Glaube mir - Alice Feeney

  • Klappentext


    Anna hat alles, was sie will. Sie hat hart gearbeitet, um Moderatorin des BBC-Mittagsmagazins zu werden, Freunde und Familie vernachlässigt, ebenso Jack, der inzwischen ihr Exmann ist. Als sie über einen Mord in Blackdown berichten soll, zögert sie. Denn in der verschlafenen Kleinstadt ist sie aufgewachsen. Und das Opfer ist eine Freundin aus Kindertagen.

    DCI Jack Harper hätte nie gedacht, dass er einmal in Blackdown landen würde. Als die Leiche einer jungen Frau entdeckt wird, beschließt er, niemandem zu sagen, dass er das Opfer kannte, dass sie seine Geliebte war – bis er in seiner eigenen Mordermittlung zum Verdächtigen wird. Und mit seiner Exfrau Anna konfrontiert wird.




    Die Autorin

    Alice Feeney ist Journalistin und hat 16 Jahre als Nachrichtenredakteurin und Produzentin für BBC News gearbeitet. Sie hat in London und Sydney gelebt und sich mit ihrem Mann und ihrem Hund inzwischen in Surrey niedergelassen. «Manchmal lüge ich» ist ihr Debütroman.




    Anna ist beruflich endlich da, wo sie hinwollte. Sie moderiert bei der BBC ein Nachrichtenmagazin. Doch unerwartet taucht die Kollegin, deren Stelle sie bekommen hatte, aus dem Mutterschaftsurlaub wieder auf und will ihren Job zurück. Anna bleibt nichts anderes übrig, als wieder als normale Reporterin zu arbeiten. Ausgerechnet in ihren Heimatort Blackdown wird sie geschickt um dort über einen Mord zu berichten. Anna wollte nie wieder dorthin zurück, denn sie hat keine guten Erinnerungen daran. In ihrer Jugend ist irgendetwas geschehen was sie zutiefst verstört hat. Annas Exmann Jack lebt ebenfalls wieder in Blackdown. Er ist bei der Polizei und für die Mordermittlung zuständig. Dummerweise kannte er das Opfer, er hatte ein Verhältnis mit ihr und am Abend zuvor hat er sie genau an dem Ort, an dem sie gefunden wird, getroffen. Noch dümmer, das er darüber kein Wort verliert und so tut, als kenne er die Tote nicht.


    Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen obwohl es nur so vor Klischees tropft. Anna trinkt zu viel und ist nach außen taffer als sie wirklich ist. Jack denkt, dass die Gesetze, die er täglich vertritt, nicht für ihn gelten und er trifft eine dumme Entscheidung nach der anderen. Beide sind von einem schweren Schicksalsschlag getroffen worden, das zur Trennung führte, aber natürlich haben sie noch Gefühle füreinander. Das Buch heißt im Original „His&Hers“, denn die Kapitel werden abwechselnd aus Annas und Jacks Sicht erzählt. Beide sind aber nicht besonders ehrlich mit sich selbst und anderen gegenüber. Was sie uns erzählen ist nicht immer hundertprozentig die volle Wahrheit.


    Dies ist mein zweites Buch von Alice Feeney. Ich war schon beim ersten Mal sehr angetan von ihrem Schreistil. Mir gefällt wie sie sich ausdrückt und Dinge beschreibt. Selten habe ich bei einem anderen Buch so viele Stellen in meinem Kindle markiert. Beide Bücher sind düster und die Stories sind komplex und verwickelt. Nur mit der Spannung hapert es ein wenig. Hier war ich ein wenig mehr gefesselt. Die abwechselnden Kapitel haben oft einen kleinen Cliffhanger, so dass man weiterlesen möchte um zu wissen, wie es weitergeht.


    Das Buch lässt sich rasch weglesen, es ist nicht besonders dick und die Geschichte entwickelt sich zügig weiter. Anna und Jake, unzuverlässig wie sie sind, bekommen eine gewisse Tiefe, alle anderen Charaktere bleiben etwas außen vor. Da hätte ich mir beim ein oder anderen etwas mehr Infos gewünscht, denn auch sie waren durchaus interessant. Mir hat es besonders Feeneys Schreibstil angetan. Ihre Stories sind originell und wie man sieht kann sie auch klischeebeladene Geschichten gut neuerzählen. Ich würde auf jeden Fall ein weiteres Buch der Autorin lesen.