Takis Würger las am 27.03.2019 in Köln

  • Die Stimmung war positiv gespannt im fast ausverkauften Brunosaal in Köln als Takis Würger und Adriana Altaras die Bühne betraten.


    Die Veranstaltung begann direkt mit der im deutschen Feuilleton heiß diskutieren Frage „darf man das“. Darf man einen Liebesroman über eine deutsche Jüdin schreiben, die andere Juden an die Gestapo verriet. Adriana Altaras selbst sei genau das oft gefragt worden und sie finde absolut, dass man das darf. In „Stella“ und am heutigen Abend gehe es um Schuld, Liebe und Moral.


    Dann stellte sie kurz Takis Würger vor, der 1985 geboren wurden und vielen vermutlich als der Autor von „Der Club“ bekannt sei, das für Adriana Altaras ein „Hammerbuch“ ist. Er habe die Journalistenschule besucht, in Cambridge studiert und als Kriegsreporter gearbeitet.


    In seinem neuen Buch geht es um Stella Goldschlag, die eine sogenannte Greiferin gewesen sei. Takis Würger findet den Begriff Greiferin unglücklich, es klinge für ihn zu schnittig. Seines Wissens hätten rund zehn Juden mit der Gestapo kollaboriert. Von einem Freund, der das Theaterstück „Stella“ besuchte, hörte er zum ersten Mal von Stella Goldschlag. Eine gebildete, musische Jüdin, die in einer geheimen Jazzband spielte und 1943 mit ihren Eltern verhaftet wurde. Die Gestapo stellte sie dann vor die Wahl, ihre Eltern mit dem Zug nach Auschwitz fahren zu sehen oder mit der Gestapo zu kollaborieren. Sie entschied sich die Kollaboration und sei für den Tod von Hunderten von Juden verantwortlich. Das Theaterstück „und der Film „Die Unsichtbaren“ hätten sich bereits vor dem Roman mit Stella Goldschlag beschäftigt.


    Für Adriana Altaras stellt sich hier die Frage nach der individuellen Schuld und was man selbst getan hätte. Ihrer Ansicht nach haben die Zeiten sich gewandelt. Zuerst seien Juden Opfer gewesen, dann sei die Phase gekommen „aber wir Deutschen haben auch gelitten, Dresden brannte usw.“ und dann, dass es auch böse Juden gab.


    Ob man mit der Gestapo kollaborieren könne, sei eine sehr komplexe Frage und erst recht, warum Stella Goldschlag auch nach dem Tod ihrer Eltern weitermachte.


    Takis Würger kann die Aufregung über sein Buch nicht recht verstehen, denn es sei bereits vor rund 25 Jahren ein Sachbuch über Stella Goldschlag erschienen, das jetzt neu aufgelegt wurde und auch das Musical wurde bereits im Sommer 2016 erstaufgeführt. Ihm selbst sei kein anderes Beispiel für böse Juden bekannt, Fälle in denen Juden Täter waren. Wieviel Mitschuld Stella Goldschlag getragen habe, sei für ihn ein wichtiges Thema.


    Adriana Altaras war schockiert, dass die Kritiken oft kaum an Häme zu überbieten waren. Auf der anderen Seite war „Stella“ beim NDR "Buch des Monats" und die „Jüdische Allgemeine“ habe es als „Leise, glaubwürdig und ja, auch schonungslos, aber an keiner Stelle unempathisch, effekthascherisch oder gar reißerisch” beurteilt.


    Für sie sei der Eindruck entstanden, dass nur noch Juden über den Holocaust schreiben dürften, Maxim Biller, sie selbst und wenige andere. Wie sich Takis Würger die Häme erkläre? Seiner Meinung sei es am besten, wenn der Autor nichts dazu erkläre. Natürlich hoffe man als Autor, dass das Buch gut ankomme. Als das Buch und die Kritiken erschienen, habe er mit vielen Buchhändlern gesprochen, die diese Diskussionen im Laden führen mussten und das Echo sei sehr positiv gewesen.


