'Die Hafenschwester: Als wir wieder Hoffnung hatten' - Seiten 104 - 177

  • Hans Massaquoi?


    Er hat in - Die Bertinis - ebenfalls einen Platz bekommen.

    Ein sehr beeindruckender Roman.

    Soweit ich weiß, kannten er und Ralph Giordano - der Autor der Bertinis - sich persönlich.

    Wenn ich mich recht erinnere waren beide befreundet.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes :lesend America against America Wang Huning:lesend

  • Ich habe diesen Abschnitt sehr genossen. Die neue und dann doch unverkennbar alte Freundin Millie. Sie hat es gut in Amerika angetroffen und führt ein mehr als zufriedenes Leben. Die beiden Ehegatten und sie führen eine gemeinsame und gute Beziehung. Sie hat eine bessere Ehe, als viele andere zu der Zeit. Nun haben wir auch erfahren, dass Lawrence und Malcolm das Ankommen sicher sehr erleichtert haben, weil beide Deutsch können. Auch toll, dass ihre gemeinsamen Kinder zweisprachig aufwachsen und mit Marthas Kindern ein Quartett abgeben, mit einer gemeinsamen Muttersprache.


    Millie hat Glück gehabt, Anna dadurch auch. Wie häufig hat man davon lesen müssen, dass für die Ehe angereiste Frauen erniedrigt, enttäuscht und auch verstoßen wurden. Ein gutes Arrangement ist daraus geworden für die drei Geheimnisträger mit körperlicher Anziehung. Toll!


    Ich war kurz enttäuscht, da die Schiffsrückreise auf der Cecilia nur anderthalbseitig erwähnt wird, da ich so gern die Hinfahrt mitverfolgt habe. Immerhin der Unterschied in den Kabinen und die Höhle mit Wolldecke. Wer erinnert sich nicht an diese Szenen als Kind ein Versteck zu bauen? Allerdings war der Empfang in Hamburg so schön und überraschend mit dem Frauenempfangskomitee und dem Reporter, dazu die tollen Antworten der Familie Studt, dass ich dann gleich wieder begeistert war.


    Gemeinsam mit Martha nehmen wir Anteil an Li-Mings Schicksal und es trifft einen die Erkenntnis, was Li-Ming erlebt hat und man erhält Erklärungen für ihr Verhalten. Gut, dass wir durch dieses Buch auch einen kleinen Einblick in diese Welt bekommen.


    Bestimmt hat Dir, Melanie, diesen Abschnitt zu schreiben, viel Freude bereitet.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Gucci : Auch mir hat dieser Abschnitt sehr gut gefallen. :-) Allerdings haben mir die Beschreibungen der Rückfahrt nicht gefehlt. Ich denke, der Ablauf war dem der Hinfahrt bestimmt sehr ähnlich, so dass das so für mich ausreichend war. :schuechtern


    Ich stelle mir die damaligen Einfahrten der Schiffe richtig toll vor. Heutzutage, durch die inflationäre Anzahl der Kreuzfahrten, sind die Schiffe ja gar nicht mehr so gerne gesehen. Aber damals war das jeweils ein richtiges Ereignis und es war bestimmt ein erhabenes Gefühl, an der Reling zu stehen und die jubelnde Menge zu sehen. :-]

    Gemeinsam mit Martha nehmen wir Anteil an Li-Mings Schicksal und es trifft einen die Erkenntnis, was Li-Ming erlebt hat und man erhält Erklärungen für ihr Verhalten. Gut, dass wir durch dieses Buch auch einen kleinen Einblick in diese Welt bekommen.

    In dieser Trilogie sind die Themen so vielfältig und dennoch gekonnt miteinander verknüpft, so dass man einen sehr umfassenden Einblick auf die damalige Zeit und die jeweiligen Verhältnisse bekommt. Wir erleben wichtige Teile der Geschichte quasi durch die Augen der Familie Studt. :anbet

  • Gucci Allerdings haben mir die Beschreibungen der Rückfahrt nicht gefehlt. Ich denke, der Ablauf war dem der Hinfahrt bestimmt sehr ähnlich, so dass das so für mich ausreichend war. :schuechtern

    Ich hatte mich gerade gefühlt zurück gelehnt und mir gedacht, "mal sehen, wie nun die Rückreise verläuft, wem sie begegnen...". Das waren einfach ganz kurze Gedankenblitze.


