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Autor Beitrag
Thema: alles so leicht - Meg Haston [ab 13 Jahren]
Nessi87

Antworten: 3
Hits: 100
31.08.2015 10:59 Forum: Kinder- und Jugendbücher


Meine Meinung:

Zunächst einmal muss ich den Roman in einem Wort zusammenfassen: Wow! Endlich mal wieder eine Geschichte, die mich von vorne bis hinten begeistern konnte und auch nicht mehr losgelassen hat. Entgegen dem Titel und dem malerischen Cover ist die Story alles andere als leicht. Die Autorin weiß, von was sie schreibt und deshalb geht der Leser mit den Chrarakteren durch alle Höhen und Tiefen – und von den Tiefen gibt es weiß Gott genug.

Wir bekommen diesen mitfühlenden Roman aus Sicht der Protagonistin Stevie erzählt. Schon auf der ersten Seite wird klar, dass sie ein riesiges Päckchen zu tragen hat. Es bedarf nicht vieler Worte, damit der Leser abgeholt wird. Man schlägt das Buch auf, fängt an zu lesen und ist schon mitten drin. Immer wieder wird die eigentliche Geschichte durch Flashbacks unterbrochen, um die Vergangenheiten von Stevie zu beleuchten. So setzt sich das Puzzle langsam zusammen und viele Dinge ergeben spätestens dann einen Sinn.

Stevie ist ein sehr komplexer Charakter. Viele Fassetten zeigen sich erst nach und nach, aber der Leser muss von Anfang an mit ihr mitfühlen. Sie ist nicht die typische Heldin und hat eigentlich so gar nichts heldenhaftes an sich und doch hat mich dieses Mädchen tief berührt. Die Autorin lässt die Protagonistin so real erscheinen, dass man ihr auch jedes Gefühl – jedes Lächeln, jeder Wutanfall und auch jede Träne – abnimmt. Sie ist durch und durch authentisch. Diese Symphatie für Stevie hat wohl auch dazu beigetragen, dass ich das Buch förmlich verschlungen und praktisch nicht aus der Hand gelegt habe. Die ganze Geschichte steuert auf diesen einen Punkt hin und der Leser ist wie hypnotisiert, kann sich dem Sog der Geschehnisse nicht entziehen.

Man merkt, dass sich die Autorin viel Mühe mit den Charakteren gegeben hat. Sie stellt nicht viele Personen in den Mittelpunkt, selbst die Nebencharaktere erscheinen zunächst nur im Hintergrund zu agieren, aber dann sind da immer wieder liebevolle Details, die sie lebendig machen und schlussendlich stehen auch sie im Mittelpunkt – ohne dass man es gemerkt hat. Für die Charakterzeichnung möchte ich deshalb ein großes Lob aussprechen. Wer kennt das nicht? Die Geschichte kann noch so gut sein, wenn sie keine authentischen Charaktere hat, ist sie doch keine gute Geschichte.

Ich denke, dass das Thema Bulemie den Kern der Zeit trifft. Es ist mutig, offen über dieses Thema zu schreiben. Dabei ist Haston nicht nur nüchtern und direkt, sondern auch einfühlsam vorgegangen. Sie beschönigt nichts. Alles wird direkt angesprochen und die Ehrlichkeit, die Stevie an den Tag legt, hat mich manchmal auf emotionaler Ebene doch sehr schlucken lassen. Auch das Thema Schuld spielt eine große Rolle in dieser Geschichte. Ich denke, dass hier jeder auf die ein oder andere Art angesprochen wird, denn wir alle haben uns sicher schon mal wegen etwas schuldig gefühlt.

Das Buch hat mich zum Denken angeregt und wird so schnell nicht wieder aus meinem Kopf verschwinden. Wir bekommen ein ernstes Thema offen und ehrlich präsentiert. Die Personen, die dabei im Mittelpunkt stehen, sind sowohl authentisch als auch stark – der eine mehr wie der andere. Ich kann Stevies Geschichte wirklich jedem ans Herz legen, der in das wahre Leben eintauchen und eine Achterbahnfahrt der Gefühle erleben möchte. Mehr Echtheit geht nicht.

Bewertung: 10/10 Eulen
Thema: Patrick Hertweck: Maggie und die Stadt der Diebe [11 - 13 Jahre]
Nessi87

Antworten: 1
Hits: 80
31.08.2015 10:58 Forum: Kinder- und Jugendbücher


Meine Meinung:

Ich muss sagen, dass ich über das Cover an das Buch gelangt bin. Das Einband ist einfach wundervoll gestaltet und man kann sich schon direkt vorstellen, wie die Protagonistin auf Diebeszug geht. An dieser Stelle möchte ich also das erste Lob verteilen, nun aber im Detail zu meinen Anmerkungen.

Die Geschichte von Maggie und ihren kleinen Dieben ist in der Er-Perspektive geschrieben, um auch alle Charaktere zu beleuchten. Da wir es mit einigen wichtigen und auch weniger wichtigen Personen zu tun haben, war dies wohl auch eine kluge wahl, weil man so als Leser den Eindruck vermittelt bekommt, überall dabei zu sein. Der Schreibstil des Autors ist locker, aber doch malerisch. Er legt sehr viel wert darauf, Atmosphäre zu schaffen und beschreibt uns so die Umgebung meist sehr genau. Ich muss gestehen, dass ich zu Beginn der Geschichte damit Probleme hatte, denn viele Beschreibungen waren mir zu genau bzw. einfach zu lang. Vielleicht ist es auch ein Markenzeichen des Autors, aber bei Aufzählungen wurden stets vier Dinge genannt, die mich dann irgendwie im Lesefluss gestört haben. Im Verlauf der Geschichte hat sich dies aber gegeben und danach konnte ich sie vollends genießen. Diesen Kritikpunkt wollte ich vorweg nehmen, da es sonst nichts an dem Buch auszusetzen gibt.

