Vashti Hardy: Firesong. A Brightstorm Adventure (8 - 12 Jahre, ENGLISCHE AUSGABE!), London 2022, Scholastic Verlag, ISBN 978-0702-312250, Klappenbroschur mit Stadtplan und Landkarte, 440 Seiten, Format: 13,5 x 3,1 x 19,8 cm, Buch: EUR 6,99. Auch als Hardcover, Hörbuch und Audio-CD erhältlich.
Die englische Fortsetzung der „Wolkenschiff“-Reihe
Ärgerlich, wenn Buchserien mittendrin aufhören, weil sich für den Verlag eine Fortsetzung finanziell nicht lohnt! Klar: Lizenzen, Übersetzung, Produktion etc., das kostet alles Geld. Das verstehe ich ja. Trotzdem schade!
Wenn ich unbedingt wissen will, wie eine Geschichte ausgeht, lese ich auf Englisch weiter. Bei Vashti Hardys vierteiliger „Wolkenschiff“-Reihe rund um die abenteuerlustigen Brightstorm-Zwillinge ist das zum Glück möglich.
Nur die ersten beiden Bände sind bei arsEdition auf Deutsch erschienen. FIRESONG, nun auf Englisch, ist Band 3 von 4. Ein bisschen muss man sich umgewöhnen, wenn man nun die Originalfassung liest, weil in der deutschen Übersetzung zum Teil die Eigennamen geändert worden sind. Da fragt man sich manchmal kurz, von wem oder was jetzt die Rede ist. Aber das klärt sich schnell.
Beunruhigende Träume
„We wanted to tell you, but we thought you might think us unhinged! We’ve been hearing a song. First it was in our dreams, but then it was … also when we were awake. We thought it might have been the ghosts of our parents calling us to explore where they did …“ Arthur felt a bit foolish. (Seite 191)
Die Fantasy-Geschichte spielt in einer Art Steampunk-Version unserer Welt. Die Hauptfiguren, die Zwillinge Arthur und Maudie Brightstorm, sind inzwischen 14 Jahre alt. Nach dem Tod ihrer Eltern sind sie – nach diversen Zwischenstationen - bei der Entdeckerin und Wolkenschiff-Kapitänin Harriet Culpepper eingezogen. Zusammen mit ihr und der Crew der AURORA haben sie schon mehrere aufregende Forschungsreisen unternommen.
Eigentlich gebietet es der Kodex der Entdecker, dass alle Ergebnisse der Forschungsreisen umgehend bei der Lontown Geographical Society gemeldet werden. Doch Kapitänin Harriet Culpepper hält es damit so wie der Vater der Zwillinge, der etwas verschrobene Ernest Brightstorm: Manches bleibt zum Schutz der neu entdeckten Biotope und Zivilisationen besser geheim.
So haben Harriet und ihre Crew sogar die Entdeckung eines kompletten bewohnten Kontinents für sich behalten! Das darf nur nicht rauskommen …
Letztes Abenteuer vor der Ingenieurschule
Bevor Maudie Brightstorm, ähnlich begabt wie ihre Mutter, die begnadete Ingenieurin Violetta Vane Brightstorm, auf die Ingenieurschule wechselt, will sie noch einmal mit der AURORA-Crew auf Entdeckungsreise gehen. Arthur, als Stellvertreter der Kapitänin, darf das Ziel auswählen.
Da müssen Maudie und er nicht lange überlegen: Seit Wochen träumen sie beide von einem Lied, das ihnen ihr Vater vorzusingen pflegte, als sie noch klein waren. Er hatte es auf einer Expedition in den Vulkanischen Norden gelernt. Das kann doch nur bedeuten, dass etwas oder jemand sie in diese Gegend locken will!
Also gut. Dann eben der hohe Norden. Harriet heuert einen Vulkanologen an, der sich in dieser Region auskennt. Professor Hugo Waynecroft, der schüchtern wirkt, sich aber alsbald verdächtig verhält. Spioniert er vielleicht für eine der konkurrierenden Entdeckerfamilien? Am Ende gar für Eudora Vane, eine ungeliebte Verwandte der Brightstorms, die ihre ganze Energie in eine alte Familienfehde steckt.
Und dann drückt ihnen noch ein alter Freund, König Batzorig von Nadvvaryn, seine Nichte, Prinzessin Ganzorig („Gan“) aufs Auge. Die ist ein richtiger Wildfang und will unbedingt noch ein Abenteuer erleben, bevor sie fest in die Regierungsgeschäfte eingebunden wird.
