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Kalter Süden - Liza Marklund

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Sookie Sookie ist weiblich
Jungspund


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Dabei seit: 25.03.2007
Beiträge: 16
Herkunft: Hessen

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Inhalt:
Marbella, Stadt der Superreichen, Millionärsvillen wie Hochsicherheitstrakte. Plötzlich erschüttert ein tödlicher Giftgasanschlag die Idylle der VIPs. Opfer sind der schwedische Eishockey-Star Sebastian Söderström und seine Familie. Die spanische Polizei gibt bald auf, in Schweden aber hält das Entsetzen an. Die Journalistin Annika Bengtzon übernimmt die Berichterstattung und lässt nicht locker. Hinter den prächtigen Fassaden stößt sie schließlich auf eine Parallelwelt aus Hass, Gier und Verbrechen.

Meine Meinung:
Dass dies mein erstes Buch von Liza Marklund ist, war gleichzeitig mein größtes Problem damit. Ständig wurden Andeutungen gemacht, die auf die vorigen Bände verweisen, die gesamte Ausgangssituation, in der Annika ist, baut auf ihre Vorgeschichte auf und das ist an vielen Stellen ganz schön verwirrend.
Verwirrend ist auch der Beginn des Romans. Mehrere Geschichten werden scheinbar sinnlos aneinander gereiht. Zuerst wird ein Überfall beschrieben, dann eine Geschichte über eine "Prinzessin im Schloss über den Wolken" , als nächstes eine Eilmeldung über ein "Wiederaufnahmeverfahren in Dreifachmord" und schließlich sitzt man mit Annika in der Redaktion im Büro ihres Vorgesetzten. Der Anfang ist also auf jeden Fall sehr spannend, weil man einfach weiterlesen muss, da man sich natürlich fragt, wie hängen all diese verschiedenen Handlungsstränge zusammen? Dennoch gestaltet sich der Einstieg schwierig, weil so viele Informationen auf einen einprasseln. Ich musste teilweise in der Mitte des Buches nochmal zurückblättern, um mir Details wieder ins Gedächtnis zu rufen.
Sobald ich mich aber einigermaßen in Annikas Geschichte eingefunden hatte und gelernt hatte, darüber hinwegzusehen, dass mir viel Vorwissen fehlte, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Obwohl Annika oft sehr direkt und unfreundlich ist und ihre schlechte Laune meist an anderen auslässt, mochte ich sie einfach sofort. Sie ist definitiv eine geniale Journalistin, auch wenn sie ihren Vorgesetzten mit ihren Alleingängen oft zur Verzweiflung treibt - es kommen immer gute Stories dabei heraus. In ihrem Beruf ist sie beinahe unschlagbar, auch wenn sie sich nicht an die Regeln hält. In ihrem Privatleben sieht es anders aus, das liegt praktisch in Trümmern. Es geht kaum anders, als gleichzeitig Mitleid mit ihr zu haben und sie zu bewundern. Vor allem für ihren Mut, denn sie ermittelt oft spontan, auf eigene Faust und in extrem gefährlichen Situationen.
Ansonsten gibt es eigentlich keine weiteren Hauptpersonen, trotzdem sind auch die anderen Figuren gut charakterisiert und haben ihre positiven wie auch negativen Seiten. Es gibt kein schwarz und weiß, sondern eine sehr breite Palette von Grautönen. Das macht die Geschichte auch sehr spannend, denn man weiß eigentlich bei keiner der Personen, woran man wirklich ist.
Der Ausgang der Geschichte war für mich absolut unvorhersehbar. Ich wäre wirklich nie darauf gekommen, dass es so enden würde. Natürlich will ich hier jetzt nichts darüber verraten, aber es war logisch, gut gemacht und wurde kurz vor Ende noch einmal wirklich aufregend.
Hätte mich das alles noch nicht überzeugt, der Schreibstil hätte es endgültig getan. Die Sprache ist locker, flüssig und vor allem nicht gekünstelt. Liza Marklung benutzt auch mal Schimpfwörter, einfach aus dem Grund, weil es zu ihrer Protagonistin Annika Bengtzon passt. So entsteht kein Bruch zwischen dem Erzählstil und der Geschichte.
"Kalter Süden" von Liza Marklung war eines meiner Highlights nicht nur diesen Monat, sondern dieses Jahr, die anderen Bände stehen schon auf meiner Wunschliste. Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Buch zu lesen, auch wenn ich empfehlen würde, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, weil ich denke, dass sich dann viele Verständnisprobleme, die ich hatte, von selbst lösen.