Die Protagonistin Maggie ist ein Charakter, der viel durchmachen musste und deswegen auch eine unglaubliche Stärke besitzt. Sie lässt sich niemals unterkriegen und macht so Mut, durchzuhalten. Ihre Vergangenheit liegt zunächst im Dunkeln und wird dann im weiteren Geschehen näher beleuchtet. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass eventuell noch ein paar Anekdoten zu iherer Zeit im Waisenheim in die Geschichte eingebunden gewesen wären, damit dieses Kapitel ihrer Vergangenheit nicht komplett wie ein schwarzer Fleck erscheint. Aber auch ohne diese Episode ihres Lebens ist Maggie authentisch, clever und ein wahrer Wirbelwind, den man gerne durch die Geschichte begleitet.

Der Autor hat sich besonders viel Mühe mit den Nebencharakteren gegeben, die er liebevoll gestaltet und ausgearbeitet hat. Da die Diebesbande schon aus 5 Leuten besteht, musste er ebenso viele Individuen zum Leben erwecken und das ist ihm vollends gelungen. Ich hatte zu jeder Zeit ein klares Bild jedes einzelnen im Kopf und hab sie als echt empfunden. Manche sind sogar zu Freunden geworden, vondenen ich gerne noch mehr gelesen hätte. Besonders gut haben mir auch die „Bösen“ gefallen. Sie hatten zwar alle ihre fiesen Seiten, aber gerade zum Schluss wurde dann bei manchen doch noch mal deutlich, dass auch sie nur Menschen sind, die Fehler machen oder sich haben manipulieren lassen.

Die Spannung baut sich von Anfang an auf und steigert sich ab der Mitte etwa sogar noch. Ich hab das Buch regelrecht verschlungen, weil man mit Maggie so mitgefiebert hat und einfach wissen wollte, wie es weitergeht und besonders, ob sie das findet, was sie während der ganzen Geschichte sucht: die Wahrheit über ihre Vergangenheit.

Eine schöne Geschichte über Freundschaft, Mut und Gerechtigkeit, die an einem lebhaften Setting erzählt wird und so lebendig wird. Maggie und ihre kleinen Diebe sind ein bunter Haufen, den man einfach gern haben muss. Von daher hätte ich nichts dagegen, wenn wir Leser noch eine Geschichte über sie in Händen halten dürften. Die Story ist an sich abgeschlossen, aber ein offenes Detail aus Toms Vergangenheit lässt mich hoffen, dass es doch noch einen Band geben wird.

Bewertung: 8/10 Eulen
Thema: Monday Club Das erste Opfer - Krystyna Kuhn [ab 14 Jahren]
Nessi87

Antworten: 1
Hits: 81
31.08.2015 10:56 Forum: Kinder- und Jugendbücher


Meine Meinung:

„Monday Club – Das erste Opfer“ ist der spannende Auftakt der Mädchen-Mystery-Thriller-Reihe rund um Faye, Luke, Josh und das kleine beschauliche Dörfchen Bluehaven – in dem nicht alles so beschaulich zu sein scheint, wie vermutet.

Nachdem ich schon viel Positives über Krystyna Kuhn gehört habe, selbst aber noch nichts von ihr habe lesen können, dachte ich, dass nun ein super Zeitpunkt wäre, um damit anzufangen. Schon das Cover hat mich total in seinen Bann gezogen. Die Farben sind toll gestaltet und man merkt auf den ersten Blick, dass das Bild einen Zwiespalt ausdrücken soll. Es regt die Fantasie an und bringt schon den ersten mysteriösen Eindruck mit.

Die Geschichte selbst ist – bis auf den Prolog – komplett aus Sicht der Protagonisten Faye geschrieben. Dabei ist die Perspektivenwahl super, denn Faye kämpft ganz oft mit sich selbst in Gedanken, bzw. ist ein Cahrakter, der viel und über alles nachdenkt. So ist der Leser direkt bei ihr und kann alles nachvollziehen, was sie beschäftigt – und Faye beschäftigt eine Menge. Dabei werden immer wieder Mystery-Elemente mit eingewoben, dass man selbst nach einer Weile nicht mehr weiß, was nun tatsächlich geschehen, was ein Traum ist und was Wahnvorstellungen sind. Die Protagonistin war mir von Anfang an symphatisch. Sie versucht stark zu sein und wächst sogar teilweise über sich hinaus. Es muss schlimm sein, wenn man von nahestehenden Person nichts zugetraut bekommt, doch sie lernt dazu und nutzt ihre Chancen, wann immer sie kann, um den Zwängen zu entfliehen.

Die Nebencharaktere sind zahlreich und mal mehr oder weniger ausgearbeitet. Selbst wenn sie nicht ausführlich beschrieben sind oder wir ihnen nicht so oft begegnen, ist doch jedes Mal ein klares Bild von ihnen entstanden. Das möchte ich positiv hervorheben. Bei der Vielzahl an Namen, Nachnamen und Zugehörigkeiten habe ich mir zu Beginn doch etwas schwer getan, was die einzige Minikritik ist, weswegen ich einen halben Stern abziehe. An sich habe ich kein Problem mit vielen Charakteren, aber sie waren von Anfang an direkt so präsent, dass ich doch öfter noch mal nachschlagen musste, um zu wissen, wo ich diese oder jene Personen nun zuordnen muss. Nach den ersten 50 Seiten hatte sich das dann aber gegeben und ich konnte die Geschichte vollends genießen, denn der Schreibstil der Autorin ist wahnsinnig flüssig und leicht verständlich.

