Erin Morgenstern - Das sternenlose Meer

  • ISBN 978-3896676573

    OT: The Starless Sea

    auf Deutsch erschienen: 05 2020

    Hardcoverausgabe: 640 Seiten


    ASIN/ISBN: 3896676571



    Über die Autorin:

    Erin Morgenstern ist Autorin und Multimedia-Künstlerin. Ihre Werke, sagt sie, seien alle auf die eine oder andere Weise „Märchen“. Die studierte Theaterwissenschaftlerin sammelt aus antiken Schlüsseln hergestellten Schmuck und lebt zusammen mit ihrer Katze in Salem, Massachusetts. "Der Nachtzirkus" war ihr erster Roman, nun legt sie mit dem "sternenlosen Meer" nach.


    Inhalt:

    Eigentlich arbeitet Zachary Ezra Rawlins, einsamer Eigenbrötler und Buchliebhaber, aber nicht ohne Freunde, wohnhaft in Vermont, an seiner Promotion im Bereich Game Design und Entwicklung, doch er kommt nicht weiter. Denn sein Schicksal liegt in einem Buch, das er zufällig in einer Bibliothek gefunden hat, ein Buch, in dem Zachary eines Tages eine Schilderung seiner eigenen Kindheit findet. Aber wie ist das möglich? Auf der Suche nach dem Geheimnis dieses Buches entdeckt Zachary eine unterirdische Welt voller Bücher am Ufer eines sternenlosen Meers, wo er schließlich eine Verschwörung aufdecken und für die Liebe seines Lebens kämpfen muss.


    Meine Meinung:

    Ich kann schon verstehen, warum bisher niemand zu diesem Buch etwas geschrieben hat, denn es ist schwierig...

    Wir haben hier einen Protagonisten, der sehr zurückgezogen lebt und die Chance, eine Tür zu öffnen in seiner Kindheit nicht genutzt hat. Genau diese Szene findet er irgendwann zufällig in einem Buch wieder, und das Entdecken dieses Buchs zieht ihn in eine seltsame, traumartige, aber fast schon verfallene Geschichte hinein, in der er selber bald kaum noch weiß, was wahr ist und was nicht.

    Erin Morgenstern hat eine schöne Sprache und wer Geschichten zum Interpretieren mag, ist hier auch genau richtig. Die Erzählstränge sind kompliziert und haben augenscheinlich nicht immer etwas miteinander zu tun, aber die Autorin verknüpft alle paar Kapitel ein kleines Knötchen, so dass man gern am Ball bleibt. Zum Schluss gelangt man ans sternenlose Meer. Für mich hat sich die Reise gelohnt.

    Ich bin ja die geborene Realistin, und ich muss sagen, dass mein Gehirn mit der Aufgabe, mir immer schön Bilder zur Geschichte zu liefern, ziemlich gefordert war. Ich bin optimistisch in der Annahme, dass ich die gesamte(n) Geschichte(n) erfasst und auch verstanden habe, kann mir aber auch vorstellen, dass der ein oder andere Leser in einer der Honigpfützen kleben bleibt und aufgeben wird.


    Bin gespannt auf weitere Meinungen!

    Ich vergebe 8/10 Punkten.

  • Meine Frau hat mir das Buch als eines ihrer Highlights im ersten Halbjahr in die Hand gedrückt. Entsprechend hohe Erwartungen hatte ich, als ich das Buch gelesen habe.


    Die Erwartungen wurden leider nur zum Teil erfüllt. Wir haben es im Original gelesen, und Morgenstern hat eine wundervolle Sprache, sie kann wunderbar erzählen. Das Buch erinnert mich ein bisschen an Moers, auch hier ist es eine Liebesgeschichte ans Geschichten erzählen, an fantastischen Ideen. Leider schafft es Morgenstern aus meiner Sicht aber nicht, einen ausreichenden Plot zu entwickeln. Ich lese gerne Bücher, die in der Handlung mäandern, es kann gerne abstrus werden, es muss längst nicht alles erklärt werden. Es dürfen für mich auch Handlungsstränge offen bleiben. Aber ein bisschen mehr roter Faden hätte aus meiner Sicht nicht geschadet. Hier war mehr der Weg das Ziel.


    Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben, und ich werde sicherlich auch noch The Midnight Circus von ihr lesen, was wir auch im Regal haben. Nach einem guten halben Jahr ist mir aber leider nur noch in Erinnerung geblieben, dass ich die Art des Schreibens und des Eintauchens sehr genossen habe. Die Charaktere und der kleine Teil der Handlung, der sich in den Bildern verbarg, ist aber verblasst. Daher landet es leider nur im Mittelfeld.