Die Bitch Bibel: Von Boss Bitch über Eure Mutti bis Pussy Power

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    Kurzbeschreibung:

    Mit provokanten YouTube Videos wurde sie bekannt, ihr erstes Album „Bo$$ Bitch“ erreichte Platz 1 der deutschen Charts und mit über zwei Millionen Followern zählt Katja Krasavice zu den erfolgreichsten Künstlerinnen Deutschlands.

    In ihrer Autobiografie „Die Bitch Bibel“ erzählt die gebürtige Tschechin erstmals von ihrer schwierigen Kindheit und Jugend. Sie berichtet von Mobbing, familiären Konflikten, Gewalt, falschen Freunden und öffentlicher Anfeindung. Gleichzeitig beschreibt sie ihren Weg zur Selbstermächtigung. Aus dem Gefühl des Opferseins entwickelte sie eine kompromisslose Haltung der Selbstinszenierung und sexuellen Selbstbestimmung. Ihre Botschaft lautet: Egal wer du bist, steh zu dir selbst.


    Angaben zur Autorin:

    Katja Krasavice ist eine deutsche Sängerin, Influencerin und Unternehmerin. Sie wurde durch Social Media bekannt und zählt heute zu den erfolgreichsten deutschen Künstlerinnen im Pop und Rap Bereich.


    Meine Meinung:

    Das Buch liest sich direkt, ungefiltert und bewusst provokativ. Katja Krasavice schreibt so, wie sie auch in der Öffentlichkeit auftritt. Laut, freizügig, konfrontativ. Wer hier literarische Feinfühligkeit erwartet, wird enttäuscht sein. Wer Authentizität sucht, findet sie.


    Beim Lesen entsteht jedoch der Eindruck, dass hinter der extremen Selbstdarstellung auch viel Schmerz und alte Verletzungen stehen. Die Schilderungen der Kindheit und der familiären Umstände wirken belastend und prägend. Ihr demonstrativ zur Schau gestelltes Sexualverhalten erscheint weniger als reine Provokation, sondern eher als Form der Selbstbehauptung und Abgrenzung.

    Kritisch sehe ich allerdings die kulturelle Überhöhung dieses Lebensstils. Provokation allein ist noch keine Stärke. Selbstermächtigung kann inspirierend sein, doch sie ersetzt nicht automatisch innere Heilung. Das Buch feiert Rebellion, lässt aber wenig Raum für Selbstreflexion jenseits des öffentlichen Images.


    Der Titel mit dem Begriff „Bibel“ wirkt bewusst überzogen. Im Kontrast dazu habe ich selbst in der tatsächlichen Bibel nachgeschlagen und zwei Verse gefunden, die interessante Denkanstöße liefern. Einer beschreibt Schönheit ohne Anstand als einen goldenen Ring im Rüssel einer wilden Sau, ein anderer spricht davon, dass die Missetaten der Väter ihre Spuren in den Generationen hinterlassen. Diese Gedanken regen zum Nachdenken über Verantwortung und innere Aufarbeitung an.


    Mein Fazit bleibt zwiespältig. Das Buch ist roh, ehrlich und konsequent in seiner Haltung. Gleichzeitig bleibt für mich die Frage offen, ob Provokation allein langfristig Freiheit bedeutet. Wahre Stärke zeigt sich nicht nur im Widerstand, sondern auch in der Bereitschaft, alte Wunden wirklich zu heilen.


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