Was mich gleich zu meinem nächsten Lob führt: die Spannung. Ich hab mich sofort in die Story hineinfallen lassen können und wollte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Autorin hat ein wahnsinnig gutes Gefühl für Atmosphäre und Stimmung. Ich hatte mehr als einmal Gänsehaut und würde am liebsten sofort Band zwei lesen. Dabei geht es mir noch nicht mal um die Mystery-/Thrillerelemente des Buchs, sondern einfach um die Stimmung, die zwischen Faye und Amy herrscht. Jeder, der eine beste Freundin/einen besten Freund hat, kann absolut verstehen, wie Faye sich fühlen muss. Das Gefühl zwischen den beiden ist einfach wahnsinnig stark und das kommt auch beim Leser an. Da ist es dann authentisch und nachvollziehbar, warum die Protagonistin alle Hebel in Bewegung setzt, um die Wahrheit herauszufinden.

Für mich ein gelungener erster Band, der definitiv Lust auf mehr macht. Ich hoffe wirklich, dass die Leser nicht allzu lange auf Band zwei warten müssen, denn obwohl einige offene Fragen doch noch geklärt wurden, bleibt das große Geheimnis – was hinter dem Monday Club tatsächlich steckt – weiterhin offen.

Bewertung: 9/10 Eulen
Thema: Die Seiten der Welt von Kai Meyer - Rezensionsexemplar
Nessi87

Antworten: 29
Hits: 1.050
31.08.2015 10:53 Forum: Wanderbücher


Oh hier wäre ich furchtbar gerne noch dabei :D
Thema: Kaninchenherz - Annette Wieners - Rezensionsexemplar
Nessi87

Antworten: 2
Hits: 58
31.08.2015 10:50 Forum: Wanderbücher


Das Buch würde ich sehr gerne lesen :)
Thema: Die Buchspringer - Mechthild Gläser - Rezensionsexemplar
Nessi87

Antworten: 119
Hits: 2.527
31.08.2015 10:48 Forum: Wanderbücher


Darf ich noch mitmachen? :)
Thema: Paula Hawkins - Girl on the Train
Nessi87

Antworten: 23
Hits: 381
31.08.2015 10:48 Forum: Wanderbücher


Darf ich noch mitmachen? :)
Thema: Testleserunde in Zusammenarbeit mit dem Limes Verlag ab: 05 Oktober 2015
Nessi87

Antworten: 20
Hits: 1.179
31.08.2015 10:44 Forum: Vorschläge für das gemeinsame Lesen!


Hier wäre ich sehr gerne dabei :)
Thema: Testleserunde in Zusammenarbeit mit dem Goldmann Verlag ab: 25 September 2015
Nessi87

Antworten: 28
Hits: 1.219
31.08.2015 10:42 Forum: Vorschläge für das gemeinsame Lesen!


Hier wäre ich sehr gerne dabei :)
Thema: Testleserunde in Zusammenarbeit mit dem Bastei Lübbe Verlag ab: 12. September 2015
Nessi87

Antworten: 73
Hits: 3.428
31.08.2015 10:38 Forum: 'Der Palast der Meere' - Rebecca Gablé


Ich wäre auch gerne dabei :)

EDIT: Ach nein, hab überlesen, dass es der fünfte Band einer Reihe ist. Sorry ^^
Thema: Die Frau des Täuferkönigs - Michael Wilcke
Nessi87

Antworten: 2
Hits: 397
11.12.2013 19:02 Forum: Beginnende Neuzeit (1451 n. Chr. – 1600 n. Chr.)


Meine Meinung:

Ein Ausflug ins mittelalterliche Münster, der ein paar unterhaltsame Stunden beschert.

Wir bekomen diesen historischen Roman aus Sicht des Protagonisten Emanuel erzählt. Er berichtet von seinen Ereignis in einer Art Chronik, also im Rückblick. Somit wird dem Leser schon auf den ersten Seiten klar, dass es eine Art des Happy End geben muss, da er ja schlecht aus dem Jenseits berichten kann Augenzwinkern Der Schreibstil ist so locker und dennoch der Epoche in der Wortwahl angepasst, dass die Seiten nur so dahinfliegen.

Die Charakterzeichnungen haben mir überaus gut gefallen. Schon auf den ersten Seiten werden die Protagonisten lebendig. Gerade weil sie so unperfekt sind, erscheinen sie umso glaubhafter. Dabei haben alle eine Prise Humor abbekommen, die der Geschichte guttut. Die vier Protagonisten machen – jeder für sich – eine Wandlung durch. Egal ob Emanuel, der für seine Tochter Verantwortung übernehmen muss, Jasmin, die sich über ihre Gefühle klar werden muss, oder Cort, der seine Motive komplett überdenkt – jeder geht für sich einen Weg, der klar zu erkennen ist. Die Anpassungsfähigkeit der Charaktere macht Spaß und lässt die Geschichte in einem noch glaubhafteren Licht erscheinen.

Auch die Nebencharaktere wurden liebevoll ausgestaltet und waren in sich authentisch. Der Autor schafft es, ohne Stereotypen auszukommen, was bei mir durchaus positiv angekommen ist. Gerade weil sich die Charaktere teilweise untypisch für ihre eigentliche Rolle verhalten, kommt so ein bisschen Würze ins doch eher triste Geschehen der (scheinbar) biederen Wiedertäufer.

Das mittelalterliche Setting von Münster ist malerisch beschrieben. Erst hinterher ist mir aufgefallen, dass der Autor hier gar keine großen Worte gebraucht hat, mir aber trotzdem eine komplette Stadt in den Kopf gezaubert hat. Diese unterschwelligen Beschreibungen gefallen mir gut, weil sie den lockeren Schreibstil nicht durch seitenlange Ausführungen behindern, sondern sich fließend in die Geschichte einfügen. Ich habe mich wirklich in eine andere Epoche versetzt gefühlt.

Leider habe ich auch einen Kritikpunkt zu vergeben: die Spannungskurve bzw. der Plot an sich. Eigentlich sehr erfreulich für die Charaktere, leider aber eher unspannend für die Leser sind die Handlungen, die für meinen Geschmack zu perfekt ablaufen. Bis auf eine Situation läuft alles wie geschmiert, was bei mir keine rechte Spannung aufkommen lässt. Es muss ja nicht unbedingt jemand sterben, aber ein paar kniffligere Situationen wären durchaus drin gewesen. Die letzten 20 Seiten werden dann auch praktisch im Galopp abgefertigt, sodass ich schon dachte: Na hier möchte aber jemand fertig werden.

