Büchereule.de


Der virtuelle Treffpunkt rund ums Buch.
Rezensionen, Diskussionen, Leserunden mit Autor u.v.m.


Rezensionen

Autoren

Bücherserien

Bücherforum

Kontakt


Zum Bücherforum Registrierung Kalender Mitgliederliste Teammitglieder Suche Häufig gestellte Fragen

Büchereule.de » Bücher » Belletristik » Töte mich - Amélie Nothomb » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen

Töte mich - Amélie Nothomb 1 Bewertungen - Durchschnitt: 10,001 Bewertungen - Durchschnitt: 10,001 Bewertungen - Durchschnitt: 10,001 Bewertungen - Durchschnitt: 10,001 Bewertungen - Durchschnitt: 10,00

Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
claudi-1963 claudi-1963 ist weiblich
Routinier


images/avatars/avatar-11444.jpg

Dabei seit: 22.05.2017
Beiträge: 388
Herkunft: Deutschland

Töte mich - Amélie Nothomb Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Amélie Nothomb, 1967 in Kobe, Japan, geboren, hat ihre Kindheit und Jugend als Tochter eines belgischen Diplomaten hauptsächlich in Fernost verbracht. Seit ihrer Jugend schreibt sie wie besessen. In Frankreich stürmt sie mit jedem neuen Buch die Bestsellerlisten und erreicht Millionenauflagen. Für ›Mit Staunen und Zittern‹ erhielt sie den Grand Prix de l’Académie française. Amélie Nothomb lebt in Paris und Brüssel.


Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (23. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257069898
ISBN-13: 978-3257069891
Originaltitel: Le crime du comte Neville

Donjuanismus der Aristrokratie

"Es ist in der Tat notwendig, entweder in aller Öffentlichkeit zu töten oder zuzugeben, daß man sich nicht berechtigt fühlt zu töten." (Albert Camus)
Als die 17-jährige Sérieuse sich eines Nachts aus dem Hause schleicht und davon läuft, wird sie halb erfroren von der Wahrsagerin Madame Portenduére gefunden. Diese ruft umgehend bei Sérieuses Eltern an und der Graf holt seine Tochter ab. Das Gespräch mit Madame Portenduére endet in dem sie dem Grafen voraussagt, dass er bei seinem nächsten großen Empfang einen Gast töten wird, aber alles gut ausgehen wird. Der Graf weist diese Prophezeiung erst weit von sich, da er der Frau nicht glaubt, aber die Worte lassen ihn nicht mehr los. Er überlegt, wen er töten könnte und welche Konsequenzen dies für ihn und seine Familie hätte. Doch da unterbreitet seine Tochter Sérieuse die merkt, wie ihr Vater leidet, das es das beste wäre, sie zu töten.

Meine Meinung:
Für mich war es das erste Buch von der Autorin Amélie Nothomb gewesen. Ich war erstaunt was für ein kurzes aber literarisches Meisterwerk sie hier dem Leser präsentiert. Durch Rückblenden macht der Leser erst noch eine Reise in die Vergangenheit des Grafen Neville. Man erlebt wie es dem Adel erging und was für Nöte die Familie damals erleiden musste. Unter anderem das die Garden Party auf Le Pluvier schon von jeher immer ein großes Ereignis war. Wir erleben aber auch den wunderbaren Dialog zwischen Vater und Tochter, der mich entsetzt und sehr erstaunt hat. Vor allem der Vorschlag der Tochter, die mit ihrem Leben unzufrieden ist und keinen besseren Ausweg findet, als das der Vater sie töten soll. Doch Amélie Nothomb hat für den Leser in dieser Art Märchen eine wunderbare Wendung mit eingeflochten, die mich sogar schmunzeln hat lassen. Wer in 110 Seiten so eine Geschichte schreibt, der ist eine wahre Meisterin der Wörter, Chapeau. Ich kann es nur jedem ans Herz legen, wer gerne ironische, makabere und spitzfindige Geschichten liebt, der sollte es lesen. Das Cover ist dagegen wieder sehr speziell, wie oft beim Diogenes Verlag. Von mir gibt es 10 Eulen für dieses grandiose Werk.


