Solang die Welt noch schläft - Petra Durst-Benning

  • Erschienen: März 2012
    Seiten: 496
    ISBN- 13: 978-3471350577


    Kurzbeschreibung:


    Berlin, um 1890. Josefine, Tochter eines Berliner Hufschmieds, lernt auf einer Reise in den Schwarzwald die gefährliche, für Frauen geradezu skandalöse Leidenschaft des Radfahrens kennen. Zurück in Berlin, riskiert sie dafür alles. Und sie verliert alles – ihre Familie, ihre Freundinnen und fast sich selbst. Doch Josefines Kämpferherz ist groß! Und die Liebe eines Mannes ermutigt sie, ihren Lebenstraum zu verwirklichen. Bei einem strapaziösen Radrennen will sie beweisen, was in ihr steckt. Am Ende erkennt sie, dass nicht der Sieg zählt, sondern ganz andere Werte: Freundschaft, Vertrauen und Liebe.


    Über den Autor:


    Petra Durst-Benning ist eine der erfolgreichsten und profiliertesten deutschen Autorinnen. Seit über 15 Jahren laden ihre historischen Romane die Leserinnen ein, mit mutigen Frauenfiguren Abenteuer und große Gefühle zu erleben. Petra Durst-Benning lebt mit ihrem Mann bei Stuttgart. Mehr erfahren Sie unter:www.durst-benning.de und www.die-russische-herzogin.de


    Meine Meinung:


    Das Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde mit Autorin gelesen. Das hat Spass gemacht, beschreibt aber schon einen Teil meines Problems etwas über das Buch zu schreiben. Ich weiß jetzt Dinge, die dem Buch nicht zu entnehmen sind, aber meine Bewertung beeinflussen.


    Es handelt sich um den ersten Band einer Trilogie, bei der es um die Lebensgeschichten dreier Freundinnen geht, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Berlin der Gründerzeit leben. Clara, die Apothekerstochter, Isabelle, die Fabrikantentochter und Jo, die Tochter eines Handwerkers, eines Schmiedes. Im Kaiserreich definiert dies eigentlich Schranken gesellschaftlicher Art, die unüberwindlich erscheinen. Die Autorin beabsichtigt in jedem Band eine der drei Freundinnen und deren Lebensgeschichte in den Vordergrund zu stellen.


    In diesem ersten Teil ist es die Geschichte von Jo, die das als Ausdruck von Freiheit das Fahren mit dem Fahrrad (oder zeitgemäßer mit dem Velociped) im Wortsinne erfahren hat. Die diese Freiheit für sich nützen will und von der Gesellschaft auf brutaler Art und Weise erfährt, was man mit Aussenseitern macht. Frauenradfahren war nicht nur „unweiblich“- es war verpönt. Die schmalen Sättel konnten doch nur unsittliche Gefühle bei den Frauen hervorrufen. Frauen wurden beleidigt, mit Kot beworfen und verhaftet, wenn sie in der Öffentlichkeit auf einem Rad sich bewegten. Fahrräder waren ein zunächst ein „höchst exclusives“ Fortbewegungsmittel- und doch Teil der industriellen Revolution, die sich in dieser Zeit mit enormen Umwälzungen bemerkbar machte- Droschkenkutscher und Pferdeschlächter, Hufschmiede und Pferdezüchter- eine ganze Industrie des Transportwesens, die Jahrhundertelang das Bild geprägt hatte brach weg. Das alles beschreibt die Autorin sozusagen beiläufig, als integralen Bestandteil des Lebens ihrer Hauptfigur. So vieles von dem erscheint uns unvorstellbar weit weg- aber das war die Jugend unsere Urgroßmütter. Petra Durst- Benning gelingt es diese Zeit und ihre Protagonistinnen so lebendig zu beschreiben, dass man das Gefühl hat dabeizusein. Großes Kopfkino. Ich freue mich schon auf Band 2.


    Edit: Titel korrigiert. LG JaneDoe

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend

  • Danke für die Vorstellung, beowulf.


    Klingt ganz danach, als wäre diese Trilogie etwas für unsere kleine Gemeindebücherei, ich werde es schon mal auf die Einkaufsliste setzen :-). Wir haben dort schon einige Bücher von Petra Durst-Benning und sie erfreuen sich großer Beliebtheit, ganz besonders die Glasbläserin-Reihe. Dieses hier scheint in eine ähnliche Richung zu gehen.

