Val McDermid: "Der Knochengarten"

  • Als echter Fan der Thriller-Reihe rund um den Profiler Tony Hill und die (ehemalige) Polizistin Carol Jordan, musste ich den neuesten Band von einer meiner Lieblingsautorinnen, Val McDermid, natürlich lesen. "Der Knochengarten" knüpft relativ nahtlos an das dramatische Ende des Vorgängerbandes an und zeigt den nun inhaftierten Profiler einmal von einer ganz anderen Seite und in einer gänzlich anderen Situation. Auch Carol ermittelt nicht wie sonst, nachdem sie ihren Job als Polizistin eigentlich aufgegeben hat und ihr Leben wieder auf die Reihe zu kriegen versucht...

    Konkret ermittelt das alte Team der beiden in einem Fall mit vergrabenen Knochen, die auf dem Grundstück nahe eines alten Klosters gefunden werden und auf die ehemaligen Bewohner (Nonnen und Waisen) hindeuten.
    Gekonnt nimmt die Autorin den Leser mit auf eine spannende Ermittlung, die ein abwechslungsreiches Leseerlebnis beschert. Neue und interessante Charaktere gesellen sich zu den gut bekannten und auch die gewohnt gute und detaillierte Beschreibung der Polizeiarbeit macht Spaß.
    Daumen hoch für einen spannenden und gut beschriebenen Thriller, der Lust auf einen zwölften Band macht!


    ASIN/ISBN: 3426524910

  • Der Knochengarten - Val McDermid


    Originaltitel: How the Dead Speak

    übersetzt von Ute Brammertz


    Mein Eindruck:

    So eine Ausgangssituation für einen Krimi gab es ja wohl auch noch nicht.


    Der führende Profiler Tony Hill sitzt selbst im Knast.

    Seine Kollegin, die Kommissarin Carol Jordan musste ihren Job kündigen und lässt sich wegen Posttraumatischer Belastungsstörung behandeln.


    Ich überlege, Band 10 zu lesen, um zu erfahren, wie unsere Helden in diese fatale Situation kommen konnten.


    Am eigentlichen Fall um den Fund von 40 Skeletten in einem ehemaligen Kloster muss daher die Polizistin Paula McIntyre ran.

    Sie ist auch eine gut gemachte Figur.

    Etwas bizarr fand ich aber Tonys merkwürdige Mutter Vanessa und ihr Verhalten.


    Um ehrlich zu sein, hat mich der nicht ganz nachvollziehbare Fall dann doch nicht wirklich gepackt und in der zweiten Hälfte des Buches habe ich viel übersprungen.


    Ganz interessant fand ich aber, wie Tony und Carol mit ihren schwierigen Situationen zurechtkommen.

  • Bauarbeiter sollen das Gelände des ehemaligen Mädchenheims in Bradesden räumen. Dabei machen sie einen grausigen Fund. Es werden vierzig Skelette gefunden, die dort schon Jahrzehnte liegen. Handelt es sich dabei um Mädchen aus dem Waisenhaus, das von Nonnen mit unerbittlicher Härte geführt wurde? Die Polizei würde gerne Carol Jordan und den Profiler Tony Hill hinzuziehen, doch Hill sitzt im Gefängnis und Carol wurde nahegelegt selbst zu kündigen, bevor man sie feuert.

    Dies ist bereits der elfte Band der Reihe, aber ich hatte bisher nur „Rachgier“ gelesen. Es ist sicherlich schöner, wenn man alle Bücher gelesen hat, da man die Hintergründe der Protagonisten dann besser kennt, aber man kann dieses Buch durchaus auch alleine lesen. Dieser Fall ist auch spannend, aber es geht viel um die persönlichen Umstände der Protagonisten. Der Schreibstil von Val McDermid lässt sich gut und flüssig lesen. Interessant finde ich, dass jedes Kapitel mit einem Auszug aus Hills Buch „Aus Verbrechen lesen“ beginnt.

    Die Charaktere sind gut und Authentisch beschrieben. Hill will die Zeit im Gefängnis sinnvoll nutzen und auch Jordan geht neue Wege. Sie ist jetzt schon eine Weile trocken und will endlich etwas gegen ihre posttraumatische Belastungsstörung unternehmen. Obwohl beide mit diesem Fall nichts zu tun haben, geht die Sache aber auch nicht an ihnen vorbei. Die Remit-Einheit, die Jordan eigentlich leiten sollte, besteht aus alten Mitgliedern und wurde durch neue verstärkt. Detective Inspector Paula McIntyre ist auch eine taffe Frau und eine gute Polizistin. Dafür ist DCI Ian Rutherford, der neue Leiter der Truppe, kein besonders sympathischer Typ.

