Die ersten drei Sätze eures aktuellen Buches (ab 01.01.2026)

  • Und wieder eine von diesen Straßen." Friedemann Goebel, Wachtmeister der Königlichen Schutzmannschaft zu Berlin, gab einen Laut von sich, als würde er beim Gehen schnarchen. "Das ganze Alt-Berlin mit seinem vornehmen Getue ist der reinste Flickenteppich aus Elend, Unrat und Verbrechen.


    Aktuelle Lektüre: Die Hafenschwester (1) - Als wir zu träumen wagten - Melanie Metzenthin
    SUB: 97

  • Wenn ich erzähle, dass ein Onkel Earl ein Museum bestitz, glauben mir die Leute kein Wort. Sie überlegen es sich anders, sobald ich hinzufüge, es handele sich um ein winziges Museum in einer Ladenzeile in Hog Chapel, North Carolina - obwohl sich dort inzwischen so viel Krempel angesammelt hat, dass die Räume viel größer wirken, als sie tatsächlich sind. Wenn ich ihnen dann den Namen verrate, hören sie wieder auf, mir zu glauben.


  • Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt. Die Hintergrundmusik dazu war Carlos Gardels Tango Valencia, der sich in jenem Jahr in Argentinien landesweit zu einem Ohrwurm entwickelt hatte. Wer meine Mutter Fabiola Cordero de Dios kannte, wunderte sich vermutlich kaum über die Umstände meiner Entstehung.


  • Gertie Bingham stand in der Warteschlange bei Piddocks Fleischerei und ließ den Blick von der Auslage zum Schaufenster hinaus und zu dem Laden auf der anderen Straßenseite schweifen - als sie urplötzlich ein heftiges Sehnen überkam. Sie hatte das "Zu vermieten"-Schild entdeckt, das dort im Fenster hing. Es war wie Liebe auf den ersten Blick.


    "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder!" (Dante Alighieri)

  • Die Psychologin Tomiko Hagio hängte ein Bild an die Tafel im Hörsaal, deutete darauf und erklärte:

    "Heutzutage halte ich Vorlesungen vor Studierenden, so wie jetzt hier vor Ihnen, aber früher habe ich als Psychologische Beraterin vielen Menschen mit meinem Rat zur Seite gestanden. Sie sehen hier die Kopie eines Bildes, das ein Mädchen, damals eine meiner ersten Klientinnen, gezeichnet hat. "


  • Es ist so oft das Leben, dass uns Erfahrungen verschafft. Wir haben dann die Wahl, diese Erfahrungen als Leid oder als Herausforderungen zu sehen, an denen wir wachsen können. Seit nunmehr 30 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema AD(H)S und seit 25 Jahren insbesondere mit AD(H)S bei Erwachsenen.

    :lesend: Tinte und Schwert – Verwandlung (Matthias Soeder) 480 / 480 Seiten

    :lesend: Männerseelen (Björn Süfke) 23 / 286 Seiten

    :lesend: Das Kind in dir muss Heimat finden (Stefanie Stahl) 88 / 248 Seiten

  • Das Mädchen steckt sich eine Zigarette zwischen die Lippen und dreht vorsichtig am Zündrädchen des Feuerzeugs, damit ihr Nagellack nicht splittert. Die Flamme erfasst die Tabakbrösel, die Zigarette glimmt auf. Der Rauch dringt schmerzhaft wie ein Spieß in ihre Lunge.

    :lesend: Tinte und Schwert – Verwandlung (Matthias Soeder) 480 / 480 Seiten

    :lesend: Männerseelen (Björn Süfke) 23 / 286 Seiten

    :lesend: Das Kind in dir muss Heimat finden (Stefanie Stahl) 88 / 248 Seiten

  • Wir beerdigten meine Mutter in ihren Sachen: dem blauen Kleid, den schwarzen Schuhen, der Gleitsichtbrille. Anders konnten wir uns nicht verabschieden. Diese Ausstattung war nicht von ihr zu trennen.

  • Man sagt: Viele Menschen treten in dein Leben. Manche gehen einfach weiter. Andere hinterlassen Spuren darin. Ganz besondere berühren dein Herz.


