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Heinrich Steinfest: Nervöse Fische

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Tom Tom ist männlich
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Dabei seit: 24.06.2004
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Heinrich Steinfest: Nervöse Fische Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Lukastik, der Rohrkrepierer

Schade, daß "Kriminalroman" auf der Titelseite steht, denn "Nervöse Fische" ist keiner. Okay, da gibt es diesen merkwürdigen Mordfall: Ein Mann wird im Pool auf dem Dach eines Wiener Hochhauses gefunden, und er ist offenbar von einem Hai getötet worden. Vom Raubfisch fehlt jede Spur, stattdessen findet sich ein Hörgerät, dessen Spur zu einem Friseur führt, der in einer seltsamen Bar-Tankstelle irgendwo im österreichischen Waldviertel praktiziert. Chefinspektor Lukastik, der noch bei seinen Eltern wohnt und mal ein sexuelles Verhältnis zu seiner Schwester hatte, nimmt die Ermittlungen auf, aber das ist ein Euphemismus. Die sehr angestrengt wirkende, anstrengend gezeichnete und mit Eigenarten nachgerade übersäte Figur verhält sich so ganz und gar ermittleruntypisch. Nicht nur, daß er ständig in Wittgensteins "Tractatus" blättert, er trifft auch pausenlos unterirdisch dumme und so gut wie nie nachvollziehbare Entscheidungen, hat eigentlich keine Ahnung davon, warum er gerade tut, was er tut, aber dafür lamentiert er - oder der Erzähler - über alles mögliche, beschreibt seitenlang Nebensächlichkeiten, nähert sich aber nichts an. Gelegentlich gibt es obskure Perspektivwechsel, wenn Steinfest etwa davon erzählt, warum ein Ort von ihm (dem Autor) "Nullpunkt" genannt wurde. Sinn macht das alles nicht, und im - faden - Abgang hat es auch keinen.
"Nervöse Fische" liest sich zäh, als würde man im fünften Gang einen steilen Berg hochzufahren versuchen. Aufgesetzte und zuweilen hanebüchene Betrachtungen durchziehen dieses überdehnte und häufig schmerzhaft langweilige Buch, das ziellos wirkt und unspannend ist. An der Konstruktion seiner Hauptfigur hat sich der Autor schlicht verhoben, es mag aber auch sein, daß das Buch als Satire gedacht war, aber nicht als solche vollendet wurde. Steinfests schlechtester Roman.

__________________
Herzlich,
Tom


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    24.04.2006 17:22 Tom ist offline E-Mail an Tom senden Homepage von Tom Beiträge von Tom suchen Nehmen Sie Tom in Ihre Freundesliste auf
    Brandmarke Brandmarke ist männlich
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    Dabei seit: 20.04.2006
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    Dafür, dass ich von dem Buch bisher recht gutes gehört habe, nimmst du es aber ganz schön außeinander =) Fällt erst mal von der Merkliste runter. Danke für die Aufklärung =)

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    24.04.2006 17:35 Brandmarke ist offline E-Mail an Brandmarke senden Homepage von Brandmarke Beiträge von Brandmarke suchen Nehmen Sie Brandmarke in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Brandmarke in Ihre Kontaktliste ein
    keinkomma keinkomma ist weiblich
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    Steinfest ist Steinfest ist Steinfest - ich hatte das Vergnügen, ihn kennenzulernen und ehrlich: der Mann ist, wie er schreibt. Die Fische kenne ich noch nihct. Die Tortengräber waren für mcih bislang die besten Zeilen, gefolgt von Cheng (welche ich als signierte Exemplare hüte und horte). Am schönsten ist Steinfest zu lesen, wenn man Orte und / oder Personen wiedererkennt. Und noch schöner wirds, wenn Personen sich wiedererkennen und mal wieder klagen... Lachen

    __________________
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    24.04.2006 21:26 keinkomma ist offline E-Mail an keinkomma senden Homepage von keinkomma Beiträge von keinkomma suchen Nehmen Sie keinkomma in Ihre Freundesliste auf
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    Themenstarter Thema begonnen von Tom
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    Huhu, Silke.

    Die beiden Cheng-Romane habe ich gelesen und als sehr gut befunden, bei "Ein sturer Hund" schrub ich sogar: Thomas Mann goes Wolf Haas. Aber "Nervöse Fische" kachelte Lichtjahre an mir vorbei. Überzogen und sinnarm.

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    24.04.2006 21:28 Tom ist offline E-Mail an Tom senden Homepage von Tom Beiträge von Tom suchen Nehmen Sie Tom in Ihre Freundesliste auf
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    Herrje, und ausgerechnet das Buch hab ich mir zugelegt, um den Herrn Steinfest mal anzutesten. Künstlerpech, hm? unglücklich

    __________________

    24.04.2006 21:32 Fandorina ist offline E-Mail an Fandorina senden Beiträge von Fandorina suchen Nehmen Sie Fandorina in Ihre Freundesliste auf
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    @ Tom

    Welches Buch kannst du von Heinrich Steinfest empfehlen. (Eine Kollegin hat mich auf H. Steinfest aufmerksam gemacht- bzw ich habe ihn in der schon mal in der Bücherei gesehen..)

    __________________
    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht. (Abraham Lincoln, 12.02.1809 - 15.04.1865)
    03.03.2007 07:32 fabulanta ist offline Beiträge von fabulanta suchen Nehmen Sie fabulanta in Ihre Freundesliste auf
    mankell mankell ist männlich
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    Dabei seit: 08.11.2008
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    Ein sprachlich beeindruckendes Buch, inhaltlich und spannungstechnisch (es wird ja schließlich als Kriminalroman bezeichnet) jedoch eine komplette Enttäuschung. Die Persönlichkeit des unfähigen Chefinspektors Lukastik wird ins Absurde verzerrt und von einer Krimihandlung ist so gut wie keine Spur zu finden. Der Autor ergeht sich in blumigen Formulierungen und Gedankenspielereien zu unwichtigen Details, sodaß das Buch weit davon entfernt ist, ein Kriminalroman zu sein. Schade um die interessante Ausgangssituation; was in der Kurzbeschreibung noch so vielversprechend geklungen hat, wurde leider gar nicht gut umgesetzt. Dennoch werde ich irgendwann einmal ein weiteres Buch von Steinfest lesen, habe ich doch schon soviel Gutes über seine Werke gehört.

    __________________
    "Die Welt ist schlecht, das Leben ist schön." Selim Özdogan
    08.07.2009 13:07 mankell ist offline E-Mail an mankell senden Beiträge von mankell suchen Nehmen Sie mankell in Ihre Freundesliste auf
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