Große Überraschungen im Vulkanischen Norden
Im Vulkanischen Norden stoßen sie tatsächlich auf Spuren von Ernest Brightstorms Forschungen. Das heißt, sie finden genau das vor, was er in seinen Aufzeichnungen beschrieben hat. Sie erleben aber auch die eine oder andere Überraschung. So hat beispielsweise die Legende vom Erd-Bären (nein, nicht „Erdbeeren“!) einen wahren Kern: Es gibt tatsächlich ein entsprechendes Weisewesen (englisch: sapient). So heißen in dieser Reihe hochintelligente Tiere, die auch mit Menschen telepathisch kommunizieren können. Die riesige Erd-Bärin Gaia, so alt wie die Welt, kann sogar mit den Menschen sprechen, wenn es nötig ist. Und jetzt ist es nötig!
Die legendäre Erd-Bärin braucht Hilfe
Gaia kann zwar Vulkanausbrüche heraufbeschwören, aber jetzt braucht sie die Hilfe der Menschen. Sie hat Ernest Brightstorm gekannt und ihm vertraut, jetzt setzt sie alle Hoffnungen in seine Kinder.
Arthur und Maudie, die die Werte ihres Vaters teilen, sind selbstverständlich bereit, der Bärin bei ihrer schweren Aufgabe zu helfen, weil sie davon überzeugt sind, dass dies im Interesse der gesamten Welt ist. Und weil ihre Eltern es von ihnen erwartet hätten.
Das Problem mit Idealisten wie den Brightstorms ist, dass sie oft die Niedertracht ihrer Mitmenschen unterschätzen. Sie können gar nicht so abscheulich denken, wie manche ihrer Artgenossen zu handeln bereit sind. Und so geht ihre gut gemeinte Hilfsaktion auf spektakuläre Weise schief. Die damit verbundene Action braucht sich vor der in klassischen Monster- und Katastrophenfilmen nicht zu verstecken!
Es sieht schlecht aus für die Guten …!
Es sieht schlecht aus für die Guten, mögen sie noch so mutig, klug und einfallsreich sein. Werden die Fieslinge dieses Mal gewinnen? Es gibt so viele von ihnen!
„The thing with monsters is that, even if you defeat one, there will always be another waiting in the shadows. All we can do ist keep fighting them.“ (Seite 409/410)
Doch das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen …
Fantasie, Krawall und Helden mit Haltung
Ich mag diese Buchreihe, weil sie so fantasievoll ist und weil die Helden eine Haltung haben. Sie lassen sich weder unterkriegen noch korrumpieren. Die Figuren sind nicht 0815, sondern ein bisschen gegen den Strich gebürstet. Bei den Zwillingen ist der Bruder der Impulsive, der auf sein Bauchgefühl hört und die Schwester das rationale Technikgenie. Die Prinzessin ist ein leichtsinniger „Tomboy“ und der Oberbösewicht eine Frau mit Engelslocken und einer Vorliebe für Pink.
Es geht um Mut, Freundschaft und Loyalität – und um die Frage, was eigentlich eine Familie ausmacht. Und wenn Action angesagt ist, dann kracht es hier so richtig!
Mit dem Folgeband, SERPENT OF THE SANDS, ist die Reihe dann abgeschlossen.
Die Autorin
Bevor Vashti Hardy Schriftstellerin wurde, arbeitete sie mehrere Jahre als Grundschullehrerin. Später machte sie einen Abschluss in Kreativem Schreiben an der University of Chichester und arbeitete anschließend als Marketingleiterin. Hardy ist Mitglied der »Golden Egg Academy« (einer Vereinigung britischer Schriftsteller) und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in der Nähe von Brighton in Sussex. https://www.vashtihardy.com/
Die komplette Serie
- Das Wolkenschiff – Aufbruch nach Südpolaris, ArsEdition / Originaltitel: Brightstorm Scholastic Verlag
- Das Wolkenschiff – Die Legende vom Feuervogel, ArsEdition/ OT: Darkwhispers, Scholastic Verlag
- Firesong, Scholastic Verlag – nur auf Englisch, keine deutsche Übersetzung.
- Serpent of the Sands, Scholastic Verlag – nur auf Englisch, keine deutsche Übersetzung.
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ASIN/ISBN: 0702312258 |
