Thema: 'Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins' - Teil 4 - 5 |
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Sio, ich bin mit beiden Abschnitten durch und muss sagen, Teil 5 behagt mir bisher am meisten. Hier kommen die politischen und historischen Umstände zum tragen, das Verraten, das Nicht-Verraten, Denunziation, Gewissen ... alles, was die einfachen Menschen so umtreibt. Perfide und gleichzeitig recht nüchtern geschildert. Dieser Abschnitt kam mir gleichzeitig recht philosophisch vor. Und Kundera hat sich konkret als Autor geäußert, zu seinen Figuren. Das ist recht selten. Als Fazit gebe ich zu, dass ich die handelnden Personen in dem Land zu jener Zeit auf beiden Seiten (nicht die der Russen natürlich) ein wenig besser verstehe. Die persönlichen Belange von Teresa und Tomas treten bei mir da ein wenig zurück.
Erschreckend für mich ist aber dennoch, wie sehr es Tomas gelingt, Liebe und Sexualität zu trennen. Wenn ich versuche einer Frau hinterher zu telefonieren um sie ins Bett (oder auf den Teppich) zu bekommen und sie dann nicht erkenne, wenn sie mich anspricht ... beliebiger und irgendwie anonymer können Sexualpartner ja wohl kaum sein.
Teresa finde ich einfach nur anstrengend. Nur Leid, immer Verzagtheit, schlechtes Gewissen ... eigentlich bemitleidenswert. Vielleicht liegt es daran, dass ich persönlich mir einfach mehr wert bin ...
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Thema: 'Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins' - Teil 3 |
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Ja, für Franz war es gut, sich selbständig zu machen, wenn auch ungeplant. Im Grunde wollte er ja doch nur zur nächsten. Ein in gewisser Weise armnes Ding ist sicherlich seine neue Freundin, die ihn anhimmelt, auf die er väterlich herunter schaut. Wird sie sich irgendwann emanzipieren und ihn verlassen? Ist das jetzt wahre Liebe? Das Buch spielt hier mit vielen Möglichkeiten. Irgendwie ist es mit der Liebe in diesem Abschnitt wie Roulette. Franz rutscht einen Platz weiter (in die Rolle seiner Exfrau), seine alte Rolle nimmt die Studentin ein ...
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Thema: An die Büchereulen rund um Frankfurt |
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Beide Juli-Termine sind für mich machbar.
Ich geiere auf Basilikum-Eis. Das hatte ich in Bastia einmal und kann es seither einfach nicht mehr vergessen!
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Thema: An die Büchereulen rund um Frankfurt |
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Hach, schon lange überfällig, mein Kommentar.
Wie sieht es denn Ende Juni, Anfang Juli aus?
Mainz wäre für mich sehr reizvoll und mal eine schöne Abwechslung.
Die S8 verkehrt aus Ffm regelmäßig hierher.
Wir könnten hin und wieder abwechseln.
Ferner interessiert mich das vielgelobte Neustadteis sehr
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Thema: Die Querbeet-Lesegruppe liest: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (8.Mai 2013) |
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Ich lese noch mit, wenn auch auf Grund privater Turbulenzen sehr langsam.
Ist ja, wie Claire schon schreibt, ein Privatvergnügen, entsprechend lese ich ohne Zeitdruck.
Zu den Abschnitten schreibe ich erst etwas, wenn ich jeweils hindurch bin.
Bisher ist das Buch zwar zäh, aber interessant genug für mich. Sicherlich eines dieser Bücher, die man erst mit etwas nachdenken, setzen lassen und wiederlesen zu schätzen lernt.
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Thema: 'Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins' - Teil 3 |
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So, nachdem ich eine turbulente und lesensarme Woche hinter mich gebracht habe, kann ich endlich zu Teil 3 schreiben. Auch mir hat dieser deutlich besser als Teil 1 und 2 gefallen, das mag an den Personen liegen.
Franz finde ich ... niedlich. Er wird als gütig beschrieben und hat, meiner Meinung nach, ein deutlich realitätsfernes Bild von seiner Frau. Als diese während ihres Festes Sabina so deutlich angegangen ist, dachte ich schon: oh oh, sie ahnt etwas und schlägt als giftige Gattin zurück. Dies war wohl nicht so, zumindest wird später nicht erwähnt, dass sie etwas von der Affäre ahnte. So freundlich-gutmütig wie Franz beschrieben wird, hat sie ihm dies vielleicht nicht zugetraut. Sie hat vermutlich ein ebenso fremdes Bild von ihrem Mann. Marie-Claire und Marie-Anne ... mit diesem Namen konnte die Tochter nur nach ihrer Mutter geraten. Beide halten ihren Mann im Hause wahrscheinlich für schwach, gutmütig, ein bisschen blöd. Deshalb habe ich ihm die Affäre mit Sabina durchaus gegönnt. Das Marie-Claire niemanden von der Affäre bzw. Liebhaberin erzählt, weil diese besser als sie aussieht, fand ich recht spitzbübisch von Kundera. Ich fürchte, er macht sich hier auch ein wenig über die Eitelkeiten der Damenwelt lustig.