Insgesamt ein durchschnittlicher, historischer Roman, der für ein paar entspannte Stunden Lesestunden sorgt und einen in das mittelalterliche Münster entführt. Der Aspekt Religion kommt immer wieder zur Sprache, also sollte man die Thematik mögen oder sie sollte einem zumindest nichts ausmachen.

Bewertung: 8 Punkte
Thema: Charlotte Inden - Anna und Anna
Nessi87

Antworten: 0
Hits: 200
Charlotte Inden - Anna und Anna 16.10.2013 22:16 Forum: Belletristik


Klappentext:

Anna und Jan verbindet eine tiefe Freundschaft. Doch dann verliebt sich Anna in Jan, und der zieht auch noch ganz weit weg. Zum Glück gibt es Großmutter Anna, die nicht nur genauso heißt, sondern auch genau weiß, wie es sich anfühlt, wenn einem plötzlich etwas fehlt. Als endlich der ersehnte Brief von Jan eintrifft, ist Oma Anna die Erste, die davon erfährt. Und Enkelin Anna ist die Einzige, mit der ihre Großmutter über Henri spricht, den mysteriösen Unbekannten, dem sie die ganze Zeit Briefe schreibt, die sie aber nie abschickt. Kann es Zufall sein, dass Jan und Henri beide in Amsterdam wohnen?

Meine Meinung:

Was für ein wundervoller, herzerwärmender Roman!

Wir bekommen diese außergewöhnliche Geschichte in Briefform bzw. aus Sicht von Oma Anna erzählt. Dabei finden rege Briefwechsel zwischen Oma Anna und Enkelin Anna sowie anderen Personen des Romans statt. Durch diese besondere Erzählweise und den flüssigen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin und man kann sich für ein paar Stunden regelrecht fallen lassen.

Weil die Briefe immer aus Sicht des Schreibenden geschildert werden, bekommt der Leser von beide Protagonistinnen einen ziemlich direkten Eindruck und kann ihre Gefühle bestens nachvollziehen. Da manche Briefe ihren Absender nie erreichen werden, sie aber dennoch abgedruckt sind, wird so auch alles ungesangte doch noch gesagt (eine Art Hintergrundwissen für den Leser, clever gelöst von der Autorin).

Obwohl wir keine gewöhnliche Geschichte erzählt bekommen, kann man sich die Charaktere sofort bildlich vorstellen. Die wenigen Informationen, die dafür nötig sind, hat die Autorin ganz nebenbei in die Briefe einfließen lassen, sodass man es erst gar nicht merkt, dass hier Beschreibungen stattfinden. Da der Briefroman über mehrere Jahre hinweg fortgesetzt wird, kann man die Entwicklung der Charaktere nachvollziehen. Auch die Sprache der jeweiligen Briefeschreiber sind angemessen und klar zu unterscheiden. So bedient sich Oma Anna natürlich einer anderen Sprache als Enkelin Anna. Auch das Größerwerden schlägt sich in der Sprache nieder, hier also ein großes Kompliment.

Für mich allerdings der größte Pluspunkt geht an das Gefühl bzw. die Grundstimmung, die einem vermittelt wird. Schon nach den ersten Briefen war mir klar, dass ich bestimmt das ein oder andere Tränchen verdrücken müsste, weil ich sofort von Anna und Anna eingenommen wurde. Wut, Schmerz, Verliebtheit, Fröhlichkeit und Trauer schwappen sofort auf den Leser über und lassen einen hautnah mitfiebern.

Eine sehr berührende und emotionale Geschichte, die den jetzt nahenden Herbst ein bisschen erhellt.

Bewertung: 10 Eulenpunkte
Thema: Fünf - von Ursula Poznanski
Nessi87

Antworten: 57
Hits: 7.551
16.10.2013 21:58 Forum: Krimis/Thriller


Nachdem ich von “Saeculum” sehr enttäuscht war, habe ich mich doch noch an dieses Buch herangetraut und kam dieses Mal voll auf meine Kosten.

Wir bekommen diesen spannenden Thriller aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen können wir die Ermittlungen der Polizei direkt mitverfolgen, zum anderen haben wir auch einen Blick auf den Mörder und die Opfer. Die Wechsel erfolgen zwar nur sporadisch, schüren aber die Spannung an, was ich als positiv empfunden habe. Der flüssige Schreibstil hat das Buch zu einem echten Pageturner gemacht. Auch die Fachbegriffe im Zusammenhang mit dem Geocaching werden dem Leser erläutert, sodass man sich hier nicht lange aufhalten muss und der Lesefluss nicht gestört wird.

Die Protagonistin Bea und ihr Kollege Florin haben mir sehr gut gefallen. Gerade Bea hat ihr Päckchen zu tragen und wir dadurch greifbar und authentisch. Durch den persönlichen Bezug zu dem Fall, ist sie hier besonders ivolviert und wir bekommen eine Menge an Details ihres Privatlebens offenbart. Die liebevoll ausgearbeiteten Nebencharaktere machen das Buch zu etwas ganz besonderem, weil man sich wirkich in die Geschichte hineinfallen lassen kann. Man hat das Gefühl es mit Menschen aus dem alltäglichen Leben zu tun zu haben.

Die Spannung baut sich von der ersten Seite an kontinuierlich auf und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los. Gerade das packende Finale hat es in sich. Ich persönlich kam bis zum Schluss nicht dahinter, wer der Mörder ist. Genauso sollte es in einem spannenden Thriller sein: verworrene Hintergründe, die sich nur langsam aufdecken, ein Mörder, der gerne Spielchen spielt und ein geplanter Ablauf, der keine Lücken aufweist.

