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"Die Liebesnacht des Dichters Tiret" von Richard K. Breuer

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flashfrog flashfrog ist weiblich
Routinier


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Dabei seit: 05.09.2006
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"Die Liebesnacht des Dichters Tiret" von Richard K. Breuer Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zum Autor: Hier muss ich ein bisschen persönlich werden. Der Autor ist schließlich eine Eule, smile wenn auch eine der eher stilleren Sorte. "Entdeckt" habe ich Richard K. Breuer übers Netz. Er gab mir seinen Roman-Erstling "Rotkäppchen 2069" zu lesen. Imponiert haben mir dabei die zauberhafte Leichtigkeit, die galoppierende Phantasie und die Sprachverspieltheit des Autors. sein Talent für Dialoge und sein präziser Blick für Details. Hier ist jemand, der schreiben kann!
Deshalb sagte ich gerne zu, als der Autor mich fragte, ob ich mir als Testleserin "Die Liebesnacht des Dichters Tiret" einmal anschauen würde. (Ich hatte an der damaligen ersten Version des Manuskripts dann offenbar so viel "anzumäkeln", dass ich vom Wiener Dichter umgehend von der Testleserin zur Lektorin upgradet wurde. Grinsen )
Im "Tiret" beweist Breuer, dass er nicht nur ein phantasievoller literarischer Seifenblasenpuster ist, sondern auch ein ernsthaftes Thema mit seiner dialogstarken Sprache, in der jedes Detail, jedes Requisit seine Bedeutung hat, meistert.

Bemerkenswert ist außerdem, dass er sich nicht dem Diktat eines Verlagsprogramms unterwerfen mag, sondern als Autor der digitalen Generation versucht, neue Wege zu gehen, jenseits des üblichen Buchvermarktes.
Auf seiner Website
http://www.1668.cc/tiret.htm
gibt es denn auch Multimediales, z.B. einen sehr hörenswerten MP3-Live-Mitschnitt der Buchpräsentation im Wiener Museums-Quartier, für die er eigens richtige Schauspieler als professionell geschulte Sprecher engagierte. Außerdem Hör- und Leseproben, Leserfeedback, Interviews, Bilder und weiteres Bonus-Material.


Zum Buch: Wir sind im Jahr 1788, kurz vor Beginn der Französischen Revolution.
Aleksander Mickiewicz ist ein junger Gelehrter, der in Sachen Liebe eher ein "Theoretiker" ist und dessen Leben durch eine leidenschaftliche Liebesnacht mit einer polnischen Aristokratentochter durcheinander gerät. Und dann erfährt er auch noch ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit, dass seine Identität vollkommen in Frage stellt und ihn zwingt, aus seiner Heimat zu fliehen. In Begleitung eines französischen Marquis, eines etwas zwielichtigen und zynischen Freidenkers, begibt sich Mickiewicz, und der Leser mit ihm, per Kutsche auf eine Reise quer durch Europa bis nach Frankreich. Dabei begegnet er den großen Vordenkern der Revolution Mirabeau und Barnave, der Philosophie eines Rousseau und Voltaire, den Gedankenwelten eines Diderot, Kant und de Sade. Was manchem Leser aus dem Geschichtsunterricht vielleicht noch als langweilige Zahlen und Namen im Kopf herumspukt, wird in diesem Buch zur ebenso phantasievoll und liebevoll-ironisch erfundenen wie mit historisch-genau recherchierten Zitaten gespickten persönlichen Begegnung.

Das Buch ist aber nicht einfach ein handelsüblicher historischer Roman. Es wird allerorten disputiert über Fragen, die uns auch heute angehen. Die Französische Revolution war ja nicht nur ein Kampf um Brot, sondern auch ein erbitterter Kampf um die geistige Richtung, in die Europa sich in den nächsten 200 Jahren bewegen sollte. Heute stehen wir offenbar wieder an so einer Entscheidungsstelle. Wir müssen uns global entscheiden, in welcher Art von Welt wir zukünftig leben wollen. Ob unsere humanistischen und aufgeklärten Ideale, ob unsere Demokratie und unsere Menschenrechte Bestand behalten können, welche Werte und Umgehensweisen mit einander wir von anderen Kulturen und Religionen lernen können in einer globalisierten Welt.
Die Beschäftigung mit den Entscheidungen der Vergangenheit kann uns helfen, den Blick zu schärfen für unsere gegenwärtigen Herausforderungen.

