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Bernward Vesper - Die Reise

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Voltaire Voltaire ist männlich
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Bernward Vesper - Die Reise Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Titel: Die Reise
Autor: Bernward Vesper
Verlag: Rowohlt
Erschienen: Januar 1995 (6. Auflage)
Seitenzahl: 707
ISBN-10: 3499150972
ISBN-13: 978-3499150975
Preis: 9.90 EUR


Was war das jetzt? War es wirklich die nachgelassene Autobiographie des Bernward Vesper, Sohn des prominenten NS-Schriftstellers Will Vesper und Lebensgefährte von Gudrun Ensslin, oder war es die kollektive Lebensbeschreibung einer ganzen Generation, vielleicht war es aber auch nur ein Sammelsurium aneinandergereihten Sätzen. In jedem Falle aber war es ein wirklich faszinierendes Buch, nach dessen Sinn wohl man weiterhin fragen wird. Eine echte Deutung dürfte kaum möglich sein; an einer solchen Deutung sind schon sehr viele Literaturkenner gescheitert.

Vesper kennt den Begriff der Chronologie unter Garantie nicht. Alles geht durcheinander, alles stürzt übereinander, alles scheint den Bezug untereinander zu suchen. Manche Sätze scheinen zu den anderen Sätzen nicht zu passen, stehen geradezu im Konflikt mit ehemaligen und kommenden Sätzen zu sein; aber auch in den Sätzen wirkt so manches Wort wie ein Fremdkörper. Trotzdem ist das Buch eine quasi uneinige, eine sicher immer wieder neu bewegende Einheit.

Das Buch spinnt einen Faden vom Krieg über die Fünfziger Jahre bis hin zum beginnenden Terrorismus. Es ist aber ein Faden der nicht straff gezogen ist, vielmehr hängt mehr als schlaff und sich immer selbst umwickelnd in der Gegend herum. Das Buch widerspiegelt die Irritationen der linken Bewegung in Zeiten des Aufbruchs, die Ratlosigkeit und Perspektivlosigkeit linker Politik als gerade von dieser Zeit Antworten erwartet wurden. Vesper ist die personifizierte Ratlosigkeit und seine Hoffnungslosigkeit ist fast schon bezeichnend für eine ganze Generation.

Heinrich Böll fand die Lektüre dieses Buches nicht wohltuend, aber sie war für ihn wichtig und notwendig. Vesper wurde 1938 geboren und nahm sich am 15. Mai 1971 in Hamburg das Leben.

Ein sehr lesenswertes Buch, nach dessen Lektüre unter Garantie Gesprächsbedarf besteht. Ausgewiesen als Romanessay ist aber wohl mehr ein Erinnerungsbuch des Bernward Vesper, aber vielleicht ist es aber auch ein Roman der auf Tatsachen basiert.

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Chuck Norris isst keinen Honig - Chuck Norris kaut Bienen
Mich zu mögen ist ein Talent, welches nicht jeder besitzt
Ich kann dumme Menschen sehen (in Anlehnung an The Sixth Sense )
.


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Buchbewertung:
9.00 Punkte, 1 Stimmen

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Voltaire: 07.06.2008 16:45.

07.06.2008 16:44 Voltaire ist offline E-Mail an Voltaire senden Homepage von Voltaire Beiträge von Voltaire suchen Nehmen Sie Voltaire in Ihre Freundesliste auf
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