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Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef - Richard C. Morais |
Batcat

Forum-Halbgott
    

Dabei seit: 11.02.2004
Beiträge: 10.463
Herkunft: Irgendwo im Nirgendwo
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| Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef - Richard C. Morais |
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OT: The Hundred-Foot Journey
Über den Autor
Richard C. Morais ist in Portugal geboren, in der Schweiz aufgewachsen und besitzt einen amerikanischen Pass. Bevor er sich auf das Romanschreiben verlegte, war er Senior-Editor beim Wirtschaftsmagazin Forbes und leitete siebzehn Jahre lang das europäische Büro des Magazins in London. Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Philadelphia.
Kurzbeschreibung
Seine früheste Erinnerung ist der Duft von scharfem Curry. Als Hassan Haji über einem turbulenten Imbissladen in Bombay das Licht der Welt erblickt, ahnt niemand, welch großes Talent in ihm schlummert. Erst Tausende Kilometer entfernt, in einem verschlafenen französischen Dorf, entdeckt der Junge seine Leidenschaft für die hohe Kunst des Kochens – und gerät mitten hinein in eine handfeste Restaurant-Fehde: Seiner indischen Großfamilie und ihrem lebhaften Lokal schlägt die offene Verachtung der alteingesessenen Madame Mallory entgegen, die genau gegenüber einen sternedekorierten Gourmettempel führt. Bis sie Hassans Gabe erkennt und anbietet, ihn in die Geheimnisse der gehobenen Küche einzuführen. Doch nur wenn der Lehrling die Straßenseite wechselt und bei ihr einzieht – in die Höhle der Löwin…
Meine Rezension
Dieses kulinarisch-literarische Kleinod erzählt den Werdegang des Inders Hassan Haji in der großen, weiten Welt.
Hassans Kindheit und Jugend verlaufen nach anfänglicher Idylle recht tragisch: nachdem seine Mutter während Unruhen ermordet wird, verkauft sein Vater das Familiengrundstück in einer begehrten Ecke Bombays für viel Geld und zieht mit der Familie nach Europa. Schließlich verschlägt das Schicksal die Familie in den verschlafenen Ort Lumière, in dem sie endlich seßhaft werden und ein Lokal eröffnen. Doch Lumière ist kulinarisch schon fest in der Hand der Gourmetköchin Madame Mallory, die Rivalen in „ihrem“ Ort keinesfalls dulden kann…. Und so beginnt eine weitere Geschichte: die, in der Hassan seiner Berufung folgt und den Beruf des Koches von der Pike auf lernt…
Dieses Buch ist sehr bunt, farbenfroh, lebendig und verlockend geschrieben. Schön fand ich auch die Kontraste der unterschiedlichen Küchen (und eigentlich auch Menschen): so wirkt Frankreich stets raffiniert und distinguiert, während Indien laut, ölig, farbenfroh und sehr würzig beschrieben wird.
Die Protagonisten fand ich ganz wunderbar gezeichnet: die lärmende und fröhliche Familie Haji, die ein wenig anstrengend ist, aber immer zusammenhält und als Gegenpart die strenge Madame Mallory, die nur ihrem Partner Monsieur Leblanc vertraut und die insgeheim von einem dritten Stern für ihr Restaurant träumt, dabei wohl wissend, daß mit ihren über 60 Jahren ihr kulinarischer Zenit eigentlich schon überschritten ist.
Auch die Nebenrollen in diesem Buch sind überaus liebevoll angelegt, was mir sehr gut gefallen hat, da in vielen Büchern das Hauptaugenmerk auf die Hauptrollen gerichtet wurde und viele Chancen verpasst wurden, auch den Nebenfiguren genug Leben einzuhauchen.
Lange Rede, kurzer Sinn: wer es bisher noch nicht gemerkt hat – ich war begeistert. Dieser vergnügliche Roman war wie ein Essen im 3-Sterne-Restaurant für mich.
Dieses Buch ist ein Schelmenstück, eine Familiengeschichte, ein kulinarischer Roman und definitiv ein Lesehighlight. Der Autor Richard C. Morais ist ein ganz wunderbarer Erzähler, den ich auf jeden Fall im Auge behalten werde.
Ich vergebe 11 von 10 Punkten – mindestens!!! – und möchte es jedem, der auf solche Bücher steht, unbedingt ans Herz legen.
Ich weiß jetzt schon: das Buch, das ich als nächste lese, hat einen verdammt schweren Stand…
__________________ Lieben Gruß,
Batcat 
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)
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09.10.2011 15:12 |
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Pelican

