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Vor der Baumschattenwand nachts - Peter Handke

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Herr Palomar Herr Palomar ist männlich
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Vor der Baumschattenwand nachts - Peter Handke Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zeichen und Anflüge von der Peripherie, 2007-2015

Verlag: Jung u. Jung
424 Seiten, Taschenbuch, € 28,–,
mit 80 farbigen Zeichnungen des Autors,

Kurzbeschreibung:
Kaum ein zweiter Autor hat in den letzten Jahrzehnten die Welt mit so viel Aufmerksamkeit angeschaut wie Peter Handke; und diese Aufmerksamkeit ist Wahrnehmung, die gelten lässt. Sie muss nicht mehr in Sprache übertragen werden, denn sie ist Sprache, der Blick ist das Wort, in dem das Gesehene sich tatsächlich wahrgenommen fühlt.
Immer wieder gelingt es diesem Dichter die Welt so darzustellen, dass sie zur Geltung kommt und sie sich und wir sie erkannt wissen, und immer schon ist ihm das in besonderer Weise in seinen Notiz- und Tagebüchern gelungen. In denen der Jahre nach der Jahrtausendwende hat Peter Handke sich zunehmend darauf eingelassen, seine Beobachtungen in aphoristischen Formulierungen zu bündeln, die für den Leser Anstöße in offenes Gelände sind, wo er im »Karawanenzug der Sätze« der Welt auf ungewohnte und erfrischende Weise begegnet.

Über den Autor:
Geboren 1942 in Griffen, Kärnten, lebt in der Nähe von Paris.
Er hat mehr als siebzig Erzählungen und Prosawerke sowie knapp zwei Dutzend Stücke verfasst. Für sein Schaffen ist Peter Handke mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt worden.

Mein Eindruck:

Platz 1 der SWR-Bestenliste

Nachdem mich in letzter Zeit viel in der aktuellen zeitgenössischen Literatur gelangweilt oder genervt hat, bin ich jetzt (für mich selbst unerwartet) bei Peter Handke angekommen.

Dieses Buch wird als Tagebuch bezeichnet, das die Jahre 2007 bis 2015 abdeckt, aber ein konventionelles Tagebuch ist es sicher nicht. Handke betreibt keine exzessive Nabelschau, gemessen an vergleichbaren Journalen.
Es besteht aus sehr vielen kurzen und kürzesten Aphorismen, die manchmal aus nur ein oder zwei Zeilen bestehen.

Tatsächlich kann ich viel mit einigen, sogar vielen, der Sätze anfangen.
Peter Handke ist in diesen Texten ein genauer Beobachter des Ungewöhnlichen im Alltäglichen, und was er wahrnimmt drückt er auf ungewöhnliche Art aus, indem er seine Assoziationen ausformuliert.

Deutlich spürbar ist eine innere Zurückgezogenheit, ein Bedürfnis nach Stille.
Politisches oder Zeitbezug gibt es wenig. Das wäre für Handke ein
ästhetisches Problem. Der Gegenwart ist kaum mal etwas zuordenbar, oft gibt es Erinnerungen an die Vergangenheit, zum Beispiel an die Kindheit in Kärnten.

Es entstehen viele Handke-Texte in dieser Zeit, auf die der Ibsen-Preisträger gelegentlich Bezug nimmt: Versuch Über den Pilznarren, Versuch über den stillen Ort, dieTheaterstücke Immer noch Sturm und Die schönen Tage von Aranjuez u.a. Zum Teil auch noch nicht veröffentlichte (Letztes Epos). Das fand ich ziemlich interessant.
Handke zeichnet auch! Den vielen, im Buch enthaltenen Zeichnungen kann ich jedoch wenig abgewinnen, sie sind zu klein.

Handke macht viele Naturbeobachtungen, vor allen immer wieder Vögel: Schwalben, Fasan, Elstern, Rotkelchen, Tannenmeise, Wildgänse, Tauben, Spatzen, Kraniche, Waldkäuzchen, Fledermaus, Eichelhäher, Schwäne, Dohlen.
Auch ein Rabe, der einsame Schreihals (niemand antwortet ihm).

Musikalische oder literarische Einflüsse werden immer wieder genannt oder zitiert: Schubert, Johnny Cash, Stifter, Nietzsche, viel John Cheever und immer wieder Goethe.

Literatur bestimmt Handkes Leben.

Ein Zitat:
“Ohne Lesen bin ich nichts. Im Lesen, mit ihm und
durch es bin ich Niemand und Jeder. Ernsthaftlesen -
sich ernstlesen.

__________________

Neue Rezension: Ein Stern am Sommerhimmel - Elin Hilderbrand


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