    Am Ende des Buchs steht seine persönliche Emailadresse und nach den vernichtenden Kritiken am 11. Januar, habe er habe Angst gehabt, in sein Postfach zu schauen. Es seien einigen Emails von Buchhändlern gewesen, die das Buch vor den Verrissen lasen, es gut fanden und ihm zur Seite standen. Er bedankte sich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Buchhändlern für ihre Unterstützung. Insgesamt habe er rund 1300 Emails bekommen, von denen weniger als zehn verletzend gewesen seien. Viele hätten Kritik geäußert und es haben Diskussionen gegeben. Das größte Kompliment sei für ihn gewesen: „Ich habe Ihr Buch vor zwei Tagen fertig gelesen, aber ich noch lange nicht fertig damit.“


    Sein Verleger und Lektor habe die Ansicht vertreten, dass sein Buch diese Debatte eigentlich nicht hergeben würde, was ihn wiederum amüsierte.


    Dann las Takis Würger gekonnt das Kapitel, in dem Friedrich vorgestellt wird. Wie er in der Schweiz aufwächst und von seiner Mutter gedrillt wird, die ein einziges Ziel hat und ihn dafür schon früh an der Staffelei stellt. Es folgt ein einschneidendes Ereignis, das Friedrichs Leben für immer verändert.


    Für Adriana Altaras ist es sehr wichtig, dass Friedrich immer die Wahrheit sagt, so wie er es von seinem Vater lernte. Als er sich jedoch in Stella Goldschlag verliebt, kann und will er vieles nicht sehen.


    Takis Würger betont an dieser Stelle, dass „Stella“ ein Roman ist, vorher sei über die historische Stella Goldschlag gesprochen worden und er wolle auf den Unterschied hinweisen, worauf Adriana Altaras lakonisch kontert, dass es ein Roman sei stehe doch vorne drauf.


    Seiner Meinung nach verhalte sich Friedrich so, weil Stella Goldschlag die erste sei, die ihm das Gefühl gebe, so ok zu sein, wie er ist. Friedrich frage nicht nach, weil er um jeden Preis das erhalten wolle, was er gefunden hat. Ja, Friedrich sei sehr naiv, aber er reflektiere auch über Stella und Takis Würger zitiert eine kurze Stelle aus dem Roman „vielleicht habe ich gewusst...“. Vielleicht hätte er diese Stelle deutlich herausarbeiten sollen.


    Adriana Altaras vermutet, dass die Kritiker so hysterisch seien, weil es Unterschiede zwischen dem Roman und der historischen Realität gibt.


    Takis Würger hatte während des Schreibens auch Kontakt zu Professor Sascha Feuchter, Leiter der Stelle für Holocaustliteratur an der Uni Gießen. Dieser habe ihm die Frage gestellt, ob man im Jahr 2019 ernsthaft eine Debatte darüber führen würde, was Literatur dürfe. Es sei Kunst, die dürfe alles.


    Wenn die Generation von Takis Würger nicht darüber schreibe, während die letzten Zeitzeugen noch leben, dann beginne die Zeit des Schweigens. Ob man darüber eine Liebesgeschichte schreiben könne und diese gelesen werde, könne man diskutieren. (Interessante Radiosendung mit Sascha Feuchter *klick*) Die Shoa sei so groß gewesen. Wenn sein Roman dazu führe, dass ein Einziger über dieses Thema google und sich dafür interessiere, sei er zufrieden.


    Für Adriana Altaras ist ein Roman seiner Generation und sie findet es wichtig, dass die Generation der 30-40 Jährigen über die Zeit schreibt, statt damit aufzuhören, weil man nicht Primo Levi ist.


    Ihrer Ansicht nach ist Friedrich extrem naiv. Sie kann scheinbar Takis Würgers Beteuerungen, dass nur Friedrich so naiv sei nur halbherzig Glauben schenken und wünschte sich deutlichere Aussagen dazu im Buch. Ihrer Ansicht nach sei er ausgewichen und sie hofft auf mehr im nächsten Buch.


    Takis Würger fände es anmaßend, die Frage zu beantworten, was man selbst an Stella Stelle getan hätte. Er wünsche sich, dass die Leser selbst darüber nachdenken.

    Dann las er jene Textstelle, in der Friedrich und Stella sich zum ersten Mal begegnen.


    Im Buch sind zahlreiche Zeugenaussagen über Stella Goldschlag in kursiver Schrift abgedruckt, sowie immer wieder kurze Sammlungen zeithistorischer Informationen.

    Ihm sei das Leben der Figuren wie ein Kammerspiel vor einer Luxuskulisse in Berlin vorgekommen, als ob die Nazis nicht gleichzeitig Krieg führen würden und Juden ermorden.


