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Herrn Lublins Laden - Samuel J. Agnon 2 Bewertungen - Durchschnitt: 9,002 Bewertungen - Durchschnitt: 9,002 Bewertungen - Durchschnitt: 9,002 Bewertungen - Durchschnitt: 9,00

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DraperDoyle DraperDoyle ist weiblich
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Dabei seit: 16.12.2006
Beiträge: 2.523
Herkunft: Leipzig

Herrn Lublins Laden - Samuel J. Agnon Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Herrn Lublins Laden
Schmuel J. Agnon

Klappentext:
Leipzig nach dem Ersten Weltkrieg - in Herrn Lublins Laden, einem alten Handelshaus in der Altstadt, treffen einander die alteingesessenen jüdischen Kaufleute. Der Ich-Erzähler beaufsichtigt den Laden, und seine Gedanken schweifen ab zu Lublins Lebensgeschichte, zu den Nachbarn und deren Gechichten. Zwischendurch treten immer wieder Leute ein, und er findet sich plötzlich inmitten von Auseinandersetzungen, erfährt und erlebt kauzige Anekdoten und philosophische Streitgespräche. Diese vielen Erzählungen von Verkupplung, Liebe und Tod, die farbigen Schilderungen voller Charme und Klugheit lassen eine ganz eigene Atmosphäre, die dem Vergessen anheim gegeben war, noch einmal lebendig werden.

Der Autor
Samuel Josef Agnon (eigentlich Samuel Josef Czaczkes) * 17. Juli 1888 in Buczacz, Galizien, heute Ukraine; † 17. Februar 1970 in Rechowot bei Tel Aviv) gilt als einer der wichtigsten hebräischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Seine Werke spiegeln eine tiefe Verwurzelung in den religiösen und geistigen Traditionen der Chassidim und dem Alltag des östlichen Judentums wider und sind in ihrer Darstellung von Angst und Schutzlosigkeit den Arbeiten von Kafka vergleichbar. 1966 erhielt er zusammen mit Nelly Sachs den Nobelpreis für Literatur. (Quelle: Wikipedia).

Meine Meinung
Genaugenommen passiert in diesem Roman nicht viel: Der Autor, ein galizischer Jude, der nach Israel ausgewandert war und während des Ersten Weltkrieges in Leipzig gestrandet ist, soll für einige Zeit auf Herrn Lublins Laden aufpassen. Doch die Rückkehr des Ladenbesitzers lässt auf sich warten, und da der Erzähler nichts zum Lesen hat (Herr Lublin besitzt nur Inventarlisten und das Telefonbuch) und auch niemand den Laden betritt, der ihm die Zeit vertreiben könnte (da dieser eigentlich ein reines Versandgeschäft ist), bleibt ihm nichts anderes übrig, als seinen Gedanken nachzuhängen.
Und während dieser Gedanken verwebt er die unterschiedlichsten Welten des "Mikrokosmos Leipzig" miteinander: Hier treffen zu Wohlstand und Ansehen gekommene galizische Juden mit "assimilierten" deutschen Juden zusammen, einig in ihrer Liebe zu Vaterland und Kaiser. Tiefreligiöse Chassidim, die ihrer verlorenen Heimat nachtrauern und christliche Ladenbesitzer, denen der Krieg auch die letzte Ware, die sie hätten verkaufen können, geraubt hat; gefallene Mädchen und korrupte Rathausbeamte: die unterschiedlichsten Charaktere bilden eine Momentaufnahme einer deutschen Stadt um 1916.
Und dazwischen immer wieder Geschichten aus der galizischen Heimat, Anekdoten berühmter Chassidim oder Betrachtungen zum Zionismus. Wie es ihm eben in den Sinn kommt.

Mich hat dieses Buch ungemein fasziniert; vielleicht etwas weitschweifig aber mit feinem Humor erzählt, bietet es, da es offensichtlich vor dem Dritten Reich geschreiben wurde (ein Fundstück, dass erst 1974, nach seinem Tod, veröffentlicht wurde), einen Blick auf deutsch-jüdisches Miteinander zur Kaiserzeit, der noch nicht durch die Geschehnissen der Naziherrschaft geprägt ist.

__________________
Ist das System relevant?

Herrn Lublins Laden.
(Samuel J. Agnon; Fischer Taschenbuch)
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24.11.2007 19:11 DraperDoyle ist offline E-Mail an DraperDoyle senden Beiträge von DraperDoyle suchen Nehmen Sie DraperDoyle in Ihre Freundesliste auf
magali
Zeitloser Forum-Superstar


Dabei seit: 15.12.2004
Beiträge: 5.133

RE: Herrn Lublins Laden - Samuel J. Agnon Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Wie schön, daß ich mal jemanden treffe, der ein Buch von Agnon gelesen hat.
Ich kenne den Namen auch nur als den 'anderen' beim Nobelpreis für Nelly Sachs.
Grinsen

Klingt nach lohnender Lektüre, werde ich mal im Auge behalten!

Danke, DraperDoyle

Winken

magali

__________________
Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
K. Kraus

24.11.2007 21:43 magali ist offline E-Mail an magali senden Beiträge von magali suchen Nehmen Sie magali in Ihre Freundesliste auf
Queedin Queedin ist weiblich
Lebende Forenlegende


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Dabei seit: 23.04.2007
Beiträge: 1.906
Herkunft: Berlin

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das klingt ja mal richtig interessant --> Wunschliste Schreiben
25.11.2007 18:06 Queedin ist offline E-Mail an Queedin senden Homepage von Queedin Beiträge von Queedin suchen Nehmen Sie Queedin in Ihre Freundesliste auf
Sanhalla Sanhalla ist weiblich
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Dabei seit: 08.08.2007
Beiträge: 300
Herkunft: Osnabrück/Niedersach sen

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Von diesem Buch hab ich schon gehört. Es scheint interessant zu sein, weiss aber nicht ob ich mich daran traue...

Kommt davon nicht auch ein Film in die Kinos?

__________________
lesend
26.11.2007 10:14 Sanhalla ist offline E-Mail an Sanhalla senden Beiträge von Sanhalla suchen Nehmen Sie Sanhalla in Ihre Freundesliste auf
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