Thema: Ravioli, Sandra - Kids im Internet |
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Ich selbst habe einen 9jährigen Stiefsohn. Schon in der ersten Klasse hatte er einmal in der Woche PC-Unterricht, wo er Buchstaben-Schreiben gelernt hat. In der zweiten Klasse und Anfang der Dritten kam das Internet zum Schreiben hinzu. Zusätzlich mussten die Kids mit Lernseiten, wie Antolin arbeiten. Klar, dass er zu Hause auch sein gelerntes umsetzen, und hier ebenfalls Antolin benutzen wollte. Zudem nutzt er gerne das Internet um sich lustige You-Tube-Videos anzusehen oder Lösungen bei Spielen herauszusuchen.
In meiner Kindheit und Jugend gab es noch kein Internet und somit auch keine bösen Fallen. Später als es dies gab, wusste man grob, worauf man zu achten hatte, und hat aus blöden Fehlern gelernt. Bei Kindern sieht es ganz anders aus. Die Zeit hat sich geändert und die Fallen auch. Kinder müssen darauf vorbereitet werden – doch wie? Schließlich möchte man trotz eigener Erfahrungen den Kindern alles vermitteln.
„Kids im Internet“ bietet eine gute Möglichkeit. Sie hilft nicht nur Eltern, sondern es eignet sich auch für Internet-Fremde Großeltern, und die Einsteiger-Kids.
Das Buch ist in einem leichten, kindlichen und absolut einfachen Text verfasst, sodass Kinder alles sofort verstehen. Von Trojanern, Social Networks über Linktipps bis hin zu allen wichtigen Begriffen.
Hier bekommt das Kind erklärt, was sich hinter Chats, PN, Cyber-Mobbing und vielem mehr verbirgt. Eltern können ihr Wissen auffrischen, und Großeltern sogar selbst etwas übers Internet lernen. Untermalt wird der lustige und verständliche Inhalt mit süßen Bildern der Maus.
Inhaltlich kann das Buch absolut überzeugen, zumal am Schluss nicht nur für uns Eltern noch einige Tipps und Links zur Verfügung gestellt werden. Doch auch für die Kinder gibt es zahlreiche Link-Tipps, die sie ohne Gefahr nutzen können. Es sind pädagogisch wertvolle Seiten im Bereich Lernhilfe, aber auch genügend spaßige Spielseiten.
Das Buch ist absolut durchdacht und trotzdem auf das Wesentliche beschränkt. Allerdings muss ich als Mutter sagen, dass gewisse Punkte für 6jährige, denn ab 6 Jahren ist das Buch geeignet, alles andere als interessant sind. Zum Beispiel wird hier der unterschied zwischen normalen und binären Zahlen erklärt. Mit 6 Jahren war mein Großer froh, dass er halbwegs plus und minus rechnen konnte. Aber es ist trotzdem interessant und kindgerecht erklärt. Halt wirklich für die Kinder, die auch das Drumherum fasziniert.
Ein paar kleine Rechtschreibfehler, wie zum Beispiel auf S. 31
„kann sich nun leicht vorstellen, dass sich Durch die entsprechende“
Es sind aber Fehler, wie man sieht, die nicht schlimm sind.
Alles in allem ist das Buch absolut empfehlenswert. Kinder können vorab eine Menge lernen, und Fallen wie Cyber-Mobbing, Pädophile-Chat-Partner oder Viren aus dem Weg gehen.Ich finde, dieses Buch sollte an Schulen vorab gelesen werden, oder zu Hause eine Pflichtlektüre sein.
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Thema: Zach, Florian: Glück schenken |
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Florian Zach ist ein junger angehender Autor, der mit seinem Buch „Glück schenken“ ein Thema aufgreift, an dem sich schon zahlreiche ältere Autoren versucht haben. Auf 52 Seiten möchte er seinen Lesern vermitteln, wie sie das Glück finden können. Untermalt werden seine Gedankengänge von 17 Illustrationen.
Die Illustrationen sind so unterschiedlich, wie wohl auch die Leser, die das Buch erreichen wird. Für jeden wird etwas dabei sein. Tiere, wie zum Beispiel Schwäne. Dann gibt es Landschaften, die Ruhe versprühen. Dann gibt es einfache Clip-Art Bilder, die auf das Thema Glück zeigen. Und zu guter Letzt gibt es Fantasie-Bilder aus dem Weltraum, die unendliches Glück zeigen. Alleine schon diese Bilder sind ein kleines Highlight und ermöglichen dem Leser, seine Gedanken schweifen zu lassen und als Ruhepol genutzt zu werden.
Inhaltlich befasst sich Zach mit dem Gedanken, dass wahres Glück mit Liebe verbunden ist. Nur wer lieben kann und wer geliebt wird, kann echte Glück erleben und erfahren. Es ist ein Ansatz, der in meinen Augen uralt ist. Ich bin fast zehn Jahre älter als der Autor und auch mir war schon bekannt, dass, wenn man zum Beispiel frisch verliebt ist, absolut glücklich ist. Auch wenn sein Ansatz nichts Neues ist, ist die Umsetzung trotzdem nicht schlecht. Das liegt an seinem Stil, denn dieser ist locker, poetisch, einfühlsam und trotzdem ehrlich. Aus diesem Grund ist es ohne Probleme für jeden zu verstehen, und kann daher auch umgesetzt werden. Im Grunde kann man sagen, dass es einem Autoren gelungen ist auf 52 Seiten zusammenzufassen, was berühmte Philosophen und Autoren auf über 500 Seiten sonst versuchen zu erklären.
Nichtsdestotrotz bleibt neben der knackigen Umsetzung und dem modernen Stil der hohe Preis. Kleine Verlage haben höhere Preise, aber hier sollte sich jeder selbst überlegen, ob er 15€ für 52 kleine Seiten ausgeben möchte. Wen das Thema interessiert, wird dafür eine gute, anschauliche Präsentation und Erklärung bekommen. Wem dies aber zu wenig ist, sollte lieber auf ein anderes, dann aber sachlicheres Buch zurückgreifen.
Da es für mich allerdings nichts Neues zu entdecken gab, denn durch meine Mutter, die sich viel mit solchen Themen auseinander gesetzt hat, war das Buch eher eine Auffrischung, sodass ich hier keine volle Punktzahl geben kann, auch wenn die Umsetzung sich schon positiv aus der Masse hervorhebt. Allerdings erwarte ich auch in einem solchen Fall, dass entweder alles behandelt wird, dann bedarf es über 1000 Seiten, oder das zumindest etwas Neues für mich herausspringt.
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Thema: Becker, Maryanne: Die Flickschneiderin |
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Maryanne Becker ist eine unglaubliche Autorin, die mit ihren historischen Romanen das Herz berührt. Sie vermittelt die Deutsch-Belgische-Geschichte fesselnd, dramatisch und bewegend, wie sie schon in „Grenzlandfrau“ verdeutlicht hat.
In diesem Buch wird der Leser ins Jahr 1914 entführt. Am letzten Zipfel Deutschlands bringt Fini, die Frau eines angesehenen Bauern, ihre jüngste Tochter Anna auf die Welt. Noch während des ersten Weltkrieges verstirbt ihr Vater an gebrochenem Herzen, und Anna muss früh lernen, dass das Leben aus harter Arbeit besteht. Während ihre älteste Schwester ins Kloster geht, müssen die anderen vier Mädchen helfen wo sie können. Erst im Haushalt und auf dem Hof, und später auch bei den Flickarbeiten, die Fini übernimmt, um die Familie über Wasser zu halten. Liebe, Freizeit sind genauso rar wie Nahrungsmittel. Vom ersten Sonnenstrahl bis zum Einbruch der Nacht gibt es nur Arbeit. Doch Anna hat schon früh ihre Leidenschaft zum Nähen entdeckt und würde alles tun, um Schneiderin zu werden. Als sie an der Reihe ist den Lebensunterhalt der Familie zu unterstützen, bekommt sie die Möglichkeit in die Eifel zu gehen und für eine jüdische Familie eine Flickschneiderei zu betreiben. Sie nimmt das Angebot an, und lernt dort nicht nur ein liebevolles Zuhause, sondern auch Leo kennen. Eine Liebe, die Dank Hitler, nicht funktionieren kann, und so steht Anna bald ohne Arbeit, ohne Leo, dafür mit Kind alleine da.
Der Inhalt dieser Erzählung ist fiktiv, spiegelt jedoch die geschichtlichen Aspekte detailliert wieder. Angefangen mit Annas Geburt, lässt die Autoren den Leser mit einem informativen, packenden und klar strukturierten Stil an ihrem Leben teilhaben. Emotionen, Situationen und geschichtliche Fakten lassen sich erstklassig nachvollziehen und haben für eine durchweg vorhandene Faszination meinerseits gesorgt. Maryanne Becker wählt klare, einfache Sätze, die genau die richtige Menge an Adjektiven beinhalten, um nicht überladen, langatmig zu erscheinen, und trotzdem alles lebendig erscheinen zu lassen. Stilistisch ein wahrer Lesegenuss.
Die Härte, Konflikte, Nöte und Sorgen der damaligen Zeit fängt die Autorin so farbenfroh ein, dass man mit den einzelnen Protagonisten von der ersten Seite an mitleidet. Besonders bei Anna wird die Schwere des ersten und zweiten Weltkrieges deutlich. Als jüngstes Kind, lernt sie nur die harten Seiten kennen, während ihre älteren Schwestern zumindest ein paar gute, satte und lustige Jahre erleben durfte. Nichtsdestotrotz ist Anna eine einfühlsame, charakterstarke Persönlichkeit, der ich immer nur das Beste gewünscht habe. Als dieses Glück mit ihrer neuen Stelle beginnt, hatte ich durchweg die Hoffnung, dass es andauert, obwohl im Klappentext die tragische Wendung zu erahnen war.
Wer Maryanne Becker und ihre Werke kennt, der weiß, dass sie eine Autorin ist, die versucht den Leser durch Fakten und Realität zu überzeugen, und nicht durch ein Happy End. Sie fängt auf eindrucksvolle Weise die beiden Weltkriege ein. Hier bleibt kein Herz unberührt und kaum ein Auge trocken.
In diesem Fall setzt sie ihr Augenmerk nicht auf eingezogene Soldaten oder die typische Judenproblematik, sondern beleuchtet die Entwicklung der Nähmaschine, von kleinen Schneidereien und der Konflikt zwischen Juden und arischen Bürgern, die sich jedoch nicht zu den Nazis zählen.
Es ist eine fesselnde Erzählung, die aufdeckt, wie das Leben ab 1914 für das gemeine Volk war. Packend, ehrlich, schockierend und an keiner Stelle kitschig oder übertrieben.
Maryanne Becker ist in meinen Augen wieder ein Meisterwerk gelungen, dass man gelesen haben sollte. Es eignet sich zusätzlich hervorragend für den Schulunterricht, denn es ist nicht nur geschichtlich, sondern auch stilistisch absolut lehrreich, und bietet inhaltlich viel Diskussionsgrundlage.