    Die Zeugenaussagen seien sehr kalt und klar, sie würden deutlich zeigen, wie gefährlich diese Frau war. Durch die Chronikeinträge würden die Leser gezielt immer wieder aus der Geschichte geworfen. Dies sei lange im Lektorat diskutiert worden. Er wollte den Lesern etwas vom Inhalt der rund vier Dutzend Bücher über die 40er Jahre vermitteln, die er las, weil er selbst überrascht war, wie wenig er über diese Zeit wusste. Die Leser sollten erfahren, was alles passierte, während in Berlin diese Liebesgeschichte spielt. Während des unglaublichen Terrors der Nazis passierten auch unglaublich triviale Dinge, Oscar wurden verliehen, Opern aufgeführt usw. Für ihn sollten die Chronikeinträge illustrieren, dass das Leben weiterging.


    Ihn fesselte das Tagebuchs eines US-Journalisten, der 1942 im Adlon lebte und nachts ein anderes Leben führte, der die geheimen Jazzclubs ging und von zwei französischen Kriegsgefangenen erzählt, die Wein aus Fässern auf Flaschen zogen, weil so viel Wein getrunken wurde. Er wollte zeigen, dass auch böse Menschen Feste feierten, u.a. auf der Wannseekonferenz.


    Das Böse habe sehr viele Facetten. Bei seiner Recherche sei er immer wieder bei Reinhard Heydrich hängengeblieben. Sohn eines Komponisten, der selbst sehr musikalisch war, Violine spielte und von Musik oft zu Tränen gerührt wurde. Gleichzeitig habe er die Wannseekonferenz geplant und sei ein Monster gewesen. Heyrich habe er nicht in den Roman nehmen wollen, daher gebe es Tristan von Appen, der zunehmend bösartig sei und Nazi.


    Adriana Altaras gefällt es, dass die Figuren mehrere Facetten haben und wünscht sich für den nächsten Roman noch vielschichtigere Figuren. Die historische Stella Goldberg sei nach dem Krieg in einem ersten Prozess zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt worden, nach ihrer Freilassung in einem zweiten Prozess später zu weiteren zehn Jahren, die jedoch als verbüßt galten. Sie habe erfolglos versucht, eine Rente als Opfer des Faschismus zu bekommen und sich später durch einen Sturz auf dem Fenster umgebracht. Ihre Tochter sei um die Zeit des ersten Prozesses von Berliner Juden adoptiert worden, die mit dem Kind nach Israel auswanderten. Die jüdische Gemeinde habe den Kontakt zwischen Mutter und Tochter später verhindert.


    Dann erklärte Takis Würger, dass Stella Goldschlag ihre publizistischen Persönlichkeitsrechte vererben wollte. Dies sei jedoch nicht möglich, man könne nicht beeinflussen, wie nach dem Tod über einen geschrieben werde. Wenn man eine Person der Zeitgeschichte sei, sei es sowieso anders.

    "It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities." Albus Dumbledore
    ("Vielmehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.")

  • In einem Dokumentarfilm habe sie kurz vor ihrem Tod über das Ganze gesprochen und man könne sehen, dass sie eine sehr geschickte Lügnerin gewesen sei. Man wisse nicht, ob man Mitleid oder Abscheu verspüren solle und auch nicht, wieso sie das alles getan habe.


    Es gebe derzeit zwei Klagen, eine gegen ihn persönlich wegen Verleumdung der Toten und eine zweite von der gleichen Partei gegen den Verlag mit dem Ziel weite Teile des Romans zu schwärzen. Er habe durch ein Interview des Anwalts mit der Presse von der Klage erfahren. Bisher habe sich die Staatsanwaltschaft nicht bei ihm gemeldet, was er als gutes Zeichen werte.


    Hier merkte Adriana Altaras an, dass „Esra“ von Maxim Biller verboten sei, ihr selbst würde anderes einfallen, das man verbieten könne, wie zum Beispiel die NPD. Sie finde es „den Hammer“, dass Takis Würger alles in den letzten Monaten durchgehalten habe.


    Nach der langen Lesereise sei er erschöpft und es sei neu gewesen für ihn, vor so großem Publikum zu sprechen. Neuen Dinge seien oft anstrengend. Gleichzeitig habe er gelernt, dass es großartige Menschen gebe, die hinter ihm standen und ihm viel Kraft wünschten, während anderes Menschen hartes Zeug über ihn geschrieben hätten. Auch sein Verlag sei schwer gebeutelt worden – während Adriana Altaras sich keine Sorgen um Hanser macht, der Verlag wolle Geld verdienen.


