Geschehnisse am Wasser - Kerstin Ekman

  • Broschiert - 572 Seiten - Btb Bei Goldmann
    Erscheinungsdatum: 1997


    Kurzbeschreibung
    Mittsommernacht 1974: Annie Raft kommt zusammen mit ihrer sechsjährigen Tochter in einen kleinen norwegischen Ort, um ihren Geliebten Dan, der in der Nähe in einer Hippie-Kommune lebt, zu treffen. Aber Dan kommt nicht. Annie macht sich mit ihrer Tochter auf, um die Kommune in der Wildnis zu suchen. Nach langem Herumirren stößt sie auf einen orientalisch aussehenden jungen Mann, der auf der Flucht zu sein scheint. Kurz darauf entdeckt sie ein Zelt, in dem zwei Leichen liegen. 18 Jahre später, die Tochter Mia ist inzwischen erwachsen, lebt Annie wieder in dieser Gegend. Eines Morgens erblickt sie Mia vor dem Haus mit jenem fremdländischen Mann, den sie für den Mörder hält.


    Autorenportrait
    Kerstin Ekman, geboren 1933 in Mittelschweden, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Sie wurde in ihrer Heimat mit allen großen Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie für ihr Gesamtwerk den renommierten Pilotpreis. Der große Durchbruch gelang ihr mit dem Roman "Geschehnisse am Wasser". Zuletzt erschienen von ihr auf deutsch "Die Totenglocke" und "Mittsommerdunkel".


    Meine Meinung
    Ich war froh, als ich fertig war mit diesem Buch. Es ist ziemlich düster beschrieben. Ein ganz anderes Schweden, als ich es bisher in Romanen kennengelernt habe!

  • Zitat

    Original von Mariegod
    Meine Meinung
    Ich war froh, als ich fertig war mit diesem Buch. Es ist ziemlich düster beschrieben. Ein ganz anderes Schweden, als ich es bisher in Romanen kennengelernt habe!



    Hat dir nur das Düstere an dem Buch nicht gefallen? Würde mich freuen, wenn du noch etwas mehr darüber erzählen würdest, ob es spannend ist, ob es gut schrieben ist etc. :wave

  • Zitat

    Hat dir nur das Düstere an dem Buch nicht gefallen? Würde mich freuen, wenn du noch etwas mehr darüber erzählen würdest, ob es spannend ist, ob es gut schrieben ist etc. :wave


    Ich sitze jetzt hier schon eine Zeitlang und grübele über eine Antwort nach. :gruebel


    Eigentlich will ich dieses Buch hinter mich lassen und an was Schöneres denken, denn immer wieder schleicht sich die Erinnerung an diese dichte, melancholische Atmosphäre herauf.


    Bitte sei mir nicht böse, wenn ich es mir leicht mache und Dich auf die gute Rezi bei Amazon verweise:
    http://www.amazon.de/exec/obid…_11_1/302-1225993-6212065


    Empfehlen kann ich Dir das Buch nicht.


    Gruß,
    Mariegod

  • Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich das Buch gelesen habe. Es war auch ganz sicher kein Krimi, den man so runterlesen kann und der einen so packt, dass man ihn nicht mehr aus der Hand legen will.
    Aber gefallen hat er mir irgendwie schon. Es wurden sehr viele Details erzählt, das Leben in der Kommune, die Charaktere, die Herstellung des Ziegenkäses und so. Der Mordfall geriet manchmal ins Hintertreffen, doch ich fand den Zeitsprung interessant.
    Für Einzelheiten ist es leider zu lange her, dass ich's gelesen habe, doch Mariegod du triffst die vorherrschende Atmospähre (dicht, melancholisch und düster), so hab' ich das Buch auch noch in Erinnerung. Doch ich fand's nicht abstoßend. Aber nach der Lektüre dieses Buche gelüstete es einem schon nach einem netten Buch zum Runterlesen.


    grüße von missmarple

    "Ein Archäologe ist der beste Ehemann, je älter eine Frau wird, um so mehr interessiert er sich für sie."
    Agatha Christie

  • Dieses Buch ist das, was man heutzutage unter 'heftige Lektüre' versteht.
    Dabei geht es nicht mal explizit um Sex. Braucht sie nicht.
    Ekman ist eine ganz großartige Autorin.


    Ihr Bild von Schweden ist nicht das, das deutsche LeserInnen von Astrid Lindgren gewöhnt sind. Auch nicht von Mankell oder Nesser.
    Bei diesen AutorInnen ist Schweden 'heil', im Kern nämlich. 'Kaputt' sind einzelne Menschen bzw. eine Gesellschaftstruktur, die ihrerseits zerstörerisch auf Menschen wirkt.


    Bei Ekman aber kommt die zerstörerische Kraft aus der Natur. Die Frühlingsblumen, Mittsommer, der stille See bergen tödliche Mächte.
    Dieser Natur entkommt der Mensch nicht, weil er Teil von ihr ist.
    Ekman rührt an die Urgewalt, selbst in ihren frühen Krimis aus den 60er Jahren, selbst in denen, die noch in Stockholm spielen.


    Sie greift damit auf die schwedischen ErzählerInnen der 20er und 30er Jahre zurück, die in Deutschland kaum noch bekannt sind. Eine ganz andere Tradition also als das hierzuland Bekannte.
    Es lohnt sich unbedingt, Ekmann zu entdecken. Auf deutsch wie auf schwedisch.
    Aber gemütlich ist es nicht.

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von magali ()

  • Danke schön für eure Beiträge, missmarple und magali. :wave


    Jetzt kann ich mir etwas mehr unter diesem Buch vorstellen. Ich hab es nämlich schon lange auf der Wunschliste und noch ein anderes von Kerstin Ekman ungelesen im Regal.


    magali : Du kannst Schwedisch? Und: wie gut lassen sich ihre Bücher im Original lesen? Vielleicht im Vergleich zu Mankell, Marklund und Jan Guillou?

    Ronja



    "Braucht's des?!"
    (Gerhard Polt)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ronja ()

  • Auch bei mir ist es schon länger her, daß ich dieses Buch gelesen habe. Mir hat es auch sehr gut gefallen, gerade wegen der Detailtreue der Schilderungen, wie Leben in der Kommune, Herstellung Käse etc. Aber auch die Beschreibungen der Landschaft waren mal schön, aber teilweise auch sehr düster, wie überhaupt das ganze Buch.


    Es zieht sich eine sehr subtile Spannung durch das Buch, die nicht durch äußere Handlung entsteht, sondern durch die inneren Abläufe in den Personen. So weit ich mich entsinne, wird einiges Geschehen auch nur durch die Gedanken, Beobachtungen und Interpretation der Beobachtungen durch die erzählenden Personen angedeutet, so daß druch die Unsicherheit des Lesers und die Frage, was sich nun tatsächlich ereignet hat, erhebliche Spannung aufgebaut.


    Ich finde das Buch trotz der düsteren Stimmung sehr empfehelnswert.


    LG, Ina