Rolf Uliczka - Campermord in Bensersiel

  • Buchmeinung zu Rolf Uliczka – Campermord in Bensersiel


    „Campermord in Bensersiel“ ist ein Kriminalroman von Rolf Uliczka, der 2019 im Klarant Verlag erschienen ist. Dies ist der sechste Band um die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens.


    Zum Autor:

    Rolf Uliczka ist geboren und aufgewachsen am Rande der romantischen Holsteinischen Schweiz und lebt mit seiner Frau seit einigen Jahren im Saterland. Menschen in all ihren Facetten und ihre Geschichten haben ihn schon immer fasziniert. Auch das Schreiben war und ist eine seiner größten Leidenschaften. Ostfriesland, das Land der Leuchttürme, des Wattenmeeres, der grünen Landschaften mit seinen geheimnisvollen Mooren und Inseln, wo jährlich Millionen ihren Urlaub verbringen, bietet ihm viel Stoff für das Unerwartete. Genau das macht auch die Spannung seiner Ostfrieslandkrimis aus.


    Klappentext:

    Tödliche Schatten liegen über dem ostfriesischen Küstenort Bensersiel. Im Yachthafen schwimmt die Leiche des ermordeten Saisonkellners Gernot Kaldenbach, der auf dem nahe gelegenen Campingplatz wohnte. Fast zeitgleich verschwindet die verführerisch attraktive Saisoncamperin Anna, viel deutet auf eine Entführung hin. Die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens von der Kripo Wittmund stoßen auf ein Geflecht aus Eifersucht, Leidenschaft und Gier. Der Campingplatz offenbart sich als ein Ort der Geheimnisse, und mehrere der Bewohner geraten unter Verdacht. Hat Annas Mann Manuel womöglich ein Verhältnis seiner Frau mit dem selbstbewussten Kellner nicht ertragen? Doch es gibt auch Spuren, die auf ganz andere Zusammenhänge schließen lassen. Je mehr die Ermittler über das Mordopfer erfahren, desto zwielichtiger erscheint der Mann. Hat er das organisierte Verbrechen an die ostfriesische Küste gebracht? Die Kommissare ermitteln in alle Richtungen, als plötzlich eine unerwartete Nachricht eintrifft …

    Meine Meinung:

    Gut und leicht bin ich in das Buch hereingekommen, die Atmosphäre auf dem Campingplatz war gut getroffen. Die meisten Figuren waren mir sympathisch, aber sie waren alle recht oberflächlich gestaltet. Eindeutig zu kurz kamen mir die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens, die beide leider blass blieben. Die Hauptrolle übernimmt die verschwundene Camperin Anna, deren Weg hauptsächlich geschildert wurde. Gerade die Beschreibung ihres Schicksals hat mich sehr enttäuscht. Ihr Leidensweg wurde mir viel zu positiv geschildert. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, dass sie auf einer Urlaubsreise unterwegs sei, obwohl sie sich doch in den Händen von Kriminellen befand. Die Schilderung der Geschehnisse auf dem Campingplatz war durchaus spannend, auch weil das ein oder andere Geheimnis aufgedeckt wurde. Überraschungen gab es bei der Lösung der Kriminalfälle, die logisch erklärt wurden. Aber der dominierende Eindruck war die unsägliche Beschreibung des Schicksals Annas. Dies führt zu einer klaren Abwertung.


    Fazit:

    Der Genuss eines in Teilen durchaus lesenswerten Krimis wird durch die unpassende Beschreibung eines Frauenschicksals massiv gestört. So kann ich nur zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) vergeben und keine Leseempfehlung aussprechen.

    :Hörbuch Hans-Henner Hess - Herrentag

    :Hörbuch Robert Fabbri - Das Blut des Bruders

    :lesend Wolfgang Glagla - Algorithmus

    :lesend Nikos Milonas - Kretische Feindschaft

    :lesend Rhys Bowen - Tod nach Regie

  • Auf dem Campingplatz Bensersiel hat die Saison angefangen und schon tauchen die Saisonrentner auf. Der Kellner Gernot Kaldenbach ist hier auch untergekommen, aber er kann nicht lange die Campingatmosphäre genießen, denn schon bald schwimmt er als Leiche im Yachthafen. Dann verschwindet auch noch die attraktive Anna, die nichts anbrennen ließ. Keine einfache Ermittlung für die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens von der Polizei Wittmund, denn im Fall Anna deutet alles auf eine Entführung hin. Hängen die beiden Fälle zusammen?

    Für mich war dies der vierte Band um das Ermittlerteam aus Wittmund, obwohl es bereits der sechste ist.

    Der Schreibstil ist gewohnt gut zu lesen und sehr locker. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann. Die ostfriesische Atmosphäre ist sehr schön dargestellt und es kommt gleich Urlaubsfeeling auf. Auch das Zusammengehörigkeitsgefühl auf einem Campingplatz ist schön beschrieben, trotzdem wäre das nichts für mich, da ist mir zu viel Nähe und zu viel Beobachtung.

    Bert und Nina sind sympathische und sehr fähige Ermittler. Sie gehen auf die Menschen ein und finden so einiges heraus, was die Menschen lieber unter der Decke gehalten hätten. Dabei geht es teilweise um wirklich heftige Probleme. Kellner Kaldenbach aber war wirklich ein schlimmer Finger und es ist kein Wunder, dass es ein solches Ende mit ihm genommen hat.

    Es gibt einige Verdächtige und es ist gar nicht so leicht herauszufinden, wer denn nun der Mörder ist. Immer wieder gibt es Wendungen, die wieder Zweifel säen. Doch am Ende ist der Täter jemand, den wohl niemand auf dem Schirm hatte.

    Es ist von Anfang an spannend und da der Leser im Ungewissen bleibt, hält sich die Spannung auch bis zum Ende.

    Wieder einmal wurde das idyllische Ostfriesland vom Verbrechen heimgesucht. Mit hat dieser Krimi sehr gut gefallen.


    10/10