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"Rotherweird" - Andrew Caldecott

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Delphin Delphin ist weiblich
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"Rotherweird" - Andrew Caldecott Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

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Das Buch ist der erste Teil einer Trilogie:

1) Rotherweird
2) Wyntertide (englische Ausgabe erscheint am 3. Mai 2018)
3) ?

Über das Buch und meine Meinung

Zwölf weit über ihre Alter hinaus begabte Kinder, werden von Königin Elizabeth I nach Rotherweird verbannt, einer seltsamen Stadt, die den zwei Armen des Flusses Rother umgeben, auf einer Insel im geheimnisvollen Rotherweird Valley liegt.

Viereinhalb Jahrhunderte später werden in der Stadt Rotherweird immer noch die elisabethanischen Gesetze befolgt. Die Stadt ist unabhängig, es gibt keinen MP, keinen Bischof, keine Zugehörigkeit zu einem Bezirk, keinen Einfluss von außen, keine Polizei, nur einen Bürgermeister. Jegliche Erforschung der Vergangenheit ist verboten. Es gibt die Stadtbewohner und die Landbevölkerung, die sich gegenseitig mit Misstrauen begegnen.

Die Stadt und das Tal gelten als geheimnisvoll und wenig gastfreundlich, es gibt keine Verkehrsanbindung, keinen Tourismus. Obwohl die Stadt eine überdurchschnittlich hohe Quote an begabten und intelligenten Menschen hat und in Schule die neuesten Technologien entwickelt werden (im Nordturm Waffentechnologien, im Südturm Spielzeug, was genau bleibt vage), und es in der Stadtbibliothek eine ganze Sektion über Quantenphysik gibt, hat man das Gefühl, die Stadt sei in der Vergangenheit stehen geblieben. Es gibt kein Fernsehen, keine Autos, keine Telefone. Es gibt enge Gassen und alte Gemäuer, kleine Läden mit komischen Namen und nur eine einzige Kneipe. Gleichzeitig aber auch seltsame Türme und eine Art Brückennetz oberhalb der Dächer, den Aetherway.

Eines Tages kommt ein Außenseiter an: Sir Veronal Slickstone, ein Mann von unvergleichlichem Reichtum und Macht, der das seit Jahrhunderten verschlossene "Rotherweird Manor" kauft und das soziale Gefüge der Stadt schnell aufmischt. Sir Veronal bringt eine Schauspielerin mit, die sich als seine Frau ausgibt, und ein Straßenkind, das er vorher sorgfältig auf die Rolle seines Sohnes vorbereitet hat.

Praktisch zeitgleich bewirbt sich Jonah Oblong, ein arbeitsloser und recht erfolgloser Geschichtslehrer aus London um eine Stelle in Rotherweird und bekommt diese zu seiner Überraschung auch sofort - mit der Auflage nur neuere Geschichte zu unterrichten. Alles vor 1800 ist tabu. Oblong findet sehr schnell heraus, dass sein Vorgänger unter geheimnisvollen Umständen verschwunden ist.

Die Stadt ist bevölkert mit allerlei skurrilen Bewohnern mit komischen Namen. Die Figuren blieben mir alle recht fremd. Jonah Oblong und Orphelia Roc waren mir einigermaßen sympathisch, so richtig warm wurde ich aber mit keiner Figur.

Warum die Stadt so isoliert ist und welches Geheimnis dahinter steckt, fand ich am Anfang noch spannend, allerdings gleichzeitig auch so schräg, dass ich bestimmt bis zur Hälfte gebraucht habe, um mich überhaupt einzulesen, dann hatte ich einen Lesesog, aber irgendwann fand ich es einfach nur noch ermüdend und wollte endlich zum Ende kommen. Der Autor streut immer wieder kleine Aufklärungen ein. Er zeigt was und erklärt was, dann zeigt er es noch mal aus anderer Sicht, dann erklärt er nochmal und nochmal, nur um es noch mal erklären zu lassen. Der große Showdown, auf den man endlos vorbereitet wird, war antiklimaktisch und danach ging es ja noch mal weiter mit Erklärungen.

Das Buch ist irgendwie so schräg wie sein Titel. "The Guardian" schreibt "...Gormenghast without the rancour, and Hogwarts without the rightful heir" Gormenghast hab ich nie gelesen, mit Hogwarts hat es überhaupt nichts zu tun. Man bekommt von der Schule an sich und den ach so begabten Schülern überhaupt nichts mit. Offenbar wird Forschung im großen Stil betrieben und die Stadt finanziert sich aus dem Verkauf der Entwürfe und Prototypen, die im Nord- und Südturm entwickelt werden. Man fragt sich aber wie, wo doch kaum Kontakt zur Außenwelt besteht und man auch kaum mal jemanden wirklich forschen sieht. Es gibt begabte Leute, aber nicht so, dass man das Gefühl hat, dass die Bewohner insgesamt so außergewöhnlich begabt sind. Es ist mehr "tell" als "show". Und wie kann man eine ganze Stadt davon abhalten, die Vergangenheit zu erforschen?

Das Buch endet mit einer gewissen Auflösung, was damals in Rotherweird mit den ersten 12 Kindern passiert ist und wie es zur Isolation der Stadt und dem Vergangenheitsverbot kam. Es enthält einen kleinen Cliffhanger, und wenn man das Buch gelesen hat, weiss man, was mit "Wyntertide" gemeint sein könnte. Man kann aber auch dieser Stelle aufhören, zu lesen und ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, ob ich mich zu Teil 2 aufraffen kann.

Ich glaube, das ist eins von diesen Büchern, die irgendein deutscher Verlag aufgreifen und in einer tollen HC-Version rausgbringen wird. Dann wird es beworben und in den Feuilletons gefeiert werden. Und ich werde es trotzdem nicht zu schätzen wissen. Zum Glück hat die Kindle-Ausgabe nur 1,99 gekostet.

Ich geb mal 5 von 10 Punkten.

Über den Autor

Andrew Caldecott ist ein QC [Queen's Counsel, Kronanwalt), der sich auf Medien und Verleumdungsrecht spezialisiert hat, sowie ein Schriftsteller und gelegentlicher Dramatiker. Er vertrat u.a. die BBC in der Hutton-Untersuchung (es ging um den Tod des biologischen Kriegsführungsexperten und des UN-Waffeninspektors David Kelly), den Guardian in der Leveson-Untersuchung (Telefon-Hacking-Skandal) und Supermodel Naomi Campbell.

[edit: Oooops, Infos zum Autor vergessen...]
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Buchbewertung:
5.00 Punkte, 1 Stimmen

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