Königin Esther - John Irving

  • Klappentext (Amazon):


    Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von New Hampshire nach Wien, wo er Vater werden soll. Das Wien der Sechzigerjahre ist ein Ort voller Geheimnisse und Versuchungen, und Jimmy springt kopfüber hinein und ist dabei immer auch auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter Esther Nacht. Was er erlebt, ist eine spektakuläre Achterbahnfahrt, wie sie nur das Leben in John Irvings Büchern schreiben kann – voller großer Gefühle, unglaublicher Wendungen und Figuren, die uns nicht mehr loslassen.



    Meine Rezension:


    Trauriger Tagträumer


    James Winslow wächst unter ungewöhnlichen Umständen auf, denn er hat zwei Mütter, eine leibliche, Esther, und eine Ziehmutter, Honor. Mit zweiundzwanzig Jahren reist er von New Hampshire nach Wien, ein spektakulärer Auftrag soll ihn vor einer Einberufung in den Vietnamkrieg schützen. Außerdem möchte er hier endlich seiner Königin Esther begegnen.


    Es wäre wohl nicht John Irving, würde die Geschichte tatsächlich mit James, genannt Jimmy, beginnen. Nein, die Handlung setzt ein mit den Großeltern, Jimmy betritt erst etwa nach einem Viertel des Geschehens die Bühne. Von einem Thema ins nächste stürzend, erfahren wir von einem Krankenhaus und einem Waisenhaus, welche bereits in einem anderen Roman Irvings eine Rolle spielen, wird erörtert, ob beschnittene oder unbeschnittene Penisse empfehlenswerter sind und wie man wohl am besten zu einer Bescheinigung „nicht wehrdienstfähig“ kommt. James als „Honors Kind – ein trauriger Tagträumer“ [kindle Pos. 8476] steht dann doch im Mittelpunkt, denn schon vor seiner Geburt entspinnt sich ein abenteuerliches Schauspiel über seine geplante Entstehung, welche wohl nicht nur mir eine erstaunte Miene entlockt. Die Kindheit wird kurz gestreift, ausführlicher geht es dann wieder in Wien zu, wo unter anderem bekannte Lokale wie der Augustinerkeller oder das legendäre Café Hawelka erwähnt werden und das Experiment „Wehrdienstunfähig“ starten kann.


    Ein detailverliebter Schreibstil, ausgesprochen ungewöhnliche Szenen und eine bisweilen derbe Ausdrucksweise kennzeichnen diesen Roman, Motive wie Verlust – einer Mutter, eines Kniegelenkes oder eines Armes –, ungewöhnliche Sexualbeziehungen und der Einfluss Charles Dickens‘ fallen ins Auge, die Charakteristik der Figuren ist bemerkenswert. Es ist durchaus interessant, einmal „einen Irving“ zu lesen, dennoch werde ich wohl kein erklärter Freund dieser Art von Literatur werden.



    Titel Königin Esther

    Autor John Irving

    ASIN B0FPRG3F4T

    Sprache Deutsch

    Ausgabe ebook, ebenfalls erhältlich als Geb. Buch (560 Seiten) und Hörbuch

    Erscheinungsdatum 19. November 2025

    Verlag Diogenes

    Originaltitel Queen Esther

    Übersetzer Peter Torberg, Eva Regul


    ASIN/ISBN: B0FPRG3F4T

  • Titel: Königin Esther

    Autor: John Irving

    Verlag: Diogenes

    Erschienen: November 2025

    Seitenzahl: 560

    ISBN-10: 3257073674

    Preis: 32.00 EUR


    Das sagt der Klappentext:

    Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von New Hampshire nach Wien, wo er Vater werden soll. Das Wien der Sechzigerjahre ist ein Ort voller Geheimnisse und Versuchungen, und Jimmy springt kopfüber hinein und ist dabei immer auch auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter Esther Nacht.


    Der Autor:

    John Irving wurde 1942 in Exeter in New Hampshire geboren. Als Berufsziele gab er schon sehr früh an: Ringen und Romane schreiben. Irving lebt und schreibt heute abwechselnd in New England und Kanada.


    Meine Leseeindrücke:

    Ich bin ein Bewunderer von John Irving. Seine Bücher sind in meinen Augen immer besonders. So auch dieser Roman. Ein „typischer Irving“ möchte man meinen – und liegt damit goldrichtig. Vielleicht aber ist es dieses Mal ein wenig zäher. Es fehlt ein wenig die Leichtigkeit und der besondere Schwung seiner Erzählweise. Trotzdem ist dieser Roman ein echtes Highlight der zeitgenössischen Weltliteratur. Und mir ging es eigentlich wie bei jedem Irving: Ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Natürlich bleibt auch nach dieser Lektüre „Owen Meany“ mein absoluter „Irving-Favorit“, ein grandioses Meisterwerk. „Königin Esther“ ist ein sehr lesenswerter Roman, ein Roman der sicher auch im Gedächtnis bleiben wird.

    Klare Leseempfehlung von mir.


    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.