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Thema: vom Jaaga, Josefa: Das Herzogsgut |
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| Im Jahr 788 AD wird der letzte bairische Agilolfingerherzog Tassilo III auf dem Reichstag zu Ingelsheim durch Karl den Großen abgesetzt. Zeitgleich machen sich von verschiedenen Orten kleine Trupps fränkischer Soldaten auf den Weg, um die Besitzungen des Herzogs für ihren König zu sichern. Bei einem dieser Trupps befindet sich der achtzehnjährige Fulcko, zusammen mit seiner Schwester und seinem Onkel. Doch ihre Ankunft in dem kleinen Ort Ardeoingas, in den es sie verschlagen hat, gestaltet sich anders als geplant: Ein untreuer Beamter hat sich mit der Kasse abgesetzt. Ein vornehmer fränkischer Herr scheint spurlos verschwunden. Die Einheimischen sind störrisch und plagen sich mit ihren eigenen Sorgen und Kümmernissen.Und wer ist dieser zwielichtige Richter, der als einziger herzoglicher Beamter noch in der Gegend geblieben ist - und der das Pferd des verschwundenen Franken reitet? (Quelle: Klappentext) |
| Zitat: |
| Es war so eine Sache, wenn man vom bairischen Bischofssitz Frigisinga nach Ardeoingas reisen wollte, zumal in diesem Frühjahr, im Jahre des Herrn 788. Nicht, daß viele Leute gewußt hätten, daß man das Jahr 788 schrieb. Im Gegenteil. Den allermeisten, sofern sie nicht gerade vorhatten, Bischof zu werden, war vermutlich herzlich gleichgültig, welches Jahr der Kalender der heiligen Stadt Rom vorgab. (Zitat S. 7) |
Dies sind die ersten Zeilen aus dem historischen Krimi „Das Herzogsgut“ aus der Feder von Josefa vom Jaaga. Ich habe sie bewusst gewählt, obwohl ich sonst eher spätere Zitate auswähle, da sie den Stil Mix der Autorin bemerkenswert gut darstellen. Es wird sehr deutlich, dass sie auf der einen Art und Weise versucht gezielt die alte Sprache zu wählen, jedoch gerne in moderne Aussagen verfällt. Dies ist sehr gewöhnungsbedürftig und macht das Lesen nicht gerade leicht und flüssig. Dies wird durch oft sehr verstrickte Sätze noch verschlechtert.
Besonders deutlich wird bei diesem Zitat auch, dass die Autorin oft das Gefühl hinterlässt, als würde etwas fehlen. Nimmt man den ersten Satz, so hatte nicht nur ich, sondern auch mein Mann, das Gefühl, als fehle dort ein Stück. Zumal in diesem Frühjahr ist eine Aussage, die noch erklärt, warum genau in diesem Frühjahr diese Reise so schwer oder eben eine Sache sei. Die hatte ich an mehreren Stellen.
Genauso erkennt der Leser, dass sie sich an die alte Rechtschreibung hält, denn „daß“ wird schließlich seit einigen Jahren „dass“ geschrieben.
Durch den gewählten Stil hatte ich arge Schwierigkeiten bezüglich des Einstiegs und des Leseflusses. Es ist selten, dass ich wirklich so lange für nicht ganz 300 Seiten benötige.
Auch die Protagonisten sorgten für einige Anlaufschwierigkeiten. Die Namen sind typisch für die Zeit, aber absolut schwer. Bei so schwierigen und unbekannten Namen fällt es mir schwer sie zu behalten, egal wie vielfältig und farbenfroh sie beschrieben sind. Und letzteres ist definitiv der Fall. Handlungen sind genauso präsent, wie das Aussehen, der wichtigsten Charaktere. Sie entwickeln sich im Verlauf der Geschichte sehr gut weiter, und ließen mich noch mehr ins Geschehen eintauchen.
Inhaltlich setzt die Autorin auf die Vermittlung von historischen Fakten. Sie beschreibt mehr als ausführlich die damalige Zeit und insbesondere Altenerding. Man bekommt das Gefühl wirklich vor Ort zu sein. Was besonders hervorgehoben wird, wenn sie wieder in den alten Stil verfällt. Kriminalistisch kann die Autorin jedoch weniger überzeugen. Es sind nette Versuche, aber man merkt, dass ihr dies eher nebensächlich erschien. Da verschwindet jemand spurlos, dann wird eine Kasse geklaut und andere kleinere Dinge. Jedoch nichts Außergewöhnliches. Man merkt, dass die Stärke der Neu-Autorin im Bereich „History“ und nicht im Krimi-Genre liegt.
Besonders auffällig ist jedoch der Preis für das Buch. Bei BoD sind Bücher nicht gerade günstig, aber für einen Krimi 24,90€, habe ich bis jetzt noch nie gesehen. Hier sollte man sich vorab überlegen, ob Stil, Inhalt und Protagonisten dem eigenen Geschmack entsprechen, damit am Ende niemand denkt, er wurde über den Tisch gezogen.
Alles in allen ist das Buch interessant, durchschnittlich spannend, dafür jedoch im Bereich der historischen Recherche sehr gut gelungen. Mit etwas Feinarbeit, wird die Autorin ihren Weg gehen. Von mir bekommt das Buch 3 Sterne.
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Thema: Julia Molnar: Das lodernde Feuer |
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| »Ich möchte mit meinen Texten Gefühle vermitteln. Die Geschichte ist nur die Hülle für die Problematik und die Themen, die aus dem alltäglichen Leben gegriffen sind«, so die Autorin zu ihrem Bestreben, sich Kurzgeschichten zu widmen.Kurzgeschichten gelten als Hohe Schule der Literatur, denn in ihnen kommen die Gedanken des Autors konzentriert und komprimiert zum Ausdruck. Es sind Geschichten, die für Leserinnen und Leser jeden Alters ihren Reiz entfalten können. Geschichten mit philosophischem Anspruch, aber auch solche mit Bezug zu eigenen Beobachtungen der jungen Autorin. Die Geschichten in diesem Bändchen haben einen Tiefgang, dem der Titel des Buches gerecht wird, denn es brennt in Julia Molnar: Das lodernde Feuer der Literatur! (Quelle: Klappentext) |
Nachdem mich das Buch optisch schon so überzeugen konnte, musste ich es sofort beginnen. Insgesamt sieben Kurzgeschichten mit Titeln wie: „Das lodernde Feuer“, „Bankgespräche“ oder „Das Püppchen“ warten auf den Leser.
Schon bei der ersten Kurzgeschichte „Bankgespräche“ wird deutlich, dass es sich hier um ein ganz besonderes Buch handelt. Die Autorin setzt nicht auf typische Kurzgeschichten, die meist kurzlebig, schnell zusammengefasst und eine interessante Pointe haben.
Hier geht es um tiefgründige Texte, die jeden Leser zum Nachdenken anregen. Sie spricht in symbolischer Form und umschreibt gekonnt interessante Gedankengänge. Auf den ersten Blick sind die Texte vom Inhalt eher unscheinbar, da es sie mich stellenweise manchmal an Märchen, Träumereien und alltägliche Dinge erinnert. Doch liest man genau, mit Herz und Verstand, erkennt man die wahren Hintergedanken, die die Autorin beim Schreiben hatte. Das ist auch der Grund, warum ich so lange für diese wenigen Seiten benötigt habe. Ich musste nach jeder Geschichte erst einmal das Buch aus der Hand legen und sie sacken lassen. Sie berühren das Herz, zeigen neue Perspektiven, Ansichten und Gedankengänge, und sind brillant.
Normalerweise gibt es mindestens eine Geschichte, die besonders hervorsticht und somit mein Favourite ist. In diesem Fall bleibt mir nur zu sagen, dass sie mich mit jeder Geschichte fasziniert hat. Wobei die erste Geschichte mit dem Dämon mir wirklich sofort ins Auge gefallen ist. Aber auch das Tagebuch hat es in sich.
Kombiniert wird das Ganze mit einem umschreibenden, leicht poetischen Stil, der trotzdem auf dem Punkt beschreibt, was wirklich wichtig ist.
Solche Werke aus der Feder einer so jungen Autorin zu lesen, ist einfach nur atemberaubend, und man kann nur hoffen, dass sie mehr davon veröffentlichen wird.
Wer mal etwas anderes als die üblichen Kurzgeschichten lesen möchte, wird mit diesem Buch glücklich werden. Daumen beidseitig hoch.
===Abschließendes Fazit===
Pro: Alles
Contra: nix
Empfehlung: Ja
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Thema: Neuer Blog |
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Nachdem ich nun schon seit 2 Jahren einen Buchblog habe, dachte ich mir, kann ich noch einen zweiten aufbauen. Diesmal befasst er sich mit anderen Tests...
Vielleicht ist das ja auch für euch interessant.
Sarahs Blog
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Thema: Oldach, Jessica: Tensistoria |
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Jean, junge 19 Jahre, angehende Polizistin aus Leidenschaft kehrt nach Cunningham zurück. Der Grund dafür liegt ihm Geburtstag ihres besten Freundes Shay. Den kann und will sie um keinen Preis verpassen. Obwohl sie nach den Ereignissen im letzten Jahr keine große Lust hat. Verständlich, denn im letzten Jahr wurde sie Zeugin eines Verbrechens, welches auf dem Friedhof stattgefunden hat. Da die Geburtstagsparty ganz in der Nähe ist, sind ihre Gefühle eher mulmig, aber trotzdem ist Jean da. Doch dann hört sie wieder Schreie, und was sie diesmal sieht und erlebt, stellt ihr Leben auf den Kopf.
Nachdem mein letztes Fantasy-Buch ein absoluter Reinfall war, und ich nach vielen Pleiten seitens Wolfgang Hohlbein, hab ich mich in den letzten Wochen etwas von diesem Genre distanziert. Aber trotzdem brauch ich ab und an mal etwas fantasievolles.
Der Einstieg in die Welt von Tensitoria ist ungewöhnlich gewählt. Die ersten Seiten hatte ich das Gefühl einen Krimi zu lesen. Mich verwirrte dies so, dass ich sogar im Internet noch einmal nachlesen musste, dass es sich auch wirklich um einen Fantasy-Roman handelt. Doch bald wird klar, welch Hintergrund hinter diesen Anfängen verbirgt. Tensistoria ist eine leicht düstere Welt mit übersinnlichen Wesen, die immer wieder ihre Kräfte messen oder aus anderen Gründen die schlimmsten Kämpfe ausfechten. Die Welt die sie entstehen lässt ist sehr interessant und auch die Wandlung der Protagonistin und die zarte Liebesgeschichte passen perfekt hinein. Eine Idee, wie es sich für ein Buch dieses Genres gehört. Man merkt, dass sich die Autorin wirklich Gedanken gemacht hat und mit Liebe zum Detail diese fremde Welt erschaffen hat.
Neben dieser magischen Welt setzt die Autorin auf Spannung und moderne Protagonisten. Beide Aspekte finde ich für diese Grundidee gut. Allerdings kann sie diese Punkte nicht so gut umsetzen, was am Stil liegt. Dieser ist das Hauptproblem in dem Buch. Man erkennt deutlich, dass die Autorin wirklich ihr Bestes gibt. Kurze, leichte Sätze, Wiederholungen werden vermieden und anschauliche Beschreibungen. Klingt auf den ersten Blick sehr gut. Doch Jessica Oldach versucht in meinen Augen einfach zu sehr eine gute Sprache zu wählen. Dadurch ergibt sich ein Mix aus hölzern, poetisch und übertrieben beschrieben. Zu viele Adjektive sorgen für einen Überschuss an Informationen. Und dies in Kombination mit dem leichten Stil und dem Versuch Abwechslung zu bieten, gibt mir oft das Gefühl, einen unausgereiften Stil, der mich leider an einigen Stellen an einen sehr guten Schulaufsatz erinnert hat. Ich lese so viele Bücher, und ich weiß, dass Erstlingswerke nicht so ausgereift sind, wie der zweite oder dritte Roman. Das Potenzial ist vorhanden, und wenn die Autorin dies ausbaut, werden ihre Ideen noch mehr leser erreichen.
Wie oben erwähnt ist der Stil das Hauptproblem. Die Protagonistin ist 19, und eigentlich ein Alter, mit dem ich mich noch so halbwegs identifizieren kann, einfach weil ich mich an diese Zeit noch gut erinnere. Durch die vielen Adjektive wird sie zwar bis in die Haarspitze beschrieben, aber oberflächlich. Obwohl ich sie mir vorstellen konnte, blieb Jean für mich eine Fremde. Handlungen oder Gedanken zogen an mir vorbei, aber obwohl sie greifbar waren, hatte ich das Gefühl sie als Außenstehende zu betrachten und nicht wirklich zu verstehen. Etwas tiefgründiger beschrieben, und auf die wesentlichen Merkmale beschränkt, und die Protagonistin hätte genügend Pepp gehabt und wäre besser gelungen, um sich in sie hineinzuversetzen.
