Herrliche Zeiten

  • Herrliche Zeiten


    Menschen. Sie sind mir zuwider.

    Frauen und Männer, sie können

    sämtlich gestohlen mir bleiben.

    Alle. Vor allem die Kinder.


    Ständig gezwungen zu werden,

    Dummheit geballt zu ertragen,

    lässt mich am Hiersein verzweifeln,

    baldiges Ende ersehnen.


    Unverhofft nahende Rettung,

    heimlich ins Leben geschlichen:

    Abstand und Ausgangsbeschränkung

    lassen mich frei wieder atmen.


    Jede verordnete Nähe

    bleibt mir erspart. Halleluja!

    Endlich Distanz zu genießen,

    ist Paradies mir und Wonne.


    Finde das Glück im Alleinsein,

    suche Erfüllung in Büchern,

    Bildern und brüchigen Tönen

    lange verklungener Lieder.


    Jene verkrampften Gestalten,

    die unter Zittern mit Mundschutz

    überall Ansteckung fürchten,

    zaubern mir teuflisches Grinsen


    auf meine nackigen Lippen.

    Aber die Frau an der Kasse

    hat mich entdeckt und lobt strahlend

    mein ach so freundliches Lächeln.

    Das Verhalten und das Kennzeichen des Ungebildeten ist, keinen Nutzen oder Schaden von sich selber zu erwarten, sondern alles von außen. (Epiktet)