Liza Grimm - Talus: Die Magie des Würfels

  • Klappentext:


    "Der zweite und abschließende Teil von Liza Grimms gefeierter Urban Fantasy


    Bedenke, was du dir wünschst, denn es könnte in Erfüllung gehen...

    Für den Edinburgher Zirkel junger Hexen und Hexer scheint plötzlich alles möglich zu sein, als das mysteriöse Artefakt »Talus« auftaucht, denn der magische Würfel ist in der Lage, jeden Wunsch zu erfüllen. Doch ein derart machtvoller Gegenstand zieht finstere Mächte an wie ein Magnet – und ein Herzenswunsch kann eine äußerst gefährliche Angelegenheit sein. Das muss auch die Studentin Erin am eigenen Leib erfahren, die Hals über Kopf in den Hexenzirkel und die Geheimnisse um Talus hineingezogen wurde. Denn plötzlich steht nicht nur das Leben der Magiebegabten auf dem Spiel, sondern auch das Schicksal der Hexen-Welt …"


    Autorin:


    Liza Grimm studierte in München Germanistik und verliebte sich währenddessen in Geschichten. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Fantasy- und Science-Fiction-Lektorin, bevor sie sich als Autorin selbstständig machte. Wenn sie gerade nicht schreibt, twittert sie leidenschaftlich gerne über ihren Hund oder redet auf Twitch über Bücher. Über ihre Social-Media-Kanäle erreicht sie über 70.000 Menschen.


    Meine Meinung:


    Der Schreibstil ist gut, flüssig und bildhaft bei einer nicht allzu anspruchsvollen und spannenden und wenig originellen, oft konstruiert wirkenden Geschichte. Die Länge der Kapitel fand ich angenehm nicht zu lang. Ich las eine Story mit einem altbewährten und oft gelesenen Muster aus Intrigen, Lügen, Geheimnissen, Verrat, Widerstand, Verschwörung und Machtkämpfen. Irgendwie ist jeder gegen jeden, man kann kaum jemandem vertrauen und wird auch schnell verraten - dafür sorgt der Rat mit seinen die Hexenwelt durchdringenden Anweisungen. Die Ratsmitglieder wollen natürlich ihre Privilegien, Macht und Positionen unbedingt halten und behalten und setzen Lügen in die Welt (der Zweck heiligt mal wieder die Mittel).


    Das System mit den Hexenzirkeln, die im Untergrund, dem Vault, gar nicht mal so schlecht leben, hat mir gut gefallen - hier hätte ich aber gerne mehr darüber gelesen.


    Die Idee zur Geschichte um Magie, Hexen mit der dazugehörigen Welt, die nicht dazugehörende Menschenwelt, auf die herabgesehen wird, und einen Würfel, den Jeder gierig besitzen und für sich benutzen will, ohne zu wissen, was das für Auswirkungen hat, gefiel mir vom Setting her zwar gut, erzählt fand ich es allerdings langweilig und langatmig. Spannung war so gut wie nicht vorhanden. Da gibt es wesentlich Besseres.

    Die Protas haben sich nicht großartig weiterentwickelt (bis auf Erin vielleicht) und hätten wirklich mehr Tiefe vertragen können. Hier hat mir Noah noch am besten gefallen. Noah ist Schattenleser. Leider habe ich nicht viel davon erfahren, nur, dass sie sich um Hexen kümmern, die von einer Krankheit befallen wurden, und dafür sorgten, dass entstandene magische Wesen zurückgedrängt wurden - aber vielleicht ist das ja auch alles, was sie ausmacht, wer weiß. Aus Erin hätte bei ihrem Potenzial mehr gemacht werden können. Ihre Tante Charly kam ziemlich oft vor, obwohl sie nur im Koma lag.

    Es gibt eine komplexe magische Welt / ein magisches System im Untergrund von Edinburgh, leider mit den üblichen menschlichen Verhaltens- und Denkweisen. Aber sonst? Was macht die magische Welt eigentlich aus, wie genau unterscheidet sie sich von der Menschenwelt, wie funktioniert sie? Wie spielt sich das Leben der vielen Hexen und Hexer dort ab, wie sind ihre Beziehungen und Verflechtungen untereinander, was machen die den ganzen Tag? Keine Ahnung, das wurde für mich viel zu wenig beschrieben, quasi nur als Rahmen für die für mich zunehmend langweiliger werdende Handlung.


    Nervig: es wird ziemlich oft "Scheiße" gesagt, man wird ständig daran "erinnert", dass Erin das Leben ihrer Tante retten will, während ihr zu Hause und ihre Eltern kaum erwähnt werden.

    Und das, was dann am Ende passierte bzw. sich herausstellte. fand ich so konstruiert, dass ich eigentlich keine Lust mehr hatte, überhaupt weiterzulesen, da waren es aber nur noch ca. 20 Seiten.


    Die Geschichte hätte sehr gut in einen Band gepasst, wenn die langatmigen Stellen gekürzt worden wären, wie z. B. eine immer langweiliger werdende Beziehung (oder was auch immer das war, eine Liebesbeziehung konnte man das nicht nennen).


    Im Laufe des Lesens der beiden Bände hat sich meine Bewertung immer weiter nach unten bewegt.

    Sie ist von anfangs 5 Sternen auf 2,5 Sterne gesunken.



    ASIN/ISBN: 3426526298

    Irrlicht und Hexe (7. Hexenregel: Unterschätze nie die Kraft des Wortes - es hat eine besondere Kraft, es kann befreien, anstoßen und verändern, aber auch verletzen und zerstören)

  • So empfand ich es auch, es wurde wenig erklärt, dem Leser hingeworfen ohne Hintergrund... Daher habe ich den ersten Teil schon nicht beendet.

  • Ich bin noch im zweiten Band, aber an Erklärungen hat es mir gar nicht so arg gemangelt. Gerade die Aufgabe der Schattenleser ist doch eigentlich klar und wird im zweiten Band noch weiter ausgeführt.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Mir eben nicht so richtig bzw. mir ist nicht klar, ob das alles war, was ich in meiner Rezi dazu schrieb.

    Aber das ist ja auch nicht mein Kritikpunkt an der Reihe.

    Irrlicht und Hexe (7. Hexenregel: Unterschätze nie die Kraft des Wortes - es hat eine besondere Kraft, es kann befreien, anstoßen und verändern, aber auch verletzen und zerstören)