Sex and the City

  • Durch Sterntalers Posting zu Notting Hill bin ich auf den Gedanken gekommen, dazu einen neuen Thread aufzumachen. Ihre Kernaussagen nur nochmal hier kurz gequotet:

    Zitat

    Original von Sterntaler
    ...es ist ein "Muss" für jede Frau, diese Filme sehen zu wollen und gut zu finden, sozusagen. Genauso wie auch jede auf "Sex and the City" stehen sollte, wenn sie was auf sich hält...
    Das ist nicht mein Ding, mich in Klischees zu begeben, weil andere es erwarten...


    Ich finde SatC amüsant und einfach nur (bemerkenswert) gute Fernsehunterhaltung. Allerdings denke ich, dass das Bild, dass die Serie von den heutzutage modernen erfolgreichen Frauen zeichnet, gewaltig überzogen ist. Das solche teilweise stark idealisierten Bildschirm-Fantasien bei einigen (jungen) Frauen vielleicht auch falsche "Werte" vermitteln, ist wahrscheinlich ein in Kauf zu nehmender negativer Nebeneffekt von eigentlich nett gemachter Unterhaltung.


    Also ich hoffe einfach mal, dass die meisten Frauen im Real Life nicht ganz so neurotisch zu Werke gehen, wie das Carrie & Co. tun oder sich gar so eine Serie zum Vorbild nehmen. ;)


    Gruss,


    Doc

  • Zitat

    Original von Doc Hollywood
    Also ich hoffe einfach mal, dass die meisten Frauen im Real Life nicht ganz so neurotisch zu Werke gehen, wie das Carrie & Co. tun oder sich gar so eine Serie zum Vorbild nehmen. ;)


    Ironische bzw. satirische Überspitzung ist immer zunächst Reduktion auf ein markantes Merkmal, das dann immer wieder pointiert eingesetzt wird. Die Wiederholung macht's!
    Ansonsten muss auch die Satire die Realität abschwächen. ;o)
    Herzliche Grüße


    Iris

  • Am Anfang habe ich Sex and the City auch gerne geschaut und fand es ziemlich witzig. Mittlerweile nervt es mich nur noch... Ich denke, dass es leider viele Männer gibt, die tatsächlich denken, dass alle Frauen insgeheim, und wenn sie mit ihren Freundinnen unter sich sind, so sind, wie in der Serie dargestellt. Das finde ich persönlich einfach nur furchtbar. Alle Frauen spielen ihre Orgasmen oft nur vor und interessieren sich für nichts anderes als Sex... Wie bescheuert ist das denn? :bonk


    Also ich tue mir das nicht mehr an... 8)

  • Zitat

    Original von Morgana
    Ich denke, dass es leider viele Männer gibt, die tatsächlich denken, dass alle Frauen insgeheim, und wenn sie mit ihren Freundinnen unter sich sind, so sind, wie in der Serie dargestellt.


    SatC ist eine typische Frauen-Serie, die Zielgruppe sind keineswegs Männer. Es ist eher so, dass hier die Vorurteile der durchschnittlichen Amerikanerin über "business women" abgehandelt werden. Insofern sagt es unheimlich viel über die Haltung derjenigen, die sich mittels solcher Serien ihre eigene relativ heile Welt angesichts einer anderen kränkeren schönzeichnen.
    Das ist doch schließlich der eigentliche Zweck solcher Unterhaltungsserien. ;o)


    Ich persönlich kann es auch nicht nachvollziehen und finde es einfach nur albern und unglaubwürdig.
    Herzliche Grüße


    Iris

  • Ich bezeichne diese Serie nicht nur als Diskriminierung für Frauen, sondern auch als eine Diskrimierung für Männer. :grin


    Es fördert Klisches und Vorurteile, und dass so eine Sendung derart erfolgreich ist, zeigt, wie es um unsere Gesellschaft steht ...