Das Thema rund um das Geocaching hat mir auch sehr gut gefallen. Die Idee ist individuell und neu. Ich als blutige Anfängerin bzw. jemand der keine Ahnung vom Geocaching hat, habe einen guten Einblick in das Thema bekommen. Wie realistisch das ganze für Leute ist, die mit dem Thema Geocaching zu tun haben, kann ich nicht sagen, aber für mich war die Geschichte rund.

Ein spannender Thriller, mit interessanten Charakteren, packenden Wendungen und einer Hintergrundstory, die neugierig macht – eine absolute Leseempfehlung.

9 Eulenpunkte
Thema: Lockwood & Co.: Die seufzende Wendeltreppe - Jonathan Stroud (ab 12)
Nessi87

Antworten: 9
Hits: 973
16.10.2013 21:45 Forum: Kinder- und Jugendbücher


Idee: Die Idee ist individuell und neu. Wir haben es hier quasi mit einem jungen, frischen Team von Ghost Busters zu tun. Allerdings kommen hier keine technisch entwickelten Geräte zum Einsatz, sondern viel mehr Degen mit Silberspitze, Eisen und jede Menge Salz. Wir bewegen uns also in den gängigen Klischees zur Geisterbekämpfung.

Auch der Ansatz mit der Epidemi von Geisterheimsuchungen konnte mich überzeugen. Man kann schon fast von einer Dystopie sprechen, denn die Leute mussten sich diesen veränderten Umständen anpassen. Diese Aufrüstung gegen die Geister und das Übersinnliche hat schon einen bitteren Beigeschmack, denn das Sterben an der Geistersieche (durch Berührung eines Geistes) ist zur täglichen Gefahr geworden. Ich vergebe 5 Punkte, weil mich die Idee mit den Geistern überzeugt, aber generell viel über Übersinnliche Wesen geschrieben wird.

Plot: Die Handlung nimmt von Anfang an Fahrt auf und lässt den Leser bis zum Schluss nicht mehr los. Zunächst werden wir direkt ins Geschehen hineingeworfen und bekommen einen Einblick in den Alltag der Geisterjäger. Später bekommen wir durch Rückblenden auch die Vergangenheit von Lucy näher gebracht und können sie dadurch besser verstehen.

Das Buch ist allgemein sehr spannend und lässt den Leser kaum zum Luftholen kommen, weil die Dinge Schlag auf Schlag passieren. Ebenso gibt es einige unvorhergesehene Wendungen, die noch zusätzlich für eine spannende Atmosphäre sorgen.

Auch das Ende war nicht voraussehbar, was ich besonders positiv wahrgenommen habe. Viel zu oft ist schon ab der Hälfte klar auf was es hinausläuft.

Volle Punktzahl weil die Geschichte einfach spannend, wendig und geheimnisvoll ist.

Schreibstil: Da der Schreibstil einer der Argumente für das Buch war, wurde ich auch hier nicht enttäuscht. Herr Stroud schreibt wie gewohnt locker und verständlich. Durch die individuelle Sprache seiner Charaktere haucht er ihnen dadurch Leben ein. Während Lucy z.B. sehr direkt spricht, hat Lockwood etwas Erhabenes, Aristokratisches an sich und erscheint mit seinen Wortwahl immer wie ein Gentleman. Manchmal musste ich bei seinen Dialogen auch an Sherlock Holmes denken, was mich mehr als ein Mal schmunzeln lies.

Da ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe, kann man den Schreibstil nur als flüssig und spannend herausheben und deswegen die volle Punktzahl vergeben.

Charaktere: Die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander haben mir wohl am meisten Spaß gemacht. Lucy und George verbindet eine Art Hassliebe, die die beiden immer wieder zu hitzigen Diskussionen und Sticheleien anregt. Lockwood steht dann meistens als Schlichter zwischen ihnen, teilweise hat er mich an eine Vaterfigur erinnert, obwohl er im gleichen Alter wie Lucy und George ist.

Da wird die Geschichte aus Sicht von Lucy erzählt bekommen, erfahren wir über sie auch am meisten. Dies macht schon die Rückblende mit ihrer Vorgeschichte deutlich. Sie hat einiges an Temperament und scheint eine spezielle Gabe zu besitzen. Sie kann die Geister hören und fühlen, während Lockwood und George eher auf das Sehen spezialisiert sind.

Am besten hat mir Lockwood gefallen, weil er noch ein bisschen im Dunkeln steht. Wir erfahren so gut wie nichts über seine Vergangenheit und auch sein Wesen ist eher geheimnisvoll. Der Vergleich zu Sherlock Holmes ist wohl angebracht, weil er die Dinge sehr genau beobachtet und kombiniert. Man könnte ihn nicht nur als Gesiterjäger, sondern auch als Detektiv bezeichnen.

Die Charaktere erwachen durch ihren individuellen Sprachstil zum Leben und waren somit glaubwürdig. Deswegen vergebe ich hier gerne die volle Punktzahl.

Hintergrund: Man hat gemerkt, dass der Autor sich in England wohl fühlt. Durch die Nennung der Straßennamen und die liebevolle Beschreibung der Umgebung, habe ich mich tatsächlich in ein düsteres London versetzt gefühlt. Gerade die Einsatzorte weisen viel Schauriges auf. Durch dezente Erwähnungen, werden die Szenarien zum Leben erweckt und der Leser hat das Gefühl, hautnah mit dabei zu sein. Volle Punktzahl für diesen tollen Effekt.

Fazit: Für alle Fantasy-Geister-Fans ein absolutes Muss. Ich persönlich kann es schon jetzt kaum erwarten, bis der zweite Band endlich herauskommt. Mich konnte das Setting in London, die unheimliche Atmosphäre, die einprägsamen Charaktere und vor allem die nicht abflachende Spannung absolut überzeugen. Daumen steil nach oben für dieses schaurige Jugendbuch.