    (Okay, es sind vier Sätze - aber hier ging das nicht anders... :zwinker)


  • "Kalt ist's in Deutschland!" murmelte Maria Redlich und zog sich zum ersten Mal in diesem Jahr ihre marineblaue Strickjacke über den Kittel. Die Wolle hatte sie letztes Frühjahr zum halben Preis im Dorfladen erstanden. "Reste vom Winter", hatte Frau Kronslage gesagt und "Eine gute Hausfrau strickt das ganze Jahr!" hatte sie stolz geantwortet.


  • Neunzehn Jahre bevor sie beschloss, zu sterben, saß Nora Seed in der warmen kleinen Bibliothek der Hazeldene School in Bedford. Sie saß an einem niedrigen Tisch und starrte auf ein Schachbrett.
    »Nora, Liebes, es ist ganz normal, dass du dir Sorgen um deine Zukunft machst«, sagte die Bibliothekarin, Mrs Elm, und ihre Augen schimmerten sanft.



    :lesend: Tinte und Schwert – Verwandlung (Matthias Soeder) 480 / 480 Seiten

    :lesend: Männerseelen (Björn Süfke) 23 / 286 Seiten

    :lesend: Das Kind in dir muss Heimat finden (Stefanie Stahl) 88 / 248 Seiten

  • Vom Methangas erfährt der Junge auf dem Pausenhof.

    Jemand aus der oberen Klasse zeigte ihm das Video mit der Feuerfontäne und erklärte, wie einfach die Sache geht:

    - Mit einer Spitzhacke schlägst du bei der dünneren Eisschicht ein Loch hinein, hälst sofort das Feuerzeug hin und - Stichflamme!

    Diese simple Anleitung und die darauffolgende Neugier sind ausschlaggebend dafür, das der dreizehnjährige Junge nur einen Tag später auf seinen Schlittschuhen Richtung Seemitte skatet, was er - wie er im Nachhinein zu Protokoll geben wird - lieber nicht getan hätte.

  • "Glas ist wie die Liebe", hörte ich meinen Vater sagen, als er die Tür zu seiner Werkstatt öffnete. "Es kann Jahrzehnte überdauern, aber von einem Moment zum anderen zerstört werden. Beides, Liebe und Glas, muss gefühlvoll behandelt werden, wenn es nicht zerbrechen soll. [...]"


    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Martha liebte es, über den Scharmarkt zu bummeln. Besonders heute, an ihrem vierzehnten Geburtstag, denn ihre Mutter hatte ihr in der Früh zwanzig Pfennige zugesteckt, damit sie sich nach der Schule einen Wunsch erfüllen konnte. Zwanzig Pfennige!

  • Grace


    Normalerweise neigen ich nicht zu spontanen Aktionen. Eher denke ich wochenlang darüber nach, ob diese oder jene Entscheidung katastrophale Folgen haben und am Ende mein Leben ruinieren könnte. So wie damals, als ich fünf Tage lang grübelte, ob ich ein bestimmtes paar Schuhe wirklich brauche...bis ich mich schließlich zum Kauf entschied, dann aber feststellen musste, dass es sie nirgends mehr gab, weil man sie aus dem Sortiment genommen hatte.


  • Im Frühjahr 1881 quittierte der Leutnant August Liebeskind nach fast zehn Jahren den Dienst in der kaiserlichen und königlichen Armee Österreich-Ungarns. Es war ein regnerischer Tag, aber der Himmel war hell, und der Duft von Gras und Sonne lag schon als verwehter Hauch und wie ein Versprechen in der kühlen, grauen Luft, als August den Hof der Stiftskaserne durchquerte. Offiziell war er jetzt schon kein Soldat mehr, aber er grüßte die Wachhabenden am Tor wie gewohnt.


    :lesend Jay Kristoff & Amie Kaufmann; Gemina. Die Illuminae-Akten 2

    :lesend Ilona Andrews; Sweep of the Heart (eBook)

    :lesend Robin Hobb; Der Bruder des Wolfs (Hörbuch: Matthias Lühn)