Fazit:
Auf jeden Fall ein spannender und sehr lesenswerter Krimi mit sehr sympathischer Protagonistin!
23.08.2009 09:44 Sookie ist offline E-Mail an Sookie senden Beiträge von Sookie suchen Nehmen Sie Sookie in Ihre Freundesliste auf
Sandra2504 Sandra2504 ist weiblich
Mitglied


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Dabei seit: 15.06.2007
Beiträge: 45
Herkunft: Meck-Pomm+Hessen

Wunderschönes Spanien mit dunklen Tiefen. Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Kurze Beschreibung zum Inhalt:

In Marbella/Spanien - im wunderschönen Urlaubsort, der Residenz der Reichen und Schönen - wird ein Mord begangen. Einbrecher leiten Gas in die Villa des Ex-Eishockey-Stars Sebastian Söderström. Sebastian, seine Ehefrau und die zwei Kinder Mü und Leo werden dabei getötet. Die Einbrecher reißen den Tresor aus der Wand und verschwinden. Kurze Zeit später werden 2 der Einbrecher gefunden. Ebenfalls tot. Vom Tresor und dem vermeindlichen Auftraggeber bzw. Kopf der Bande fehlt jede Spur. Annika Bengtzon, eine schwedische erfolgreiche Journalistin erfährt von dem Mord und begibt sich nach Spanien um der Sache auf den Grund zu gehen. Außerdem wird sie von ihrem, äußerst unsympathischen Redaktionsleiter Patrick damit beauftragt dem Drogenhandel und Transfer in der Urlaubsmetropole auseinander zu pflücken. Annika, deren Privatleben im Verlaufe des Buches mehr als genug unter die Lupe genommen wird (geschieden von Ehemann Thomas, 2 Kinder, Hass auf neue Liebschaft von Thomas, im Verlaufe des Buches jedoch wieder ein Näherkommen) reist nach Marbella und stößt auf immer mehr Vernetzungen zwischen den Getöteten, dem Drogengeschäft und auf Verbindungen zu einem früheren Mordfall. Sie stößt auf immer tiefere Abgründe und versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Hierbei kommt es im Laufe ihrer Ermittlungen zu immer mehr Verbindungen zwischen den einzelnen Personen und zu immer abgründigeren Hintergründen. Außerdem lernt man in bestimmten Abständen 3 Mädchen kennen, die zur Zeit des Krieges auf verschiedene Art und Weisen zueinander gefunden haben und traurige und harte Erfahrungen machen mussten und nun ihre Geschichte erzählen. Auch mit Hilfe dieser 3 Mädchen setzt sich das Puzzle immer mehr zusammen.

Meine Meinung:

Ich hatte vor dem Buch eine Leseprobe gelesen. Diese hat mich nicht wirklich überzeugt. Trotzdem habe ich dem Buch eine Chance gegeben und ich muss sagen, es war eine deutliche Steigerung vorhanden. Annika Bengtzon als Person ansich ist eigentlich sympathisch. Beißt sich durch und lässt sich von ihrer journalistischen manchmal auch idealistischen Art abbringen. Trotz privater Probleme versucht sie ihr Leben zu meistern und hat gegen Ende des Buches auch einen fast heldenhaften Charakter. Skandinavische Roman sind grundsätzlich nicht mein Metier. Nichtsdestotrotz fand ich den Schreibstil von Liza Marklund flüssig und bildlich vorstellbar. Die Autorin verstand sich darauf den Leser zeitweise zu fesseln. Nur fand ich, dass die Verstrickungen und Verbindungen der einzelnen Personen manchmal zu konstruiert und kompliziert wirkten. Die Schauplätze vermuteten ein Urlaubsfeeling und auf der anderen Seite jedoch auch die dunklen Seiten der schönen Lokation, an die man eigentlich gar nicht denken mag.

Fazit:

Im Gegensatz zu der Leseprobe war das Buch letztendlich lesenswert und macht auch Geschmack auf mehr Annika Bengtzon. Kurzweilig ist diese Unterhaltung jedoch nicht. Man muss sich schon sehr konzentrieren um einzelne Teile des Puzzles nicht zu übersehen.

Von mir ein "Gut" !