    Dann wechselte Adriana Altaras das Thema und fragte, wie er auf die zehn Gebote von Goebbels gekommen sei. Zu ihrer Überraschung seien die ja echt und was für eine Scheiße sei. Während des Schreibens habe er mit mehreren Historikern gearbeitet und nach einer Möglichkeit gesucht, zu illustrieren, wie wahnsinnig dieses Regime war. Einer der Historiker habe diese zehn Gebote vorgeschlagen, von denen das erste für jene Zeit noch normal klinge. („Dein Vaterland heißt Deutschland; liebe es über Alles und mehr in Taten als in Worten.“)


    Stella Goldschlag sei eine schwer zu greifende Figur. Gerne hätte sie auf der Seite der Täter gestanden und darüber geklagt, dass sie von den Nazis zur Jüdin gemacht worden sei.


    Es folgte eine Lesung des Abschnitts, in dem Stella und Friedrich auf den Boxer Noah Klieger treffen.


    Danach fragte Adriana Altaras, wie seine jüdischen Freunde reagiert hätten. Diese seien so entspannt gewesen wie die „Jüdische Allgemeine“, vielleicht, weil es für Juden normaler sei, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Nach den vernichtenden Kritiken hätte sie seine Frage, ob er es nicht hätte schreiben sollen, mit „why not“ beantwortet. Warum solle man keinen Liebesroman über diese Zeit schreiben?


    Es folgten einige Fragen aus dem Publikum.


    Sein Verlag und er hätten mit Diskussionen gerechnet, weil der Roman 1942 spielt und es eine Liebesgeschichte zwischen einem Schweizer und einer Jüdin sei. Aber mit diesen Kritiken hätte er nie erahnt – hätte das Buch aber trotzdem geschrieben.


    Auf die Frage, ob er sich von der Kritik abkapseln konnte, antwortete er, dass dies nicht nötig gewesen sei. Wenn man die große Bühne betrete, müsse man damit umgehen können. Es sei gerecht, wenn andere Menschen eine andere Meinung hätten. Es habe z.B. auch berechtigte Kritik gegeben, auch wenn er bis heute finde, dass es irgendwie gut klinge und er zitierte die inzwischen geänderte Textstelle „ihre Tränen rannen lautlos“.


    Warum er nicht Fantasienamen genommen habe und geschrieben, dass historische Persönlichkeiten ihn inspirierten?

    Weil die historische Stella Goldschlag ihn inspiriert habe und man dürfe Personen literalisieren. (sic) Shakespeare habe auch über Heinrich VIII. geschrieben.

    Ob sein nächstes Buch sich auch mit der Shoa beschäftige.


    Das nächste Buch habe er gemeinsam mit Noah Klieger geschrieben, viel mehr könne er noch nicht sagen. Darauf konterte die Fragestellerin, dass er immer noch nicht genug habe und Takis Würger antwortete, dass dies die Überschrift sein werde. Letzten Sommer habe er drei Monate in Israel verbracht und Noah Klieger getroffen. Der Boxer im Buch sei eine fiktive Figur, trage jedoch dessen Namen, weil er ihn sehr inspiriert habe.


    Eine Leserin bedauerte, dass man im Roman nichts aus Stellas Perspektive erfahre. Takis Würger habe gezögert, den Roman aus der Perspektive von Stella Goldschlag zu erzählen, weil ihr Leben bei ihm Fragen aufwerfe, er nicht beantworten könne. Daher habe er diese Leerstelle gelassen und eine andere Perspektive gewählt.


    Ob er seine Haltung zu Literaturkritikern geändert habe und jetzt mehr fürchte, verrissen zu werden, konnte oder wollte er nicht beantworten. Vielleicht könne er in fünf Monaten etwas dazu sagen, suche er täglich die Kraft abends wieder auf die Bühne zu gehen. Früher habe er immer gerne das Feuilleton gelesen, wegen der Geistesschärfe. Er wisse nicht, ob er das in Zukunft so unbefangen lesen könne.


    Eine Zuschauerin drückte ihre Freude darüber aus, dass er nicht mehr so fertig wirke, wie im Januar in der „Aspekte“ Sendung.


    Zum Abschluss merkte Adriana Altaras an, dass sie und das Publikum jetzt nicht viel mehr über Schuld wüssten und die Reise von Takis Würger jetzt nach Amerika gehe. Dort werde er hoffentlich etwas Neues schreiben.