  • Der Roman "Solang die Welt noch schläft" spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert in Berlin, in einer Zeit, in der ganz allmählich die Technisierung und Industrialisierung auf dem Vormarsch ist. Noch beherrschen Kutschen und Pferde das Straßenbild Berlins.
    Im Mittelpunkt dieses Romans steht Josefine Schmied, eine selbstbewusste junge Frau, die durch ein schreckliches Unglück ihren Bruder verliert und sich dafür verantwortlich fühlt. Ihre Eltern strafen sie dafür mit Missachtung. Es kümmert sie wenig als Josefine dauerhaft erkrankt. Lediglich Frieda, die gegen alle Konventionen lebende Nachbarin, hat ein Ohr und ein offenes Herz für Josefines Nöte und ermöglicht ihr einen Kuraufenthalt im Schwarzwald.
    Dort freundet sich Josefine mit Lilo an, die die Kunst des Velozipedfahrens beherrscht. Als sie selbst das Radfahren ausprobiert, spürt sie eine bis dahin ungeahnte Freiheit und ahnt die Möglichkeiten, die mit diesem Gefährt verbunden sind. Ab da hat sie einen Lebenstraum: Sie möchte ein eigenes Veloziped besitzen.
    Doch bis dahin ist es ein weiter Weg und im Alltag rückt dieser Traum in weiter Ferne…


    Meine Meinung:
    Sehr gut gefallen hat mir, dass die Autorin die Unwägbarkeiten, ja, den Skandal, den Rad fahrende Frauen damals auslösten, authentisch beschreibt. Unterstrichen wird das durch Abbildungen und durch Zitate aus Zeitungsartikeln, die im Buch zu finden sind. Überhaupt ist die Gestaltung des Buches ein echter Hingucker und sehr gelungen. Ebenso die Auswahl des Titels, der mich gleich angesprochen hat und auch im Laufe des Romans immer wieder auftaucht.
    Auch der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, ich war gleich im Buch zu Hause.
    Mein einziger Kritikpunkt ist, dass mir die Entwicklung der Protagonistin Josefine etwas zu märchenhaft ist. Mich hat die Geschichte an Aschenputtel erinnert. Zunächst hatte ich beim Lesen einfach nur Mitleid. Später dann staunte ich, was ihr alles im Leben gelingt. Mir war das zu einfach und zu schön, um wahr zu sein. Ich hätte mir an dieser Stelle mehr Reibungsfläche gewünscht.


    Der erste Band der „Jahrhundertwind-Trilogie“ hat mich trotz allem gut unterhalten.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Bevor ich das Buch gelesen habe, war ich bei einer Lesung der Autorin. Dort habe ich mich in die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhundert versetzen lassen. Eine Zeit, in der das Fahrradfahren in Mode kam und in der auch die Frauen diese Kunst ausüben wollen.
    In der Lesung ging es um das Thema Radfahren, die Geschichte der drei Freundinnen Josefine, Isabelle und Clara blieb geheim.
    Doch allein die vielen Informationen rund ums Radeln in der damaligen Zeit fand ich unglaublich interessant. Und so habe ich "Solang die Welt noch schläft" mit viel Vorfreude begonnen - und ich wurde nicht enttäuscht.


    Die Geschichte von Johanna und ihren beiden Freundinnen hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen und ich habe mit den drei Frauen mitgelacht und mitgelitten. Einige Wendungen in der Geschichte fand ich überraschend, anderes war ein wenig zu problemlos und glatt. Aber alles in allem war es ein wunderbar kurzweiliges Lesevergnügen, das durch das ungewöhnliche Thema der radelnden Frauen einen besonderen Charme hat!


    Von mir gibt es 9 Punkte!

  • "Solang die Welt noch schläft" heisst der neugierig machende Titel des neuen Romans von Petra Durst-Benning.
    Und neugierig war ich auf jeden Fall............
    Viele Eindrücke und Informationen zum Inhalt des Buches erhielt ich schon bei einer Lesung von Petra Durst-Benning, die ich besucht hatte.
    Danach machte es mir umso mehr Freude, das von der Autorin signierte Buch in die Hand zu nehmen und mit dem Lesen zu beginnen.
    Schon durch die passende und sehr schöne Covergestaltung hatte mich das Buch für sich eingenommen, richtig begeistert haben mich dann noch die auf den Innenseiten ( "Spiegel" - habe ich dazu gelernt ;-) ) der Buchdecke und des Buchrückens aufgedruckten Zitate von Zeitungsberichten usw. aus der Zeit, als Frauen mit dem Fahrradfahren begannen.
    Denn genau darum geht es in dem ersten Teil der geplanten "Jahrhundertwind" Trilogie.
    Wie schwer es für Frauen Ende des 19. Jahrhunderts war, sich in dieser Männerdomäne zu behaupten, beschreibt Petra Durst-Benning anhand der Erlebnisse dreier Freundinnen. Josefine, Isabelle und Clara, drei sehr unterschiedliche junge Frauen, entdecken das Fahrradfahren für sich. Den Lesern wird in "Solang die Welt noch schläft" hauptsächlich die Geschichte von Josefine erzählt. Ihre Träume und Wünsche stehen hier im Vordergrund.
    Dies alles wird wunderbar leicht und sehr lesenswert beschrieben. Der bewährte "Petra-Durst-Benning-Schreibstil" fesselt von Anfang an und lässt keine Langeweile aufkommen. Zudem erfährt man sehr viele Wissenswertes und für mich eigentlich total Neues ( denn mit diesem Thema hatte ich mich noch nie beschäftigt ) über diesen schweren Weg der Frauen hin zum Fahrradfahren.
    Einige eingefügte Zeichnungen und Bilder aus dem Privatbesitz der Autorin runden das Buch ab.


