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Büchereule.de » Gemeinsames Lesen und Hören! » 'Was vom Tage übrigblieb' - Kazuo Ishiguro » 'Was vom Tage übrigblieb' - Seiten 154 - 240 » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
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'Was vom Tage übrigblieb' - Seiten 154 - 240

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Regenfisch Regenfisch ist weiblich
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Dabei seit: 02.01.2011
Beiträge: 5.482
Herkunft: Rheinhessen

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Zitat:
Original von Ayasha
Zitat:
Original von Findus
Zitat:
Original von Saiya

In diesem Abschnitt habe ich oft über den Titel des Buches nachgedacht. Was bleibt denn noch vom Tag, wenn man sich selbst so aufgibt? Ist man dann noch in der Lage den Sonnenuntergang zu genießen, diese vermaledeite Würde abzulegen und einfach Mensch zu sein? Kann man das wieder lernen? Was bleibt am Ende des Lebens? Ein trauriges Beispiel dafür haben wir in Stevens Vater gesehen.


Das ist es, was mich auch beschäftigt. Was bleibt vom Tag, vom Leben übrig, wenn man sich selbst so aufgibt, also als Person, um ganz das Leben seines Dienstherrn zu übernehmen. Denn was anderes tut Stevens ja nicht.

Sein Leben ist das seines Herrn, nicht sein eigenes. Miss Kenton versucht ja, ihn aufmerksam zu machen, scheitert aber an seiner undurchdringlichen Fassade.

Ich frage mich nur, merkt er es denn überhaupt noch? Oder ist er innerlich schon so angepasst das Leben eines anderen zu führen, dass er nichts vermisst?

Diese Fragen sind sicher berechtigt. Ich sehe es aber gleichzeitig auch als ein Talent, sich so im Job zu verwirklichen und ich mag da nicht nur an Selbstaufgabe denken. Stevens ist bestimmt ein etwas extremeres Beispiel. Aber ist es nicht auch so, dass die Menschen damals weniger Freizeit und somit weniger Zeit zum Nachdenken und Grübeln hatten? Sie hatten keine Hobbys, in denen sie sich verwirklichen konnten - es war die Arbeit, die ihnen Bestätigung gab. Grübeln

Der Butler-Beruf bringt es zudem ja auch mit sich, dass es kaum Freizeit gibt. Ich denke schon, dass Stevens wusste, worauf er sich da einlässt. Zumal sein Vater ja auch Butler war. Sein Beruf ist die einzige Möglichkeit, Anerkennung zu bekommen.
Ich kann beide Ansichten verstehen.

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"...Haremsbetreiber sind unsterblich." Tom in "Die Ordnung der Sterne über Como" von Monika Zeiner
22.02.2017 14:49 Regenfisch ist online E-Mail an Regenfisch senden Beiträge von Regenfisch suchen Nehmen Sie Regenfisch in Ihre Freundesliste auf
Herr Palomar Herr Palomar ist männlich
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Dabei seit: 18.04.2006
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Als Butler hatte Stevens auch Personalverantwortung, man kann also von einer wichtigen Managerposition sprechen. Die Sache mit der knappen Freizeit ist auch heutzutage bei Führungskräften so eine Sache.

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Neue Rezension: Betrunkene Bäume - Ada Dorian

22.02.2017 16:21 Herr Palomar ist offline E-Mail an Herr Palomar senden Beiträge von Herr Palomar suchen Nehmen Sie Herr Palomar in Ihre Freundesliste auf
Findus Findus ist weiblich
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Dabei seit: 15.08.2006
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Zitat:
Original von Regenfisch
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Original von Ayasha
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Original von Findus
Zitat:
Original von Saiya

In diesem Abschnitt habe ich oft über den Titel des Buches nachgedacht. Was bleibt denn noch vom Tag, wenn man sich selbst so aufgibt? Ist man dann noch in der Lage den Sonnenuntergang zu genießen, diese vermaledeite Würde abzulegen und einfach Mensch zu sein? Kann man das wieder lernen? Was bleibt am Ende des Lebens? Ein trauriges Beispiel dafür haben wir in Stevens Vater gesehen.


Das ist es, was mich auch beschäftigt. Was bleibt vom Tag, vom Leben übrig, wenn man sich selbst so aufgibt, also als Person, um ganz das Leben seines Dienstherrn zu übernehmen. Denn was anderes tut Stevens ja nicht.

Sein Leben ist das seines Herrn, nicht sein eigenes. Miss Kenton versucht ja, ihn aufmerksam zu machen, scheitert aber an seiner undurchdringlichen Fassade.

Ich frage mich nur, merkt er es denn überhaupt noch? Oder ist er innerlich schon so angepasst das Leben eines anderen zu führen, dass er nichts vermisst?