Sabina selbst finde ich recht nett. Sie stellt irgendwann fest, dass sie dieses und jenes Gegensätzliches an einem Mann möchte und deshalb wohl keinen passenden Mann finden wird. Das ist sehr schön ehrlich und zeigt wohl auch, dass sie die Männer, individuell wie sie sind, akzeptiert und nicht versucht, sich einen zu formen und zu biegen bis etwas zerbricht. Sie selbst mag sich auch nicht verbiegen, kann es vielleicht auch nicht und geht also konsequent ihren Weg ohne festen Partner.
Ich bin unschlüssig, ob es von Franz in Ordnung war, seiner Frau den Namen seiner Geliebten zu nennen. Hätte er nicht mit Sabina vorher darüber sprechen sollen? Schließlich sind beide keine Beziehung eingegangen sondern lebten eine heimliche Affäre. Naja, wenn er sie natürlich zu seiner nächsten Frau machen wollte ... hier hat man schon erkennen können, dass er sich auch von Sabina ein Bild gemacht hatte, das nicht sehr nahe an der Realität war. Verstanden hat er sie bestimmt nicht. Dennoch, trotz des Verlustes seiner Geliebten hat der ganze Abschnitt eine leichte, witzige, ironische Grundstimmung.
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Thema: 'Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins' - Teil 1 - 2 |
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Ich habe, wie schon im übergeordneten Thread bemerkt, erst die beiden Teile gelesen, ehe ich dazu schreiben wollte. Das wäre nicht unbedingt nötig gewesen, die beschriebenen Zeiträume sind jeweils ein und derselbe.
Auch meiner Meinung nach ist das kein einfaches Buch, welches man in einem Rutsch hinunterschlingt. Ich wittere hinter jedem Satz eine große bedeutende Idee. Zum Glück bin ich in der Lage, einfach darüber hinweg zu lesen und mir nur Gedanken um die Dinge zu machen, die ich verstehe
Da beibt noch genug übrig.
Die Liebesgeschichte ist für mich eigentlich keine, die Abschnitte handeln nicht von der Anbahnung einer Liebe sondern vielmehr vom Sein und Schein eine Beziehung. Der Autor beschreibt viele Gegegebenheiten eher lapidar, ich habe immer das Gefühl, er meint eigentlich etwas anderes und steige nur nicht richtig dahinter. Mir bleiben deshalb, wie bei einigen von euch, die Figuren seltsam fern.
Tomas gefällt mir auf eine krumme Art und Weise. Ich finde ihn ehrlich, er geht seinen Bedürfnissen nach und steht offen dazu. Er lebt kein geheimes Doppelleben. Die Entscheidung, bei ihm zu bleiben, liegt bei Teresa, sie quält sich selbst. Sie tut mir zwar leid, ich mag aber keine Schuld zuweisen. Im zweiten Teil verstehe ich sie etwas besser. Die Beziehung zwischen ihr und ihrer Mutter ist interessant. Ich hoffe ein wenig, auch Tomas' Hintergrund wird später noch etwas beleuchtet.
Erchrocken bin ich über die Beschreibung der russischen Invasion, der Entführung und vermutlichen Folterung der Führungsschicht, die Rückkehr eines gebrochenenen Dubcek. Das Schweigen in seiner Rede gehr mir sehr nach. Soetwas macht mich wütend und traurig, nicht zuletzt, weil es wirklich passiert ist und zeitlich noch nahe genug ist.
Ich bin noch nicht sicher, ob mir das Buch gefällt. Es liest sich mühsam. Das darüber nachdenken und formulieren meiner Befindlichkeiten für diese Leserunde aber macht es mir leichter, mich für den nächsten Teil zu motivieren.
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Thema: Super Sad True Love Story - Gary Shteyngart |
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Ich bin auf das Cover hereingefallen und habe nun statt der erwarteten Liebesgeschichte ein ... ja was eigentlich erhalten? Die Liebe kommt vor, als roter Faden quasi. Mehr noch aber werden Gesellschaft und Lifestyle beschrieben, eng verbunden mit den Gedanken von Lenny, der ein Kind jüdischer Einwanderer ist. Das spielt hier und da eine große Rolle. Ich kann mich nicht so gut in ihn hinein versetzen, viele Gedanken und Gefühle, auch seinen Eltern gegenüber, bleiben mir fremd. Schwer tue ich mich auch mit den Gedanken, mit 39 Jahren schon alt zu sein. Manchmal meint man, der Erzähler sei 60 oder 70 Jahre. Die Darstellung der Gesellschaft dagegen gefällt mir gut, sie ist nahe genug am heute dran, nur überspitzter und noch beängstigender kommerzialisiert. Ist das Buch kritisch? Ich denke schon, komme mit dem Stil des Autors aber nicht soooo gut zurecht und wage es deshalb nicht fest zu behaupten. Erschreckend ist für mich die allgegenwärtige Pornographie, der Rassismus, die Nacktheit, die Sprunghaftigkeit ... das alles finde ich gut durch Eunice transportiert.
Alles in allem ein Buch, mit dem ich mich schwer getan habe und das ich dennoch merkwürdig lesenswert finde. Der Fall Amerikas und der Umgang der Einwohner mit diesem ist vorstellbar geworden. Was dannach geschieht, würde mich auch interessieren.
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