Und das ist ja erst Band 1, das Schwungrad der Geschichte kommt gerade erst in Fahrt...

Zu bestellen ist das Buch direkt über die Homepage des Autors:
http://www.1668.cc/tiret.htm
oder über amazon.
Die Liebesnacht des Dichters Tiret: Mosaik der französischen Revolution - Band I - Mirabeau - 1788
(Richard K. Breuer, Gustav Landauer; Breuer, Richard K.)
Neu: EUR 9,90
>> Jetzt bestellen bei Amazon.de

Buchbewertung:
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Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von flashfrog: 22.03.2008 16:43.

22.03.2008 16:30 flashfrog ist offline E-Mail an flashfrog senden Beiträge von flashfrog suchen Nehmen Sie flashfrog in Ihre Freundesliste auf
dschun dschun ist männlich
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Dabei seit: 16.11.2007
Beiträge: 49

Rezension in XING! Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Mein liebes Fröschlein, hier ist ja, mit Verlaub, nix los. Beinah hätte man es erwarten können. Nix desto trotz gibt's in XING im "Bücher"-Forum eine Rezension von Ann-Christin. Vielleicht magst dir die mal anschauen und auch deinen Senf abgeben. Ich denke, dass noch weitere Rückmeldungen folgen werden, immerhin verkauft es sich dort ganz gut Augenzwinkern

https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=8560477

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If You Meet the Buddha on the Road, Kill Him! by Sheldon Kopp
"Killing the buddha on the road means destroying the hope that anything outside of ourselves can be our master."
26.03.2008 10:15 dschun ist offline E-Mail an dschun senden Homepage von dschun Beiträge von dschun suchen Nehmen Sie dschun in Ihre Freundesliste auf
Sternenstauner Sternenstauner ist weiblich
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Dabei seit: 09.06.2008
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Hallo,

nachdem ich das Buch nun auch gelesen habe, lasse ich den Thread mal wieder etwas aufleben. Augenzwinkern

Meine Meinung
Zugebenen, einem Roman, der im Selbstverlag erschienen ist und welcher das doch eher spezielle Thema Französische Revolution in den Vordergrund stellt, steht ein “Otto-Normal-Leser” wie ich es bin schon ein wenig skeptisch gegenüber. Die tolle Aufmachung des Buches und der Reiz, etwas Vergleichbares wohl noch nie gelesen zu haben, machten mich jedoch neugierig.

So begab ich mich in das Jahr 1788 – und war bereits nach wenigen Seiten mehr als angetan vom Schreibstil des Autors, der seine Sprache auf angenehme Weise der damaligen Zeit anpasst, ohne dass diese gestelzt oder altbacken wirkt. Stattdessen überraschte mich Richard K. Breuer mit einem unglaublichen Witz, der mich des Öfteren laut auflachen ließ.
Auch meine Befürchtung, mein Schulwissen in Bezug auf die Französische Revolution könne nicht ausreichen, um der Handlung folgen zu können, war unbegründet. Zwar treten unzählige Figuren auf, über die man nicht immer den Überblick behält. Dagegen verschafft allerdings der Anhang Abhilfe, in dem man nicht nur ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis findet, sondern in dem für jedes Kapitel erklärt wird, wer eine reale und wer eine fiktive Person ist, welche Rolle sie gespielt hat und wann sie gelebt hat. Aber alles in so kleinen Häppchen, dass man sich nicht wie im Geschichtsunterricht fühlt.