    Ich habe jedenfalls diese Sendung nicht als lustig empfunden, sondern als ziemlich primitiv.


    mfg

  • Glaub ich einfach nicht, dass die Macher dieser Serie nicht grade auch die Männer als Zielgruppe im Visier hatten. Schließlich plaudern da Frauen völlig unbedarft über ihre Sexerlebnisse und das untermalt von US-TVkompatiblen Sexszenen. Endlich können sie das ungestraft mal im Fernsehen anschauen. Das ist doch grade im prüden Amerika der reinste Straßenfeger. 8)


    Abgesehen davon ist die Serie auch nicht gefährlicher und diskriminierender, als der tägliche Talk-show-Müll der weltweit ab 11 Uhr vormittags über den Bildschirm flimmert.


    Wer darin mehr sieht, als seichte Unterhaltung und sich vielleicht noch damit identifiziert, oder noch schlimmer, es für sich selbst zum Vorbild nimmt, dem ist eh nicht mehr zu helfen.


    Also angucken, oder lassen, aber nicht zu ernst nehmen. Auf jeden Fall würde ich es nicht so hoch aufhängen und als Diskriminierung auffassen. Da beleidigt manche Fernsehwerbung meine Intelligenz mindestens genauso. ;)

  • Oki, wenn wir jetzt hier einen Thread dazu haben, dann gebe ich noch mal mehr meine Meinung ab als bei "Notting Hill".


    Meiner Ansicht nach ist die Serie durchaus unterhaltsam gewesen- bis, ja bis sich erstens alles langsam wiederholte und meiner Meinung nach der Witz mehr und mehr verloren ging und zweitens bis überall abgefeiert wurde, dass man Satc gucken müsste.
    Ich weiß noch jetzt neulich bei Beginn der letzten Staffel: Den ganzen Tag kam nichts anderes und da wurde einem ja schon suggeriert "Das ist KULT" und dann noch diese oberbekloppte (sorry!!) Umstylingsendung mit Barbara Becker, dem schwulen(?) Stylisten und dem Architekten.


    lar, Eigenwerbung. Aber spätestens da wusste ich mal wieder, warum ich "Mainstream" und "Hype" genauso verabscheue wie das Wort "Kult", was in meinem Augen nichts anderes bedeutet als "Mach XY nicht und du zeigst, dass du keine Ahnung hast".


    Ich weigere mich einfach strikt, Sachen gut zu finden, weil man die gut finden muss


    Klar, wenn ich die Serie schon immer mochte und auch noch tue- gut, das ist was anderes. Aber ich rede mir nicht ein es zu mögen bzw. lasse mir nicht einreden es mögen zu müssen, weil jeder es tut.


    Das ist billigste Manipulation nach dem Motto "Wenn du das und das nicht tust, stehst du alleine da."

  • Ich mochte die Sendung von Anfang an. Ernst nehmen sollte man sie natürlich nicht - oder glaubt hier jemand im Ernst, das Leben New Yorker Singlefrauen Mitte 30 würde wirklich so ablaufen?


    Sie ist schlicht und einfach ein netter bunter Tupfer in der oftmals so öden TV-Landschaft. Nette Unterhaltung - leichte Kost. Das muß auch mal sein :chen


    Und ich scheue mich auch nicht im geringsten, zu meinem Faible für SatC zu stehen :grin Macht mich das nun zu einem schlechteren Menschen? :gruebel

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Meinetwegen sollen alle, denen es gefällt diese Sendung ansehen. Ich mag sie nicht. Ich schließe mich da ganz Historikus an:


    Zitat

    Original von Historikus
    Ich bezeichne diese Serie nicht nur als Diskriminierung für Frauen, sondern auch als eine Diskrimierung für Männer. :grin


    Es fördert Klisches und Vorurteile, und dass so eine Sendung derart erfolgreich ist, zeigt, wie es um unsere Gesellschaft steht ...


    Ich habe jedenfalls diese Sendung nicht als lustig empfunden, sondern als ziemlich primitiv.


    Um mitreden zu können, habe ich zweimal eine Folge angeschaut. Es empfand das als Qual und Zeitverschwendung.


    Mir gefällt weder das Frauen- noch das Männerbild, das da gezeichnet wird.
    Und als Parodie ist mit das ganze zuwenig originell.

