Melissa J. Hill & Anja Stapor - Lupus Noctis

  • Die 6 jugendlichen Freunde Theo, Jakob, Marcel, Eileen, Lena und Hanan haben schon mehrmals das Spiel "Lupus noctis" gespielt - immer an Lost places. Und diesmal hat Theo den perfekten Spielort gefunden - unter der Berufsschule Gunzenhausen befindet sich ein altes Hilfskrankenhaus. Da Hanan ausfällt, nimmt Theo seine Nachhilfeschülerin Josefine mit. Als das Spiel beendet ist, merken sie allerdings, dass der Schlüssel fehlt und sie eingeschlossen sind. So fragen sich die 6 bald, ob sie "Besuch" von jemanden haben oder ob der Übeltäter unter ihnen steckt. Als dann auch noch das Licht ausgeht, beginnt langsam die Panik umherzugreifen.

    Das Cover ist ein absoluter Hingucker und ebenso passend. Dazu gibt es im Innenteil des Covers einen Plan von diesem Lost place, der auch wirklich existiert.

    Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist hervorragend; Orte und Charaktere werden ausgezeichnet dargestellt. Dazu entspricht der Schreibstil dem eines Jugendbuches.

    Die Charaktere sind verschieden und interessant, denn jeder von ihnen hat seine Geheimnisse, dazu haben die Handlung des Spiels und das Setting schon etwas spannendes und leicht horrormäßiges.

    Das Buch beginnt mit der Einführung der Charaktere und des Spiels, das so gut erklärt wurde, dass ich es schließlich auch kapierte. Die Erklärung des Spiels wurde super in die Handlung integriert.

    Einige Geheimnisse sind für erwachsene Thrillerleser leicht zu entlarven. Ebenso ging es mir mit dem "Täter", da ich die Person von Anfang an in Verdacht hatte. Auch das Motiv konnte dann bald nachdem die Freunde eingeschlossen werden, leicht identifiziert werden. Aber wie gesagt ging es mir als erwachsenem und erfahrenem Thillerleser so; viele Jugendliche werden sicher länger dafür brauchen. Dazu machen die Autorinnen auch alles um einem von der richtigen Fährte abzubringen. Nichtsdestotrotz war die Spannung auf sehr hohem Niveau - sie baute sich langsam auf, um dann konstant hoch zu bleiben.

    Dass aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben wird - die 6 eingesperrten und Hanan - war ebenfalls ein kluger Schachzug der beiden.

    Der Plot ist hervorragend durchdacht und zeigt keinerlei Schwächen.

    Ich fühlte mich bestens unterhalten und jugendlichen Lesern, die es gerne spannend und gruslig haben, werden das Buch ebenso lieben, wie viele Erwachsene.

    Ich freue mich sehr bald wieder etwas von diesen beiden Autorinnen zu lesen.

    Fazit: Spannung pur in diesem tollen Jugendthriller. Absolute Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen


    ASIN/ISBN: 3751300856

  • Darum geht's

    Sechs jugendliche Freunde verbringen die gemeinsame Freizeit am liebsten mit dem Rollenspiel „Lupus Noctis“, für das sie sich immer wieder sogenannte „lost places“ aussuchen. Diesmal hat der Organisator eine besondere Überraschung für seine Mitspieler: das Spiel soll in einem unterirdischen, verlassenen Bunkerkrankenhaus stattfinden. Als sie schon bald nach Spielbeginn bemerken, dass die Ausgangstüre versperrt ist, wird aus spannendem Nervenkitzel bitterer und beängstigender Ernst. Denn niemand weiß, dass sie sich im Bunker befinden…


    So fand ich's
    So ein Aufenthalt in einem unterirdischen Bunkerkrankenhaus wäre für mich definitiv nichts. Umso spannender fand ich es, die Protagonisten aus sicherer Entfernung bei ihrem Abenteuer zu begleiten. Durch die bildlichen und lebendigen Beschreibungen hatte ich auch tatsächlich das Gefühl, direkt dabei zu sein.

    Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Figuren erzählt, so dass man als Leser immer und überall dabei zu sein scheint und dadurch automatisch anfängt zu spekulieren, was eigentlich geschieht und vor allem, wer dahintersteckt.


    Die Autorinnen haben den Plot sehr geschickt ausgebrütet und mich dann gekonnt auf die falsche Fährte geführt. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass besonders gewiefte Leser die kleinen eingestreuten Hinweise richtig deuten. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, zu rätseln, zu bemerken, wie falsch ich doch lag und dann vor allem auch überrascht zu werden.


    Der Spannungsbogen wird permanent immer kräftiger angezogen, was zu einem angenehmen Lesesog führte und ich das Buch jeweils nur ungern beiseitegelegt habe. Auch durch die moderne und zu den Figuren absolut passenden Sprache vermochten die Autorinnen mich zu begeistern.


    Für mich ist „Lupus Noctis“ ein gelungener Spannungsroman, der vermutlich vor allem jüngere Leser anspricht. Aber auch mir älterem Semester hat dieses Buch unterhaltsame, spannende und kurzweilige Lesestunden bereitet und ich kann es allen, die gerne spannende Geschichten an ungewöhnlichen Schauplätzen lesen, ohne zögern empfehlen.