'Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung' - Seiten 255 - 339

  • Die Prüfungsszenen haben mir gut gefallen. Schön wie Mylo mit seiner einfühlsamen Art Alexander die Angst nehmen konnte :-]. Cool fand ich auch, wie Alexander den wohlstandsverwöhnten Maximilian um dessen Brezeln bittet - und sie dann seinen kleinen Schwestern mitbringt. Ich glaube, er entwickelt sich gerade zu meiner Lieblingsfigur.

    Eher befremdet betrachte ich aktuell Anton und seine Pläne mit Christel. Wie er sie da S. 270 als seinen "Schatz" betrachtet hatte ich den Eindruck, als meine er das mehr im wörtlich-materiellen Sinne als liebevoll-emotional :/.

    Wunderschön diese Solidarität unter den Laichinger Frauen bei Mimis Kaffeetafel. Das hat mir eine kleine Träne der Rührung in die Augen steigen lassen :).

    Und am Ende verführt Eveline den Johann - oder lässt sie sich verführen :grin. Egal, sieht gerade nicht so gut aus für Mimi, da bleibt Johann mehr auf der platonischen Ebene. Was er ihr gegenüber ja vorher schon angedeutet , das muss man ihm zu Gute halten. Ihre kämpferische Tirade zum Thema Freiheit hat ihn schwer beeindruckt, mit Recht. Da gewinnt wieder die bewundernswerte Eveline die Oberhand.


    Es werden auch mögliche neue Handlungsfäden geknüpft mit dem Auftritt von Bernadette und vielleicht auch mit Michael Gehringer, der verschwunden ist und dem Alexander in gewisser Weise ähnlich sein soll, z. B. in seiner künstlerischen Begabung.

    Kurz ist mir in dem Zusammenhang Mylo durch den Kopf gespukt, aber das ist bestimmt zu weit hergeholt.

  • Sehr spannende Überlegungen. In der Art stelle ich sie mir immer VOR dem Schreiben.
    Ich weiß jetzt nicht, ob ich eine gute oder eine schlechte Nachricht für euch habe, aber:
    Es ist eine fünfteilige Saga.

    Das heißt, es passiert noch ganz viel! Soweit, sogut.

    Aber: Vielleicht werden nicht gleich im nächsten Band alle offenen Fäden fein säuberlich vernäht, alle Fragen beantwortet etc.

    Doch eins verspreche ich: Am Ende geht die Rechnung auf.

    Nur wie - das bleibt vorerst mein Geheimnis ...

  • Sehr spannende Überlegungen. In der Art stelle ich sie mir immer VOR dem Schreiben.
    Ich weiß jetzt nicht, ob ich eine gute oder eine schlechte Nachricht für euch habe, aber:
    Es ist eine fünfteilige Saga.

    Das heißt, es passiert noch ganz viel! Soweit, sogut.

    Aber: Vielleicht werden nicht gleich im nächsten Band alle offenen Fäden fein säuberlich vernäht, alle Fragen beantwortet etc.

    Wenn es so interessant und abwechslungsreich bleibt wie gerade, dann ist es definitiv eine gute Nachricht :grin.

    Bisher sind mir noch keine Längen und/oder Wiederholungen aufgefallen, der zweite Teil gefällt mir zur Zeit noch etwas besser als der erste - und ich hab nur noch einen Abschnitt zu lesen.

  • Wenn es so interessant und abwechslungsreich bleibt wie gerade, dann ist es definitiv eine gute Nachricht :grin.

    Bisher sind mir noch keine Längen und/oder Wiederholungen aufgefallen, der zweite Teil gefällt mir zur Zeit noch etwas besser als der erste - und ich hab nur noch einen Abschnitt zu lesen.

    Ich denke, es wird sehr interessant. Sonst hätte ich nicht so einen unglaublichen Spaß beim Schreiben. Ganz neue Themen, Hintergründe ...