So wie es mir mit der Protagonistin aussah, war es auch im Bereich Spannung. Außreichend vorhanden. Zumindest in der Theorie. Es sind die poetischen, leicht kitschigen Beschreibungen, die die aufkommende Spannung oft minimieren. Zum Schluss hin geht dies jedoch unter, und dieser ist nicht nur logisch, und ideal gewählt, sondern wirklich ein spannender Höhepunkt. Abgerundet durch die attraktive Liebesgeschichte, wo der poetische Anteil passt.
Dieser Ausgang macht Lust auf mehr und man möchte wissen, wie es weitergeht. Das lässt mich hoffen, dass die Autorin im zweiten Band, an dem sie aktuell arbeitet, ihren Stil verbessert und den letzten Feinschliff verpasst, denn dann wird sie mit ihrer Tensistoria-Idee bei den Lesern noch mehr punkten.
23.4.12
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Thema: Miriam Frankovic: Die Hunde-Geheimagenten-Schule |
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Jan und Noelia sind gerade aus dem Urlaub gekommen, und müssen bald wieder zur Schule, als es an der Tür klingelt. Sie gehen davon aus, dass ein Freund vor der Tür steht, doch sie staunen nicht schlecht, als es ein ausgewachsener Eisbär ist. Er ist vom Nordpol auf den Weg, um herauszufinden, woher die Wärme kommt. Sein Ziel ist es zusammen mit einem forschenden Pinguin Iglus zu entwickeln, die selbst bei angenehmen Plusgraden nicht schmelzen. Zeitgleich macht den Geschwistern ein baufälliges Haus große Sorgen, denn die Lärmgeister stören gewaltig. Da kann nur der Hund helfen, und dieser gründet kurz entschlossen eine Schule. Dort möchte er andere Hunde zu Geheimagenten ausbilden. Klar, dass das alles nicht ohne eine Portion Abenteuer stattfinden kann. Begleitet die Geschwister, den Eisbären und den Hund auf ihrem spannenden Abenteuer.
Miriam Frankovic setzt bei ihren Werken auf sprechende Tier-Abenteuer. Wenn Ringo, Simba und Balu so erfolgreich sind, kann man es doch auch mit sprechenden Eisbären oder Hunden probieren. Kombiniert mit einer gehörigen Portion Spannung. Ich selbst war weder als Kind, noch jetzt eine begeisterte Leserin, wenn es um Bücher mit sprechenden Tieren ging. Das durfte ich schon beim „Großen Boxer“ aus ebenfalls ihrer Feder feststellen. Nichtsdestotrotz lieben andere Kinder genau diesen Aspekt.
Das Buch besteht nicht nur aus menschlichen, sondern auch tierischen Protagonisten. Diese sind bildhaft und lebendig beschrieben. Sowohl Jungs als auch Mädchen haben eine Figur, mit der sie sich identifizieren können. Sie sind altersgerecht geschildert, so wie es sich Kids im Alter von 8-11 Jahren wünschen. Mutig, tapfer und freundlich. Dadurch sind ihre Handlungen nachvollziehbarer und schlüssiger, wobei sie auch so logisch sind. Genauso wie bei den menschlichen Charakteren ist es bei den Tieren. Sie haben menschliche Züge und Gedankengänge. Man verliebt sich sofort in sie. Bei den Kids kommen diese Figuren natürlich besser an, als bei einem Erwachsenen, der solche Gestalten noch nie mochte. Aber auch ich kann sagen, sie sind süß, und man wird sie schnell mögen.
Genauso bildhaft wie die Autoren auch die Figuren einführt und weiterentwickelt, so gestaltet sie auch die Handlung, Schauplätze und Situationen. Sie verwendet einen fantasievollen Stil, der die Vorstellungskraft und Fantasie der Kinder durchgehend anregt. Dabei greift sie auf leichte Worte und angenehm lange Sätze zurück. Für die Altersgruppe wirklich gut ausgewählt, und auch mir gefällt er sehr gut. So zumindest wünsche ich mir als Mutter den Stil bei Kinderbüchern.
Inhaltlich setzt die Autorin auf Spannung. Geheimagenten, Lärmgeister und sprechende Tiere garantieren Spannung. Allerdings hatte ich anfänglich meine Bedenken, dass das Buch inhaltlich so gut umgesetzt ist, wie ihre anderen Kids-Werke. Schon von meiner Nichte wurde ich angesprochen, in welchem Land denn nur vier Wochen Sommerferien seien. Ich dachte erst, dass sie etwas überlesen habe, aber tatsächlich hat die Autorin verkürzte Sommerferien eingebaut. Ein kleiner Fehler, der ihr unterlaufen ist, weil sie diese Passage mehrfach geändert hat, aber leider vorhanden. Auch wenige Absätze später, unterläuft ihr ein weiterer „Fehler“. Es ist nicht tragisch und auch nicht störend, aber an dieser Stelle wirkten die Protagonisten auf mich sehr unrealistisch, und selbst meine Nichte, hat mich darauf angesprochen.
Als Jan die Tür öffnete, stand statt Tobi ein riesiger Eisbär vor uns und sah uns niedergeschlagen an. … Jan und ich sahen den Eisbären, der mindestens zwei Meter achtzig groß war und bis unter die oberste Kante des Türrahmens ragte, wie vom Donner gerührt an. „Im Keller“, antwortete Jan... (Zitat. S. 2)
Was fällt an diesem Ausschnitt auf? Lediglich ein kleiner Satz, den der Eisbär gesagt hat, wurde von mir ausgelassen. Und auch ohne ihn wird deutlich, dass die Kinder keinerlei Angst verspüren. Egal wie mutig ich als Kind gewesen bin, bei einem so riesigen Eisbären hätte ich geschrien und erstmal die Tür zugeknallt. Hier wird der Eisbär ganz selbstverständlich behandelt. Genauso wenig sind die Eltern schockiert, verängstigt, sondern lassen den Eisbären bei sich übernachten. Nach diesen kleinen Schnitzern fragte ich mich, wie der Rest des Buches wohl werden würde, und ich kann nur sagen Spannend und Fehlerfrei. Man erfährt etwas über Temperaturen, Schnee, den Nordpol und vieles mehr. Während ich selbst das Buch gut aus der Hand legen konnte, war meine Nichte so gefesselt, dass sie es an einem Stück durchgelesen hat.
Besonders zum Schluss hin wurde das Buch sehr spannend. Am Ende war es diesmal mein Stiefsohn der mich fragte, ob und wann es eine Fortsetzung gäbe. Ihm hat das Buch so gut gefallen. Besonders der coole Eisbär hatte es ihm angetan. Wenn eine Autorin erreicht, dass Kinder nach der Fortsetzung fragen, dann hat sie in meinen Augen alles richtig gemacht. Auch wenn ich persönlich keine sprechenden Tiere mag.
18.4.12
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Thema: Schwarz, Maren: Dämonenspiel |
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| Eine Reihe mysteriöser Vorkommnisse führt dazu, dass sich das beschauliche Leben von Blanca Büchner, einer erfolgreichen Krimiautorin aus dem Vogtland, schlagartig ändert. Alles beginnt damit, dass sie eines Morgens ein mit Trauerflor zusammengehaltenes Liliengesteck vor ihrer Haustür findet. Von diesem Moment an überschlagen sich die Ereignisse: Pia Sandner, ihre beste Freundin, wird tot aufgefunden. Starb sie eines natürlichen Todes oder half jemand nach? Kurz darauf kommt auch Pias Ehemann bei einem fingierten Verkehrsunfall ums Leben. Für die Polizei steht die Schriftstellerin schnell als Hauptverdächtige fest. Und diese hat in der Zwischenzeit eine furchtbare Entdeckung machen müssen: Das Manuskript für ihren neuesten Kriminalroman diente als Anleitung für die Morde an den Sandners! Während die Ermittlungen ihren Lauf nehmen, hat Blanca eines Nachts einen merkwürdig realen Traum. Sie vernimmt eine Stimme, die zu ihr spricht und sie in Angst und Schrecken versetzt. Alptraum oder R ealität? Die Erkenntnis, dass Letzteres zutreffen könnte, bringt sie fast um den Verstand … (Quelle: Klappentext) |
Normalerweise gehöre ich zu den Leute, die es bevorzugen Bücher der Reihenfolge nach zu lesen. In diesem Fall habe ich jedoch den zweiten Teil der Blanca-Reihe vorab gelesen, da mich die Thematik mehr gereizt hatte. Nach der leichten Enttäuschung wusste ich nicht, ob ich mich nun an ein noch früheres Werk der Autorin trauen sollte oder nicht.
Der erste Fall beginnt ohne den gewohnten Prolog der Autorin. Sofort wird der Leser mit Blanca Büchner konfrontiert, die an ihrer Türschwelle einen Trauerflor vorgefunden hat. Ein makaberer Scherz oder steckt da mehr dahinter. Das ist die Frage, die den Leser sofort ans Buch fesselt. Mit der Protagonistin konnte mich die Autorin allerdings am Anfang nicht so fesseln, wie ich es mir gewünscht hätte. Aus dem zweiten Teil hatte ich ein spießiges, älteres Bild der Protagonistin vor meinem Auge. Ohne dieses Bild hätte ich mir alleine aus den ersten Teil kein eigenes Bild der Hauptfigur machen können. Optisch, aber auch charaktertechnisch wird sie beschrieben, bleibt jedoch fremd. Während ich im zweiten Band zumindest ihr Verhalten und ihre Gedanken nachvollziehen konnte, obwohl ich sie mir lebendiger gewünscht hätte, war sie mir hier eine Fremde, wo ich mich oft fragte, warum sie so denke oder handle.
Ich denke, dass dies besonders am Stil liegt, er hier noch sehr in den Anfängen steckt. Kein Vergleich zu späteren Werken.
Ein eiserner Ring legte sich um ihre Brust. Sie bekam kaum noch Luft. Es war ihr, als ob eine stählerne Hand nach ihrem Herzen griff. Kalter Schweiß brach ihr aus. Der Druck in ihrem Brustkorb wurde immer unerträglicher. Pia wollte schreien, doch es kam kein Ton über ihre Lippen. (Zitat S. 43)
Maren Schwarz versucht mit kurzen, klaren Sätzen und ausgewählten Worten eine eigene Handschrift zu kreieren, die die Umgangssprache des Alltags auch dorthin verbannt. Mit jedem Wort merkt man deutlich, wie sie sich vorher Gedanken gemacht hat, um es ansprechend klingen zu lassen. Leider wirkt es dadurch oft unbeholfen und leider auch lahm. An ihrem Stil wird deutlich, dass weniger oft mehr ist. Aber zumindest kein Vergleich mehr mit dem Versuch die Sprache bewusst gehoben klingen zu lassen, wie es bei „Grabeskälte“ der Fall war.
Inhaltlich befasst sich die Autorin bei diesem Werk mit einem interessanten Plot, dem Versuch einen anderen Menschen in den Wahnsinn zu treiben. Schizoprenie wird genauso wie Wahnsinn interessant eingebaut. Dazu greift sie die Idee auf, dass ein Täter seine Aktivitäten nach einem Buch / Manuskript abarbeitet. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Geschichte inhaltlich bekannt vorkam. Nicht so wie bei anderen Büchern, wo ich dachte, das habe ich schon mal gelesen, um herauszufinden, dass es zwar vom Plot her passt, aber ein anderer Titel war. Hier ist dies nur minimal der Fall, aber nicht so einzigartig, wie ich es sonst von ihr gewohnt bin. Nichtsdestotrotz eine gute Grundidee, die für eine gewisse Spannung sorgt.