Moderatorin
  

Dabei seit: 13.07.2004
Beiträge: 4.223
Herkunft: Wörth
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Welch eine Verführung, Batty. Ich habe nach Jahren noch immer eine Schwäche für Romane, die in Indien spielen, auch wenn dieses nach Europa führt...
__________________ Herzliche Grüße
Pelican
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09.10.2011 15:35 |
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vorleser

Kaiser

Dabei seit: 03.04.2007
Beiträge: 1.125
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Ist auch auf meine Wunschliste gelandet. Außerdem habe ich jetzt Hunger.
__________________ Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch wie kein anderer zu sein. (Simone de Beauvoir)
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09.10.2011 16:12 |
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Batcat

Forum-Halbgott
    

Dabei seit: 11.02.2004
Beiträge: 10.463
Herkunft: Irgendwo im Nirgendwo
Themenstarter
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Frag lieber nicht, wie es mir während des Lesens erging...
__________________ Lieben Gruß,
Batcat 
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)
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09.10.2011 16:57 |
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Eskalina

Unsterbliche Forenlegende
 

Dabei seit: 07.08.2005
Beiträge: 3.850
Herkunft: Hannover ;)
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Ich habe es gerade beendet und ich bin nicht ganz so begeistert. Zu Beginn fand ich es auch sehr farbenfroh und voller Sinneseindrücke, doch je mehr die Geschichte voran schreitet, umso mehr entwickelt sie sich meiner Meinung nach zu einer etwas trocken erzählten Lebensgeschichte eines Kochs ohne Privatleben. Irgendwie geht es letztlich dann nur noch um das Kochen. Zugegeben, man findet auf jeder Seite sehr appetitliche Beschreibungen von allen möglichen Speisen, die einem teilweise das Wasser im Munde zusammen laufen lassen, doch fehlen mir irgendwie Höhepunkte in der Handlung. Alles plätschert so vor sich hin und manche Dinge, wie der Tod mehrerer Hassan nahe stehender Menschen, wird fast nebenbei und zusammengerafft auf 2,3 Seiten erzählt, so, als würde auch das keine große Rolle spielen.
Das Privatleben und die wechselnden Partnerinnen von Hassan bleiben ebenso sehr im Hintergrund und ich vermisste immer mehr die Wärme, die der Erzählstil anfangs aufwies. Leider war ich nach dem großsartigen Beginn doch ziemlich enttäuscht, schade, denn etwas in dieser Art lese ich sehr gern und ich hatte mich so auf das Buch gefreut, als ich den Klappentext gelesen hatte.
Ich würde höfliche 7 Punkte vergeben...
__________________
greensmilies-com
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19.01.2012 19:10 |
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saz

Lebende Forenlegende


Dabei seit: 10.05.2004
Beiträge: 2.061
Herkunft: Dresden
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Das Buch sollte man wohl vorzugsweise nur lesen, wenn man zumindest ansatzweise etwas mit (französischer) Küche anfangen kann - ansonsten wird man sich in der zweiten Hälfte des Buches zu langweilen anfangen. Ist dieses Interesse jedoch vorhanden, wird man von diesem Schelmenroman, der die Unterschiede zwischen den so verschiedenen Ländern Frankreich und Indien in schillernden Farben beschreibt, prima unterhalten.
In gewisser Weise zeichnet sich das Ende bereits relativ zeitig ab, insofern ist kein Spannungsbogen vorhanden (wie Eskalina schon schrieb: Es plätschert eben vor sich hin - anstatt sich mit großem Getöse als reißender Fluss seinen Weg zu bahnen). Dies hat der Tatsache, dass mir die Schreibweise dieses Buches sehr gut gefällt, keinen Abbruch getan - viele Personen sind mir während des Lesens auf Grund ihres gut beschriebenen Charakters ans Herz gewachsen. Das Ende hätte etwas weniger sentimental ausfallen können, aber nun gut...
Von mir gibt's sehr gute 9 Punkte. Und danke nochmal an Batcat, ohne deine Rezi hätte das Buch sicherlich nicht seinen Weg in mein Bücherregal gefunden.
Edit: Tippfehler
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"Es gibt einen Fluch, der lautet: Mögest du in interessanten Zeiten leben!" [Echt zauberhaft - Terry Pratchett]
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von saz: 16.02.2012 15:34.
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16.02.2012 15:32 |
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Batcat

Forum-Halbgott
    

Dabei seit: 11.02.2004
Beiträge: 10.463
Herkunft: Irgendwo im Nirgendwo
Themenstarter
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@ saz
Bitte, bitte.
Mit solchen kulinarischen Familienschmökern kann man mich einfach ködern und ich freue mich, daß Dir das Buch auch so gut gefallen hat.
__________________ Lieben Gruß,
Batcat 
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)
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16.02.2012 20:00 |
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