    Im Anschluss an die lange Veranstaltung nahm sich der entspannte und sichtlich erschöpfte Takis Würger sich noch geduldig viel Zeit zum Signieren und für zahlreiche Fragen.

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  • PS Der Bericht ist extrem lang. Habe schon einiges weggelassen, wollte jedoch nicht zu viel vom Inhalt streichen. :-(


    Takis Würger bat darum, dass man ihn bei Fragen zum Roman anschreibe und er werde alle Emails beantworten - was wohl in der Vergangenheit nicht immer der Fall war, wie aus dem Publikum zu hören war.

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  • Jetzt vom Handy aus ist es schwierig auf ein paar Punkte ausführlicher einzugehen. Vielleicht komme ich morgen dazu.

    Aber ist es nicht schön, endlich mal wieder ein Buch zu haben, über das sich so sprechen bzw. diskutieren lässt? :-]

  • Auf jeden Fall und die Stimmung während der Lesung, über 400 interessierte Zuschauer, ein tolles Erlebnis.


    Die Radiosendung ist auch sehr interessant, sowie die FB-Seite der Stelle für Holocaustliteratur.

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  • Kein Wort zu lang, ein sehr guter Bericht. Danke.

    Takis Würger bat darum, dass man ihn bei Fragen zum Roman anschreibe und er werde alle Emails beantworten - was wohl in der Vergangenheit nicht immer der Fall war, wie aus dem Publikum zu hören war.

    Ich kann alle, die das Buch gelesen haben und den Wunsch verspüren, Takis Würger zu schreiben, nur ermutigen, dies zu tun. Mir hat er geantwortet und auch Fragen beantwortet. Das finde ich großartig!

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Danke für die umfangreiche Zusammenfassung. War interessant.

    Dass es viel Aufregung um das Thema geben wird, müssen Verlag und Autor zwingend vorausgesehen haben, obwohl es im Grunde und bei Lichte besehen natürlich keinen Grund dafür gibt, dass Takis Würger Stella Goldschlag nicht zur Protagonistin eines Romans machen sollte.


    Takis Würger hat mal geboxt, also muss er auch einstecken können ;) Der Verlag hat ordentlich kassiert, also muss auch er einstecken können.


    Erinnere mich noch dunkel an den Aufruhr im Feuilleton, als klar wurde, dass Steven Spielberg die Geschichte Oskar Schindlers verfilmen würde. „Indiana Jones und der Holocaust“ empörten sich führende Kritikaster – noch bevor die erste Szene gedreht wurde! Viel Polemik und wenig Sachkenntnis, sie haben einfach nicht gepeilt, dass Spielberg ein brillanter Regisseur ist, der sich auch besagten Themas problemlos annehmen kann. Es ist dann ja auch ein Meisterwerk geworden …


    Es gab übrigens nicht nur das Sachbuch, sondern vor Jahren auch einen ausführlichen Artikel im Spiegel über Stella Goldschlag.

  • Danke für den Hinweis auf den "Spiegel". Die drei Artikel werden auch in der schweizer Radiosendung erwähnt und sind dort verlinkt. Werde ich in den nächsten Tagen lesen.

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  • Vielen Dank für deinen Bericht über die Lesung, ottifanta.

    Ich fand ihn auch nicht zu lang, sondern sehr interessant. :thumbup::wave

    Es geht uns mit den Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber wenige erwählen wir zu unseren Freunden, unseren vertrauten Lebensgefährten.
    Ludwig Feuerbach (1804-1872)

  • Diese Lesung ähnelte wohl in Teilen dem Werksgespräch bei dem Rouge und ich waren und bei dem Takis Würger und ein weiterer - Münchner - Autor mit einem Moderator u.a. auch darauf eingingen, was Kunst/Prosa dürfe und wie die Medien und die Leser auf Stella reagiert haben. Ähnliche Ergebnisse wie bei dieser Lesung hier.


    Hervorheben möchte ich noch, dass Takis Würger wohl sehr sehr lange und sehr umfangreich recherchiert hat und seine Recherchen von Fachleuten und Betroffenen (u.a. Ausschwitz-Überlebende) hat abklopfen lassen.

    Und das Takis Würger ein wirklich sehr sympathischer Zeitgenosse ist den der Shitstorm nach Erscheinen von Stella wirklich überrascht hat. ottifanta toll, dass Du die Lesung so ausführlich widergegeben hast.