    Ich wurde wunderbar unterhalten und freue mich heute schon auf Band 2 und 3 der Trilogie.
    Von mir bekommt das Buch 9 von 10 Punkten.

  • Ich hab mich mit dem Einstieg in das Buch schwer getan. Das Thema Fahrrad war nicht so meins, trotzdem wollte ich das Buch lesen, da mir der Erzählstil der Autorin in ihren bisherigen Büchern so gut gefallen hat.


    Und nach einer Weile hatte sie mich am Haken. Josefine Schmied, ein Charakter, der nicht immer zu verstehen ist, weil sie sich den damaligen Gepflogenheiten widersetzt, hat mich begeistert. Ihre Geschichte zu lesen, beginnend bei dem Schicksalsschlag, nämlich dem Tod ihres Bruders, über den Gefängnisaufenthalt, bis zur leidenschaftlichen Radfahrerin war sehr spannend zu lesen.


    Besonders interessant fand ich die Schilderung der damaligen Zeit. Das Frauen das Radfahren in der Öffentlichkeit verboten war, dass es Hetzschriften von Ärzten gab, die Widerstände, die sie überwinden mussten, was für ein Bild. Heutzutage ist das Fahrrad so ein Altagsgegenstand, erstaunlich, wie es seinen Siegeszug antrat vom Luxus- zum Alltagsgegenstand.


    Für mich waren auch die Personen eindrücklich geschildert, dass ich von vielen ein gutes Bild bekommen habe. Frieda war natürlich mein Liebling, was für eine tolle Frau in der damaligen Zeit.


    Sehr unterhaltsame und auch lehrreiche Lektüre, von mir gibt es 9 Punkte.
    Schade, dass es bis zum nächsten Teil noch so lange dauert.

  • Der neue Roman von Petra Durst-Benning hat es in sich! Zuerst einmal die schöne Aufmachung mit den immer wieder auftauchenden historischen Plakaten und Fotos und auch die kleinen Fahrräder zwischen den einzelnen Abschnitten haben es mir angetan.
    Und dann natürlich die Handlung: Josefine ist die Tochter eines Schmieds im Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Sie hat es nicht leicht im Leben und findet ein bisschen Freiheit und Glück im damals für Frauen unmöglichen und verpönten Fahrradfahren.
    Für uns fast nicht nachvollziehbar, wie schwer es die Frauen hatten bei etwas für uns so Normalem wie das Fahrradfahren. Jo findet in Clara, einer Apothekertochter und Isabell, einer Fabrikantentochter, gute Freundinnen.
    Trotz der unterschiedlichen Bedingungen haben die drei Frauen eines gemeinsam: Den Willen, ihr Leben selbst zu gestalten und sich in der damaligen Zeit, als das Leben von Frauen aus Haushalt, Kindern und den Gatten versorgen bestand, ein Stück Freiheit zu gewinnen.
    Die Personen des Romans sind mir ans Herz gewachsen, ich konnte mit ihnen leben, lieben und leiden und mich manchmal auch über sie aufregen. Es passiert unglaublich viel und ich konnte die Seiten gar nicht so schnell umblättern, wie ich wissen wollte, wie es weitergeht.
    Man merkt bei diesem Roman auch wieder die gute Recherche von Frau Durst-Benning, sie weiß einfach, wovon sie schreibt.
    Ich bin der Meinung, dass das Buch auch für Männer lesenswert ist, zum Einen , um sich mal Gedanken zu machen, wie schwer es die Frauen hatten und zum anderen, weil der Roman viel Wissenswertes übers Radfahren und Technik enthält.
    Von mir eine absolute Empfehlung – durch diesen Roman weht echt ein frischer Wind.