10 Eulenpunkte
Thema: Mord auf Französisch – Laurent Bach
Nessi87

Antworten: 4
Hits: 496
07.09.2013 20:18 Forum: Krimis/Thriller


“Mord auf Französisch” ist Claude Bonquillons erster Kriminalfall im beschaulichen Anduze, Südfrankreich.

Der Privatdetektiv Claude hat mir überaus gut gefallen. Er war sympathisch, authentisch und dabei auch noch humorvoll. Wie ich nun erst im Nachgang herausgefunden habe, handelt es sich beim Verlag Bruno Gemünder um einen Verlag der überwiegend Gay-Romane veröffentlicht. So ist auch der Protagonist homosexuell und muss sich deswegen, neben seinen Ermittlungen, mit allerlei Liebeschaos herumschlagen. Dabei sind seine Gedankengänge klar herausgearbeitet und nachvollziehbar.

Die Geschichte wird uns aus der Er-Perspektive erzählt. Da die Perspektive immer wieder zwischen dem Protagonisten und der örtlichen Polizei wechselt, trägt diese dazu bei, dass die Spannung noch weiter steigt. Die Wechsel erfolgen in relativ schneller Abfolge, sodass nicht nur die Akteure, sondern auch die Lokalitäten sich immer wieder ablösen.

Mich hat der Roman von der ersten Seite an gefesselt und deshalb habe ich ihn in einem Rutsch zu Ende gelesen. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf und gerade das Ende hat es dann noch mal in sich. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn ich noch mehr Fälle des smarten Detektiven lesen dürfte.

Auch die anderen Charaktere bzw. Nebencharaktere konnten mich überzeugen, weil sie individuell sind und doch den typischen “Krimitypen” entsprechen. So haben wir den guten und den bösen Bullen, den Liebhaber, die eifersüchtige Ehefrau, den beschützenden Bruder usw. Jeder spielt seine Rolle und doch sind ihre Motive und Absichten bis zum Ende (teilweise) nicht zu durchschauen.

Ich persönlich lese sehr gerne Gay-Romane und kann diesen jedem empfehlen, der auf eine winzige Prise Erotik und spannende Emittlungen steht.

9 Eulenpunkte
Thema: Das Maikäfermädchen von Gina Mayer
Nessi87

Antworten: 19
Hits: 1.661
02.09.2013 21:51 Forum: Zeitgenössisches


Die berührende, vielschichtige und erschreckend realistische Geschichte zweier Frauen im Nachkriegsdeutschland – eine klare Leseempfehlung für alle, die damit umgehen können.

“Das Maikäfermädchen” war das erste Buch von Gina Mayer, das ich gelesen habe. Ich bin vom Schreibstil der Autorin mehr als begeistert, weil sie es versteht, durch kurze und klare Sätze zu bestechen. Auch die Recherche-Arbeit ist garantiert nicht zu unterschätzen. Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich mich tatsächlich nach Düsseldorf im Jahr 1945 versetzt gefühlt. Die Kulissen und besonders die Stimmung haben mich sofort ergriffen und das Szenario mehr als realistisch erscheinen lassen.

Wir bekommen diese dramatische Geschichte aus der Er-Perspektive erzählt, weil die Protagonisten bzw. deren Sichtweise sich immer mal wieder ändert. Mit Käthe und Lilo als Hauptcharaktere haben wir zwar zwei vollkommen verschiedene Schicksale vor Augen, aber dennoch kreuzen sich ihre Wege. Schon alleine um einen gewissen Abstand zu dieser grausamen Zeit zu bekommen, war die Wahl der Erzählperspektive nötig.

Insgesamt haben mich die Charaktere angesprochen. Ich habe ihnen ihre persönlichen Geschichten abgenommen und konnte ihre Motive und Beweggründe nachvollziehen. Egal ob sie nur einen kleinen Auftritt hatten oder ein Hauptcharakter waren: Frau Mayer hat ihnen das nötige Leben eingehaucht. Auch haben wir es hier mit absoluten Individualisten zu tun und nicht mit den üblichen Stereotypen, sodass ich sie gerne auf ihrem (schweren) Weg begleitet habe.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt geht an den Aufbau des Buches bzw. an den Spannungsverlauf. Die Geschichte wird nicht nur linear erzählt, sondern immer wieder von Rückblenden unterbrochen. Eigentlich bin ich ein Fan solcher Rückblenden, aber in diesem Buch war mir das dann doch ein bisschen zu viel. Manchmal haben wurden wir 14 Jahre zurückversetzt, dann wieder nur ein paar Monate. Jedes Mal musste man sich wieder neu zurechtfinden, wo man denn nun gerade zeitlich war. Für mich hat das den Lesefluss ein bisschen zu oft unterbrochen.

Wer mit dem Thema “Abtreibung” nur schwer umgehen kann, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Mehr als ein Mal bekommen wir sehr realistisch vor Augen geführt, wie ein solcher Schwangerschaftsabbruch von statten geht und was im Anschluss mit der Psyche der Frauen, Angehörigen und Protagonistinnen selbst geschieht.

Abschließend kann ich sagen, dass mich das Schicksal von Käthe und Lilo wirklich berührt und mir die Geschichte ein paar nachdenkliche Lesestunden beschert hat. Ich werde ganz sicher noch mehr Bücher der Autorin lesen.

8 Eulenpunkte
Thema: E. M. Ross - Desperate Angels (Band 1)
Nessi87

Antworten: 3
Hits: 532
30.08.2013 22:54 Forum: Krimis/Thriller


“Desperate Angels” ist der erste Band der Angels-Quadrologie rund um den außergewöhnlichen Charakter Nathaniel Caim.

