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Im Schatten des Palazzo Farnese - Fred Vargas

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taciturus taciturus ist männlich
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Dabei seit: 08.05.2005
Beiträge: 2.555

Im Schatten des Palazzo Farnese - Fred Vargas Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Kurzbeschreibung:

Hier ist der erste Krimi von Fred Vargas, der bereits ihr großes Talent für herzergreifende, schräge Typen erkennen läßt. Drei exzentrische Studenten, eine wundervolle Femme fatale und ein Bischof, den Genüssen des Lebens zugetan, haben alles, was eine echte Vargas ausmacht. Auf dem europäischen Kunstmarkt tauchen unbekannte Zeichnungen von Michelangelo auf. Sind sie aus der Vatikan-Bibliothek gestohlen? Als ein Pariser Kunsthistoriker daraufhin eilends nach Rom reist, wird er mit einem Becher Schierling umgebracht. Preis der Leserinnen von "Elle" 2002. Ausgezeichnet mit dem Buchhändlerpreis (Prix des libraires)


Über die Autorin:

Fred Vargas, Jg. 1958, Mutter eines Sohnes, Archäologin im Hauptberuf, lebt in Paris. Ihre erfolgreichen Krimis schreibt sie fast ausschließlich im Urlaub.


Eigene Meinung:

In Rom residieren drei französische Studenten. Claudius, Tiberius und Nero. Das Triumvirat der römischen Kaiser, als herrlich skurrile Figuren, dient als eine der Hauptfigurengruppe für diesen ruhigen und verwirrenden Krimi, der den Leser zu den Geheimnissen der Vatikanischen Bibliothek führt. Als der französische Kunsteditor und Vater von Claudius wegen des Verdachts nach einer gestohlenen Zeichnung Michelangelos nach Rom reist, ereilt auf einen Fest der Tod durch einen Schierlingsbecher. Da der Tote der Bruder des französischen Justizministers war, wird ein französischer Sonderermittler entsendet, um seinen italienischen Kollegen von politisch unliebsamen Ermittlungen abzuleiten.

Fred Vargas versteht es auf ihre Art einen vergnüglichen Krimi zu schreiben. Mit ihren maßlos überzeichneten Figuren schafft sie es einen Nebel über die wahren Ereignisse zu legen und so den Leser an der Nase herumzuführen und ob ihrer Kreationen zu faszinieren, die immer wieder mit überraschenden Gesten und Sagern deutlich zur Genialität des Romans beitragen. Dabei besticht dieses Buch durch eine Vielzahl von Figuren, die immer wieder die Handlung an sich reißen und so die Geschichte prägen. Man kann unter dieser Schar kaum eine Hauptfigur benennen.
Zu dem kommt ein ironischer Erzählstil, der das Buch fast von selbst liest. Fred Vargas ist für mich die Krimientdeckung 2009.


.

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    12.02.2009 22:03 taciturus ist offline E-Mail an taciturus senden Beiträge von taciturus suchen Nehmen Sie taciturus in Ihre Freundesliste auf
    cmoi cmoi ist weiblich
    Haudegen


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    Dabei seit: 07.05.2004
    Beiträge: 721

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    Es ist wohl nicht der erste Krimi von Vargas.
    Mir hat dieses Buch nicht so gefallen. Für mich gab es zu wenig Krimi und zuviel Ausschmücken der Exzentrizitäten der verschiedenen Figuren.
    Ich hatte mir mehr erhofft, weil ich die Krimis die in Paris spielen sehr mochte.

    __________________
    mir fällt nichts ein Wow
    23.04.2009 15:35 cmoi ist offline E-Mail an cmoi senden Beiträge von cmoi suchen Nehmen Sie cmoi in Ihre Freundesliste auf
    Asmos Asmos ist weiblich
    Haudegen


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    Dabei seit: 07.04.2010
    Beiträge: 625

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    Klappentext:
    Drei exzentrische Pariser Studenten in einem heißen römischen Sommer, eine wundervolle Femme fatale, ein italienischer Bischof, der den Genüssen des Lebens zugetan ist - sie alle werden in einen Mordfall hineingezogen, bei dem es sich um ein sehr seltenes Mordinstrument geht : den Schierlingstrank. Wer war in der Lage, das antike Gift zu bereiten ?

    Meine Meinung:
    Meine Leidenschaft für Vargas und ihre Charaktere ist ungebrochen. Auch mit ihrem Erstlingswerk bin ich schnell warm geworden, obwohl es von den gewohnten Umgebungen nahe Adamsberg und Kehrweiler abweicht. Während ich die beiden schrulligen Ermittler innerhalb vieler Bücher inzwischen wahnsinnig lieb gewonnen habe, betrat ich auf dem Palazzo Farnese Neuland. Denn während ich es bei den anderen Krimis gewohnt war, die Kommissare als Mittelpunkt der Geschichte zu betrachten und die Erzählung meistens von dort aus dirigiert wird, treten im Falle des Erstlingskrimis noch mindestens drei weitere Charaktere in den Raum, die maßgeblichen Anteil an der Geschichte haben. Die drei exzentrischen römischen Kaiser (namentlich Nero - eigentlich David -, Tiberius - eigentlich Thibault - und Claudius - der wirklich so heißt) verleihen diesem Buch die nötige Würze und erschaffen zudem die gewohnte Vargas-Atmosphäre, für die normalerweise die Kommissare Adamsberg und Kehrweiler zuständig sind. Denn im Gegensatz zu diesen beiden ist der Ermittler dieses Werkes - namentlich Richard Valence - ein eher bodenständiges Individuum, das mich allerdings von Anfang an überzeugt hat. Und besonders im anfänglich starken Kontrast zu den drei Kaisern, dem Bischof und Laura (die mich am Anfang durch ihre Scheinbare Perfektion genervt hat), erschien er mir wie ein Fels in der Brandung, der stets ein Auge für die Realität hatte.