  • Die Prüfungsszene habe ich gestern Abend noch gelesen. Ich war zuvor bei einem Konzert der Dirigierklasse eines japanischen Professors. Ich besuche häufig Konzerte in unserer Musikhochschule und dort merkt man auch immer die Leidenschaft und Berufung für die Musik. Die Lehrenden sind derart mit ihren Studenten verbunden, mit Begeisterung unterstützen sie, feuern an und setzten sich mitunter in das Orchester um mitzuspielen. Gestern war auch wieder rührend, wie er in seiner Begrüßung in etwa sagte: "Ich weiß, Ihr werdet glanzvolle Karrieren machen, ..... versprecht mir eins: Vegesst mich nicht". Er war der erste der aus der Zuschauerreihe applaudierte, Bravo rief und erst mit Klatschen aufhörte, als jeder Dirigent abgetreten war. Er nickte aufmunternd zu, wiegte sich mit, bewegte die Hand - war stolz auf seine Stundenten. Warum beschreibe ich das? Mylo sehe ich auch als so einen Menschen, der sich zurücknehmen kann, wenn es erforderlich ist, aber einen Künstler so fördert, dass er all seine Talente entwickelt. Wie in der Musik ist in den Künsten auch immer wieder ein Meisterkurs erforderlich, um sich weiterzuentwickeln. So hat mir natürlich sehr gut gefallen, dass wir bei der Prüfung und dem positiven Entschluss, Alexander das Stipendium zu geben, dabei waren. Natürlich hätte ich auch gern noch der Worte des Komitees an die Prüflinge gelauscht.


    Ich würde mir wünschen, dass wir so gut es geht Alexander bei seinem Studium über die Schulter schauen können. Ich weiß aber nicht, wie man das schriftstellerisch bewältigen soill, wenn zumindest bis jetzt Laichingen ind die ganze Reihe über Mimi und die Fotografie im Mittelpunkt stehen. Ich dagegen, würde gerade gern auch Alexanders Zeit an der Hochschule lesend begleiten.


    In diesem Abschnitt geschieht etwas Tolles. Alle sind stolz, dass es einen unter ihnen gibt, der ein besonderes Talent hat, welches in der Königsstadt gewürdigt wird. Keiner grummelt momentan, dass Alexanders vorgeschriebener Weg, beim Gehringer zu schaffen, seine Pflicht gegenüber Vater und dem Ort zu sein hat. Dank Mimi, Sonja und Luise, die in jedem Heim Zusagen für die Unterstützung von Eveline und ihren Töchtern erbitten, kann Alexander das Stipendium in Stuttgart annehmen. Auch so schön, wie die Damen an der Kaffeetafel sitzen und sich mal gemeinsame Momengte gönnen, die die Männer im Ochsen biertrinkend ja auch sich erlauben. Dabei kommen sie zurück, wie früher auch die Frauen sich zum gemeinsamen Handarbeiten getroffen haben und wollen dies wieder aufleben lassen. Bei der zu stickenden Rose, habe ich übrigens an die Seidensticker-Hemden mit gestickter schwarzer Rose gedacht.


    Gehringer will Mimi beauftragen für das Firmenjubiläum und seinen Produktkatalog über 700 Fotos anfertigen zu lassen. Sie wird dann keine Zeit mehr haben, kreative Familienbilder im Atelier zu stellen, keine revolutionären Fotomotive. Schön, finde ich auch, wie Mimi erkennt, dass die ganzen Retusche verdeckt, was für hart arbeitende, daher schwielige kaputte Pranken, die Bürger sind. Mimi muss den Auftrag annehmen, doch wird sie es sehr schwer haben, Gehringer zufrieden zu stellen. Das wird Kämpfe geben.


    Wenn Mimi die ganzen Fotos macht, wer kümmert sich dann um ihren Onkel? Luise, Evelyn oder Bernadette? Kommt etwa Mimis Mutter mal vorbei.

    Übrigens gefällt mir dieser Band etwas besser als der Auftakt. Ich habe mich wohl arrangiert, dass er auf der schwäbischen Alb spielt, ein Ort, der für mich aus verwandtschaftlichen Gründen verhasst ist. Da nun die kompakten Knipsapparate aufkommen, vermute ich auch, Mimis Wanderfotografenzeit ist vorbei. In drei Jahren beginnt der große Krieg...



    Ich stolpere übrigens sehr häufig über "andern", statt anderen. z. B. Seite 282 "Alexander und die andern".

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Die Prüfung von Alexander wurde sehr anschaulich beschrieben.

    Auch die Reaktionen der Männer aus der Prüfungskommission.

    Und mir geht es wie Lumos: ich vermute sehr stark, das Mylo Michael Gehringer ist.