__________________
"Lebe jeden Tag so, als ob du dein ganzes Leben lang nur für diesen einen Tag gelebt hättest."


(Unbekannter Autor; )
Neu:
>> Jetzt bestellen bei Amazon.de


Weitere Rezensionen zu Büchern dieses Autors (insgesamt 4):
  • Der letzte Weltuntergang. Krimi-Erzählungen (Rotbuch Krimi)
  • Tante Dimity und die unheilvolle Insel
  • Tante Dimity und die unheilvolle Insel
  • Buchbewertung:
    10.00 Punkte, 1 Stimmen
    23.09.2017 17:01 claudi-1963 ist offline E-Mail an claudi-1963 senden Homepage von claudi-1963 Beiträge von claudi-1963 suchen Nehmen Sie claudi-1963 in Ihre Freundesliste auf
    bücherbelle bücherbelle ist weiblich
    Eroberer


    Dabei seit: 12.02.2017
    Beiträge: 58

    Umwerfend makabrer Humor Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

    „Du hast viel dazu beigetragen, dass ich auf der Welt bin. Es wäre nur gerecht, wenn du sie auch von mir befreist.“ (S. 66)

    Zusammenfassung. Eine üble Prophezeiung, eine finanzielle Notlage, die den Auszug aus dem Familienschloss erzwingt, und dann auch noch die Marotten seiner etwas speziellen jüngsten Tochter: Graf Neville hat es gar nicht so leicht. „Töte mich“ ist ein kurzer, leichter Roman über alles, was passieren könnte, und erzählt unaufgeregt eine spannende Geschichte, die mit makabrem Humor gespickt ist.

    Erster Satz. Wäre ihm prophezeit worden, dass er einmal zu einer Wahrsagerin gehen würde, Graf Neville hätte es nicht geglaubt.

    Cover. Der geschätzte Diogenes-Verlag ist in seiner Covergestaltung ja grundsätzlich mutig. Mir jedoch gefallen die meisten seiner Schöpfungen, und so hat auch das in diesem Fall verwendete Foto in meinen Augen einen ganz eigenen Charme – aber den hat das Buch selbst schließlich auch!

    Inhalt. Es ist ja nicht viel Buch, das uns Nothomb hier vorsetzt, aber das lässt sich dafür an einem Stück weglesen und besticht durch wundervoll makabren Humor und intelligenten Stil.
    Als etwas anstrengend (das habe ich allerdings erst beim Vorlesen bemerkt) könnte man die langen Dialoge empfinden, das hat aber nicht tiefgreifend gestört und tat vor allem meiner Begeisterung nicht den geringsten Abbruch.

    Personen. Der Graf ist ein charmanter Zeitgenosse, seine Frau scheint beinahe elfengleich, die beiden älteren Kinder wahre Wunderwerke und die jüngste Tochter so herrlich in pubertärem Trübsinn versunken, dass man sie einfach gernhaben muss.
    Mein Highlight bei den Charakteren jedoch ist es, dass so viel mehr hinter jeder einzelnen Figur steckt als im Buch tatsächlich ausgeführt wird. Da gelingt es Nothomb sehr gut, sich auf das Wesentliche zu beschränken und trotzdem tiefgehende Persönlichkeiten zu erschaffen.

    Lieblingsstellen. „Immer war da diese Festung aus Eis zwischen mir und mir.“ (S. 71)
    „In jedem anständigen Roman muss ein Gewehr, wenn es erwähnt wird, auch zum Einsatz kommen.“ (S. 109)

    Fazit. Eigentlich ist das Wichtigste zum Buch kurz gesagt: Es macht Spaß, es zu lesen, die Figuren sind etwas kauzig und verschroben, doch zugleich so unheimlich sympathisch, und ich habe so häufig laut aufgelacht wie lange nicht mehr.
    Selbst der Freund, dem ich zunächst nur eine kurze Passage vorlas, wollte gar nicht aufhören, zuzuhören, und das soll schon etwas heißen!

    __________________
    Bücherbingo 2017
    12.10.2017 20:03 bücherbelle ist offline E-Mail an bücherbelle senden Beiträge von bücherbelle suchen Nehmen Sie bücherbelle in Ihre Freundesliste auf
    Baumstruktur | Brettstruktur
    Gehe zu:
    Neues Thema erstellen Antwort erstellen
    Büchereule.de » Bücher » Belletristik » Töte mich - Amélie Nothomb

    Impressum

    Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH
    Style Copyright by Morgana & Master