Der nützliche Freund - Ulrich Wickert      |
kahlan

Haudegen
  
Dabei seit: 12.01.2005
Beiträge: 638
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Ich habe mich mit diesem Krimi sehr schwer getan. Das Thema an sich fand ich eigentlich spannend, da ich den Begriff "Leuna-Affäre" wohl kenne, aber nicht annähernd mit Inhalt hätte füllen können. Leider war dieses Thema dann aber sehr dröge aufbereitet, dem Krimi fehlt es einfach an Spannung. Ich gebe zu, ab der Hälfte habe ich nur noch quer gelesen. Das einzige, was mir gefallen hat, war die Beschreibung von Paris und der französischen Lebensart, das waren die Momente, wo ein bisschen Atmosphäre geschaffen wurde. Alles in allem war es leider kein Krimi für mich, wenn noch einmal ein Buch von Ulrich Wickert den Weg zu mir findet, wird es wohl eher ein Sachbuch sein.
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27.08.2008 13:22 |
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monja1995

Jungspund

Dabei seit: 27.08.2008
Beiträge: 14
Herkunft: Bayern
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Das Buch war nicht mein Fall
Ein für mich enttäuschendes Buch...
Dass Ulrich Wickert ein hervorragender Jounalist ist, läßt sich nicht verleugnen. Er hat hervorragend für dieses Buch recherchiert, aber meiner Meinung nach zu sich zuviel auf die Ergebnisse er Recherchen versteift. Irgendwie kam bei mir das Gefühl auf, er will was sagen, weiß aber nicht wie. Denn wie sonst kam es dazu, dass das Buch umständlich und verwirrend geschrieben ist und man sich teilweise über andere Medien über den Inhalt des Buches schlau machen muss, um die Zusammenhänge auch wirklich zu verstehen. Dass sehr viele französische Ausdrücke gebraucht wurden, hat mich gestört, denn ein Buch zu lesen, zu dem man ein Wörterbuch braucht, ist nicht das, was ich erwarte. Im Großen und Ganzen störte mich, dass immer mehr oder weniger um den heißen Brei geschrieben wurde, aber bis zum Schluß nicht so richtig auf den Punkt kam. Schade, ich hatte mir besseres erwartet.
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27.08.2008 15:03 |
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roseF

Mitglied
 

Dabei seit: 07.04.2008
Beiträge: 29
Herkunft: Ilmenau
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Spannender Wirtschaftskrimi mit überflüssiger Lovestory |
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Meine Rezension:
Da ich noch nie etwas von Ulrich Wickert gelesen habe und er mir in den Medien immer als sehr kompetenter, intelligenter und vor allem sympathischer Journalist erschien, bin ich mit großer Neugier an dieses Buch herangegangen. Abgesehen von einigen inhaltlichen Aspekten wurde ich auch nicht enttäuscht.
In diesem Kriminalroman, der sich, wie auch schon die ersten beiden Krimis von U. Wickert, um den Pariser Untersuchungsrichter Jacques Ricou dreht, versucht der Untersuchungsrichter zusammen mit seinem Freund und Kollegen Kommissar Jean Mahon skandalöse Machenschaften und Schmiergeldaffären rund um die Leuna-Werke in Sachsen-Anhalt sowie die France-Oil-Raffinerie in Frankreich aufzuklären. Dabei werden sie allerdings von verschiedensten Geheimdiensten behindert und teilweise auch in lebensgefährliche Situationen gebracht.
Anfangs fiel mir der Einstieg in die Geschichte etwas schwer, da sehr viele Fakten und Theorien rund um die Wirtschaft genannt und erläutert werden. Auch die vielen französischen Namen kann man leicht durcheinander bringen. Hat man sich allerdings einmal an die Namen gewöhnt und die Zusammenhänge einigermaßen verstanden, liest sich dieses knapp 300 Seiten dünne Buch leicht weg.
Toll finde ich an diesem Buch vor allem auch die unterschiedlichen Erzählperspektiven sowie die kleinen Zeitsprünge und Rückblicke. Diese bauen beim Leser eine gewisse Spannung auf.
Viele der Inhalte dieses Romans sind Tatsachen, beruhen auf gründlicher Recherche, wie Ulrich Wickert am Ende des Buches schreibt. So ist es eine Tatsache, dass es die sogenannte Leuna-Affäre wirklich gegeben hat. Aber Wickert hat auch sehr aktuelle (politische) Gegebenheiten in seinen Roman mit eingebaut, wie beispielsweise Anekdoten des amtierenden Präsidenten Sarkozy oder die meistgesuchte Verbrecherin Europas, die in Deutschland eine Polizistin erschoss und bis heute noch nicht gefasst wurde. Diese aktuellen Bezüge lassen das Buch sehr realistisch erscheinen, machen es dem Leser allerdings auch sehr schwer, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden.
Nicht gelungen fand ich in diesem Buch allerdings diese unbedingt gewollte Liebesgeschichte zwischen Jacques und der deutschen Staatsanwältin. Das hat meiner Meinung überhaupt nicht in die Handlung gepasst und sehr gezwungen gewirkt. Wollte Wickert dadurch die Menschlichkeit des Untersuchungsrichters hervorheben? Ich weiß es nicht. Nötig war es auf keinen Fall.
Insgesamt ist dieser Roman eine nette Unterhaltung für Zwischendurch und sicherlich für alle interessant, die sich für Wirtschaft, Schmiergeldaffären und Geldwäsche interessieren.
__________________ "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt!" - Albert Einstein
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28.08.2008 13:21 |
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bartimaeus
Lebende Forenlegende