    Auch wenn Melanie bestimmt viel zu vielem hätte schreiben können, doch muss man ja auch bedenken, was man in diesem Band alles erzählen will und sich oft auf Wesentliches konzentrieren. Das ist die Kunst und Qual nicht abzuschweifend und ausgewogen Dinge zu erzählen, sowie im mit Verlag vereinbarten Seitenumfang zu bleiben.


    Mir gefällt der Roman wieder richtig gut.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Auch wenn Melanie bestimmt viel zu vielem hätte schreiben können, doch muss man ja auch bedenken, was man in diesem Band alles erzählen will und sich oft auf Wesentliches konzentrieren. Das ist die Kunst und Qual nicht abzuschweifend und ausgewogen Dinge zu erzählen, sowie im mit Verlag vereinbarten Seitenumfang zu bleiben.

    Ich finde, das gelingt MelanieM richtig, richtig gut. Es passiert so viel und es gibt viele liebevolle Details - aber es ist auch keine Minute langweilig.

  • Ich habe über Hans Massaquoi nachgelesen und ja, er war mit Ralph Giordano gut befreundet. Ich kann mich allerdings beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, ob ich "Neger, Neger..." gelesen habe. Ich weiß allerdings, das ich das Buch vor vielen Jahren einmal besessen habe.


    Ja, damals waren Seereisen und vor allem die Fahrten über den großen Teich noch etwas ganz Besonderes. Anders kam man ja damals noch kaum nach Amerika und nicht viele Menschen konnten sich diese Fahrt leisten. Viele sind ja damals auch ausgewandert - kein Wunder, dass am Hafen so viel los war. Unsere Studts kamen ja wieder. Aber ich stelle es mir unheimlich schwer vor, ein auswanderndes Familienmitglied am Hafen zu verabschieden und nicht zu wissen, wann man sich wiedersieht. Oder ob überhaupt. Da waren Häfen wirklich noch die Schauplätze sehr großer Emotionen.

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Wir erleben wichtige Teile der Geschichte quasi durch die Augen der Familie Studt. :anbet

    Der Mensch tickt so, individualisiert mit persönlicher Verbundenheit lernt sich Geschichte besser. Ich erinnere die unsäglich schlechte amerikanische Serie Holocaust, danwren es ganz plötzlich nicht mehr abstrakt sechs Millionen, sonder ganz konkret Familie Weiss - und das Grauen hatte Namen und Gesicht. Jetzt haben die Historiker das Problem den Begriff Holocaust zu verdrängen und durch Shoa zu ersetzten. So etwas bewirkt Fiction. Deshalb ist es so wichtig, dass alles. „Stimmt“, in der Version des selbst im Film gesehenen oder im Buch gelesenen ersetzt das die Realität.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes :lesend America against America Wang Huning:lesend

  • Der Mensch tickt so, individualisiert mit persönlicher Verbundenheit lernt sich Geschichte besser.

    ... weil es so persönlicher wird, nachvollziehbarer und nicht so dröge. Habe ich ein "Gesicht" dazu, ist es viel spannender, zu erfahren, was um diese Person herum passiert ist.


    Ich hatte Geschichtslehrer, die Wissen so furzlangweilig an den Schüler brachten, dass ich bis heute Bücher z.B. über das Mittelalter nicht lesen mag. Da gab es in der Schule nur staubtrockene Zahlen, Fakten, Daten. Schnarch.


    Aber hier lese ich etwas, z.B. über das Gängeviertel oder über Personen der damaligen Zeit und ich will mehr darüber wissen. Genau so geht mir das ja auch in unseren Beate Maly-Leserunden. Da ist es dann halt das Wien der 20er Jahre und oft auch Einzelheiten aus dem 1. Weltkrieg (ich hatte vor Beate Maly noch nie von den Isonzoschlachten gehört bzw. dieses Wissen schon lange wieder vergessen). Und hier ist es das Hamburg der jeweiligen Zeit.


