste um deren Portemonnaies zu erleichtern.

Warum es sie so dringend von ihren Eltern und aus ihrem wohlhabenden Zuhause wegzieht, erfährt der Leser erst nach und nach. Relativ bald kommt heraus, dass Johanna einen Selbstmordversuch hinter sich hat, doch die Gründe bleiben noch ziemlich lange im Dunkeln.

Als Koch eines Tages nicht zur Arbeit kommt, denkt sie sich noch nichts, sie vertraut ihm. Doch hat sie sich vielleicht in ihm getäuscht? Zum Glück ist da noch Amar, der neue Küchenjunge. Obwohl Jo sich ihm gegenüber sehr abweisend verhält, lässt er nicht locker und ist für sie da.

Einerseits hat mir das Buch sehr gefallen, es hat sich unglaublich schnell gelesen und einen ziemlichen Sog entwickelt.

Andererseits mochte ich Johanna nicht sonderlich. Ihre Vorgeschichte und ihr Elternhaus erklären im Verlauf des Buches einiges, dennoch habe ich mich mit ihr sehr schwergetan. Nun muss ich eine Protagonistin nicht zwingend mögen, um ein Buch gut zu finden, aber ihr Verhalten und ihre ganze Art gingen mir ziemlich gegen den Strich. Die ganze Schuld den Eltern zuzuschieben, damit macht sie es sich meiner Meinung nach zu einfach.

Was mich auch gestört hat, waren die ständigen Wiederholungen. Zum einen werden immer wieder griechische Wörter eingeflochten, da Jo in Vorbereitung auf Kreta gerade die Sprache lernt. Da ich griechisch weder verstehen noch lesen kann, ging mir das irgendwann ziemlich auf die Nerven. Dann verbessert sie Amar ständig bei seinen Sätzen. Und zum dritten gibt es ziemlich häufig recht abgedroschene Kalender-Weisheiten, die mit „Koch sagt,…“ eingeflochten werden. Diese drei Stilmittel hätten für mich auch etwas weniger großzügig verwendet werden dürfen.

Insgesamt hat mir das Buch dennoch gefallen, es war eine interessante Geschichte, mal etwas anderes im Bereich Jugendbuch. Ich mag die einfühlsame Schreibweise der Autorin, die mir schon bei ihrem ersten Buch sehr positiv aufgefallen ist. Dementsprechend würde ich auch bei einem neuen Buch von ihr gerne wieder zugreifen!
Thema: Das Haus am Himmelsrand - Bettina Storks
Gronik

Antworten: 3
Hits: 238
26.03.2015 19:19 Forum: Belletristik


Elisabeth Tanner, genannt Lizzy, ist eigentlich eine glückliche Frau. Sie liebt ihre kleine Tochter Thea und ihren Lebensgefährten Tom. Ihre Familie lebt in Freiburg und ihnen gehört eine Uhren-Fabrik mit langjähriger Tradition. Um diese kümmert sich jedoch Lizzys Bruder Alexander, sie profitiert nur insofern vom Reichtum der Familie, dass immer Geld da ist, wenn sie welches benötigt, auch wenn sie eigentlich ein selbständiges Leben führt. Damit hat ihr Freund Tom so seine Probleme, er wäre lieber unabhängig von den Tanners und tut sich schwer damit, wenn Lizzy ihre Mutter oder ihren Großvater um Geld bittet, auch ist ihm die strenge Etikette in der Familie zuwider. Dennoch führen sie ein ziemlich glückliches und relativ sorgenfreies Leben.

Dies ändert sich, als der Großvater stirbt und auf seinem Sterbebett Lizzy bittet, das Landgut der Familie, den "Rosshimmel" aufzusuchen, dort Papiere aus seinem Schreibtisch zu holen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Lizzy hat keine Ahnung, worum es geht und in welches Wespennest sie da nun stechen wird. Die Familie zeigt sich absolut nicht begeistert, als Lizzy anfängt, in der Vergangenheit zu wühlen und eventuelle dunkle Familiengeheimnisse zum Vorschein zu bringen. Auch in Lizzys Privatleben verändert sich einiges und plötzlich steht sie ziemlich alleine da, ist aber dennoch fest entschlossen, die Suche fortzusetzen und den letzten Wunsch ihres Großvaters zu erfüllen.