    Kinder lieben zunächst ihre Eltern blind, später fangen sie an, diese zu beurteilen, manchmal verzeihen sie ihnen sogar. Oscar Wilde

  • Also, die Serie lief in den USA und auch in Mexico auf HBO, d.h. es ist ein Pay-TV-Sender, der es sich leisten kann, nicht auf die Prüderie und Jugendschutzregeln der grossen Networks Rücksicht zu nehmen.


    Allerdings habe ich die Serie nie verstanden und halte sie für extrem oberflächlich- aber ich bin ja auch nicht das Zielpublikum.

  • Ich habe mir die ersten beiden Staffeln sehr gerne angeguckt,allerdings hat sich das meiste irgendwie dann nur noch wiederholt und ich hab nicht mehr eingeschaltet,weil es mich halt einfach nicht mehr interessiert hat...

  • Ähhh, also, da im FF auch schon die große Werbekiste für Sex und tho weiter...gefahren wurde, hab ich mir mal zwei Filmchen angeschaut...Blöd, nur blöd. Ich kann damit überhaupt nix anfangen..aber ich hab auch nur ganz wenig Schuhe im Schrank...dafür aber alle Tassen. :chen

  • Die Serie ist ein perfides Machwerk, ein visuelles Götzenbild des uneingeschränkten Konsumismus und dabei so einfach gestrickt, dass es den meisten Zuschauern gerade deswegen nicht so recht ins Auge springen will. Vier Darstellerinnen mittleren Alters vegetieren als Singles in New York, bescheuerte Prämisse. Dabei ist die Protagonistin der Schmelztiegel, in welchen die schwach herausgearbeiteten Charaktereigenschaften der Nebendarstellerin fließen: wir haben die altkluge Nymphomanin, die mit ihrem Sexklatsch Ratschläge erteilt; ihr krasses Gegenstück, die brave Kunstliebhaberin, und schließlich die selbstständige und selbstbewusste Mutter. Heraus kommt, wer hätte es gedacht, die pseudointellektuelle, erfolgreiche, männerverschlingende, doch im Herzen ganz sanfte Kolumnistin mit einem Schuhtick. Nun werden einige fragen, wo sich denn die Verderbtheit dieser Serie versteckt?


    Sie steckt darin: Frauen- wie auch Männerbilder der Serie werden in modischer und optischer Hinsicht zu Idealbildern stilisiert, der Mensch wird von den vier Identifikationsfiguren ausschließlich an Oberweite, des guten Stücks, der Schuhmarke und der Qualität im Bett festgemacht. Eine verklärte, absolut unrealistische Darstellung, die sich zum Nonplusultra-Lebensspiegel der Junggesellen und Single-Frauen erklärt - dabei haben die Staffeln mit Tiefenpsychologie soviel gemein wie mit australischen Elefantenzüchtern im Kongo. Uniformität ist das Leitbild der Serienmacher, wer was auf sich hält, der kleidet sich bestenfalls so wie die Protagonistin, wer’s nicht tut, der ist eben nicht hype und ist automatisch ein ganz schlechter, niederträchtiger Mensch; unmodern, rückständig, weiß der Geier was noch!


    Wer glaubt, hinter der Protagonistin und ihren dümmlichen Halbweisheiten verberge sich eine Parodie auf Metrosexuelle und Clueless-Fanatikerinnen, der irrt und das ist bedauerlich. Die Serie nimmt sich selbst sehr ernst, auch wenn der Produzent einige Lacher zwischen die Schnitte streut; die Charaktere sind noch viel ernster, man denke an die herzerweichenden Kammertragödien der Protagonistin, wenn sie mit ihrem Hundeblick dem augenblicklich Verflossenen nachblinzelt! Es hätte der Serie gestanden, wenn sie eine Gesellschaftssatire geworden wäre, oder eben jenen Menschentypen parodierte, deren sie selbst im Laufe der Staffeln habhaft wurde. Stattdessen wird die Serie zum treuen Ratgeber aller Einsamen und Erfolgreichen, die sich gerne in die Welt der Protagonistin wünschten. Grotesk die Pro7-SatC-Analyse zur besten Sendezeit: man versucht der Serie eine Tiefe einzuhauchen, die sie niemals haben wird und gleichermaßen das Leben der Protagonistin auszuschlachten, um beim nächsten Auftritt auch ganz sicher wieder trendy und hip zu sein.