Die Erzählperspektive ist mal etwas anderes. Teilweise bekommen wir die Geschichte aus der Er-Perspektive erzählt und dann wieder aus der Ich-Perspektive, wenn der Leser einen direkten Einblick in Nates Gefühlswelt bekommen soll. Am Anfang war ich ein wenig verwirrt, weil wir eine ganze Weile nur die dritte Person beschrieben bekomme und es dann plötzlich wechselt, aber später habe ich den Sinn dahinter doch noch durchblickt.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, was mich das Buch fast in einem Zug hat lesen lassen. Ross versteht es durch kurze Sätze eine enorme Spannung aufzubauen. Genauso werden Beschreibungen mit der Handlung verknüpft, was ich sehr positiv empfunden habe.

Die Autorin schafft es, außergewöhnliche Charaktere zu konstruieren. Gerade Nate als Psychologe ist für den Leser sehr interessant. Während er die Fälle des FBIs von einer anderen Seite aufrollt, analysiert er doch immer wieder seine Gegenüber. Seine Gedanken sind erfrischend und seine innere Stärke hat mich sehr beeindruckt. So mancher wäre daran zerbrochen, was Nate alles in diesem ersten Band erleiden muss.

Auch die Nebencharaktere sind glaubhaft, weil sie aus dem täglichen Leben gegriffen sind. So nimmt man dem eingebildeten Chef seine Rolle genauso ab wie dem irren Sektenführer. Wenn ich mir Charaktere bildlich vorstellen kann, hat der Autor alles richtig gemacht.

Mein einziger Mini-Kritikpunkt geht ausnahmweise mal an den Klappentext bzw. die damit verbundene Spannung. Für meinen Geschmack wurde hier zu viel verraten, weswegen ich ihn für euch auch gekürzt habe. Wenn ich mir als Leser die ersten 70 Seiten quasi schenken kann, weil der Klappentext schon alles zusammenfasst, ist das wirklich schade (gerade wenn das Buch nur 300 Seiten insgesamt hat). Ansonsten ist der Handlungsaufbau und die Spannungskurve absolut gelungen. Das Buch ist ein echter Pageturner und hat mich nicht mehr losgelassen.

Das Mystery-Element setzt erst ziemlich spät ein, was dem Buch aber keinen Abbruch tut. Zum Schluss bekommen wir dann die geballte Ladung, die letztendlich auch Vorfreude auf den zweiten Band macht. Wie der Titel schon sagt, geht es um Engel. Mehr möchte ich aber nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Für mich eine klare Leseempfehlung.

9 Eulenpunkte
Thema: Fire after Dark - Dunkle Sehnsucht - Sadie Matthews
Nessi87

Antworten: 5
Hits: 1.663
25.08.2013 16:08 Forum: Romance: Liebesromane/Erotik/ChickLit


“Dunkle Sehnsucht” ist der erste Band der Erotik-Reihe “Fire after Dark”, die sich um die Protagonisten Beth und Dominic dreht. Wir werden hier in eine düstere, sinnliche und aufregende Welt à la “Shades of Grey” entführt.

Diese erotische Story wird aus Sicht von Beth erzählt. Damit wir ihre Gedanken und Gefühle besser verstehen, hat der Autor hier die Ich-Perspektive gewählt, worüber ich sehr froh bin, denn die Protagonistin macht eine starke Wandlung durch. Da sie alleine nach London gereist ist, finden sehr viele Monologe statt, sodass der Leser auf die Perspektive regelrecht angewiesen ist.

Der Schreibstil ist sehr flüssig. Ich habe das Buch fast in einem Rutsch gelesen, weil die unkomplizierte Wortwahl die Seiten nur so dahin fliegen lässt. Ich würde sagen, dass der Schreibstil dem Thema angemessen ist und die Erwartungen an einen kurzweiligen Erotikroman erfüllt.

Die Protagonistin Beth ist das typische naive Mädchen, was noch in keinster Weise mit BDSM in Berührung gekommen ist. Sie erfüllt alle Klischees, die der Leser erwartet. Von “oh Gott ist das pervers” bishin zu “ich hab noch nie einen Vibrator” gesehen, ist wirklich alles dabei. Auch wenn sie “erst” 22 ist, hätte sie ruhig ein bisschen weltoffener sein können. Ihre Art hat mich am Anfang fast genervt, aber zum Glück hat sie sich dann weiterentwickelt. Auch wenn ich ihr die schnelle Wandlung nicht immer abgenommen habe. Immerhin vergehen nur etwas mehr als 3 Wochen seit Beginn des Romans.

Dominic erinnert einen stark an Mr Grey. Auch er trägt einen inneren Konflikt aus, ist mega reich und gutaussehend (wie sollte es auch anders sein). Generell hatte ich oft das Gefühl, dass die beiden Protagonisten zu sehr Christian und Ana nachempfunden sind bzw. Ähnlichkeiten aufweisen. Dennoch konnten sie mich in ihren Interaktionen und dem ein oder anderen spritzigen Dialog überzeugen.

Die Erotik bzw. das Thema BDSM wird erst ab der zweiten Hälfte so richtig behandelt. Davor erfährt der Leser erst eine Menge über das Seelenleben von Beth. Ab der Mitte kann man dann aber sagen, dass die Handlung ein wenig zurücksteht und es mehr oder weniger nur noch um das eine geht. Insgesamt genug erotische Szenen für einen Erotikroman, wenn auch vielleicht nicht so ganz optimal verteilt.

Die Spannung setzt relativ spät ein und lässt den Leser mehr oder weniger mit einem offenen Ende zurück, was natürlich dazu anregen soll, den zweiten Band zu lesen (was ich auch tun werde). Wie auch bei anderen Erotikromanen wird die Spannung durch ein ewiges Hin und Her aufgebaut, dazu kommen die inneren Konflikte der Protagonisten.

Für mich keine neue Storyline und Charaktere, die es so bereits schon gab. Trotzdem war das Buch schnell weggelesen und man möchte wissen, wie es mit Beth und Dominic weitergeht. Wem Shades of Grey nicht gefallen hat oder wer einen doch sehr ähnlichen Roman nicht lesen möchte, sollte hier die Finger davon lassen.