Ich muss gestehen, ich hatte bei der Buchbeschreibung eine etwas andere Geschichte erwartet. Das titelgebende „Haus am Himmelsrand“ spielt eigentlich kaum eine Rolle, die Geschichte spielt hauptsächlich in Freiburg. Die Handlung braucht einige Zeit, bis sie in Schwung kommt und auch dann bleibt es eine Geschichte der ruhigen Töne. Dennoch empfand ich die angesprochenen Themen als äußerst interessant und gut umgesetzt. Die Zwickmühle, in der Lizzie steckt, ist sehr gut beschrieben. Der "Auftrag" ihres Großvaters und ihr eigenes Bedürfnis nach der Wahrheit gegen die Familie, den Ruf des Unternehmens und die finanzielle Sicherheit.

Mir hat das Buch sehr gefallen, die Fragen um Schuld und vor allem, ob man die Vergangenheit aufklären soll oder sie besser ruhen lässt, fand ich sehr spannend.
Thema: Historische Romane, wo die historische Figur im Zentrum steht - hat das bei Verlagen eine Chance?
Gronik

Antworten: 22
Hits: 1.062
03.03.2015 12:08 Forum: Autoren unter sich...


Ich habe gerade "Friederike. Prinzessin der Herzen" von Bettina Hennig gelesen, viel gelernt, mich aber auch sehr gut unterhalten gefühlt.

In der richtigen Kombination aus Wissensvermittlung und Unterhaltung lese ich sehr gerne Romane über historische Personen.
Thema: Anne Krüger: Allee der Kosmonauten
Gronik

Antworten: 24
Hits: 1.483
01.03.2015 15:11 Forum: Belletristik


Mathilda ist Ende 20 und lebt in Berlin. Die junge Frau hat ihr Studium vor Jahren abgebrochen und arbeitet seitdem als Supermarktkassiererin, aber ihr Job macht sie nicht glücklich. Auch ihr Privatleben ist eher trostlos. Ihr Freund trennt sich von ihr, sie klammert ihm zu sehr, er will nicht zusammenziehen und sich zu sehr binden.

Mathilda ist auf der Suche, doch wonach scheint sie selbst nicht so recht zu wissen. Immer wieder verliert sie sich in Tagträumen, schwärmt für die Raumfahrthelden der früheren Sowjetunion und wäre selbst gerne Kosmonautin geworden, was aber ein hoffnungsloser Tagtraum geblieben ist.

Ihre Freunde machen einen ähnlich desorientierten und planlosen Eindruck, bis auf ein befreundetes Pärchen, die bereits Eltern geworden sind und deren Leben immer bürgerlicher wird, wodurch sich eine immer größere Kluft zu Mathilda und den anderen auftut. Diese Veränderung in Cliquen in dem Alter fand ich gut dargestellt. Die ersten werden "sesshaft", gründen eigene Familien und man lebt sich teilweise auseinander. Die Freunde mit Kindern reden nur noch über Windeln, Babykrankheiten und ähnliches, die Singles sind noch auf der Suche, wollen weggehen und Spaß haben und irgendwie passt das alles nicht mehr zusammen.

Mathilda konnte ich leider überhaupt nichts abgewinnen, sie ist unzufrieden, hat aber keine Idee und anscheinend null Motivation, etwas in ihrem Leben zu ändern. Sie bewirbt sich völlig planlos auf andere Stellen und es ist reiner Zufall, dass sie etwas findet, was ihr mehr zusagt als die Arbeit im Supermarkt. Genauso ist es in ihrem Privatleben, erst passiert lange nichts, dann gibt es auf einmal eine große Wende.

Neben der eigentlichen Geschichte um Mathilda heute gibt es immer wieder Einschübe, in denen es um die Raumfahrt und Kosmonauten geht. Diese fand ich ziemlich verwirrend und habe sie irgendwann nur noch quergelesen.

Außerdem gibt es immer wieder Rückblenden in Mathildas Kindheit, diese fand ich ganz interessant, aber auch sie erklärten für mich nicht wirklich, wie Mathilda zu dem Menschen geworden ist, der sie heute ist.

Mir was das alles einerseits zu wenig, andererseits auch wieder zu viel, was parallel in die Geschichte eingeschoben wird, so z.B. noch der Laden der verlorenen Dinge, der in Mathildas Straße aufmacht und mit dessen Besitzer sie sich anfreundet oder die psychischen Probleme einer ihrer Freundinnen.