Trotzdem fesselte mich das Buch, sodass ich mich irgendwann auf den letzten Seiten befand, und auch hier sagen muss, dass mich der Schluss nicht vom Hocker gehauen hat. Während ich sonst von ihr einen letzten Trumpf gewohnt bin, der dem vorangegangen Plot eine Krone aufsetzt und für eine logische und spannende Auflösung sorgt, musste hier plötzlich alles sehr schnell gehen. Ich hatte das Gefühl, als hätte die Autorin bemerkt, dass ihr die Seiten ausgehen. Nichtsdestotrotz ist er schlüssig und spannend, eben nur eine Spur von hektisch.
Alles in allem ist das Buch nicht schlecht. Andere Autoren haben auch klein angefangen und man merkt deutlich, dass sie ihren Weg gehen wird. Perfekte Ansätze, die im Verlauf geschliffen und abgerundet werden. Anfängliche sprachliche Schwächen und ein „gewöhnlicher“ Plot sorgen für 3 Sterne.
17.4.12
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Thema: Schwarz, Maren: Zwiespalt |
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| Die erfolgreiche Krimiautorin Blanca Büchner erwartet mit 40 Jahren ihr erstes Kind. Gerade ist sie mit ihrem Mann auf den Lochbauernhof im Vogtland gezogen - dieser soll mit einem Fluch belegt sein. Kurz darauf fällt Blancas Mann durch einen Unfall ins Koma. Auch die Vorbesitzerin des Hofs erlitt ein schweres Schicksal: Sie nahm sich das Leben, nachdem sie ein Kind mit schwerem genetischen Defekt abtreiben lassen musste. Bei einer Fruchtwasseruntersuchung stellt Blancas Arzt auch bei ihrem Kind einen solchen Defekt fest. Kurze Zeit später ist er tot. Blanca glaubt nicht an einen Unfall und beginnt zu ermitteln. (Quelle: Klappentext) |
Nachdem ich schon mehrere Werke aus der Lüders-Reihe von Maren Schwarz gelesen habe, und mich der Klappentext dieses Buches hier sofort faszinierte, war es nur eine Frage der Zeit, bis das Buch in meinen Händen von Seite zu Seite unter die Lupe genommen wurde. Da ich selbst vor einigen Monaten Mutter geworden bin, fand ich es interessant mal wieder einen Krimi zu lesen, wo eine Schwangere vorkommt.
Maren Schwarz ist mit Blanca eine Protagonistin gelungen, die mich stark an die Autorin selbst erinnert, und bei der sie auch versucht hat, ihre eigenen Erfahrungen als Krimi-Autorin einzubauen. Dies wird schon auf den ersten Seiten deutlich. Doch bin ich mir nicht sicher, ob ich persönlich eine solche Bindung zu einem Protagonisten gut finde. Blanca ist eine 40jährige Autorin, die jedoch deutlich älter dargestellt wird. Während in ihrer anderen Reihe der pensionierte Kommissar Lüders alt ist, jund, humorvoll und trotz Wehwechen dynamisch beschrieben wird, ist Blanca trotz weniger Jahre auf dem Buckel übervorsichtig, ernst, spießig, hausbacken und alles andere als humorvoll. Es ist als wären die Eigenschaften vertauscht worden. Eine gewisse Vorsicht und Häuslichkeit kann ich nachvollziehen. Als werdene Mutter möchte man dem Kind eine ideale Umgebung erschaffen, aber stellenweise hat sie mich an meine 73jährige Mutter erinnert, die aus gesundheitlichen Gründen einfach keinen Elan mehr hat. Hat Maren Schwarz hier eigene Eigenschaften einfließen lassen? Ich kenne sie durch ein Interview jedoch deutlich lebendiger, aber das können andere Leser schlecht beurteilen, und vielleicht falsche Schlüsse ziehen. Auf der anderen Seite sage ich mir, dass sie einfach nur eine Protagonistin erschaffen hat, die durch die hormonelle Umstellung einfach kleinbürgerlicher und langweiliger erscheint, als sie eigentlich ist. Zumindest habe ich die Hoffnung, da der erste Teil der Reihe auch noch zu Hause vorliegt. Trotzdem der Protagonistin etwas Dynamik fehlt, ist sie erstklassig beschrieben. Ihre Gedanken und Handlungen sind alle logisch und für mich komplett nachvollziehbar, genauso wie ich sie mir direkt vor meinem Auge vorstellen konnte.
Inhaltlich setzt die Autorin zum einen auf ein altes, tödliches Geheimnis, welches den Leser bis zur Aufklärung an das Buch fesselt. Auf der anderen Seite befasst sie sich mit der späten Schwangerschaft bei Frauen. Während ihr der Kriminal-Anteil hervorragend gelingt, und die kontinuierliche Spannung nicht besser hätte umgesetzt werden können, begeht die Autorin meines Erachtens einige Fehler, die den Leser an dem Können und der Qualität der Autorin zweifeln lassen.
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Wahrscheinlich war sie, entgegen Elvira Kunzes Einschätung, darüber wahnsinnig geworden und hatte sich das Leben genommen. (Zitat S. 69 oben)
Elvira Krug konnte von niemanden mehr zur Verantwortung gezogen werden. (Zitat S. 69/70) |
Wie euch sicherlich auffällt, ein Vorname und zwei Nachnamen. Es handelt sich jedoch um ein und die selbe Person, nämlich die Hebamme. Dieser Patzer mit der Namensverwechslung passiert der Autorin in im Bezug auf Elvira häufiger. Gerade von Seite 65-70 sehr oft. Das es ihr passieren kann, ist menschlich, aber einem Lektorat sollte es doch wohl auffallen. Dies sind Fehler, die häufig bei Autoren von Selbstverlagen vorkommen, aber bei einem Gmeiner-Titel eher ungewöhnlich.
Besonders schlimm fand ich jedoch den Fehler, den das Internet oder die Erfahrung als Mutter sofort hätte abhelfen können. Ich habe meinen Sohn schon sehr früh gespürt, wenn man bedenkt, dass er mein erster ist, und man dort eigentlich Kinder erst später wahrnnimmt. In der Regel nimmt man die leicht kribbelnden Bewegungen, ich habe sie Schmetterlingsflügel genannt, gegen 18SSW war.Ich habe sie schon in der 15SSW gespürt, was sonst meist eher bei Folgeschwangerschaften der Falll ist. In der 11SSW, wie es die Autorin jedoch einfließen lässt, ist es auf Grund der Größe unmöglich. Eine gute Recherche ist für mich persönlich in jedem Buch wichtig, nicht nur bei historischen Werken. Von daher war ich doch sehr enttäuscht, da Maren Schwarz sonst so viel Herz, Arbeit und Recherche in ihre Bücher hat einfließen lassen.
Stilistisch merkt man auch bei diesem Werk, dass es eine ihrer ersten Veröffentlichungen ist. Viele Widerholungen und der Versuch krampfhaft eine gute Wortwahl zu treffen, sorgen dafür, dass es nicht immer „gut“ klingt. Jeder Satz wirkt durchdacht, wodurch Widerholungen jedoch noch stärker auffallen.
Bis auf diese zwei Schwächen konnte mich das Buch wirklich ohne wenn und aber überzeugen. Selbst der Schluss ist gut gelungen. Schlüssig und absolut passend. Dementsprechend passend empfand ich den Titel, den die Autorin ausgewählt hat, denn sie hat mich in einen echten Zwiespalt gebracht. Ich weiß, dass ihre Werke später besser geworden sind, und sie Talent hat, aber dieses Werk hat eben extreme Schwächen. Zudem sind es Schwächen, die jeder gute Lektor sofort ausgebessert bzw. gesehen hätte. Dementsprechend fällt es mir schwer, ihr einen Vorwurf zu machen. Letzten Endes ist es jedoch ihr Werk. Spannung Pur, ein interessanter Plot, aktuelle Thematik stehen einem gewöhnungsbedürftigen, leicht schwachen Stil und mehreren Fehlern gegenüber, sodass dieses Werk eher durchschnittlich ausfällt. Plot und Spannung sorgen trotz Fehler und hausmütterlicher Protagonistin für drei Sterne.
14.4.12
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Thema: Becker, Oliver: Die Sehnsucht der Krähentochter |
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| Teichdorf im Schwarzwald um 1640. Nach drei ruhigen Jahren kehrt der Krieg zurück nach Baden. Doch noch schlimmer als das heranrückende französische Heer ist für die Teichdorfer Dorfbewohner die Bedrohung durch einen spanischen Söldnertrupp und die Heilige Inquisition. Selbst vor Hexenverbrennungen schreckt man nicht mehr zurück. Bernina, die Besitzerin des Petersthal-Hofes, ist in großer Sorge um ihre Mutter, die Krähenfrau , die aufgrund ihrer besonderen Heilkräfte ins Visier der Inquisitoren gerät. Als dann noch ihr Mann Anselmo verschwindet nehmen die schrecklichen Ereignisse ihren Lauf (Quelle: Klappentext) |
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| „Was ist passiert? Was ist mit Mutter?“ Ihre Stimme hing etwas verloren in der in der klaren Nachtluft, deren Kälte sie sofort umschlang. „Genaues weiß ich nicht. Aber ich befürchte, etwas wirklich Böses bahnt sich an. Morgen ist die Kirchenweihfeier.“ Anselmo schien die nächsten Worte förmlich auszuspucken. „Das große Fest soll anscheinend mit Blut begonnen werden.“ (Zitat S. 7) |
Erschreckende Worte, die schon für einen spannenden Einstieg in das zweite Abenteuer der Krähentochter sorgen. Der zweite Teil spielt drei Jahre nach dem ersten Teil, und baut geschickt auf diesen auf. Dies wird im Verlauf des Buches besonders bei der Protagonistin Benina sehr deutlich, die eine gehörige Entwicklung mitmacht, und an einigen Punkten Fragen aufwirft, wenn man den ersten Band nicht kennt. Dies werden Quereinsteiger, wie ich, schnell merken. Obwohl an einigen Stellen gewisse Grundkenntnisse der Protagonisten vorausgesetzt werden, macht das Lesen trotzdem großen Spaß, denn Belina, aber auch ihr Mann und andere Figuren aus dem ersten Teil sind einfach nur herrlich geschildert. Lebendig, liebenswert und einmalig sind nur drei der Adjektive, die mir sofort in den Sinn kommen. Auch neue Charaktere werden genauso detailliert und sicher eingeführt. Man erkennt die Liebe des Autors zu al seinen Figuren. Durch Ecken und Kanten ist jede realistisch und auf ihre Weise interessant.
Genauso authentisch und vielseitig die Protagonisten von Oliver Becker gestaltet wurden, ist auch die düstere Stimmung des Mittelalters. Dabei versucht er jedoch nicht auf die häufig blutigen Taten detailliert einzugehen, sondern mit wenigen, wichtigen Beispielen geschickt eine realistische Atmosphäre zu schaffen, die trotzdem das Kopfkino anregt und nicht den Eindruck vermittelt, dass es hier um Grausamkeit geht, sondern auch um die Vermittlung der gesamten historischen Perspektive. Gekonnt baut er den 30jährigen Krieg ein, und lässt den Leser diese Zeit hautnah erleben. Dabei wird es mit keiner Seite langweilig. Neben der historischen und spannenden Seite, kommt durch die eingebaute Liebesgeschichte zwischen Benina und ihrem Mann ein Hauch Romantik auf, der Liebe, Glauben und Gefühle der Menschen des 17. Jahrhunderts noch anschaulicher darstellt.
Abgerundet wird der Inhalt und die geschichtlichen Fakten des 30 jährigen Krieges durch den präzisen Stil des Autors. Dem Autor gelingt es mit kurzen Sätzen, ausgewählten Worten und dem Augenmerk auf den wesentlichen Details, eine Stimmung zu erschaffen, wie ich es selten bei einem historischen Roman erlebt habe. Er sorgt für einen so angenehmen Lesefluss, dass ich überrascht war, als ich plötzlich auf der letzten Seite angekommen war. Auch der Schluss ist perfekt gelungen. Logisch, konsequent und sogar leicht überraschend. Ich empfand ihn als sehr angenehm, wobei ich hier aber nicht mehr verraten möchte.