Dabei seit: 16.07.2006
Beiträge: 1.926
Herkunft: Niedersachsen
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Der nützliche Freund
Ulrich Wickert, 2008
Piper, ISBN: 978-3492050203
Es passiert selten, dass ich Bücher abbreche, sehr selten. Dieses Buch ist ein solcher Fall.
Ohne Zweifel hat Ulrich Wickert bei seiner Tätigkeit als Tagesschausprecher viele interessante Dinge erfahren und möchte sie gerne mitteilen. Die Episode mit der Handynummer Sarkozys ist amüsant - als mündliche Anekdote. Ein großes Problem des Buches ist der Stil, er ist weder konstant in seiner Art, noch sonderlich gut. Kurze Sätze mögen ein Stilmittel sein. Umgangssprache oder einfache Wortwahl ebenso. Bei Herrn Wickert klingt es leider aber so, als hätte er es nicht besser gekonnt.
Krönung ist für mich das kurze Kapitel "Der einsame Mann auf der Bank", das mit den Worten "Er trug einen dunklen Mantel, weil Männer mit dunklen Mänteln nicht auffallen. Besonders abends nicht." beginnt und abschließt mit "Im Dunkeln verschwand ein Mann im dunklen Mantel." Es ist für mich ein gutes Beispiel für "Gewollt, aber nicht gekonnt." Ebenso wie das Wort Quetschkommode in einer atmosphärischen Schilderung. Es ist ein unbeständiger Plauderton, der für Talkshows oder ähnliches reicht, in einem Buch aber nicht überzeugt.
Thematisch finde ich die Verquickung von realen Ereignissen und die gleichzeitige Erfindung neuer Namen problematisch. (Wobei ich auch nach wie vor finde, dass sich Wickert trotz seiner Informationen mit dem Thema übernommen hat, aber da ich das Buch nur zu Teilen gelesen habe, kann ich das nicht ganz beurteilen ...) Warum werden einige Namen beibehalten, warum wird die France Oil neu erfunden?
A propos, das führt mich zu einem weiteren Kritikpunkt. Nein, ich meine nicht die übermäßige Verwendung französischer Begriffe, die stört mich als frankophilen Leser nicht, sondern die Art wie sie im Text untergebracht werden. Willkürlich wird "Quart de Rouge" (Viertelliter Rotwein) groß geschrieben, daneben stehen verhunzte Schreibweisen wie die Police judiciaire oder Vin du pays, die in ihrer Mischung aus Groß- und Kleinschreibung weder in ein französisches noch ein deutsches Schriftbild passen. Warum nicht einfach klein und kursiv als fremdsprachlich kennzeichnen? So ist es nichts Halbes und nichts Ganzes und stört.
Atmosphäre kommt keine auf, Spannung ebenfalls nicht und die Figuren bleiben Pappschablonen. Außer ein wenig Amüsement mit meiner Mutter (die sonst Herrn Wickert recht sympathisch findet) über die Sprachvergewaltigungen hat mir das Buch keinen Anlass zur Freude gegeben, das war mein erster und letzter Wickert.
01/10 Punkten, abgebrochen
bartimaeus
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von bartimaeus: 28.08.2008 23:56.
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28.08.2008 23:55 |
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Adhara

Grünschnabel
Dabei seit: 09.07.2008
Beiträge: 4
Herkunft: Region Bodensee
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Also, wirklich etwas anfange konnte ich mit diesem Buch nicht. Weder als Krimi noch als Thriller bringt es meiner Meinung nach die notwendigen Zutaten mit. Hier mein Eindruck:
So richtig in Fahrt kommt "Der nützliche Freund" in keinem Part des Buches. Die Geschichte dümpelt vor sich hin und verliert immer wieder an Tempo, wenn die Informationen über Hintergründe und Verwicklungen fliessen. Ein athmosphärisch guter Einstieg verspricht zuviel - schon nach wenigen Seiten offenbaren sich die trockene Sprache und der etwas langweilige Erzählmodus. Ist es, weil Ulrich Wickert Journalist ist oder ist es, weil er mit seinem grossen Hintergrundwissen glänzen möchte: Der Autor überfordert die Leserinnen und Leser mit einer Informationsflut, die nicht immer zur Klärung der Situation beiträgt, die aber durchgehend zu üppig ist, um in einem Roman als Würze und langsames Hinführen auf die wahre Tiefe des Buches zu wirken. Oft kommt der Eindruck auf, dass hier eine Recherche zu umfangreich ausgefallen ist, um als Artikel in einem Journal Platz zu finden. Und so wurde die Recherche mit Protagonisten angefüllt und als Buch umgesetzt. Dabei bleibt nicht nur Margaux ein farbloses Geschöpf, auch Richter Marc Leroc und Untersuchungsrichter Jacques Ricou scheinen alles andere als vielschichtige Zeitgenossen. Oft kam der Eindruck auf, als würde der Autor seinen Figuren nicht richtig trauen und distanziere sich etwas von ihnen. Ulrich Wickerts "Der nützliche Freund" ist ein Buch für Leute, die sich im Genre "Wirtschaftskriminalität" wohl fühlen und eine Fakten-Flut schätzen. "Normale" Krimifans werden sich bei diesem Buch kaum wohl fühlen oder auch unterhalten fühlen. Der Aufbau des Buches ist so gestaltet, dass nicht nur bei einer Passage der Wunsch wach wird, das Buch wegzulegen und es nicht zu Ende zu lesen. Also kann "Der nützliche Freund" tatsächlich nur eingefleischten Wirtschafts-Fans empfohlen werden.
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08.09.2008 13:52 |
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Sisch