  • Schauplatz Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts


    Die drei sehr unterschiedlichen Freundinnen Jo, Clare und Isabelle sind ganz verrückt nach einem Velociped. Da es in der Öffentlichkeit nicht möglich ist, als Frau mit einem Fahrrad zu fahren, müssen sie dies im elterlichen Anwesen von Isabelle bewerkstelligen. Mit den damaligen Kleidern war es gefährlich, weil sie leicht in die Speichen geraten konnten, deshalb schaffen sie für sich sogenannte Hosenröcke.


    Der Leser erlebt in diesem 1. Band der Jahrhundertwind-Trilogie vor allem Jo, die etwas aufmüpfige Tochter eines Schmieds. Die Autorin schildert ihre Schicksalsschläge und Träume, egal ob positiv oder negativ, sehr glaubwürdig und nachvollziehbar.


    Durch dieses Buch bekommt der Leser einen Einblick in die Geschichte des Fahrrads und vor allem auch, wie lange es gedauert hat, bis Frauen sich damit in der Öffentlichkeit bewegen durften.


    Sehr gut gewählt fand ich den Buchtitel. Das Cover, samt Buchinnendeckel und auch die jeweils passenden Fahrrad-Abbildungen im Buch haben mich begeistert.


    Wie in ihren anderen Büchern erzählt die Autorin ihre Geschichte locker, unterhaltsam und so lebhaft, daß ich förmlich dabei war.


    Jo haben wir in diesem Band näher kennengelernt, jetzt heißt es warten auf Band 2 bzw. 3 und auf die nähere Bekanntschaft mit den anderen beiden Freundinnen.


    Von mir 9 Punkte

  • Kurzbeschreibung bei amazon


    Berlin, um 1890. Josefine, Tochter eines Berliner Hufschmieds, lernt auf einer Reise in den Schwarzwald die gefährliche, für Frauen geradezu skandalöse Leidenschaft des Radfahrens kennen. Zurück in Berlin, riskiert sie dafür alles. Und sie verliert alles – ihre Familie, ihre Freundinnen und fast sich selbst. Doch Josefines Kämpferherz ist groß! Und die Liebe eines Mannes ermutigt sie, ihren Lebenstraum zu verwirklichen. Bei einem strapaziösen Radrennen will sie beweisen, was in ihr steckt. Am Ende erkennt sie, dass nicht der Sieg zählt, sondern ganz andere Werte: Freundschaft, Vertrauen und Liebe.


    Eigene Beurteilung


    "Solang die Welt noch schläft" ist der erste Band einer geplanten Trilogie "Jahrhundertwind" um die drei Freundinnen Jo(sefine), Isabelle und Clara. Obwohl die Mädchen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen - Isabelle ist die Tochter eines schwerreichen Unternehmers, Clara die Tochter eines Apothekers und Jo die Tochter eines Hufschmieds -, sind sie gute Freundinnen, vereint durch ihre Vorliebe für das Anfang der Neunziger Jahre des 19.Jahrhunderts für Damen noch skandalöse Hobby des Radfahrens. Clara gibt das Radfahren nach einem Unfall bald auf, bleibt aber ihren beiden velo-besessenen Freundinnen dennoch verbunden, selbst als sie einen engstirnigen Arzt heiratet, der gegen den unschicklichen Radsport der Damen wettert und seine Frau ständig bevormundet. Isabelle und Jo fahren am frühen Morgen, also "solang die Welt noch schläft", heimlich und in Männerkleidung durch Berlin. Auch nachdem Jo ihr "vorwitziges Verhalten" mit einer Gefängnisstrafe büßen muss, lässt sie nach ihrer Haftentlassung nicht von ihrer Leidenschaft ab und schließt sich dem von Isabelle gegründeten Velo-Verein für Damen an.
    Im Laufe des letzten Jahrzehnts des 19.Jahrhunderts kommen immer bessere und durch Massenproduktion in fortschrittlichen Fabriken preisgünstigere Räder auf den Markt, allmählich findet auch der Radsport der Frauen breitere Akzeptanz.