__________________
Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.

Heinrich Heine

24.08.2009 16:51 Sandra2504 ist offline E-Mail an Sandra2504 senden Beiträge von Sandra2504 suchen Nehmen Sie Sandra2504 in Ihre Freundesliste auf MSN Passport-Profil von Sandra2504 anzeigen
Readit
Jungspund


Dabei seit: 30.06.2009
Beiträge: 13

A Place in The Sun Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Annika Bengtzon ist Journalistin, eine gute Journalistin mit einem Gespür für gute Stories. Sie soll bei ihrer Zeitund Abendblatt eine leitende Position einnehmen, doch das ist nichts für sie: sie zieht die Recherche der Schreibtischarbeit vor. Und so wird sie an die Costa del Sol geschickt, als dort der frühere Eishockeystar Sebastian Söderström mitsamt seiner Familie und Schwiegermutter ermordet wird. Und Annika recherchiert, sie kontaktiert schwedische Polizisten, die dort arbeiten, sie besucht mithilfe der Übersetzerin Carita einheimische Familien, und sie liefert die gewohnte solide Arbeit ab. Aber irgendetwas ist faul, sagt ihre Intuition, und sie bleibt an dem Fall dran, selbst als die Polizei die Ermittlungen einstellt und es nichts Neues zu berichten gibt.

Dann ergeben sich Verbindungen zum internationalen Drogenhandel: hatte Sebastians Frau Veronica etwas damit zu tun? Sie war Rechtsanwältin, wie sind die Verbindungen zum Drogenkartell? Und ihre Mutter Astrid, die ein Maklerbüro hatte, war sie sauber oder auch in kriminelle Machenschaften verwickelt? Als ein Drogenkurier verhaftet wird, fliegt Annika wieder an die Costa del Sol, und es wird gefährlich für sie, denn die Spuren führen weiter, nach Marokko...



Natürlich löst Annika diesen Fall mit Bravour, das Buch ist auch spannend geschrieben, aber es ist der 8. Teil einer Reihe und nimmt starken - zu starken - Bezug zu dem Vorgänger "Lebenslänglich". So werden die Verletzung am Finger, das abgebrannte Haus und der vorige Fall mit der Polizistenfrau Julia sehr oft thematisiert. Was es mit Filip Andersson auf sich hat und in welchem Buch dieser auftaucht, hat sich mir erst sehr spät erschlossen. Auf jeden Fall ist konzentriertes Lesen angesagt! Sehr interessant sind die Einblicke in die Drogenszene und die Geldwäsche, das alles und überhaupt der ganze Fall sind sehr realistisch beschrieben. Weiter wirkt Annika sehr menschlich durch die detaillierten Beschreibungen dessen, was sie gerade tut, und sehr cool durch manche Antworten, die sie gibt. Interessant ist der Kunstgriff, die Geschichte der drei Mädchen aufzuschreiben und mit dem Kriminalfall zu verweben, man weiß genau, dass diese Einschübe wichtig sind und liest genau, schön auch, dass diese Einschübe typographisch abgesetzt sind, ebenso wie die Mitteilungen, die Filip Andersson betreffen.

Mein Fazit: ein spannendes Buch, die Schreibweise der Liza Marklund gefällt mir, und dieses Buch macht sicherlich Appetit auf mehr. Nur schade, dass hier auf die vorherigen Bücher so sehr Bezug genommen wird, das trübt das Lesevergnügen ein wenig, sonst hätte ich einen Stern mehr vergeben. Aber warum liegt auf dem Coverbild eine Leiche im Pool? Das hat sich mir nicht erschlossen.
30.08.2009 14:49 Readit ist offline E-Mail an Readit senden Beiträge von Readit suchen Nehmen Sie Readit in Ihre Freundesliste auf
Richie Richie ist weiblich
Lebende Forenlegende


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In Marbella wird ein Giftgasanschlag verübt, bei dem ein schwedischer Eishockeyspieler, seine Frau, seine zwei Kinder und seine Schwiegermutter getötet werden.

Die Journalistin Annika Bengtzon soll für ihre schwedische Zeitung die Berichterstattung übernehmen. Zuerst hat sie sich allerdings im Verlag mit einer Umstrukturierung auseinanderzusetzen und damit zusammenhängend erhält sie einen neuen Chef, Patrik, mit dem sie und ihre Arbeitsweise nicht unbedingt harmonieren.