Aus diesen Gründen bekommt das Spiel fünf Sterne, obwohl ich den ersten Teil nicht gelesen habe und ich stellenweise sichtbar gemerkt habe, dass mir diese Kenntnisse fehlen. Allerdings konnte mich der Autor inhaltlich und stilistisch überzeugen, und da nehme ich dies gerne in Kauf. Schließlich ist es ihm damit gelungen, dass ich mir zum Geburtstag den ersten Teil gewünscht habe.
12.4.12
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Thema: Klausner, Uwe: Engel der Rache |
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| Rothenburg ob der Tauber im Jahre 1418. Geheimnisvolle Vorfälle halten die Freie Reichsstadt in Atem. Am Anfang steht der Selbstmord einer 14-jährigen Färbertochter, deren eilig bestatteter Leichnam auf rätselhafte Weise verschwindet. Kurze Zeit später schlägt der Leichendieb erneut zu. Als dann auch noch die Frau des Baders tot aufgefunden wird, macht sich große Angst breit. Auf Bitten des örtlichen Franziskanerkonvents beginnt Bruder Hilpert von Maulbronn ein über die Grenzen seines Klosters hinaus bekannter Meisterdetektiv den mysteriösen Dingen auf den Grund zu gehen (Quelle: Klappentext) |
„Engel der Rache“ ist der fünfte Fall des Bruder Hilperts und mein erster. Dementsprechend war meine Neugierde groß, ob mir der Quereinstieg gut gelingen und mir die Figuren schnell ans Herz wachsen würden.
Schnell wird deutlich, dass auch Quereinsteiger das Buch ohne Sorge genießen können. Alle wichtigen und bekannten Charaktere werden ausnahmslos authentisch eingeführt, sodass man das Gefühl hat sie schon länger zu kennen, ohne die Erlebnisse aus den anderen Büchern wissen zu müssen. In dem Punkt führt der Autor alte Bekannte auf eine angenehme Art und Weise ein. Selbst für Kenner der Reihe wird es nicht langweilig, da nur wenig auf alte Ereignisse eingegangen wird. Es ist so, dass man Personen wiedererkennt, aber ein eigenständiges Buch vor sich hat. Besonders Bruder Hilpert ist ein Charakter, der mich sofort überzeugen konnte. Liebenswert, natürlich und klug kommt er daher. Auch die anderen Figuren werden authentisch eingeführt und konsequent weiter entwickelt, sodass die damalige Zeit einfach realistisch dargestellt werden kann.
Als Schauplatz wird Rothenburg ob der Tauber im Jahr 1418 gewählt. Es ist eine fremde Zeit, die vom Autor jedoch lang und breit eingeführt wird. Von Gehältern, Währungen, Längenmaßen und einer Straßenkarte ist alles dabei. Leider sind es so viele Informationen, die ich mir gar nicht merken konnte. Aber immerhin hat der Leser so die Möglichkeit nachzuschlagen, falls er etwas vergessen hat. Nachdem sich der Autor am Anfang so viel Mühe gegeben hat, alles zu erklären, war ich guter Hoffnung, denn ein historischer Roman muss die Zeit schon authentisch darstellen. Doch danach war ich der Verzweiflung echt nahe.
Uwe Klausner verwendet einen bildhaften und modernen Stil, der durch angenehme Sätze gut zulesen ist. Den Stil kombiniert er jedoch gekonnt mit der damaligen Zeit. Dies hat zur Folge, dass er zahlreiche lateinische Begriffe einbaut und Begriffe verwendet, die in der heutigen Zeit nicht geläufig sind. Und genau das hat bei mir den Lesefluss enorm gehemmt. Zwar übersetzt er wirklich jeden lateinischen Spruch und alle fremden Worte werden ebenfalls erklärt, aber dafür gibt es zahlreiche Fußnoten. Hier hätte der Autor diese auch lieber in einer Liste am Ende zusammenfassen sollen. Bei einzelnen Fußnoten bin ich immer froh, wenn ich diese sofort am Buchrand erläutert bekomme, ohne ständig umblättern zu müssen. Hier ist es jedoch so viel, dass ich mir viele Worte gar nicht merken konnte.
Auf der anderen Seite entsteht ein gutes Bild des mitteralterlichen Schauplatzes. Vom Alltag bis zu medizinischen Erkenntnissen ist alles gut erklärt, sodass das Kopfkino erstklassig entsteht. Selbst einzelne Häuser konnte ich mir auf Grund der Beschreibungen richtig gut vorstellen. Historisch einwandfrei kommt die Spannung jedoch am Anfang zu kurz. Die Ermittlungen nehmen erst im zweiten Drittel Formen an, die rasant voranschreiten müssen. Dadurch kommt es häufig zu Zufällen, Ansätzen und Wendungen, die überraschend eingebaut werden. Das Tempo nimmt zum Schluss so zu, dass man wirklich aufmerksam lesen muss, um kein wichtiges Detail zu überlesen. Die Ermittlungen selbst sind humorvoll, logisch und interessant. So zumindest habe ich mir einen Detektiv des Mittelalters vorgestellt.
Der Kriminal-Fall findet einen krönenden Abschluss in einem konsequenten und schlüssigen Finale, welches für einen letzten Schub Spannung sorgt. Allerdings hatte ich am Ende des Buches eher das Gefühl einen historischen Roman gelesen zu haben, der mit einer angenehmen Prise Ermittlungsarbeit versehen wurde. Spannend, mittelalterlich, aber mit einer Spur zu vielen Fußnoten. Wodurch das Buch nur 3 Sterne bekommt.
3.4.2012
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Thema: Krücken, Marika: Marienkäfer Siebenpünktchen |
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| Marienkäfer gelten als Glücksbringer. Vielleicht, weil jeder Gärtner Glück hat, wenn er die kleinen Blattlausvertilger auf seinen Pflanzen entdeckt. Oder weil wir schon als Kinder ein großes Glücksgefühl empfunden haben, wenn sich ein Marienkäfer auf unserer Hand niedergelassen hat? Was auch immer der Grund dafür sein mag, dass diese sympathischen Käfer die Fantasie anregen ... nimm dir die Zeit zum Träumen. Tauche ein in das Leben des Marienkäferkindes Siebenpünktchen, das mit seiner Familie in einem wunderschönen Rosenstock im Garten lebt. Die Geschichten schildern seine ersten Versuche, Freundschaften zu schließen. So lernt es den Umgang mit anderen Käferkindern und den Wert einer Freundschaft zu erkennen. »Marienkäfer Siebenpünktchen« wurde liebevoll von Marika Krücken geschrieben und gezeichnet; das Buch ist für Kinder im Vorschulalter, im Kindergarten und im ersten Lesejahr geeignet. (Quelle: Klappentext) |
Als Mutter zweier Söhne, 8 Jahre und 6 Monate, ist mir Vorlesen nicht fremd. An Kinderbücher stell ich besonders hohe Anforderungen, sodass es nicht leicht ist, mich zu überzeugen. Lehrgehalt, Wortwahl, Inhalt und Optik muss schon stimmen. Die Idee ein Buch mit einem süßen Marienkäfer auf den Markt zu bringen, empfand ich als klasse. Schließlich gibt es kaum ein Kind, welches Marienkäfer nicht niedlich findet.
Als Mutter fällt sofort auf, dass die Hochglanz-Seiten nicht unbedingt kinderfreundlich sind. Zwar bleibt Dreck nicht unbedingt darauf haften, aber es ist sehr unhandlich, wie ich selbst auch feststellen musste. Gerade für Leseanfänger finde ich persönlich Hardcover-Bücher einfach praktischer.
Die Geschichten sind mit süßen Aquarellen und Fotografien der Autorin versehen und gefallen mir persönlich, aber auch meinen Kids sehr gut. Besonders mein Jüngster mag sich die bunten Bilder gerne ansehen. Da fängt er laut an zu lachen, wenn ich ein Bild mit dem Marienkäfer aufschlage.
Inhaltlich sind die Geschichten optimal. Jede beschäftigt sich mit einem anderen lehrreichen Thema. Sie bieten den Kids die Möglichkeit zu diskutieren und sich über bestimmte Verhaltensregeln zu informieren. Spielerisch lernen sie sozusagen, welche Fehler welche Konsequenzen haben. Die Geschichten sind ideal zum Vorlesen. Sie bieten kleinere Pausen, verfügen über eine gute Wortwahl und kurze Sätze, wodurch Kinder besonders gut folgen und verstehen können. Dabei setzt die Autorin gekonnt auf Wiederholungen. Bei einem Erwachsenen-Roman würde ich dies mangelhaft finden, für ein Kinderbuch empfinde ich dies jedoch als optimal. Gerade bei Figuren oder wichtigen Details können Kinder sich diese leichter merken. Neben dem hervorragend umgesetzten Lehrgehalt, setzt die Autorin inhaltlich auch auf sachliche Informationen. Aus diesem Grund baut sie, leider etwas schlecht abgegrenzt, allgemein Informationen über Spechte und Marienkäfer. Das fand ich als Mutter extrem gut, denn diese Dinge würden Kinder sonst in der Regel erfragen.
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In dem Rosenstrauch im Garten wohnte Familie Marienkäfer. Familie Marienkäfer hatte dieses Jahr großes Glück gehabt, diese schöne Wohnung zu finden. Ihre Nachbarn, Familie Grille, waren nicht so zufrieden mit ihrer Wohnung im Fliederbusch. (Zitat S. 7)
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Die Geschichten sind kurz gehalten, aber beinhalten alles, worauf es bei einer guten Kinder-Geschichte ankommt. Man kann gut jeden Abend eine Geschichte vorlesen und mit dem Kind noch darüber reden. Alternativ eignet es sich auch gut zum Selbstlesen. Hier können Kids in der ersten Klasse langsam an Sicherheit gewinnen.
Selbst als Erwachsene habe ich Gefallen an dem Buch gefunden. Auch mein Großer, der mit fast 9 Jahren eigentlich zu alt ist fürs Erstlesealter, fand die Geschichten klasse und hat gerne zugehört, wenn ich sie meinem Zwerg vorgelesen habe.
Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass bis auf das Buchformat nichts auszusetzen gibt. Spannend, lehrreich, witzig und komplett süß gestaltet, kann man nur hoffen, dass es von der Autorin noch weitere Siebenpünktchen Bücher geben wird.
25-3-12
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Thema: Schwarz, Maren: Grabeskälte |
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Cora Birkner, erfolglose Krimiautorin aus Auerbach, hütet ein schreckliches Geheimnis: Sie ist die einzige Augenzeugin eines grausamen, über zwanzig Jahre zurückliegenden Mordes. Immer wieder von beängstigenden Alpträumen geplagt, entschließt sie sich eines Tages ihr Wissen preiszugeben – in ihrem neuen Kriminalroman.
Das Buch findet das Interesse eines Leipziger Verlags. Doch noch bevor es zu einem Treffen kommt, wird die Leiche der Frau unter der berühmt berüchtigten Göltzschtalbrücke aufgefunden (Quelle: Klappentext) |
„Grabeskälte“ ist der erste Krimi aus der Feder von Maren Schwarz und der erste Band der „Henning Lüders“-Reihe. Nachdem ich zufällig „Treibgut“ gelesen und rezensiert habe, bekam ich von der Autorin den ersten Teil des Buches signiert geschenkt. Klar, dass ich mich nach dem spannenden Wow-Erlebnis bei Treibgut auch gleich mit dem Lesen anfangen musste. Allerdings warnte mich die Autorin vorab, dass es sich hier um ihr erstes Werk gehandelt habe, und ihr Stil dementsprechend noch nicht so ausgeprägt sei.