Viele gute Ideen, aber für mich nicht passend zusammengesetzt und so plätscherte die Geschichte vor sich hin und daher konnte mich das Buch leider weder fesseln noch begeistern.
Thema: 'Egal wohin' - Seiten 144 - Ende
Gronik

Antworten: 38
Hits: 649
RE: 'Egal wohin' - Seiten 144 - Ende 23.02.2015 10:09 Forum: 'Egal wohin' - Franziska Moll


Ich hab das Buch dann gestern noch direkt beendet.

Koch Karl war also doch kein übler Kerl. Er hat sich geopfert, damit Amar nicht als Illegaler aufgegriffen wurde.
Und das Geld hat er versteckt.

Die Eltern haben mit dem Porsche zum Geburtstag ja echt den Vogel abgeschossen. Ich hatte erwartet, dass sie ihr einen neuen Hund schenken, aber so ein Auto? Ganz toll. Hat wirklich was von freikaufen.

Einen Moment dachte ich wirklich, sie fährt jetzt mit Amar gegen eine Wand und macht Schluss mit allem.
Thema: 'Egal wohin' - Seiten 077 - 143
Gronik

Antworten: 47
Hits: 858
21.02.2015 15:26 Forum: 'Egal wohin' - Franziska Moll


Zitat:
Original von shaiara
Jo wird immer schlimmer, jetzt schickt sie ihrer Kollegin auch noch solch ein Video. Welche Menschen machen so etwas bitteschön?


Meinst du mit "welche Menschen" Jo oder Bambis Ex? Denn dessen Verhalten finde ich viel mehr daneben als das von Jo.
Sie zeigt Bambi auf drastische Art, dass der Typ sie jederzeit betrügen würde. Das ist nicht schön für Bambi, aber anstatt wütend auf Jo zu sein, sollte sie sich mal ernsthaft überlegen, ob sie diesen Kerl wieder zurück will.
Thema: 'Egal wohin' - Seiten 077 - 143
Gronik

Antworten: 47
Hits: 858
21.02.2015 15:23 Forum: 'Egal wohin' - Franziska Moll


Wo ist Koch nur abgeblieben?
Johanna hat noch nicht aufgegeben, wartet immer wieder, dass er wieder auftaucht.
Amar weiß sogar, wo er wohnt, aber auch dort ist er nicht.

Ist ihm was passiert? War er krank, brauchte er deswegen das Geld? Oder hat er es tatsächlich einfach genommen und ist damit abgehauen?

Mich stören die ganzen Wiederholungen. Die Griechisch-Sätze. Das ES. Die Koch-sagt-Kalendersprüche...

Ansonsten finde ich die Geschichte ganz spannend.
Jos ganze Familie ist total kaputt. Die Mutter kommt über den Verlust des Sohnes nicht hinweg. Sie sucht zwar immer wieder den Kontakt zur Tochter, aber so ungeschickt und wahrscheinlich ist da schon so viel vorgefallen, dass Jo immer abblockt.

Sie blockt aber ja sowieso jeden Menschen ab.

Der Vater hat seine Affäre, aber anscheinend gehen seine Gefühle für die andere auch nicht so weit, dass er den schönen Schein aufgibt und sich scheiden lässt.
Thema: 'Egal wohin' - Seiten 001 - 076
Gronik

Antworten: 40
Hits: 735
RE: 'Egal wohin' - Seiten 001 - 076 21.02.2015 13:08 Forum: 'Egal wohin' - Franziska Moll


Unter der Woche bin ich nicht dazugekommen, dafür werde ich das BUch jetzt sicher schnell beenden, es liest sich ja recht zügig.

Ich mag Johanna nicht. Sie hat es sicher nicht leicht bei ihren Eltern und dem Druck, der auf ihr lastet, eine perfekte Tochter zu sein.
Aber das rechtfertigt keinen Selbstmord. Ich gehe allerdings davon aus, dass da noch mehr gewesen ist, was sie zu diesem Schritt getrieben hat. Trotzdem, mir fällt es schwer, dafür Verständnis aufzubringen, gerade bei einem so jungen Menschen.

Und die Klauerei finde ich auch nicht toll.
Es gibt so ätzende Restaurantbesucher, ich hab auch mal gekellnert, die Spezialsauce finde ich sehr witzig Lachen , aber die Diebstähle gehen gar nicht.

