- Herausgeber : CW Niemeyer Buchverlage GmbH
- Erscheinungstermin : 1. September 2022
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 416 Seiten
- ISBN-10 : 3827193648
- ISBN-13 : 978-3827193643
Band 3 von aktuell 6 Büchern der Harz-Krimis
Kurzbeschreibung:
Die Mutter der 15-jährigen Lucy fürchtet, ihre Tochter könne in die Fänge einer religiösen Sekte geraten sein und bittet Stefan Blume, das Mädchen zu observieren. Blume sagt widerwillig zu und quartiert sich in einer kleinen Pension in Braunlage ein. Dort trifft er völlig überraschend auf seinen Todfeind Gerhard Hauser, der, an einen Rollstuhl gefesselt, mit ihm Frieden schließen will.
Wenige Tage später ist Lucy spurlos verschwunden. Bei seiner Recherche stößt Blume in Lucys Zimmer auf ein Notizbuch. Der Verfasser, ein Franzose namens Arnaud Boucher, schildert darin seine und die Geschichte von fünf weiteren KZ-Häftlingen, mit denen er 1945 während der Todesmärsche über den Harz fliehen kann. Arnaud wird Zeuge, als vier seiner Kameraden erwischt und in dem kleinen Harzdorf Herrenfels hingerichtet werden.
Blume begreift, dass jemand unbedingt in den Besitz dieses Notizbuches gelangen will und dafür über Leichen geht. Er glaubt, des Rätsels Lösung in Herrenfels zu finden und macht sich auf die Suche nach dem Dorf, das niemand zu kennen scheint und das auf keiner Landkarte verzeichnet ist. Dabei begibt er sich in tödliche Gefahr, auch weil er zu spät merkt, dass Gerhard Hauser ein falsches Spiel mit ihm spielt.
Über den Autor:
Roland Lange, Jahrgang 1954, lebt in der Nähe des Harzes in Katlenburg-Lindau. Er studierte in Hamburg Vermessungskunde und arbeitete als Vermessungsingenieur in den Katasterämtern in Göttingen und Osterode am Harz. Nebenher begann er zu schreiben: Romane, Liedtexte und Theaterstücke, seit 2010 auch Kriminalromane. 2014 beendete er seine Tätigkeit als Ingenieur und widmete sich ganz dem Schreiben. Roland Lange ist so etwas wie ein krimineller Botschafter des Harzes, denn auf seine Initiative fand 2011 das erste Mordsharz-Krimifestival statt. Seither gehört er zu den Organisatoren, die jedes Jahr im September hochkarätige deutsche und internationale Krimi-Autorinnen und -Autoren in den Harz einladen. Lange ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS), bei den 42er Autoren und im Syndikat, der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur.
Meine Meinung:
Ich mag Regionalkrimis, da sie üblicherweise eine Menge Lokalkolorit mit sich bringen. Und ich liebe den Harz und bin oft dort zu finden.
Also zwei gute Gründe, zu diesem Buch zu greifen. Dass es der 3. Teil der aktuell sechsteiligen Serie ist, wusste ich nicht. Ich hatte beim Lesen aber nicht das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt.
Der Prolog deutet auf den Hintergrund der Geschichte hin: Im April 1945 müssen Kriegsgefangene des Lagers Dora-Harzungen das Lager räumen, denn die Alliierten rücken näher und die Bewacher werden sie keinesfalls zurücklassen. Und so machen sie sich auf den Weg durch den Harz. Doch bei einem Bombenangriff können einige Gefangene fliehen und sich verstecken.
Die eigentliche Geschichte spielt dann 77 Jahre später. Pascal Simon, der sich aus dem Hamsterrad seines Bankjobs befreit hat, ist zufällig im Harz hängen geblieben und lebt in einer kleinen Einsiedlerhütte, die ihm nur das nötigste bietet. Was er braucht, baut er sich selbst oder sucht sich Sachen auf dem Flohmarkt. Wie auch das kleine Schränkchen, in dem er erst ein Geheimfach und darin dann ein Tagebuch findet.
Detektiv Stefan Blume bekommt den Auftrag, Lucy zu beobachten, ein junges Mädchen, die ihrer Mutter Anlass zur Sorge gibt. Er versucht, an sie heranzukommen, in dem er vorgibt, im Falle des Todes ihres Vaters zu ermitteln, doch Lucy macht dicht und ist kurz danach verschwunden. Und es deuert nicht lange, dass auch Stefan merkt, dass er in Gefahr sein könnte.
Ich habe "Harzhenker" gerne gelesen. Es ist in meinen Augen ein unterhaltsamer Krimi, bei dem es spannend ist, die Ermittlungen zu begleiten und herauszufinden, was das Tagebuch mit der Gegenwart und dem verschwundenen Franzosen zu tun hat. Der Roman war flüssig zu lesen und ich mochte die Athmosphäre und die Örtlichkeit. Es war interessant, den Harz mal von einer anderen Seite kennenzulernen. Stefan Blume selbst ist mir jedoch eher unsympathisch gewesen, denn er hat einiges zu verbergen. Es ist mir auch schon relativ früh klar gewesen, worauf das ganze hinauswill, dennoch hatte ich unterhaltsame Lesestunden.
Ich vergebe 7 Punkte.
ASIN/ISBN: 3827193648 |