    Die drei Protagonistinnen sind fiktiv, bei der Schilderung der Entwicklung des Radsports hat die Autorin sich jedoch an die tatsächlichen Ereignisse der Zeit gehalten. In einem Nachwort gibt sie dazu nähere Informationen. In den Text sind viele zeitgenössische Illustrationen eingefügt, die dem Leser eine gute Vorstellung vom Aussehen der damaligen Räder und von der Radlerbekleidung der Zeit, z.B. spezielle Hosenröcke für die Frauen, vermittelt.
    Außerdem enthält der Roman Zitate aus zeitgenössischen Hetzartikeln von Männern, die offenbar um ihre Vormachtstellung bangten. Weitere ungeheuerliche Zitate dieser Art sind im vorderen und hinteren Einband abgedruckt: es wurde nicht nur behauptet, dass die Frauen durch das für ihr Geschlecht widernatürliche Radfahren unfruchtbar und damit für ihre naturgegebene Aufgabe nutzlos würden, sondern man unterstellte ihnen auch, dass sie das Radfahren praktizierten, um zu masturbieren. Kein Argument war den Männern zu dumm, um die Frauen vom Radsport auszuschließen.
    Dieser historische Roman hat mich sehr gefesselt, was nicht nur an dem gewohnt flüssigen Schreibstil der Autorin liegt, sondern auch an der ungewöhnlichen Thematik, auf die ich bisher noch nie in einem Roman gestoßen bin. Bei alledem ist auch die Charakterisierung der Romanfiguren sehr gelungen, lediglich die Protagonistin Jo ist ein wenig zu perfekt für meinen Geschmack. Die letzten Kapitel wecken mit Andeutungen auf interessante Entwicklungen im Leben von Isabelle und Clara geschickt den Wunsch des Lesers, sich auch die beiden weiteren Bände zu beschaffen. Der zweite Band mit Isabelle als Hauptfigur soll im Herbst 2013 erscheinen.


    ---> Wer gute historische Romane über selbstbewusste Frauen mag und an der Epoche des ausgehenden 19.Jahrhunderts mit ihrem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel interessiert ist, ist mit diesem von der Thematik außergewöhnlichen Roman gut beraten!
    9 Punkte

  • Ich habe dieses Buch heute fertig gelesen und würde nun am liebsten mit der Fortsetzung weitermachen. :-]
    Es hat mir echt gut gefallen und ich habe viel über die Geschechte des Velos erfahren.
    Habe heute übrigens auch noch eine schöne Radtour gemacht. :wave


    Edit: 9 Punkte

  • Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen.


    Sehr aufschlußreich waren die Hintergründe über die Entwicklung des Fahrrades bzw. wie sich das Fahrrad als Fortbewegungsmittel durchgesetzt hat. Die dazu passenden Zeitungsausschnitte auf der Buchinnenseite sind aus heutiger Sicht ja wirklich zum Lachen.


    Es war schon irgendwie interessant zu lesen wie die Frauen zur damaligen Zeit kämpfen mussten, damit sie überhaupt Fahrradfahren durften bzw. als ernste Radsportlerinnen anerkannt werden. Heutzutage steht uns in der Beziehung die Welt offen und trotzdem verzichten wir auf Grund der Bequemlichkeit oftmals und benutzen lieber das Auto. So ändern sich die Zeiten. :-]


    9 von 10 Punkten

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • Meine Meinung


    Als ich den Klappentext für das Buch las, hat es mich so gar nicht interessiert. Obwohl darin zwei Stichworte enthalten sind, die normalerweise mein Interesse wecken: 19. Jahrhundert und Schwarzwald. Dennoch bedurfte es erst einiger anderer Rezensionen, um dem Buch näherzutreten.


    Und dann wurde ich völlig überrascht, denn ich hatte mir vielen gerechnet. Aber nicht damit, daß die ersten über hundertünfzig Seiten vom Gefängnisaufenthalt Josefines geprägt sein würden. Und Gefängnis zu jener Zeit war kein Zuckerschlecken, das bringt die Autorin mehr als deutlich zum Ausdruck. Mir ist gar nicht so richtig bewußt, wodurch dieser Teil so ungemein eindringlich-depressiv auf mich wirkte, als ob ich selbst in einer dieser Zellen säße und vor mich hin rottete. Ich habe in der letzten Zeit einige Bücher gelesen, in denen schlimme Dinge vorkamen. Aber keines, das das so direkt fühlbar und miterlebbar machte die dieses. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Es spricht einserseits für die Fähigkeit der Autorin zum Erzählen, hat mich andererseits über ein Drittel des Buches dauernd ans Abbrechen denken lassen.


    Zum Glück ist es bei diesen Gedanken geblieben und ich habe ausgelesen.


    Im weiteren Verlauf des Buches wird klar, weshalb dieser Gefängnisaufenthalt für Josefine so wichtig ist: weil das vermutlich (bedenkt man die Zeit) die einzige Möglichkeit für sie war, einen technischen Beruf zu erlernen. Sie wird zur Arbeit nämlich dem Hausmeister, mit dem sie sich gut versteht, zugeteilt. Der bringt ihr bei, was er weiß, und legt damit die Grundlage dafür, daß sie später Erfolg haben wird.


    Das Besondere an dem Buch ist, daß hineinverwoben die Einführung des Velozipeds, wie man Fahrräder damals nannte, beschrieben wird. Vom ersten Mal an, da Josefine ein solches sieht, ist die fasziniert davon und möchte auch eines besitzen. Aber damals war das ein Luxusartikel, den sich nur reiche Menschen leisten konnten. Ihre Freundin Isabelle hingegen ist die Tochter eines Industriellen und besitzt so ein Veloziped. Vor dem Gefängnisaufenthalt hat Josefine oft auf Isabelles Rad fahren dürfen. Doch die Welt und die Umstände haben sich verändert.