Der Einstieg in das Buch ist erstklassig. Der Prolog macht Lust auf mehr. Mach möchte wissen, was diese verrückten Jugendlichen planen und in welcher Verbindung dies mit dem Geheimnis dieser Autorin zu tun hat. Nach dem aufwühlenden Prolog geht es weiter mit der Einführung der eigentlichen Protagonistin. Der Leser lernt Cora, eine anstrebende Autorin mit Fehlgeburt kennen. Durch die ausführlichen Schilderungen ihres Kinderwunsches lernt man die Protagonistin kennen und lieben. Sie durchlebt regelmäßig Alpträume, die man näher kennenlernen möchte. Zudem ist es interessant, sie auf ihren Werdegang zu begleiten. Ich hatte das Gefühl, dass Maren Schwarz an dieser Stelle ihre eigenen Erfahrungen mit eingebaut hat. Zudem lernt man den Kommissar Lüders kennen. Obwohl er mir bei Treibgut ohne große Einleitung sehr vertraut war, war meine Neugierde groß, wie es beim ersten Teil sein würde. Würde er mir noch vertrauter sein, würde ich ihn sofort wiedererkennen? Auf beides lautet die Antwort JA. In diesem Fall ist es ihr gelungen das Bild aufrechtzuerhalten und einiges noch verständlicher zu gestalten. Mit Henning Lüders ist ihr der perfekte Kommissar gelungen. Hennning Lüders ist eine eindrucksvolle und starke Persönlichkeit.
Allerdings wird schon auf den ersten Seiten deutlich, was die Autorin mir versucht zu sagen. Ihr Stil ist nur minimal vergleichbar mit dem dritten Fall von Henning Lüders. Sie beschreibt Schauplätze, Charaktere und Situationen authentisch und lebendig. Ich hatte nie Probleme mir etwas bildhaft vorzustellen. Jedoch ist ihr Stil in diesem Buch noch stark in den Anfängen. Es ist schwer zu beschreiben. Ich hatte das Gefühl, dass sie oft zu übertrieben beschreibt, so gehoben. Dadurch kommt der Gedanke auf, dass sie wirklich bewusst darauf achtet, welche Worte sie wählt, um ihre Wortgewandtheit zu demonstrieren, und nicht umgangssprachlich zu wirken. Einerseits eine reife Leistung, die sich sicherlich von anderen Erst-Versuchen unterscheidet. Auf der anderen Seite doch stellenweise zu viel. Mir ging dadurch die Spannung leicht verloren.
Die Themen, die sie aufgreift, wie zum Beispiel der Weg vom Hobby-Schreiber zum Vorstellungsgespräch bei einem Verlag, oder schwarze Messen finde ich interessant. Gut recherchiert und absolut spannend. An Hand von überraschenden Wendungen sorgt sie dafür, dass man das Buch trotz interessantem Stil nicht mehr aus der Hand legen mag. Kontinuierlich spielt sie mit den Ängsten und Gefühlen der Leser. Im Punkto Plot und Inhalt hat die Autorin schon ihren Stil gefunden. Mich konnte sie damit gänzlich überzeugen.
Das ihr Schreibstil nicht so abgerundet und ausgreift ist, wie nach einigen Veröffentlichungen, kann ich ihr verzeihen. Ich kann das Buch nur empfehlen. Es ist ein spannungsgeladener Start einer beeindruckenden Reihe.
21.3.12
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Thema: Frankovic, Miriam: Der große Boxer und der Kunsträuber |
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Kiras zwölfter Geburtstag steht kurz bevor. Das immerzu hungrige Känguru, der 'Große Boxer', der Bilder malende Elefant Watahulu, das schüchterne Krokodilsmädchen Noko und ihre anderen Freunde schenken ihr eine Bilderreise nach Krakau, wo in einem Museum das weltberühmte Bild 'Dame mit Hermelin' von Leonardo da Vinci hängt. Doch plötzlich ist der Hermelin von dem Bild verschwunden, und niemand weiß, wohin. Eine spannende Verfolgungsjagd beginnt. (Quelle: Klappentext)
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„Der große Boxer und der Kunsträuber“ ist ein Kinderbuch für Leseratten ab 8 Jahren. Genau das richtige Buch für meinen Sohn und meine Nichte.
„Der große Boxer und der Kunsträuber“ ist die Fortsetzung „Der große Boxer und die Rasomiten“. In diesem ersten Band befindet sich Kira in Australien mit einer ganzen Bande aus Tieren. Dieser Teil setzt direkt an, und beginnt mit der Ankunft im verschneiten Deutschland.
Da ich selbst noch sehr gerne Kinderbücher lese, konnte ich an diesem Exemplar nicht vorbei. Den Einsteig empfand ich persönlich eher schwierig. Kira und ihre Tierbande wird dem Leser zwar vorgestellt, sodass man ein kleines Bild bekommt, aber mir persönlich reichte es einfach nicht aus. Vieles wird mit ihrem ersten Abenteuer verbunden, und ich hatte das Gefühl, dass es besser gewesen wäre, diesen vorab gelesen zu haben. Die Charaktereigenschaften der Tiere werden zwar genau genannt, und es wird auch minimal darauf eingegangen, wie sie sich zusammengerauft haben. Allerdings gelang es mir nur sehr schwer mich hineinzufinden. Mir fehlten Informationen, und vieles wirkte fremd.
Anfänglich dachte ich, dass es daran lag, dass ich den ersten Teil nicht kannte und vielleicht auch daran, dass meine Fantasie für die ganzen tierischen Freunde nicht ausreichte. Allerdings hat mein Sohn dies ebenfalls bestätigt. Kleinere Bilder oder eine kurze Zusammenfassung des Kennenlernens in einem Prolog hätte ihm besser gefallen. Meine Nichte hingegen besitzt extrem viel Fantasie und sie hatte lediglich ein Problem mit den vielen Namen. In diesem Punkt kam sie gerade am Anfang, da sie sich ebenfalls hineingeworfen fühlte, durcheinander. Das ist bei anderen Kinderbuch-Reihen ausgebauter. Dort werden die Protagonisten auch für Quereinsteiger besser eingeführt. Das soll jedoch nicht heißen, dass es schlecht ist. Nach 30 Seiten ist das Bild so perfekt, als würde man die Figuren aus dem ersten Band kennen. Dies ist jedoch ein Kritikpunkt, der nur minimal einfließt, denn der Fehler liegt ja eigentlich bei mir.
Inhaltlich kann das Buch gänzlich überzeugen. Ihr gelingt es Tiere und Menschen in einen interessanten und spannenden Abenteuer zu vereinen. Ich persönlich war zwar schon als Kind nicht so der Fan von sprechenden Tieren, jedoch kommt es sonst bei der Zielgruppe sehr gut an. Das eigentliche Abenteuer umfasst jedoch nicht nur Tiere, die übrigens sehr authentisch beschrieben wurden, sondern auch das Thema Freundschaft. Diese beschäftigt sich nicht nur mit dem Aspekt Mensch und Tier, sondern geht auch um die erste Liebe. Für Mädchen sehr schön, aber wo mein Sohn nur das Wort Kuss, hat er sich nur geschüttelt. Da dies jedoch nur am Rande eingeflochten wird, ist das Buch auch ideal für Jungs, denn Spannung ist auf Grund der Spuk-Stimmung greifbar.
Doch nicht nur Spannung und Spaß sind vertreten, sondern die Autorin hat auch an den Lehrgehalt gedacht. Absolut kindgerecht versucht sie den jungen Lesern das Leben und die Kunst rund um Leonardo da Vinci zu vermitteln. Dies gelingt ihr ohne Kompromisse. Meine Nichte, die sich eh leicht beeinflussen lässt, hat sich danach diverse Sachbücher geschnappt, um sich mit da Vinci, seinen Erfindungen und seiner Kunst vertraut zu machen. In meinen Augen macht es eine Autorin genau richtig, wenn sie durch ihr Werk die Neugierde eines Kindes weckt. Selbst mein Sohn konnte einige Informationen abspeichern, die er nun bei Verwandten zum Besten gibt.
Die Mischung aus Bildung und Spannung kommt bei den Kids sehr gut an. Auch wenn ich mich persönlich mit sprechenden Tieren noch immer nicht anfreunden kann, hat Miriam Frankovic ihre Arbeit hervorragend erledigt. Als Mutter kann ich das Buch ohne Bedenken empfehlen, und Kinder lieben es auf Grund der Spannung und Tiere. Was will man mehr!?
14.3.12
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Thema: DArachart, Nadine / Wedler, Sarah: Die Muse des Mörders |
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| Ein Serienmörder im Wien des Jahres 2011. Er tötet nachts mit einem Dolch und versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Chefinspektor Dominik Greve entdeckt, dass jedes Opfer ein wertvolles Schmuckstück aus der Fertigung eines Wiener Nobeljuweliers besaß. Da tritt die alternde Schriftstellerin Madeleine Scuderi auf den Plan. Durch eine missverständliche Aussage gegenüber einer Tageszeitung betrachtet sie der Täter fortan als seine Vertraute und Muse. Sie beschließt, die Morde auf eigene Faust zu klären, und setzt sich dabei einer schrecklichen Gefahr aus. Ein moderner Thriller, wie er spannender nicht sein könnte, mit der literarischen Tiefe E.T.A. Hoffmanns. (Quelle: Klappentext) |
Remakes kenn ich eigentlich nur aus der Film- und Spieleindustrie. Als großer Fan von Krimis war dementsprechend meine Neugierde groß, wie das Remake mir gefallen würde. Gerade bei Spielen wie „King's Quest“, die als VGA Remake zahlreiche Spieler begeisterten, weiß man, dass ein Remake erstklassig sein kann.
In diesem Fall liegt das Buch dem Klassiker „Das Fräulein von Scuder“ von E.T.A Hoffmanns zu Grunde. Dessen Handlung spielt im 17. Jahrundert und wird als erster deutscher Krimi gehandelt. Verfasst wurde es 1819. Ein Buch von dem ich bis dato zwar schon mal etwas namentlich gehört hatte. Und dank einer Frage, wurde mir ein Einblick in das Original seitens der Autoren gewährt.
Nadine und Sarah sind damit in große Fußstapfen getreten. Ihr Remake spielt nicht im 17. Jahrhundert sondern in der Neuzeit. Damit traf ich wohl auf das größte Problem bei diesem Buch. Zuerst hatte ich das Jahr 2011 überlesen, und bin davon ausgegangen, dass es sich um die damalige Zeit handle. Erst beim Lesen traten Ungereimtheiten auf, die mich auf meinen Fehler aufmerksam machten. Eigentlich habe ich nichts dagegen, wenn bei einem Remake nicht nur die Sprache aufgefrischt wird. Schließlich wird die Geschichte auch bei einem Film der Neuzeit angepasst, warum nicht auch hier. Die Protagonisten wurden unserer Zeit angepasst. Twitter, Drogen, Aufsässigkeit und Co. verleihen ihnen eine Art, wie sie im Moment aktuell ist. Doch nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Schauplätze wurden dem Jahr 2011 angepasst. Beides ist erstklassig umgesetzt worden. Lebendig, zeitgemäß, detailliert und modern. Jeder Protagonist ist auf seine Art einzigartig und sympathisch. Schauplätze, wie zum Beispiel Wien, wecken Erinnerungen an Urlaube im Kindesalter. Realistischer hätte es nicht umgesetzt werden können. Ein Punkt ist mir jedoch aufgefallen. Negativ würde ich ihn nicht bezeichnen, aber Besonders. Die Stimmung bzw. Atmosphäre, die die zwei Autorinnen einfangen, wirkt älter. Würden nicht neumodische Dinge wie Twitter eingeworfen werden oder der Hinweis mit 2011 sein. Ich würde von der eingefangenen Atmosphäre eher davon ausgehen, dass der Kriminalroman 18. Jahrhundert, oder auch früher spielt. Und diese Stimmung finde ich bemerkenswert schön. Dadurch kam regelmäßig der Wunsch auf, die zwei hätten sich auch zeittechnisch an dieses Jahrhundert gehalten.