Routinier
 

Dabei seit: 09.11.2006
Beiträge: 373
Herkunft: Hannover
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18.09.2008 13:16 |
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Laurie

Grünschnabel
Dabei seit: 24.10.2008
Beiträge: 7
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| RE: Der nützliche Freund - Ulrich Wickert |
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Hin und her gerissen
Dies war mein erstes Buch von Ulrich Wickert. Ich möchte nicht sagen, daß es mein Letztes war, aber etwas Abstand zu Politik und Wirtschaftskriminalität kann ich jetzt gut gebrauchen. Ich bin nicht sehr interessiert am politischen Geschehen und schon gar nicht an den Machenschaften in der Politik und Wirtschaft, und deshalb habe ich mir mit dem Lesen ein bischen schwer getan. Aber was Herrn Wickert dabei wirklich gut gelungen ist, sind diese immer wieder auftauchenden kurzen Zusammenfassungen des aktuellen Ermittlungsstandes durch die Akteure und somit war ich beim Lesen nicht komplett verwirrt.
Die Geschichte an sich verlief teilweise etwas schleppend und manchmal wurden einfach zu viele Nebensächlichkeiten erzählt (z.B. die Kollegin die in einer Jazzband singt). Auch das Ende kam zu abrupt und war etwas unbefriedigend in der Auflösung.
Was mir sehr gut gefallen hat, waren die detaillierten Beschreibungen und Informationen, die man beim Lesen über Paris erfahren hat. Da wäre ein kleiner Stadtplan im Buch nicht schlecht gewesen. Die Begeisterung von Richter Ricou als er über sein Viertel in Paris spricht versetzt den Leser direkt an den Ort des Geschehens - man kann die Croissants förmlich riechen.
Manche Leser mögen die Menge an Informationen als störend oder unpassend empfinden. Doch ich glaube, daß Herr Wickert ein großer Fan von Paris ist und er sein Wissen und seine Begeisterung über diese Stadt mit dem Leser teilen möchte. Und das ist ihm richtig gut gelungen.
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24.10.2008 22:28 |
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hasewue

Tripel-As


Dabei seit: 31.07.2009
Beiträge: 193
Herkunft: Deutschland
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Dieses Buch hat mir ein guter Freund geliehen mit den Worten,dass dies eines der besten Bücher ist,das er seit langem gelesen hat.Ich würde es nicht bereuen.
Leider hat er sich dabei geirrt.Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich dermaßen gelangweilt hat. Ich mußte mich richtig zwingen, es zu Ende zu lesen. Mit einem guten Krimi hat dieser Roman nichts gemein. Wickert schafft es nicht, auch nur den Hauch von Spannung aufkommen zu lassen und erschlägt den Leser mit einer Fülle an wirtschaftlichen und politischen Informationen, die eher verwirren, als dass sie erklären.
Es ist eine Geschichte,die man in ein paar Seiten erzählt hat und nur durch Unglaubwürdigkeiten und sonstigem aufgebauscht wird.
Die zwei einzigen überraschenden Wendungen wollen so gar nicht zum bisher Erzählten passen und berührten mich unangenehm durch ihre Unglaubwürdigkeit.
Die Protagonisten sind allesamt so oberflächlich charakterisiert, dass sie farblos wirken und mir nicht wirklich im Gedächtnis blieben.Auch waren sie äußert unsympathisch,was eine schlechte Eigenschaft für Hauptpersonen,so genannten „Helden“ ist. Als sehr störend empfand ich zudem Wickerts ständige Zurschaustellung seiner Allgemeinbildung und seiner Kenntnisse in französischer Lebensart. Auch der doch etwas simple Schreibstil konnte mich nicht überzeugen und die ständige Einstreuung bekannter Namen nervte.Zum Glück habe ich mir dieses Buch nur geliehen,denn es ist sein Geld nicht wert. Schade, ich hatte mir mehr versprochen!
2 von 5 Sternen!
__________________ http://booklooker.de/buchstabensammler22
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01.08.2009 11:26 |
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