    In diesen Leserunden habe ich viel Zeit damit verbracht, über Personen, Ereignisse und Orte nachzulesen. Ein echter Gewinn!

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • In diesen Leserunden habe ich viel Zeit damit verbracht, über Personen, Ereignisse und Orte nachzulesen. Ein echter Gewinn!

    Stimmt. Aber nur weil wir kritisch in tollen Leserunden gute Bücher lesen.


    Denk nur mal an solch sehr erfolgreichen Märchenbücher wie die Säulen der Erde. Wirklich gutes Buch, wenn man sich darüber im Klaren ist, das ist kein historischer Roman auf Faktenbasis, sondern Märchenstunde. Und trotzdem beeinflussen diese Bücher das „Wissen“ vieler Menschen über das Mittelalter.


    Darum bin ich so begeistert von der Autorin, die intensiv recherchiert und uns Geschichte erzählt in ihrer Romanhandlung und nicht nur Geschichten.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes :lesend America against America Wang Huning:lesend

  • In diesen Leserunden habe ich viel Zeit damit verbracht, über Personen, Ereignisse und Orte nachzulesen. Ein echter Gewinn!

    Diese Runden sind richtig Gold wert. Man lernt wirklich viel und die Neugierde und Wissbegierigkeit wird zusätzlich geweckt. Und das ganze macht auch noch Spaß! Das macht das Lesen doch zum schönsten Hobby überhaupt. :)

    Stimmt. Aber nur weil wir kritisch in tollen Leserunden gute Bücher lesen.

    Das hast du jetzt sehr schön gesagt. :-]

  • Mein Vater (Jahrgang 22) hatte ein chinesisches Kindermädchen mit Lotusfüssen und hat immer erzählt das Einzige was die tun konnte war abends beim Vater zu petzten, ansonsten sind ihr die Kinder (heißt mein Vater und seine Schwester) immer abgehauen. Allerdings kam es nicht in Frage kein Kindermädchen zu haben- das hätte Gesichtsverlust bedeutet und für eine Gouvernante aus Deutschland war Herr Professor nicht reich genug.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes :lesend America against America Wang Huning:lesend

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    Aber hier lese ich etwas, z.B. über das Gängeviertel oder über Personen der damaligen Zeit und ich will mehr darüber wissen. Genau so geht mir das ja auch in unseren Beate Maly-Leserunden. Da ist es dann halt das Wien der 20er Jahre und oft auch Einzelheiten aus dem 1. Weltkrieg (ich hatte vor Beate Maly noch nie von den Isonzoschlachten gehört bzw. dieses Wissen schon lange wieder vergessen). Und hier ist es das Hamburg der jeweiligen Zeit.

    Über die Isonzoschlacht habe ich entweder bei Karin Seemayer in ihrer Toskana-Trilogie oder bei Charlie in der Triest-Reihe gelesen. Aber das sind ja auch zwei Autorinnen, die extrem gut recherchieren. Das liebe ich auch am lesen, man erfährt so viel nebenbei und fängt noch mehr an nach Informationen zu suchen. Da fand ich auch die Bände um "Die Hafenärztin" so gelungen.

  • Mein Vater (Jahrgang 22) hatte ein chinesisches Kindermädchen mit Lotusfüssen und hat immer erzählt das Einzige was die tun konnte war abends beim Vater zu petzten, ansonsten sind ihr die Kinder (heißt mein Vater und seine Schwester) immer abgehauen. Allerdings kam es nicht in Frage kein Kindermädchen zu haben- das hätte Gesichtsverlust bedeutet und für eine Gouvernante aus Deutschland war Herr Professor nicht reich genug.

    wie heftig für deinen Vater beowulf


    Ansonsten bin ich mal wieder die Schnecke was aber nicht am Buch liegt.

    Ich mag Mi Ling ich glaube nicht das sie böse Absichten hat.


    Millie hat ein für sie gutes Agreement geschlossen ich freue mich das sie scheinbar glücklich ist.


    Und die Studts sind Kämpfer Menschen Schrecken vor nichts zurück ich hoffe das es gut für sie ausgeht.