Diese Fragen sind sicher berechtigt. Ich sehe es aber gleichzeitig auch als ein Talent, sich so im Job zu verwirklichen und ich mag da nicht nur an Selbstaufgabe denken. Stevens ist bestimmt ein etwas extremeres Beispiel. Aber ist es nicht auch so, dass die Menschen damals weniger Freizeit und somit weniger Zeit zum Nachdenken und Grübeln hatten? Sie hatten keine Hobbys, in denen sie sich verwirklichen konnten - es war die Arbeit, die ihnen Bestätigung gab. Grübeln

Der Butler-Beruf bringt es zudem ja auch mit sich, dass es kaum Freizeit gibt. Ich denke schon, dass Stevens wusste, worauf er sich da einlässt. Zumal sein Vater ja auch Butler war. Sein Beruf ist die einzige Möglichkeit, Anerkennung zu bekommen.
Ich kann beide Ansichten verstehen.


Sicher hat Stevens kein anderes Leben kennen gelernt, sein Vater scheint ja auch Butler ohne Grenzen gewesen zu sein. von der Mutter hört man garnichts, sie scheint keine Einwirkung auf seine Entwicklung gehabt zu haben.
Allerdings ist das Buch ja in den 1920ern angesiedelt bis weit nach dem Krieg, da hatten die Leute schon auch Hobbies und Freizeit.

Dass Stevens sein eigenes Leben und seine Bestätigung jedoch nur aus den Erfolgen seines Dienstherrn also Lord Darlingtons zieht, das vermag ich nicht nachzuvollziehen.
Dass man allerdings in seinem Beruf sein Bestes gibt, und bei Fehlern an sich rumkrittelt, das kann ich gut verstehen.

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"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg "

22.02.2017 18:16 Findus ist offline E-Mail an Findus senden Beiträge von Findus suchen Nehmen Sie Findus in Ihre Freundesliste auf
Ellemir Ellemir ist weiblich
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Dabei seit: 19.07.2013
Beiträge: 788
Herkunft: Hannover

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Dieses Wochenende bin ich auch zum Lesen gekommen.

Dieser Abschnitt hat mich sehr bewegt. Aber der Reihe nach:

Ich empfinde Stevens Erzählungen in diesem Abschnitt so, als würde er nach und nach zu einer gewissen Selbsterkenntnis kommen. Er gibt (vor sich selbst) zu, dass Lord Darlington die falschen Verbündeten gewählt hat und dass seine Verbindungen zu Nazis falsch war. Ebenfalls in die Richtung geht seine wachsende Erkenntnis, dass er in den Brief von Miss Kenton wahrscheinlich Dinge hineingelesen hat, die nicht da sind. Allerdings spricht er von ihr immer noch als Miss Kenton, nicht von Mrs Benn.

Mir ging es auch so wie Saiya, dass ich über den Titel nachdenken musste. Eigentlich müsste er lauten: "Was vom Leben übrigbleibt". Was bleibt von Stevens übrig, wenn der Gentleman, dem er dient und daraus seine Würde zieht, sich als zweifelhaft erweist, und er die einzige Person verliert, zu der er so etwas wie ein persönliches Verhältnis hat?

Bedrückend finde ich die Rückblenden - er glaubt, selbst das Lesen eines Liebesromans damit vor sich selbst rechtfertigen zu müssen, dass er sich sprachlich weiterbilden möchte - eigentlich eine fürchterlich traurige Einstellung, nicht einmal vor sich selbst zugeben zu können, dass man Gefühle, wenn auch nur aus zweiter Hand, empfinden möchte. Im "echten Leben" vermeidet er Gefühle, indem er Miss Kenton auf Abstand hält, die gemeinsamen Abende, die ihm offensichtlich viel bedeutet haben, beendet, bevor sie ihm zu nahe kommt.

Ob Miss Kenton wohl eigentlich gehofft hat, dass Stevens eifersüchtig reagiert, als sie von ihrer möglichen Hochzeit erzählt? Sie weiß genau, wie er ist und kann das eigentlich nicht erwarten. Mir kommt sie hier ziemlich verzweifelt vor. Ob sie Mr Benn den Laufpass gegeben hätte, wenn Stevens aktiv geworden wäre?

Sein Verhalten gegenüber den Dorfbewohnern erkläre ich mir mit dem Wunsch nach Anerkennung, was ihm später aber eigentlich peinlich ist. Sehr nett von dem Arzt, dass er ihn nicht auffliegen lässt, obwohl er ihn durchschaut. Auch hier die Rückblende sehr bedrückend. Die Art, wie Stevens vorgeführt wird, um zu beweisen, dass das dumme Volk gar nicht in der Lage ist, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, hat mich regelrecht wütend gemacht.

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Bücherjunkie - wäre ich sonst hier?

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