    Mußte ich mich während des Gefängnisteils, der immer wieder durch Rückblenden unterbrochen wird, eher zum Lesen zwingen, so entwickelte das Buch danach einen Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte. Figuren wie Zeitumstände sind lebendig beschrieben, so daß ich mir teilweise wie in einem Period Drama vorkam, oder anders: Kopfkino erster Güte. So quasi nebenbei erfährt man von den gewaltigen Umwälzungen die da still und heimlich vor sich gehen. Denn je mehr die Menschen Fahrrad fahren, je weniger brauchen sie eine Kutsche oder Pferde. Und somit beispielsweise auch keine Hufschmiede mehr.


    Andererseits lesen wir, was die „Experten“ davon hielten, daß Damen Fahrrad fahren wollten. Für uns heutige liest sich das wie ein sehr schlechter Scherz, doch die Ärzte meinten das damals todernst und kämpften mit einer erschreckenden Verbissenheit für ihre verbohrte Meinung. Das hat mich daran erinnert, daß bei Einführung der Eisenbahn hochangesehene Professoren nachwiesen, daß die enorme Geschwindigkeit, die die Züge entwickelten (der Adler fuhr etwa 30 km/h), lebensgefährlich sei. Ich glaube, wir heutigen können uns gar nicht vorstellen, was das für die Frauen jener Zeit bedeutet hat, Fahrrad zu fahren und teilweise für, denke ich an die andere Freundin Josefines, nämlich Clara, um es mal vorsichtig auszudrücken, Nachteile mit sich brachte. Erschreckend daran ist eigentlich, wie falsch die Experten mit ihrer Meinung lagen. Ich möchte gar nicht daran denken, welche Macht heute den "Experten" (wirklichen und selbsternannten) zukommt, denn wir leben inzwischen in einer Zeit, in der man schon nicht mehr von Expertengläubigkeit, sondern gar von Expertenhörigkeit sprechen kann. Wie die Geschichte zeigt, können Experten grundfalsch liegen. Was daraus für Gefahren entstehen können, mag sich jeder selbst ausmalen.


    Ein Highlight besonderer Art schließlich ist die Beschreibung des Damenrennens in Dänemark, das - wie dem Nachwort zu entnehmen ist - tatsächlich stattgefunden hat. Da das einzige Sportereignis, das ich mir im Laufe eines Jahres ansehe, die Tour de France - also ein Straßenradrennen - ist, kam mir einiges sehr bekannt vor. Von Stürzen bis zum Doping - alles schon mal dagewesen.


    Als ich das Buch dann beendet hatte, war ich tatsächlich etwas traurig, die inzwischen doch lieb gewonnenen, fast schon zu Freunden gewordenen Figuren verlassen zu müssen.


    Das Buch ist der erste Band einer geplanten Trilogie, jedoch in sich abgeschlossen. Es bietet ein interessantes Leseerlebnis abseits von ausgetretenen Pfaden mit starken Figuren, die noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Trotz meiner anfänglichen (erwähnten) Probleme eine dicke Leseempfehlung.



    Kurzfassung:


    Mit einem ungewöhnlichen Thema (dem Aufkommen des Fahrrades) entführt uns die Autorin ins ausgehende 19. Jahrhundert. So „nebenbei“ erfährt man viel über die damalige, im Wandel begriffene Gesellschaft. Absolut lesenswert.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Wenn du das Buch zwei Postings weiter oben siehst, kannst du rechts davon sehen, dass es zu 15 Büchern der Autorin Rezensionen gibt. wenn du die dir durchliest kannst du dir ein Bild machen. Was du gut findest können wir schließlich nicht wissen, aber wenn du die diversen Eulenrezis liest wirst du erkennen können was dir liegt.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend

  • Ich habe das Wanderbuch (Taschenbuchausgabe) gelesen und bin zwar nicht ganz so begeistert wie die meisten hier, teile aber durchaus die Meinung, dass es sich bei "Solange die Welt noch schläft" um ein absolut lesenswertes Buch handelt.


    Da mich der zweite Teil um die drei Freundinnen Jo, Isabelle und Clara, "Die Champagnerkönigin" interessiert, wollte ich den ersten Teil der Trilogie vorher lesen, um auch die Vorgeschichten um die drei zu kennen.