Was ich von Koch halten soll, weiß ich nicht so recht. Er scheint mir nicht der Typ zu sein, der das gemeinsam zur Seite geschaffte Geld nimmt und damit allein abhaut. Dazu war er zu fürsorglich zu Johanna.
Aber dass er Amar (argh, ich hatte gerade ein Buch mit einem Arman) so schnell in so vieles einweiht, könnte bedeuten, dass er geplant hat wegzugehen?
Oder will er, dass sie zu dritt gehen?
Wie kommt er überhaupt dazu, einem jungen Mädchen, das gerade mal volljährig ist, zu versprechen, mit ihr nach Kreta auszuwandern und dort ein Restaurant am Strand aufzumachen?

Ob er seine eigene Küche sauberer halten würde oder findet er wirklich, eine Küche muss kleben? Mich schüttelt es da ja!!!

Diese ganzen Griechischen Worte helfen mir nicht wirklich, da ich es nicht lesen kann. Aber gut, sie will halt die Sprache lernen.
Thema: Testleserunde in Zusammenarbeit mit dem Loewe Verlag ab: 18. Februar 2015
Gronik

Antworten: 76
Hits: 3.659
12.02.2015 11:10 Forum: 'Egal wohin' - Franziska Moll


Dankeschön, ich freu mich sehr!
Thema: Lilly Lindner - Was fehlt, wenn ich verschwunden bin [ab 14 Jahre]
Gronik

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Lilly Lindner - Was fehlt, wenn ich verschwunden bin [ab 14 Jahre] 05.02.2015 14:27 Forum: Kinder- und Jugendbücher


Phoebes ältere Schwester April hat eine beste Freundin: Ana, kurz für Anorexie. Sie wird in eine Klinik eingeliefert, um ihre Krankheit zu behandeln. Phoebe darf sie nicht besuchen und so beginnt sie, ihr zu schreiben. Fast jeden Tag verfasst sie einen Brief an April, in dem sie aus ihrem Alltag erzählt, von der Familie, den Eltern, dem Hund, ihren Freunden und allem was sie erlebt und was sie bewegt. Man spürt, wie sie versucht, ihre Schwester festzuhalten, Anteil nehmen zu lassen. Doch Phoebe erhält keine Antwort.

Der erste Teil des Buches besteht ausschließlich aus Briefen von Phoebe an April. Lange habe ich gerätselt, wie alt Phoebe wohl ist, denn in ihren Briefen klingt eine große Weisheit mit, andererseits gibt es immer wieder Hinweise, dass sie gerade knapp 10 Jahre alt ist. Trotz ihres Schmerzes, dass die geliebte Schwester weg ist, klingt aus Phoebes Briefen aber auch immer eine starke Lebensfreude und unbändige Wissbegier. Insbesondere mit letzterem scheinen die Eltern oft überfordert, haben keine Antworten auf die zahlreichen Fragen ihrer kleinen Tochter. Schon gar nicht, wenn es um April geht. Jeder in der Familie kämpft für sich allein, es fehlt der Zusammenhalt.

Im zweiten Teil erfahren wir Leser dann einen weitere Teil der Geschichte aus Aprils Sicht. Hier wird die Kluft zwischen den Schwestern und ihren Eltern noch deutlicher. Teilweise war mir das aber auch zu einseitig, die Eltern werden sehr negativ dargestellt und beim Lesen war ich automatisch entsetzt und empört über ihr Verhalten. Im Nachhinein habe ich mich allerdings gefragt, ob sich das alles aus ihrer Sicht nicht ganz anders darstellt? Leider haben sie in diesem Buch keine eigene Stimme bekommen.

Am Ende lässt mich das Buch etwas zwiespältig zurück. Beim lesen hat es mich sehr berührt und mitgenommen, obwohl ich zum Glück keine persönlichen Erfahrungen mit Magersucht habe. Nachdem ich es einige Tage habe sacken lassen, stellten sich mir aber doch auch einige Fragen und manches ist für mich nicht unbedingt glaubwürdig, insbesondere, dass eine 9jährige eine derartige Ausdruckskraft besitzt.

Nichtsdestotrotz ein beeindruckendes Buch, vor allem, wenn man die persönliche Geschichte der Autorin kennt, die von sich selbst sagt, sie sei sowohl Phoebe als auch April!
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