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| Ihr Hausmädchen hatte aber, soweit Madeleine wusste, noch nie Probleme gehabt, nachts Ruhe zu finden. Trotzdem kam sie sich albern vor, als sie wie ein Teenager, der sich über ein elterliches Verbot hinwegsetzt, die Treppe hinunter in die Küche schlich, wo sie einen Kessel mit Wasser aufsetzte. (Zitat aus Kapitel 2) |
Parallelen zum Original sind besonders in den Protagonisten und den Fällen zu erkennen. Der Stil und die Umgebung wurden jedoch wirklich sehr angepasst. Es lässt sich dadurch leichter lesen. Und ich finde es beeindruckend, dass sich zwei so junge Talente, an diesen schweren Klassiker herangewagt haben.
Auch sonst ist ihnen die Umsetzung gelungen. Extrem kurze Kapitel, insgesamt 91 erwarten den Leser auf 304 Seiten, sorgen für ein besseres Verständnis, bei den ganzen Sprüngen in der Perspektive. So muss man nicht groß überlegen, wer nun berichtet oder wen man gerade begleitet. Gerade am Anfang finde ich dies ideal, da man zeitgleich drei verschiedene wichtige Protagonisten kennenlernt, und man so besser unterscheiden und nachvollziehen kann.
Von der Spannung her ist es den beiden Autorinnen gelungen, die auf eine kontinuierliche Art und Weise einzufangen. Mit jeder Seite zittert man mit und ist von dieser Geschichte gefesselt. Für eine Krimi genau die Richtige Mischung aus Ermittlungen, Überraschungen und spannenden Momenten.
Der Schluss ist logisch und an die vorhergegangene Geschichte angepasst, sodass dadurch der Krimi harmonisch ausklingt. Er lässt den Leser mit einem Gefühl von erlesener Unterhaltung zurück. Mir war es eine Freude unterhalten zu werden, auch wenn ich oft fand, dass die Atmosphäre und noch perfekter mit der damaligen Zeit harmoniert hätte.
Eigentlich ein perfekter Krimi, der fünf Sterne verdient, aber diese Atmosphäre sorgt dafür, dass ich es nicht mit meinem Bauchgefühl vereinbaren kann. Vielleicht hab ich zu viele alte Krimis gelesen, vielleicht war es auch der Original-Text. Der Wunsch das Buch hätte im 17. Jahrhundert gespielt, ist zwischenzeitlich durch diese Grundstimmung einfach zu groß.
3.2.12
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Thema: Franković, Miriam: Einwegmänner |
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Die 40-jährige Lisa jobbt als Castingagentin bei der Telenovela Aller Tage Abend. Wie die meisten Frauen bei 7soap film schwärmt sie für den attraktiven Serienstar Hanno. Was Männer angeht, schliddert Lisa allerdings von einem Desaster ins nächste. Auch ihren Freundinnen Marlene und Fabienne ergeht es nicht viel besser. Als Lisa beschließt, der Liebe ein für alle Mal abzuschwören, geschieht etwas, womit sie nicht gerechnet hat. (Quelle: Klappentext)
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Mein erster Gedanke, den ich bei dem Buch hatte, war „Hera Lind“. Sie ist bekannt für Werke, die sich mit einer weiblichen Darstellerin aus der Fernsehbranche befassen und die Männer dabei mehr oder weniger farbenfroh dastehen lassen. Nach zwei dieser Lektüren bin ich der Auffassung, dass ich eine Hera Lind im Buchregal nicht wiederfinden möchte. Langatmige Details aus dieser Arbeitswelt fand ich auf die Dauer schrecklich. Obwohl mich der Klappentext von Miriam Frankovi sofort ansprach, waren meine Bedenken, dass sie es wie Hera Lind hält sehr groß.
Gleichzeitig fällt es mir oft schwer mich in Protagonisten hineinzuversetzen, die zwischen 40-50 sind. Mit Ende 20 ist es für mich eine fremde Welt. Doch Miriam Frankovi gelingt es sofort mich mit Lisa zu überzeugen. Man merkt sofort, dass die Autorin an zahlreichen Daily Soaps mitgewirkt hat. Lisa kommt alles andere als wie 40 vor. Jugendlich, voller Elan, witzig, aufgeschlossen, chaotisch und leicht verträumt kommt sie daher, und zieht mich in ihren Bann. Obwohl sie deutlich älter ist, konnte ich mich ohne Probleme in ihre Gedankenwelt hineinversetzen. Und auch die anderen weiblichen Figuren lassen das Herz höher schlagen. Für jedes Klischee oder besser gesagt für jeden Frauentyp ist etwas dabei. Von der ultimativen Zicke über das Vamp bis zum grauen Mäuschen ist alles mehr oder weniger ausgeprägt vertreten. Die Charaktere wirken, egal ob männlich oder weiblich völlig lebendig und überzeugend, halt aus dem Leben gegriffen.
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| Die Türklingel schrillte grell in meinen Ohren. „Verdammt noch mal. Welcher Idiot wagt es, mich mitten in der Nacht zu wecken?“ Endlich ging das verklebte Auge auf, und mein einäugiger Blick fiel auf den Radiowecker. 12.34 Uhr. Das konnte unmöglich sein. Oder doch? (Zitat S. 5) |
Auch inhaltlich kann die Autorin brillieren. Sicherlich erkennt man an einigen Stellen, dass sie hauptsächlich im Bereich der Daily Soaps tätig ist, aber das ist nicht unbedingt negativ. Emotionen, Schauplätze oder Situationen werden bis ins kleinste Detail beschrieben. Kopfkino ist vorprogrammiert. Allerdings waren es mir an einigen Stellen zu viel der Adjektive. Ich hatte das Gefühl, dass sie ihr eigenes Kopfkino festhalten möchte. Nichtsdestotrotz schadet es dem Lesefluss überhaupt nicht. Witzige Begebenheiten reihen sich aneinander und lassen dem Leser ein Lächeln auf dem Gesicht zurück. Genauso setzt sie auf Spannung und auf die romantische Ader. Wie man daran erkennt, wird es in dieser Geschichte nie langweilig. In dem Punkt ein gelungener Frauenroman, wie ihn sicherlich viele Leserinnen erwarten. Man darf aber nicht die Idee dahinter vergessen. Die Suche nach dem richtigen Mann, und die damit verbundene Tatsache, dass man den falschen auch ziehen lassen muss, um das wahre Glück zu finden. Mit diesem Ansatz verbindet Miriam Frankovi die humorvolle Seite mit der dem psychologischen Tiefgang. Es lässt über die eigene Beziehung, vergangene Beziehungen und generell die eigene Situation nachdenken. Dies wird besonders durch den logischen und konsequenten Schluss deutlich.
Stilistisch konnte mich die Autorin ebenfalls überzeugen. Wortgewandt, dynamisch, treffend und leicht ironisch ist der Stil der Autorin. Kein Vergleich zu den langatmigen Passagen und Wortwiederholungen einer Hera Lind. Miriam Frankovi vermeidet dies gekonnt an Hand von durchdachten Sätzen, abwechslungsreichen Worten und ihrer Liebe zum Detail.
Einmal angefangen konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen, weswegen ich das Buch auch so gerne weiterempfehle. Wer auf der Suche nach einer leichten, humorvollen Liebeslektüre mit gewissen Tiefgang ist, sollte nicht lange überlegen. Miriam Frankovi wird ihn mit ihrem Werk „Einwegmänner“ nicht enttäuschend
29.2.12
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Thema: Kobjolke, Juliane: Tausche Brautschuh gegen Flossen |
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| Lena Scholl ist 25, frisch verheiratet und dennoch viel zu oft allein: Ihr Mann Lukas ist Zeitsoldat und nicht selten für Wochen unterwegs. Auch der neu begonnene Job enttäuscht sie und keine ihrer Freundinnen steht mit einer Schulter zum Ausweinen zur Verfügung. Lena flüchtet sich ins Internet, wo sie Christoph kennenlernt, der als Tauchlehrer auf Teneriffa arbeitet. Als ihr bewusst wird, dass sie beide beginnen, mehr füreinander zu empfinden, zieht Lena sich zurück, kann aber Christoph nicht vergessen. Dann erfährt Lukas von ihrer neuen Bekanntschaft und das Chaos ist perfekt. (Quelle: Klappentext) |
„Tausche Brautschuh gegen Flosse“ ist ein Buch, welches mich sofort angesprochen hat. Alleine durch den Klappentext konnte ich mir schon gut vorstellen, dass mir diese Protagonistin gefallen würde. Ähnliches Alter, ebenfalls seit kurzem verheiratet und einen Mann, der beruflich viel unterwegs ist, da sollte es mir nicht schwer fallen, mich mit ihr zu identifizieren.
Der Einstieg ließ jedoch schlimmes ahnen. Die ersten Seiten wurde ich mit Lea überhaupt nicht warm. Ich verstand nicht, warum sie sich so aufregte, ihr Mann war schließlich schon lange Zeitsoldat. Trotz Rückblende der Hochzeit und dem Kennenlernen zwischen Lukas und Lena, hatte ich das Gefühl, dass mir die Hauptfiguren fremd blieben. Glücklicherweise ist dieser Zustand nicht von langer Dauer. Langsam, schleichend, aber kontinuierlich ändert sich dies. Erst macht es sich gar nicht bemerkbar, und dann plötzlich musste ich erkennen, dass mir Lena nicht mehr fremd war, sondern sehr vertraut. Das liegt hauptsächlich an der Situation, in welche die Autorin Lena und Lukas steckt.
Im ersten Moment fragte ich mich, wie kommt man auf die Idee, nur weil der Mann längere Zeit weg ist, die Arbeit auf Eis gelegt ist auf die Idee zu chatten, gerade wenn man glücklich ist!? Dies macht Lena auf den ersten Blick leicht unsympathisch. Doch dann wird diese Thematik vertieft und immer greifbarer und verständlicher. Es ist eine Situation, wie sie jeden, egal ob Männlein oder Weiblein, treffen kann. Es ist eine Minute der Einsamkeit, Frust oder gar Wut, in der ein Gesprächspartner fehlt. Man möchte reden, und in der heutigen Zeit ist das via Internet möglich. Das in dieser Situation heraus Gefühle, Hoffnungen und Wünsche geweckt werden, ist gar nicht so abwegig. Es kann aber auch in einer ganz anderen Situation passieren, ein netter Arbeitskollege, ein Blickkontakt in der Bahn oder der nette neue Nachbar. Versuchungen gibt es überall. Und diese beispielhaft und anschaulich zu präsentieren, ist der Autorin meinen Augen erstklassig gut gelungen.
In der Ich-Perspektive geschrieben, kommen Emotionen, Schuldgefühle, Wünsche und Ängste eindrucksvoll zur Geltung. Ich habe mit der Protagonistin gelitten, gehofft und immer wieder gefragt, wie ich selbst reagieren würde.
Genauso gut, wie ich die Perspektiv-Wahl fand, sieht es mit dem Stil aus. Wortgewandt, erfrischend, charaktervoll und detailliert kommt er daher. Unter ihm sind Schauplätze zum Greifen, Seiten fliegen dahin und der eine oder andere Schmunzler wird erzeugt.
Meistens ersticken solche Bekanntschaften nach wenigen Augenblicken aus Angst, oder weil man erkennt, was man am eigentlichen Partner hat. In diesem Fall wird die Situation drastisch ausgebaut und kommt zum Höhepunkt, als sich die Zwei treffen. Die Kombination aus zurückgelassenen Ehemann und der prickelnden Spannung zwischen Lena und ihrem neuen Schwarm sind ein guter Kontrast, der das Buch temporeich und keineswegs langweilig erscheinen lässt. Bis zum Schluss fieberte ich mit, wie sich Lena wohl entscheiden würde.