Sie reist also nach Spanien und befragt die schwedischen Kontaktpolizisten und mit Hilfe einer Dolmetscherin auch die umittelbaren Nachbarn und Freunde der Getöteten. Sie kommt auch einem Drogenkartell auf die Spur und erfährt, daß hinter der heilen Fassade sehr viele, alte Geheimnisse stecken. Nichtsdestotrotz verfolgt sie hartnäckig diesen Fall und gibt in ihrer Recherche nicht auf. Es laufen sehr viele Fäden zusammen, um am Ende zu einer Auflösung zu kommen.

Wer die Vorgängerbände um Annika nicht gelesen hat, wird sich schwer tun, alles richtig einzuordnen. Dies betrifft vor allem auch ihr Privatleben sowie den Brand ihres Hauses und den Vorgang um Filip Andersson.

Mir macht es immer wieder Spaß Liza Marklund zu lesen. Sie schreibt spannend und man merkt, daß sie selbst Journalistin war und ihr dieses Metier bestens vertraut ist.

Von mir 9 Punkte

__________________
ciao Richie

Mein Bücherregal

sun 22.8. - 5.9.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Richie: 02.09.2009 20:18.

02.09.2009 20:18 Richie ist offline E-Mail an Richie senden Beiträge von Richie suchen Nehmen Sie Richie in Ihre Freundesliste auf
bienchen69 bienchen69 ist weiblich
Routinier


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Dabei seit: 16.08.2009
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Ich hab gerade "Kalter Süden" zu Ende gelesen und wieder mal war ich begeistert von Liza Marklund.

Klar ist es für Neueinsteiger in ihre Serie schwierig die Zusammenhänge zu vorangegangenen Romanen zu verstehen. Denn auch hier wurde sich wieder stark auf den Vorgänger "Lebenslänglich" bezogen. Viele Personen tauchen hier wieder auf. Aber das gefällt mir irgendwie, da ich nun mal ein richtiger Fan bin und nun alle acht Romane von Marklund gelesen habe.

Auch dass man weiter über den privaten Werdegang der Hauptfigur, Annika Bengtzon, auf dem Laufenden bleibt gefällt mir. Dadurch wird sie lebendiger.

Ich freue mich schon auf den nächsten Band.

__________________
Gruß Sabine

Ich lese gerade "Grabesgrün" von Tana French
05.09.2009 21:19 bienchen69 ist offline E-Mail an bienchen69 senden Beiträge von bienchen69 suchen Nehmen Sie bienchen69 in Ihre Freundesliste auf
Toebi Toebi ist weiblich
Kaiser


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Dabei seit: 24.07.2007
Beiträge: 1.241
Herkunft: Beckum

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Meine Meinung zu dem Buch:

Dies ist der achte Band aus der Krimiserie mit der Journalistin Annika Bengtzon. Für mich war es jedoch der erste Band aus dieser Serie. Wer viel Wert auf die Weiterentwicklung von Protagonisten legt, der sollte vermutlich die Serie von Anfang lesen. Wem dies egal ist, der kann an dieser Stelle auch einfach direkt ins Geschehen einsteigen. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, schließt sich dieser Band nahtlos an den siebten an, so dass es ggf. sinnvoll wäre, zumindest diesen Teil zuvor gelesen zu haben. Nichtsdestotrotz erfährt man als Leser einiges über die Ermittlerin Annika Bengtzon und ihr berufliches und privates Umfeld. Annika Bengtzon ist keine Hobby Detektivin, sondern geht ihrer journalistischen Tätigkeit nach, bei der sie auf einige Ungereimtheiten stößt. Die Handlung spielt abwechselnd an der spanischen Costa del Sol und in Stockholm, Schweden. Annika Bengtzon scheint spielerisch an diesen neuen Fall heranzugehen. Die Ermittlungen durch die Polizei bleiben hierbei jedoch im Hintergrund. Ihre Recherchearbeit wirkt authentisch, nicht überzogen oder übertrieben. Anhand von Interviews, Telefonaten und Kontaktaufnahmen via Facebook wird der Fall vor Augen des Lesers gelöst. Die 500 Seiten des Buches fliegen dabei zwischen Stockholm und der Costa del Sol hin und her. Der angenehme Schreibstil und kein skandinavischer Ermittler, der irgendwie depressiv wirkt, tragen dazu bei, dass der Leser mit einem spannenden Krimi unterhalten wird.