    Vargas besticht meistens durch ihre Charaktere allein. Im Reich der Kriminalgeschichten sind die meisten Handlungsstränge inzwischen mehr als nur ausgelutscht und es braucht inzwischen weit mehr als nur einen interessanten oder einfallsreichen Mord, um neuen Wind in einen Krimi zu bekommen. Das ist auch bei Vargas Geschichten nicht anders. Besonders das Erstlingswerk stützt sich auf einen denkbar ausgelutschten Mord: ein Mann wird scheinbar aufgrund eines entwendeten Dokuments aus der Vatincana (der Bibliothek des Vatikans) ermordet. Wer sich dabei an Dan Brown oder ähnliche Autoren erinnert fühlt, hat durchaus recht.
    Aber bei Vargas täuscht man sich, wenn man einen simplen Handlungsverlauf erwartet und in ihrem Fall sind es vor allen Dingen immer die Charaktere selbst, ob nun Mordverdächtige, Augenzeugen, Nebencharaktere oder Ermittler, welche der Geschichte die nötige Würze geben. Ihre Charaktere sind immer schrullig, seltsam, irgendwie nicht von dieser Welt und das ist es, was mich an ihren Werken so sehr begeistert. Das war auch bei diesem Buch nicht anders. Sicher, man muss sie mögen, diese seltsam verqueren Charaktere, aber ich kann allen, die einmal etwas andere Persönlichkeiten durch Kriminalfälle schleichen sehen wollen, Vargas nur wärmstens ans Herz legen.

    Fazit:
    Ich war erstaunt - und gleichwohl begeistert -, dass Vargas Erstlingswerk bereits so gut in die Schiene passt, welche ich von ihr gewohnt bin. Da ich am anderen Ende ihrer Werke angefangen habe (nämlich beim allerneuesten Adamsberg-Krimi), hatte ich nicht erwartet, dass "Im Schatten des Palazzo Varnese" mit den selben Vorzügen aufwarten kann, wie seine Nachfolger. Doch das Buch - obwohl sehr kurz - hat mich schnell in seinen Bann gezogen und mich einige (wenige) Stunden überaus gut unterhalten.

    __________________
    "Sobald ich ein wenig Geld bekomme, kaufe ich Bücher; und wenn noch was übrig bleibt, kaufe ich Essen und Kleidung." - Desiderius Erasmus

    27.02.2011 21:54 Asmos ist offline E-Mail an Asmos senden Beiträge von Asmos suchen Nehmen Sie Asmos in Ihre Freundesliste auf
    Pause Pause ist weiblich
    Mitglied


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    Dabei seit: 30.08.2009
    Beiträge: 35
    Herkunft: Leipzig

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    Ich finde, besonders bei diesem Buch treten Vargas' Vorlieben zum Vorschein, irgendwie kam mir das alles ein Wenig bekannt vor: ein geschichtsträchtiges Dreiergespann (seien es die Kaiser oder die Evangelisten), ein Ermittler (natürlich schön), der mit seiner Vergangenheit und, natürlich, einer noch viel schöneren Frau konfrontiert wird, die er einst liebte und natürlich doch wieder ins Bett bekommt (erinnert an Adamsberg und Camille). Und natürlich ist dieser Ermittler genauso stur, männlich und irgendwie auch rücksichtslos wie Louis Kehlweiler.
    Und alle sind sie verschroben und liebenswert und man würde es in Realität keine Sekunde mit ihnen aushalten können.
    Ich fand, im Gegensatz zu anderen Vargas-Romanen, wird sehr schnell klar, dass der weise, liebevolle, väterliche (!) und schöne (achja, diese Schönen...) Bischof ein Vater und ein Schuft ist.
    Das Ende löste bei mir einen "Ich wusste es!"-Effekt aus, trotzdem wird hier wirklich nach dem Täter gesucht, im Gegensatz zu den Adamsberg-Romanen, bei denen man (da Adamsberg fast immer Recht hat) den Täter nur noch einfangen muss.
    Also insgesamt ein sehr gutes Buch, bei dem jedoch die Denk- und Schreibweise der Autorin für fleißige Vargas-Leser ein wenig durchschaubar ist.

    __________________
    Man wird nicht einfach Pirat, weil man danach fragt!
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    16.05.2011 13:38 Pause ist offline E-Mail an Pause senden Beiträge von Pause suchen Nehmen Sie Pause in Ihre Freundesliste auf
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    Dabei seit: 09.08.2006
    Beiträge: 8.782
    Herkunft: Hohenloher Schlitzohr, jetzt seit 1990 in Leipzig

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    Ein Buch, das bereits typisch Vargasist, leicht skuril, überraschend, genau beobachtet. Mir hat es sehr gefallen.

    __________________
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    07.10.2011 22:29 beowulf ist online E-Mail an beowulf senden Homepage von beowulf Beiträge von beowulf suchen Nehmen Sie beowulf in Ihre Freundesliste auf
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