Anders und doch erwartet - so würde ich den Schluss beschreiben. Die Beweggründe für die endgültige Entscheidung sind nachvollziehbar und durchdacht. Allerdings hätte ich mir einen anderen Ausgangspunkt gewünscht. Vorhersehbar und ohne große Überraschung ist das Ende plötzlich da. In aller letzter Sekunde scheint dies auch der Autorin bewusst geworden zu sein, denn sie versucht mit einem Schmankerl noch Spannung aufkommen zu lassen. Es ist ein Finale wie es eigentlich fast jeder erwarten würde. Aus dem Grund ist es weder negativ, noch wirklich positiv. Lediglich die Logik sticht positiv hervor, und sorgt bei Personen in einer ähnlichen Grundsituation, für einen Denkanstoß.
Lange hab ich mit mir gefochten, ob ich auf Grund des Anfangs und des Schluss einen Punkt abziehen soll. Ich bin zu dem Resultat gekommen – nein. Betrachtet man allein die Thematik, die Protagonisten und den Stil, kann man von einer ausnahmslos guten, wenn auch leichten Frauen-Lektüre sprechen. In diesen Fällen ist das Ende meist vorhersehbar. Zudem bin ich erfreut, dass endlich mal ein interessantes und aktuelles Thema aufgegriffen wurde. Dementsprechend vergebe ich gerne fünf Sterne.
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Thema: Fischer, Gerrit: Adria-Express |
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| Der 18jährige Tim kommt mit seinem Leben nicht mehr zurecht. Zu viel ist passiert in den letzten Monaten. Verzweifelt bricht er aus seinem Alltag aus, setzt sich in den nächstbesten Zug und lässt sich ohne Ziel treiben.Er strandet am Münchner Hauptbahnhof, wo er eine Gruppe Backpacker trifft, die als Interrailer mit der Bahn durch den Süden reist. Er schließt sich ihnen an und erlebt eine Welt, die ihm bisher verborgen geblieben ist, mit vielen interessanten Bekanntschaften, spannenden Abenteuern, traurigen und heiteren Erlebnissen. Irgendwann wird ihm klar, was ihm wirklich wichtig im Leben ist.Adria-Express, ein unterhaltsamer, amüsanter und manchmal nachdenklicher Roman über die Träume und Realitäten des Lebens. (Quelle: Klappentext) |
Jeder im Leben hatte schon mal eine Situation, wo er am Liebsten einfach irgendwo eingestiegen, und einfach ohne Ziel losgefahren wäre. Egal ob mit der Bahn, dem Auto oder gar dem Flugzeug, einfach dem Straßenverlauf oder einem bestimmten Gleis folgen, sich treiben lassen und schauen, wo man landet.
Diesen Gedanken hat sich Gerrit Fischer zu Nutzen gemacht und dabei seine Erfahrungen, die er in den 90er Jahren auf zahlreichen Bahnreisen mit Freunden in Richtung Süden, mit eingebaut.
In der Ich-Perspektive begleitet der Leser den jugendlichen Tim auf seiner Reise. Eine Reise zum Sinn des Lebens. Tim wird den Lesern als antriebslos, verzweifelt und hilfebedürftig dargestellt. Er ist an einem Punkt in seinem Leben angekommen, wo er seine Träume aufgibt, und die kalte Realität erblickt. Mit dieser kommt er jedoch nicht klar. Es ist eine Situation, wie man sie vielleicht selbst kennt. Und selbst wenn dies nicht der Fall ist, kann man sie trotzdem nachvollziehen, denn Gerrit Fischer gelingt es durch die richtige Wortwahl ein klares, emotionales und tiefgründiges Bild entstehen zu lassen. Diese Liebe für seine Hauptfigur kommt auch bei den anderen Nebenrollen zum Vorschein. Ich hatte ganz oft das Gefühl, dass es sich um reale Figuren handelt, so greifbar und authentisch wurden sie dargestellt.
| Zitat: |
| Alles erscheint sinnlos. Anstrengend. Ziellos. Planlos. Leer. Ich fühlte mich wie eine Flipperkugel. Immer in Bewegung, die Richtung fremdbestimmt, von einem harten Anschlag zum nächsten harten Aufprall geschossen. (Zitat S. 6) |
Doch nicht nur bei den Charakteren, sondern auch bei den Schauplätzen und Begebenheiten ist der Stil ein wahrer Genuss. Leicht, plastisch und verträumt schildert er Ortschaften, sodass man sie direkt vor seinem inneren Auge sieht und davon träumen kann. Mitreißen, kräftig und zart hingegen sind die Situationen. An Hand dieser Beschreibungen wurde mir sofort klar, warum dieser Autor schon in der ersten Klasse von seiner Deutsch-Lehrerkraft, für seine Schreib- und Stilsicherheit gelobt wurde. Im fliegen die Worte nur so zu. Es ist eine Freude diese Wortgewandtheit miterleben zu dürfen.
Neben dem Stil kommt auch der Inhalt nicht zu kurz. Spannende Momente werden von lustigen Situationen abgelöst. Kleine Anekdoten, neue Kontakte oder interessante Begebenheiten sorgen für eine gute Abwechslung, sodass in meinen Augen keine Langweile aufkommt. Zeitgleich vergiss Gerrit Fischer die Grundidee nicht. Tiefgründig, Gefühlvoll und zum Nachdenken anregend befasst er sich mit dem Sinn des Lebens, dem Träumen und den Zielen, die man haben sollte.
Gerrit Fischer bezeichnet das vorliegende Werk als Jugendbuch. Ich selbst würde es in die zeitgenössische Literatur einordnen. Der Protagonist ist zwar 18, und Interrailer ist ein Thema, dass gerade junge Leser interessiert, aber durch die Grundidee ist es nicht unbedingt eine Umsetzung die Jugendliche begeistern wird. Trotzdem will ich damit nicht sagen, dass nicht auch Leser ab 16 oder gar ab 14 das Buch lesen können. Im Gegenteil, es eignet sich idealerweise für den Deutschunterricht ab der 9 Klasse. Die stilistischen Mittel, der Inhalt und die Umsetzung bieten nicht nur genügend Material im „Deutsch-Sinn“, sondern auch zum Diskutieren.
Unterhaltsam ist dieser Roman definitiv, aber als leichte Sommerlektüre, würde ich ihn nicht empfehlen. Da muss ich der Mittelhessischen Anzeigen Zeitung widersprechen. Oberflächlich gesehen ist es ein leichtes Thema, aber liest man zwischen den Zeilen, dann ist es tiefsinnig. Und genau diese Kombination macht das Buch so lesenswert. Vergesst den Verlag, denn der Autor kann definitiv überzeugen.
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Thema: Schwarz, Maren: Treibgut |
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Elena ist zusammen mit ihrem Mann Darko und ihrer Tochter Lea nach Rügen gereist, um für einen Bildband die Küste mit ihrer Kamera festzuhalten. Ihr fehlt nur noch ein stürmisches Motiv und das Wetter an diesem Tag perfekt. Zusammen mit ihrer Tochter macht sie sich auf den Weg zu den Kreidefelsen. Trotz eisigem Wind, feinem Sprühregen und eisiger Kälte macht sie sich mit ihrer Tochter auf den Weg, denn Darko liegt krank zu Hause. Oben angekommen, widmet sie sich ihrer Arbeit, und bekommt erst im letzten Augenblick mit, dass sich der Kinderwagen auf dem leicht abschüssigen Gelände auf einer kleinen Eisschicht selbstständig gemacht hat. Sie kommt zu spät. Ihre Tochter stürzt samt Kinderwagen in die Tiefe. Rettungskräfte kommen zu spät. Elena nimmt dies zu tiefst mit, und sie muss in der Psychiatrie eingewiesen werden. Einige Jahre später glaubt sie ihre Tochter im Fernsehen erkannt zu haben. Keiner glaubt ihr außer Henning Lüders, einem pensionierten Kommissar, der schon einige merkwürdige Fälle gelöst hat. Erst aus Freundlichkeit, später auf Grund aufkommender Zweifel und Fragen, beginnt er zu ermitteln, und kommt dabei einem Geheimnis auf die Spur, das einem Alptraum gleich kommt.
===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Treibgut-dritte-Fal...29652738&sr=8-2
===Sarahs Meinung===
Maren Schwarz ist eine Autorin, die die Alpträume einer Mutter geschickt einfängt und für ihre Geschichte zu nutzen macht. Jede Mutter fürchtet sich vor einem unachtsamen Moment, der ihr Leben verändert wird. Eine Angst mit der es leicht ist, einen spannenden Krimi entstehen zu lassen. Dabei setzt sie auf einen altbewährten Ermittler, Henning Lüders, einem pensionierten Kommissar, der trotz seines hohen Alters völlig vital ist. Mit Henning Lüders hat die Autorin einen Ermittler erschaffen, der in meinen Augen sympathischer nicht hätte sein können. Authentisch, liebenswert, resulut und stark im Charakter wird dieser Mann dargestellt. Meine größte Sorge galt der Entwicklung dieser Figur. Schließlich ist der vorliegende Band der dritte Fall. Meine Sorge war jedoch gänzlich unberechtigt. Zwar werden stets andere Fälle erwähnt, und auch andere Protagonisten, die einige Leser aus den vorherigen Bänden kennen werden, kommen auch hier wieder vor. Nichtsdestotrotz hatte ich nicht das Gefühl auf einen Fremden zu treffen, in den ich mich nicht hineinversetzen kann. Maren Schwarz ist das genaue Gegenteil gelungen. Mit wenigen Sätzen gelingt es ihr den Protagonisten so darzustellen, wie auch Alt-Fans der Reihe ihn sehen, ohne diese zu langweilen. Für mich eine bemerkenswerte Leistung, die nur wenigen Autoren gelingt. Doch nicht nur Henning Lüders ist ein außergewöhnlicher Charakter, sondern auch die neuen Figuren, wie zum Beispiel Elena. Jede Figur wird durch einen anderen Charakterzug individuell zum Leben erweckt. Dabei ist sie schonungslos und realistisch. Sie deckt Abgründe auf und spielt gekonnt mit diesen.
„Pass bloß auf, dass du dich da nicht in etwas verrennst“, ermahnte Peer sie. Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, fügte er hinzu: „Ich war dabei, als man den Unglücksort gesichert und die Überreste des Kinderwagens aus dem Meer geborgen hat.“ (Zitat Kapitel 2)
Maren Schwarz setzt nicht nur auf den Alptraum einer jeden Mutter, diesen einen unachtsamen Moment, sondern baut zusätzliche Abgründe, wie zum Beispiel Spielsucht, Untreue und Alkoholismus ein. Es sind Schluchten, die bei den Hauptfiguren gar nicht erwartet werden, sondern überraschende Wendungen darstellen und für neuerliche Spannung sorgen. Dies ist einer der positiven Aspekte, die für einen kontinuierlichen Gespanntheit während des Lesen sorgt. Unterstützt wird das Ganze durch den Wunsch selbst die Lösung zu finden. Das Raten gestaltet sich jedoch gar nicht so einfach, denn Maren Schwarz, weiß fachmännisch durch Wendungen, neue Einwürfe, den Leser immer wieder auf neue Fährten zu bringen und dafür zu sorgen, dass es bis zum Schluss dramatisch und offen bleibt.
Dabei legt Maren Schwarz ein Tempo hin, von dem sich andere Krimis eine Scheibe abschneiden können. Langweile kommt an keiner Stelle auf. Von Rügen führen die Ermittlungen über Italien bis in die USA.
225 Seiten und ein solch inhaltlicher Umfang, da muss doch was gespart sein, war nach gut 180 Seiten meine Meinung, aber das konnte ich definitiv nicht feststellen. Doch nicht mal beim Stil kann ich etwas negatives finden. Leicht, mit einer auffallenden Liebe zum Detail fließen die kurzen Kapitel nur so dahin. Selbst der Schluss ist logisch, konsequent, auflösend und ein krönender Höhepunkt. Es wirkt nichts gekürzt oder künstlich.
In meinen Augen ist dies einer der besten Krimis der letzten Zeit, und ich möchte unbedingt mehr von dieser Autorin lesen.
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