Zumindest bis zu Hälfte des Buches. Während anfangs die verbotene Liebe des Aleksander Mickiewicz und seine mysteriöse Herkunft noch der zentrale Punkt der Geschichte sind, rückt das Schicksal der einzelnen Figuren mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund und der Leser erhält – verpackt in Gespräche zwischen den einzelnen Beteiligten – immer mehr Informationen über die Anfänge der Französischen Revolution. Zwar lesen sich auch diese Passagen verhältnismäßig flüssig und die historischen Fakten werden leichthändig vermittelt, aber bisweilen hatte ich doch das Gefühl, eher ein gut geschriebenes Sachbuch in den Händen zu halten, denn stellenweise wird die Handlung doch etwas stark vom historischen Aspekt überlagert.

So gelingt es dem Autor leider nicht ganz, sein im Vorwort geäußertes Ziel zu erreichen, denn um zu zeigen „dass es vor über 200 Jahren mutige Menschen gegeben hat, die sich getrauten, eine bestehende Ordnung in Frage und zur Diskussion zu stellen“, hätte er ebendiese Diskussionen phasenweise etwas weniger stark in den Mittelpunkt stellen müssen als die Menschen, die dahinter stehen.
Ohnehin ist das gesamte Buch sehr dialoglastig. Diese sind zwar für sich ziemlich überzeugend geschrieben, jedoch hatte ich manchmal das Gefühl, eher ein Drehbuch für ein Theaterstück zu lesen. Verstärkt wurde dieser Eindruck vom verwendeten Präsens und dem häufigen Gebrauch kurzer, knapper Sätze, die auf mich zeitweise wie Regieanweisungen wirkten.

Nichtsdestotrotz hätte das Buch insgesamt eigentlich eine bessere Bewertung erhalten - wäre der Schwerpunktwechsel zurück auf die Charaktere zum Schluss nicht allzu abrupt erfolgt und das Ende etwas weniger offen.

FAZIT: Ein Buch mit grandiosen Ansätzen und herrlichen Dialogen, aber leider auch mittelgroßen Schwächen im Aufbau.

Meine Wertung: 3/5

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Beste Grüße,
**stauner

Mein Bücherblog: http://libromanie.de
22.09.2008 17:06 Sternenstauner ist offline E-Mail an Sternenstauner senden Homepage von Sternenstauner Beiträge von Sternenstauner suchen Nehmen Sie Sternenstauner in Ihre Freundesliste auf
dschun dschun ist männlich
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Band 2 ist da! Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Band 2 mit Titel "Brouillé: Mosaik eines Kriminalfalles am Vorabend der Französischen Revolution - Cahiers de Doléances - 1789" wird zur Leipziger Buchmesse vorgestellt.

Der spannende historische Krimi kann bereits angelesen werden. Hier geht's zur online-Leseprobe bzw. PDF:

www.1668.cc/brouille

Wer eine Rezension/Buchbesprechung im Forum macht, erhält als Dankeschön Band 3 "Madeleine - Anatomie einer Tragödie am Vorabend der Französischen Revolution". Das Buch wird voraussichtlich im Sommer erscheinen. Band 4 "Penly - Fragment eines Blutbades" voraussichtlich Herbst/Winter.



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Brouillé: Mosaik eines Kriminalfalles am Vorabend der Französischen Revolution - Band II - Cahiers De Doléances - 1789
(Richard K. Breuer; Breuer, Richard K.)
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Weitere Rezensionen zu Büchern dieses Autors (insgesamt 3):
  • Die Liebesnacht des Dichters Tiret: Mosaik der französischen Revolution - Band I - Mirabeau - 1788
  • Die Liebesnacht des Dichters Tiret: Mosaik der französischen Revolution - Band I - Mirabeau - 1788
  • Die Liebesnacht des Dichters Tiret: Mosaik der französischen Revolution - Band I - Mirabeau - 1788
  • Buchbewertung:
    0 Punkte, 0 Stimmen
    07.03.2010 19:11 dschun ist offline E-Mail an dschun senden Homepage von dschun Beiträge von dschun suchen Nehmen Sie dschun in Ihre Freundesliste auf
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