    Auf den gut 500 Seiten hat Petra Durst-Benning einiges untergebracht: Die von allen hier ja schon angesprochene Geschichte um das Fahrradfahren (die mir teilweise zu dominant war - aber ich habe das Buch ja auch nicht deswegen sondern wegen der schon genannten "Vorgeschichte" gelesen), die gesellschaftlichen Entwicklungen um die Jahrhundertwende und das Schicksal der drei Freundinnen.


    Diese können unterschiedlicher nicht sein, finden aber dennoch immer wieder zusammen. Und ich bin sehr gespannt, wie es mit ihnen weitergeht, denn meiner Meinung nach ist hier noch viel Luft für einige Geschichten: Wird sich z.B. Clara behaupten können? Wie geht es mit Jo und ihrem Traum weiter - den sie ja dann doch zu leben scheint, wie es ihr ihre alte Freundin Frieda immer wieder vor Augen gehalten hat? Und natürlich: Was passiert mit Isabelle? Aber mindestens diese Frage wird hoffentlich im Herbst beantwortet wenn "Die Champagnerkönigin" herauskommt :-]


    Von mir gibt es 7 Punkte für das Buch - weil es einfach nicht ein Thema war, das mich total gefesselt hat und weil für mich doch manche Personen etwas blass geblieben sind, wie z.B. einige der "Radkolleginnen" - die für mich aber nicht nur Randnotizen waren sondern die Geschichte mitgeprägt haben (ich denke hier vor allem an Irene, mit der sich sowohl Isabelle als auch Jo langwierig auseinandersetzen müssen). Und irgendwie war mir dann das Ende zu schnell mit "Friede Freude Eierkuchen", trotz der Cliffhanger hatte ich das Gefühl, dass dem Ende ein paar Ecken und Kanten mehr auch gut getan hätten (und die hätten ja im nächsten Buch dann aufgelöst werden können :-) ).


    Sehr positiv fand ich aber, dass ich nicht das Gefühl hatte, ein historisches Buch zu lesen, denn es ist so toll erzählt, dass man ziemlich schnell in der Geschichte ist und von ihr gefangen wird, so als ob man eben genau in der Zeit mit dabei wäre.

  • ohoh, ich habe dazu ja nichts geschrieben.


    Ist aber sicher ein Jahr her, dass ich dieses schöne Buch gelesen habe.
    Das Schicksal von Josefine lässt einen mitleiden. Die Geschichte des Radfahrens und der Kampf der Frauen um Gleichberechtigung ist hier wunderbar mit Josefines und Isabelles Leben verwoben.
    Da ich es als WB gelesen habe jetzt aber die TBausgabe da ist, werde ich mir diese zugelegen.
    Vor allem da ja bald ein Nachfolgeband erscheint.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Angeregt durch die angekündigte Leserunde zur Champagnerkönigin und dort auf den Trilogieauftakt hingewiesen, durfte ich nun als Wanderbuch die Geschichte um Josephine lesen. Vielen Dank sage ich Wolke und dem Verlag für das Bereitstellen des Buches! Es war mein erstes Wanderbuch und ist mein erstes Buch der Autorin. Ich hatte zwar schon gutes über sie gehört und gelesen, doch war noch kein Buch zum Lesen bei mir gelandet. Es ist aber gelungen, dass ich nun auch weitere Durst-Bennings lesen möchte und gespannt bin, wie es mit Jo und Ihren Freundinnen weitergeht. Habe gleich im Anschluss an "Solang die Welt noch schläft" die Leseprobe des Folgebandes gelesen.

    Der Klappentext zum Thema Fahrräder hat mich sehr interessiert und ich habe auch mit einigem persönlichem Interesse die Geschichte verfolgt. Mein Urgroßvater, Jahrgang 1870, hat in etwa der gleichen Zeit als Mechaniker sich durchgeschlagen und ein Interesse an Fahrrädern gehabt, so dass er diese repariert und auch damit gehandelt hat. In den Fahrradreifen wurde damals wohl auch so manches geschmuggelt, erzählt man sich. Sein Sohn, Jahrgang 1911, erbte das technische Verständnis und schnitt z.B. Flugzeugreifen in den 50ern auseinander und mithilfe von Conti 1- Conti 5 Kleber wurden Fahrradreifen für die Familie daraus. Er ist auch 1935 mit dem Fahrrad von Hannover nach Rom und zurück geradelt. (s.a. Willi Fährmann: Unter der Asche die Glut - Hauptfigur läuft zu Fuß vom Ruhrgebiet nach Rom zum Jugendtreffen)