__________________
Schreiben "Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein." -Albert Einstein-
11.10.2009 15:50 Toebi ist offline E-Mail an Toebi senden Beiträge von Toebi suchen Nehmen Sie Toebi in Ihre Freundesliste auf
hoffnung hoffnung ist weiblich
Tripel-As


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Dabei seit: 26.11.2009
Beiträge: 225
Herkunft: hölle süd *ba-wü*

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Meine Meinung:
Bei "Kalter Süden" handelt es sich um den neuesten Fall der Annika-Bengtzon-Reihe. Dies ist mein erster Kontakt mit dieser Serie.

Am Anfang wird ein Überfall geschildert, dann wird eine kurze, etwas sonderbare Geschichte über ein Mädchen, das vermutlich zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges aufwuchs, erzählt. Danach kommt ein kurzer Zeitungsartikel, nach dem die Handlung erst richtig beginnt. Für mich war dieser Anfang sehr verwirrend.

Die Journalistin Annika Bengtzon wird anfangs nur andeutungsweise beschrieben, wie beispielsweise eigentlich nur erwähnt wird, dass sie eine Narbe am Finger hat und vor dem privaten Aus steht.
Als ich immer mehr in die Handlung eintauchte, erfuhr ich näheres von ihr und konnte mir so langsam ein Bild von ihr machen. Das fand ich sehr schön, denn die Autorin hätte auch darauf vertrauen können, dass die Leser die anderen Bände der Serie bereits kennen.

Nach dem verwirrenden, aber doch aufregenden Anfang, flaute die Spannung leider wieder ab und man durfte an Annikas Leben als Journalistin teilhaben. Während sie Informationen nachgeht und diverse Artikel schreibt, ist die Spannung komplett versiegt.
Je weiter ich las, umso mehr wurde mir auch bewusst, dass mir viel Hintergrundwissen über einen frühren Fall fehlt.
Neben dem eigentlichen Ereignis, das sich in Spanien abspielte, werden parallel Gerichtsverhandlungen zu einem älteren Fall beschrieben. Die dazugehörigen Erinnerungen und Gefühlsausbrüche der Journalistin sind gut eingeflochten. Mich persönlich brachte der Wechsel zwischen dem gegenwärtigen und dem vergangenen Fall allerdings etwas durcheinander.

Das Buch ist in drei Teile aufgegliedert:
1. Teil - kurz nach Silvester
Der erste Teil handelt von dem tödlichen Überfall auf eine schwedischen Familie in der spanischen Idylle.
Der Abschnitt hört mit einer vermissten Figur auf, über die man erst einmal nichts Näheres mehr erfährt.
Durch diesen Anschlag und das Verschwinden dieser Figur hatte ich mir schon etwas zusammengereimt. Aber ob mein Gefühl richtig war?

2. Teil - um Ostern
Der zweite Teil spielt sich wieder in Spanien ab, diesmal geht es allerdings ausschließlich um Drogen. Da kam bei mir langsam die Frage auf, was dies mit der schwedischen Familie und dem Klappentext zu tun hatte? Geschweige denn mit dem Cover, auf dem eine blonde Frau in Unterwäsche in einem Pool mit dem Gesicht nach unten treibt. Für mich sah es aus, als wolle sie einen Schwimmzug machen, ich kann mich allerdings auch täuschen.
Erst zum Ende hin, kamen mir wieder einige Ideen, wie die Drogensache mit dem Massenmord und der Figur, die vor Gericht steht, zusammen hängt.

3. Teil - nach Pfingsten
Der dritte Teil handelt zum größten Teil in Spanien, sowie teilweise in Marokko. Annika hatte einige berufliche Differenzen und handelt nun auf eigene Faust, was die schwedische Familie Söderström und die vermisste Figur angeht.
Je näher ich dem Ende kam, umso deutlicher wurden alle Zusammenhänge, die ich anfangs nicht verstand. Und auch der aufgerollte Fall von früher hängt zum großen Teil mit der ganzen Geschichte zusammen. Jedoch wird alles ohne großartige Spannung aufgelöst.

Dramatik ist kaum zu spüren. Ich kann eigentlich sagen, dass es eine Berg- und Talfahrt war mit vielen dunklen Tälern, in denen sich nichts regte.
Allerdings hätte ich nie an diese spezielle Figur gedacht, die den Massenmord geplant und ausgeführt hatte.
Trotz der wenigen Höhepunkte passierte in meinen Augen nie wirklich etwas richtig Dramatisches, von dem ich überrascht oder schockiert gewesen wäre. Von richtiger Spannung oder gar Hochspannung ist dieser Kriminalroman meiner Ansicht nach weit entfernt.