    Als modebewusstem Menschen ist mir das Menschenbild dieses amerikanischen Machwerks zu billig und zu pauschal.

  • Zitat

    Original von Grizzly
    Die Serie ist ein perfides Machwerk...


    Boaah....was für ein Text. Respekt Grizzly, aber egal, was letztendlich tiefenpsychologisch und medienwirksam dahinter stecken mag - unterhaltend finde ich dieses perfide Machwerk allemal. Einschalten, (geistig) abschalten und nett war's für eine halbe Stunde fernsehgucken.


    Ich wundere mich aber immer wieder, dass die Leute anscheinend in solchen Serien irgendwelche Tiefgründigkeit oder ernstgemeinte Unterhaltung suchen und dann analysieren, warum und wieso und weshalb dies das und jenes alles so schrecklich und verkehrt daran ist. Pure Unterhaltung scheint als Grund einfach nicht zulässig zu sein, oder?


    Und mit Unterhaltung ist's doch letztlich wie mit Geschmack - jeder so wie er mag. Das kann man ehrlicherweise nicht argumentativ ausdiskutieren. ;)


    Gruss,


    Doc

  • Grizzly,


    ich habe Deinen Beitrag nun schon zwei Mal gelesen und schwanke immer noch, ob Du das Geschriebene ernst meinst oder die Ironie zwischen den Zeilen raustropft.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Stimmt, Doc Hollywood, es ist Unterhaltung, ich hab immerhin die ersten beiden Staffeln (~) geschaut, hätten sie mich nicht unterhalten, wäre ich schon nach drei Folgen abgesprungen.


    Vermutlich hätte mich die Serie auch nie gekratzt, wenn nicht diese gefährliche gesellschaftliche Entwicklung losgebrochen wäre, das Gehabe der Frauen zu ritualisieren und sich dieser vier "Vorbilder" zu bedienen. Im Grunde sind die Ansichten der Frauen bedrohlich, sie vermitteln hinter all dem Konsumwahn kein Bewusstsein für Ökologie oder Verantwortung; so als bestünde das ersehnte Lebensglücks nur aus Erfolg, Geld, Schönheit und gutem Sex, ein Pudelskern also.


    Ich finde es vernünftig und nicht falsch, dass sich Leute wie Du, Doc Hollywood, die Serie der Unterhaltung wegen ansehen; wenn die Serie allerdings zum Lebensmaßstab oder gar zum Vorbild wird, dann erblicke ich darin eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Als die Medien diese Tendenz auch noch aufputschten, habe ich mir meine Gedanken gemacht und beschlossen, die Serie fortan nicht mehr zu schauen. Verbieten will ich sie natürlich nicht, nur hinweisen.

  • Zitat

    Geschrieben von Batcat
    Grizzly,


    ich habe Deinen Beitrag nun schon zwei Mal gelesen und schwanke immer noch, ob Du das Geschriebene ernst meinst oder die Ironie zwischen den Zeilen raustropft.


    Beides. ;)


    Es sollte sich niemand davon angegriffen fühlen, meine Ausführungen richten sich ausnahmslos gegen die Serie.

  • Zitat

    Original von Grizzly
    ...wenn nicht
    diese gefährliche gesellschaftliche Entwicklung losgebrochen wäre...


    Dafür können aber doch nun die Macher der Serie nix, wenn irgendwelche Werbetreibenden und selbsternannte Lifestyle-Spezis darin eine gesellschaftliche Norm entdecken (die es ja gar nicht gibt) und einen Zinnober daraus machen.


    Gruss,


    Doc

  • Stimmt, man kann den Machern aber einen Schuh daraus drehen, da bestimmte Motive, wie Du (geht hoffentlich in ordnung) selbst geschrieben hast, doch sehr überzogen sind.

    Man stelle sich vor, ein Produzent nähme vier Single-Männer, setzte sie in eine Bar und ließe sie so reden wie die Damen. Was wäre da wohl los? Man sollte endlich mit all den Klischees, Vorurteilen und Verunglimpfungen des anderen Geschlechts aufräumen, egal ob Männlein oder Weiblein.