    Schon die Beschreibung seiner Antwort, dass Alexander aus Laichingen sei, hat mich aufhorchen lassen. ( Seite 268 )

    Dann die Stelle, an der erzählt wird, dass Gehringer einen verschwunden Sohn hat und dieser künstlerisch begabt sei...… da war für mich eigentlich alles klar. ;-)

    Wunderschön die Kaffeeszene im Garten. Das war sicher wie ein Kurzurlaub für die Frauen.

    Und wunderschön auch die Solidarität gegenüber Eveline. Wenn jeder ein bisschen gibt wird daraus auch ein großes Ganzes. :-)

    Und dann kommt Gehringer mit seinem "Auftrags-Trick".

    Mal schauen, was daraus wird...…….


    Und zu guter Letzt das Treffen von Eveline und Johannes im Wald. Nun ist es also passiert.

    Aber es hat sich ja schon angedeutet.

    Ist auch ok so. :-)


  • Hey Gucci,

    deine Beschreibung des gestrigen Konzertabends hat mich tief gerührt. Ich hatte die Szene richtig bildhaft vor Augen ... Danke dafür.

    Ja, wir werden Alexander weiter begleiten. Verrate ich zu viel, wenn ich sage, dass er durch alle Bände hindurch einer der Hauptprotagonisten sein wird?


    Dass Laichingen plötzlich stolz war auf den Buben und ihm half, seinen Traum zu verwirklichen, habe ich der Realität geklaut: Anderer Ort, andere Zeit, aber: Als in Menzenschwand Franz Xaver Winterhalters Maltalent zum Erscheinen kam, hat auch das ganze Dorf mitgeholfen, um dem bettelarmen Bauernbuben eine künstlerische Ausbildung zu ermöglichen. Er wurde der berühmteste Portrailmaler Europas - wer meinen Roman "Die Zarentochter" kennt, sieht sein berühmtes Königin-Olga-Gemälde auf dem Cover. Das weltberühmte Sissi-Bild mit den Diamantsternen und der weißen Robe ist auch von ihm.

    Noch etwas verrate ich (ich denke, ihr ahnt es sowieso schon): Mimis Reise geht natürlich weiter. Es wäre langweilig, jetzt noch drei Bände lang in Laichingen zu bleiben. Aber ganz ehrlich - ihr werdet wahrscheinlich ein wenig erstaunt sein, welche "Sehnsuchtsorte" ich mir ausgesucht habe, haha ...


  • Noch etwas verrate ich (ich denke, ihr ahnt es sowieso schon): Mimis Reise geht natürlich weiter. Es wäre langweilig, jetzt noch drei Bände lang in Laichingen zu bleiben. Aber ganz ehrlich - ihr werdet wahrscheinlich ein wenig erstaunt sein, welche "Sehnsuchtsorte" ich mir ausgesucht habe, haha ...

    Jetzt hänge ich an der Angel und bin gespannt! Ich hab ja noch einen Leseabschnitt vor mir und werde sicher nicht widerstehen können, auch noch gleich das Häppchen von Band drei zu lesen. Vielleicht ist sie da schon an einem Sehnsuchtsort angekommen. Im Ausland womöglich? Sie hat doch höhere Schulbildung, damit Sprachkenntnisse.



    Ich finde aber schon seltsam, dass Mimis Vater so gar nicht seine einzige Tochter vermisst. Ob womöglich erst der Onkel sterben muss, damit sich die Familie bei der Trauerfeier sieht oder ist Mimis Mutter dann wohltätig verhindert?

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Diesen Abschnitt habe ich verschlungen... die Aufnahmeprüfung an der Kunstschule hat mir sehr gefallen. Und ich hab die anderen gern durch Stuttgart begleitet. Über die eleganten Menschen auf der Straße musste ich schmunzeln, waren schon andere Zeiten.

    Eure Idee, dass Mylo der verschwundene Michael Gehringer sein könnte, finde ich schlüssig. Dass er einen Bezug zu Laichingen hat, war klar, aber soweit hatte ich noch nicht kombiniert.



    Das Kaffeekränzchen und wie alle zusammenhalten fand ich auch wunderbar.


    Und Berthas Bräutigam sagt was er denkt - wie schön!


    Gehringers Katalogprojekt hat sicher einen Haken, bin gespannt wie das weitergeht.


    Eve und Johannes - das passt. Bin gespannt, wer da für Mimi auftauchen wird? Mylo?