    Doch zurück zum Buch: Die Geschichte hat mich sehr schnell in den Bann gezogen und von Anfang an hat das Buch mir gefallen. Ich habe mit Jo gelitten, gehofft und gekämpft. Sehr gut haben mir auch die Illustrationen, Stiche, alte Werbeanzeigen gefallen. Gerade die Anzeigen haben mich bestärkt, wie wichtig Archive sind mit Zeitschriften/ Jahresbänden aus vergangener Zeit und es schade ist, wie man heute doch oft auf elektr. Datenträger als Archiv statt Print vertraut. Ich liebe die alten Schätze. Gut hat mir auch gefallen, wie bei diesem Roman die Liebesgeschichte erst spät eingetreten ist und auch nicht die Rahmenhandlung stark verändert hat, sondern am Rande passierte. Mir hat gefallen, mal wieder durch Buchlesen etwas über die Zeit der Urgroßeltern zu erfahren, in der Konventionen, Fremdbestimmung und Standesdünkel so enorm wichtig waren. Auch schön waren die medizinischen Bedenken gegen das weibliche Radfahren. Welch skandalöses Verhalten der radfahrenden Frauen, unverantwortlich in ihrer vorbestimmten Rolle!

    Man kann wirklich nur froh und dankbar sein, in eine Zeit geboren zu sein, in der Frauen von Chancengleichheit profitieren können. Jo wurde für ihr Vergehen und den Fahrradsturz hart verurteilt, unter erschreckenden Bedingungen muss sie ihre lange Strafe absitzen, ist von der Familie verstoßen. Sie hat das Glück im Gefängnis eine Chance zu bekommen, als Gehilfin des Hausmeisters ihr technisches Verständnis einsetzen zu dürfen und von ihm gefördert zu werden. Jos Leidenschaft für Fahrräder konnte die Haft nur unterbrechen, das Feuer brennt weiter in ihr und das Interesse ist so groß, dass sie mehrfach Hürden nimmt und auf eigene Füße gestellt beeindruckt für Ihr Ziel kämpft. Ihre zweite Glücksperson ist die alte Nachbarin und Vertraute Frieda, die bedauerlich zeitgleich mit Jos Entlassung aus der Haft verstirbt, aber noch die Zeit hatte Jo einen Weg in eine selbstständige Zukunft zu ermöglichen und sie dafür zu ermutigen. Auch die alten Jugendfreundinnen finden allmählich wieder einen Weg gemeinsam miteinander umzugehen, sich gegenseitig zu bestärken und zu unterstützen.

    Der Titel des Buches ist sehr treffend gewählt: wenn alles noch schläft, geht Jo auf dem Drahtesel auf Entdeckungstour: vor Angst als Radfahrerin zuerst entdeckt zu werden, dann in Gesellschaft Adrians, der mit ihrer Freundin Isabelle verlobt ist.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Die Geschichte um Josephine hat mich sehr bewegt. Zeigt es doch auf wie gut wir es heutzutage als Frau haben und mit welchen Schwierigkeiten die Frauen um 1900 zu kämpfen haben. DAs zeigt auch der Titel "Solang die Welt noch schläft". Man traute es sich zu machen wenn der Rest der Welt schläft und man nicht erwischt werden konnt. Allen Widerständen zum Trotz möchte sie Fahrradfahren und findet auch immer einen Weg es zu tun auch wenn sie dafür eine lange Gefängnisstrafe bekommt. Obwohl sich ja genau diese für Jo im Umkehrschluss als Segen herausstellt. Sucht sie vorher doch verzweifelt eine Stelle als Mechaniker, da sie an allem technischen interessiert ist und der elterlichen Schmiede entkommen möchte, so wird sie im Gefängnis dem Hausmeister als Hilfe zu geteilt und lernt bei ihm alles was sie möchte. Es entsteht dadurch auch eine Freundschaft die auch nach der Entlassung besteht. Nach ihrer Entlassung kommt sie in den Genuss einer Erbschaft und kann sich so eine kleine Existenz aufbauen in einer Sparte die für Frauen unüblich ja sogar verpönt wurde. Sie machte einen Reparaturbetrieb auf. Das Fahrradfahren hat sie aber nicht losgelassen und sie findet auch einen Weg es zu tun im ersten Berliner Fahrradverein für Frauen. Denn nur da können die Frauen ungefährdet ihrer Leidenschaft nachgehen. Im Alltäglichen Leben wurden die Frauen die mit dem Rad fahren beschimpft und sogar mit Dreck beworfen. Man kann es sich kaum vorstellen gegen welche Widerstände die Frauen anzukämpfen hatten, denn das normale Leben der Frau zu dieser Zeit wird durch Clara dargestellt. Sie ist hat alles zutun oder zulassen was ihr Mann von ihr verlangt. Doch zum Schluss versucht auch sie sich etwas frei zu schwimmen.
    Ein tolles Buch und ich freue mich schon auf den 2.Teil.


    Das Buch bekommt von mir 9 Punkte.