7 Eulenpunkte
Thema: Lost Land: Die erste Nacht - Jonathan Maberry (ab 13 J.)
Nessi87

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21.08.2013 21:17 Forum: Kinder- und Jugendbücher


“Die Erste Nacht” ist der erste Band rund um die Imura-Brüder der Serie “Lost Land”.

Wir bekommen diese postapocalyptische Geschichte aus der Er-Perspektive erzählt. Abwechselnd nehmen wir die Sicht von Benny und Tom wahr. Die Wahl der Perspektive ist angebracht, weil zwischen den Charakteren gewechselt wird.

Die beiden Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein: Schon alleine das Alter macht diese Unterschiede deutlich, denn zwischen den beiden liegen mehr als 10 Jahre. Während Tom schon erwachsen ist und sich auch so verhält, steckt Benny noch mitten in der Pubertät. Er ist nach der “Ersten Nacht” groß geworden und kennt somit keine Welt vor der Zombie-Apokalypse. Dadurch hat er eine ganz andere Sicht auf die Dinge als sein großer Bruder. Für ihn ist es normal, jeden Tag ums Überleben zu kämpfen. Während Tom die Gefahren der Zombies kennt, ist Benny ganz wild darauf selber gegen welche zu kämpfen.

Einen dicken Pluspunkt vergebe ich an die Atmosphäre und das Setting. Ich konnte mich sehr gut in die Menschen der improvisierten Stadt hineinversetzen. Ich konnte die Ödnis quasi vor meinem Auge sehen, den Stacheldrahtzaun, der die Zombies von einem Angriff zurückhält und die überwucherten Gegenden, die außerhalb der sicheren Zonen liegen. Die Angst und Zweifel der Menschen waren greifbar, ebenso wie gefährliche Stimmung außerhalb des Zauns.

Allerdings gibt es auch etwas zu mecker: die Spannungskurve. Leider hat die Spannung für mich viel zu spät eingesetzt. Teilweise hatte ich schon überlegt, abzubrechen, weil in der ersten Hälfte nicht wirklich viel passiert. Vielmehr wird auf die Vergangenheit der Brüder eingegangen, sowie die Stadt, Umgebung und deren Bewohner beschrieben. Die zweite Hälfte war dann aber super spannend, weswegen ich mich schon sehr auf den zweiten Band freue. Man könnte die erste Hälfte auch als “Vorgeschichte” betrachten, denn danach geht es richtig los.

Für mich ein gelungener erster Band einer Zombie-Endzeit-Geschichte, in der es die Menschen endlich mal geschafft haben, sich mit der Situation zu arrangieren. Hier sind es nicht nur die Untoten, die den Überlebenden das Dasein erschweren … auch Menschen können grausam sein.
Thema: Das Gewicht des Himmels - Tracy Guzeman
Nessi87

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21.08.2013 20:30 Forum: Belletristik


Als großer Kate Morton Fan liebe ich Geschichten rund um Familiengeheimnisse und ich muss sagen, dass ich von dem Debüt der Autorin alles andere als enttäuscht bin.

Wir bekommen diesen gefühlvollen Roman aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen ist da Alice’ Sichtweise der Dinge. Mit ihr unternehmen wir so manchen Ausflug in die Vergangenheit, um das Geschehene noch besser verstehen zu können. Die Rückblenden sind dabei so geschickt angebracht, dass sich das Puzzle Stück für Stück zusammensetzt und so noch zusätzliche Spannung aufkommen lässt.
Die andere Seite der Geschichte erleben wir aus den Augen von Stephen und Mr Finch, die verzweifelt versuchen, das bisher unbekannte Gemälde zu finden. Ihre Reise führt sie dabei nicht nur in andere Bundesstaaten, sondern auch in die Vergangenheit.

Frau Guzeman hat ein außerordentliches Talent dazu, Figuren aus dem Nichts lebendig zu machen. Von Anfang an konnte ich mir die Figuren bildlich vorstellen. Dabei sind die Charaktere der Einzelnen so individuell, dass man sie einfach in sein Herz schließen muss. Wir haben es hier auf keinen Fall mit den üblichen Stereotypen zu tun, sondern mit ausgeprägten, von der Vergangenheit gezeichneten Menschen. Wenn man sonst die Handlungen erahnen kann, verhalten sich diese Charaktere ganz bestimmt anders und überraschen den Leser mehr als einmal.

Die Geschichte spielt in Amerika. Wie bereit schon erwähnt, bewegen wir uns teilweise im Jahr 1963 und dann wieder in 2007. Die Umgebungsbeschreibungen sind dezent eingeflochten und haben so keinen aufzählenden Charakter, was ich sehr positiv wahrgenommen habe.

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es aber doch noch anzubringen. Die Spannungskurve lässt einen auf den ersten 100-200 Seiten etwas im Stich. Zunächst werden die Verhältnisse untereinander geklärt, bevor die Suche so richtig losgehen kann. Am Anfang sind die Charaktere auch etwas schwer auseinanderzuhalten, weil manchmal die Sprache von einem Denny ist und er kurz darauf dann Mr Finch genannt wird. Erst im späteren Verlauf wird klar, dass er Dennis Finch heißt und ein und dieselbe Person ist.

Wer sich für dieses Buch entscheidet, sollte eine Neigung zur Kunst haben, denn die Autorin beschreibt teilweise sehr lange, aber auf eine poetische Art und Weise, die Bilder des Hauptcharakters Thomas Bayber. Da die Bilder den zentralen Mittelpunkt der Geschichte bilden, wird ihnen auch genauso viel Aufmerksamkeit entgegengebracht.

Für mich eine nichts desto trotz spannende, gefühlvolle Suche nach den Wurzeln einer Familie. Das Schicksal der beiden Kessler-Schwestern hat mich gefesselt und mir ein paar schöne Lesestunden beschert.

8 Eulenpunkte
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