Berliner Literaturpreis 2026

  • geht an Matthias Nawrat


    Dotiert mit 30.000 Euro.


    In der Begründung der Jury heißt es: «So wie Matthias Nawrat einen eingeschränkten westlichen Horizont immerzu aufreißt und den Blick in alle Richtungen öffnet, so bedeutet Zeit bei ihm stets Gleichzeitigkeit. Es ist das Dazwischen, die subkutane Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit und deren verborgenes Wirken, die er in seinen Texten herausarbeitet, das Beziehungsgeflecht hinter den Bruchstücken unserer Wirklichkeit, die unsichtbaren Linien, die von der Vergangenheit in die Gegenwart führen. Wenn Matthias Nawrat in seinen Texten, seien es Romane, Essays oder Gedichte, den europäischen Raum erkundet, dann erkundet er ihn wie ein Archäologe, der behutsam die historischen Sedimentschichten abträgt. Ebenso behutsam, nie auftrumpfend, dabei zugleich von äußerster Präzision und poetischer Strahlkraft ist seine Sprache.»


    Über den Autor:

    Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, emigrierte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg und lebt heute in Berlin. Sein inzwischen fünf Romane und einen Gedichtband umfassendes Werk wurde viele Male ausgezeichnet – unter anderem mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, der Alfred Döblin-Medaille, dem Literaturpreis der Europäischen Union sowie dem Fontane-Literaturpreis 2023. Der Roman Unternehmer war 2014 für den Deutschen Buchpreis, Der traurige Gast 2019 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Zuletzt erschien der Essayband Über allem ein weiter Himmel. Nachrichten aus Europa. Mit Das glückliche Schicksal folgt im März 2026 ein neuer Roman.


    ASIN/ISBN: 3498003658