Der Krimi ist aus Annikas Sicht geschrieben.
Das Werk hat lange Kapitel, unterteilt in nur wenige Abschnitte, was mich allerdings nicht arg störte, da es sich sehr gut und vor allem flüssig lesen ließ.
Jeder Teil fängt mit einer kurzen Beschreibung eines kleinen Mädchens an, das während des Zweiten Weltkrieges nach Schweden geschickt wurde. Im dritten Teil häufen sich diese Beschreibungen. Dort kommen noch zwei weitere Mädchen hinzu und von Abschnitt zu Abschnitt konnte ich mir mehr unter diesen jungen Frauen vorstellen. Wie sie in die gegenwärtige Handlung passen und was ihre Rolle ist. Diese kurzen Handlungsstränge sind in einer anderen Schriftart gedruckt und man darf die Namen der Mädchen bis fast zum Schluss nicht erfahren, so dass ich als Leser selbst gefordert war.
Sätze auf Englisch, Spanisch oder Französisch sind in Kursivschrift gehalten. Sie wurden meist im darauffolgenden Satz auf Deutsch erklärt.
Die Beschreibungen von Örtlichkeiten sind detailreich, aber nicht zu ausführlich, so dass es mir dabei nicht langweilig wurde.

Fazit:
Für mich persönlich ist "Kalter Süden" ein mittelmäßiger Krimi, der mich leider nicht animieren konnte, weitere Bücher aus dieser Reihe zu lesen.
Zwei bis drei Sterne

Ein Zitat von Annikas Tochter Ellen hat mir persönlich sehr gut gefallen:
Zitat:
Ist das nicht komisch? Den lieben Gott gibt es, aber den kann man nicht sehen. Und den Weihnachtsmann kann man sehen, dabei gibt es den gar nicht.


__________________

SUB: 33

2010 gelesen:
44 Bücher *~* 15.945 Seiten

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    13.12.2009 14:38 hoffnung ist offline E-Mail an hoffnung senden Beiträge von hoffnung suchen Nehmen Sie hoffnung in Ihre Freundesliste auf YIM-Name von hoffnung: miss_dine777
    Azrael Azrael ist weiblich
    Haudegen


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    Dabei seit: 25.05.2004
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    Die Journalistin Annika Bengtzon wird an die Costa del Sol geschickt, um über die Ermordung der Familie Soderström zu berichten. Die einzige Überlebende, Suzette, verschwindet auch bald von der Bildfläche. Während die Polizei bald locker lässt, bleibt Annika an dem Fall dran - und gerät in ganz andere Verwicklungen.

    Liza Marklund packt viel hinein ins Buch: Giftgas-Anschläge, alte Morde, Drogenkartelle, lange Vergangenes, und räumt auch dem Privatleben der Protagonistin viel Platz ein. Zu viel. Zumindest als Einsteiger in die Serie hat man es schwer, allem folgen und alle Personen einordnen zu können, da vieles auf dem letzten Band aufzubauen scheint. So bleiben mir viele Personen (mit Ausnahme der Hauptperson) bis zum Schluß fremd und austauschbar.

    Auch der Fall selbst fesselte mich nicht besonders, weshalb ich das Buch wiederholt unterbochen hatte. Mit dem Schreibstil hingegen komme ich ganz gut zurecht, hier ein eindeutiger Pluspunkt für die Autorin. Auch würde ich gerne wissen, wie es mit der Hauptperson privat weitergeht. Trotzdem: den nächsten Band werde ich mir wohl nicht zulegen.

    Edit: Was ich ganz blöd finde: am Papiercover steht Liza Marklund, am Buchrücker darunter allerdings Lisa Marklund... sowas darf nicht passieren, finde ich.

    __________________
    lesend Jeffrey Deaver: Der faule Henker

    Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Azrael: 03.02.2010 22:07.

    03.02.2010 22:03 Azrael ist offline E-Mail an Azrael senden Beiträge von Azrael suchen Nehmen Sie Azrael in Ihre Freundesliste auf
    JaneDoe JaneDoe ist weiblich
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    @hoffnung,
    Du brauchst die ISBN nicht bei jeder Deiner Rezis anzuhängen. Sie steht schon im ersten Posting. Das reicht aus.

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    Janet Skeslien Charles - Mond über Odessa
    04.02.2010 07:53 JaneDoe ist offline E-Mail an JaneDoe senden Beiträge von JaneDoe suchen Nehmen Sie JaneDoe in Ihre Freundesliste auf
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