    Der Fall hat das Interesse der Öffentlichkeit und ist schwierig. Die Ermittler stoßen bei den Nonnen auf eine Mauer des Schweigens. Auch der Gärtner Jerome Martinu, der noch auf dem Gelände lebt, scheint etwas zu verbergen.

    Dennoch bringen die Ermittlungen einige Geheimnisse ans Tageslicht. Aber auch die Psychologie des Mörders ist interessant.

    Am Ende wird nicht nur der Fall der gefundenen Skelette geklärt, sondern es klärt sich auch noch einiges mehr.

    Schade, dass Carol und Tony dieses Mal zwar präsent, aber nicht für diesen Fall zuständig waren. Auch wenn dieses Buch für mich eher ein Krimi als ein Thriller war, hat es mir doch gut gefallen.

    8/10

  • Ohne die beiden Hauptfiguren geht es nicht


    Buchmeinung zu Val McDermid – Der Knochengarten


    „Der Knochengarten“ ist ein Kriminalroman von Val McDermid, der 2020 bei Knaur in der Übersetzung von Ute Brammertz erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „How the Dead speak“ und ist 2019 erschienen. Dies ist der elfte Fall in der Serie um Tony Hill und Carol Jordan.


    Zum Autor:

    Val McDermid wurde 1955 in der Hafenstadt Kirkcaldy im schottischen Fife geboren. Sie stammt aus einer Bergarbeiterfamilie und ging als erste aus ihrer Familie auf eine Universität, und das gleich in Oxford. Nach dem Studium der Englischen Literatur arbeitete sie zunächst als Dozentin, dann lange als Journalistin bei namhaften britischen Zeitungen. Heute ist sie eine der erfolgreichsten britischen Autorinnen von Thrillern und Kriminalromanen. Ihre Bücher erscheinen weltweit in mehr als vierzig Sprachen. 2010 erhielt sie für ihr Lebenswerk den Diamond Dagger der britischen Crime Writers’ Association, die höchste Auszeichnung für britische Kriminalliteratur. Weltweit haben sich ihre Romane bisher elf Millionen Mal verkauft.


    Klappentext:

    Auf dem Gelände eines ehemaligen katholischen Waisenhauses für Mädchen wird ein grausiger Fund gemacht: Bauarbeiten fördern insgesamt vierzig Skelette zutage, die offenbar über Jahrzehnte unter dem Rasen und dem Nutzgarten vergraben wurden – zu einer Zeit, als Nonnen dort ungestört ihr unerbittliches Regime ausüben konnten. Handelt es sich bei den Toten um Mädchen aus dem Waisenhaus?

    Das Major Incident Team aus Yorkshire würde zu gern auf die Erfahrung und untrüglichen Instinkte von Carol Jordan und Profiler Tony Hill zurückgreifen, doch Carol hat gekündigt, und Tony verbüßt eine vierjährige Haftstrafe … Keine guten Voraussetzungen, um die grauenhaften Verbrechen aufzuklären. Was wurde all den jungen Menschen angetan?


    Meine Meinung:

    Tony Hill ist inhaftiert und Carol Jordan hat das Ermittlungsteam verlassen, um ihre posttraumatische Belastungsstörung zu verarbeiten. Trotzdem sind eine Reihe der Kapitel diesen beiden Figuren gewidmet. Tonys Leben im Gefängnis ist micht einfach, aber er möchte ein Buch schreiben. Jedes Kapitel beginnt mit einem Auszug aus diesem Werk. Das Major Incident Team steht unter neuer Führung und es holpert ein wenig. Nun rücken einige Mitglieder verstärkt in den Fokus der Autorin, allen voran Paula McIntyre, die eine Verhörspezialistin ist. Spannung kommt nur bedingt auf und das Team beißt sich die Zähne an den Nonnen und der katholischen Kirche aus. Dann gibt es Kontakt zu Carol und auch zu Tony. Tony, der überhaupt nicht in den Fall eingearbeitet ist, gibt den entscheidenden Hinweis zur Lenkung des Teams. Und genau hier liegt das Grundproblem dieses Werks. Es gibt einen neuen Fall für die Titelhelden, aber diese sind nicht mehr im Team. So vertreibt man sich die Zeit mit Geschichten um Tonys Mutter, begleitet Carol auf dem Weg zu ihrer Wiederherstellung und verzweifelt mit dem Team an ihrem neuen Chef, der wie ein Elefant im Porzellanladenladen auftritt. So kommt kaum Spannung und Tempo auf. In dieser Figurenkonstellation funktioniert die Geschichte einfach nicht.


    Fazit:

    Ein Roman mit zwei Hauptfiguren, die außen vorbleiben müssen, reißt mich nicht mit. Deshalb vergebe ich nur zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) und spreche keine Leseempfehlung aus.

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