James Thompson - Eisengel

  • Rückentext:


    Eiskalt wie ein Stich ins Herz Ein finnischer Skiort am Polarkreis. Wo im Winter die Welt im Dunkel versinkt. Wo die Stille Menschen verrückt macht. Und wo ein Verbrechen geschieht, das ein ganzes Land in Schrecken versetzt: Im Schnee wird die furchtbar zugerichtete Leiche einer Afrikanerin gefunden. Auf der Brust der Toten glitzert es: Bei minus 40 Grad gefrieren auch Tränen. Bei einer Leiche bleibt es nicht. Und Inspektor Kari Vaara packt die Angst, als er auf eine Verbindung zu dem berüchtigten Mordfall «Schwarze Dahlie» stößt ...


    Handlung:


    Die Handlung passt sogar einigermaßen zum Rückentext. Recht schnell wird die erste Leiche gefunden, von der im Rückentext berichet wird. Bei der Lösung des Falls kommen vier Polizisten zum Einsatz, allen voran Kari Vaara, der zufällig per du mit dem höchsten Polizeichef Finnlands ist und sich so einiges herausnimmt. Daher ist es noch verwunderlicher, das es bei vier Polizisten bleibt, und niemand aus dem Urlaub geholt wird (es ist kurz vor Weihnachten), aber der Ton oft genug mitklingt, das die Leute nicht ausreichen.
    Wichtig an dem Fall ist auch, das Kari Vaara selbst viele persönliche Verbindungen mit dem Fall hat. So geschieht es an der Stelle, wo er seine zweite Frau kennen gelernt hat, und nur eine geringe Entfernung zum Elternhaus. Daraus entstehen so manche Verzwickungen.


    Weiter möchte ich die Handlung nicht erzählen um nicht zu spoilern.


    Meinung:


    Eisengel ist der Debutroman von James Thompson, eröffnen wird damit eine Serie um Inspektor Vaara. Ein zweiter Teil ist auf Deutsch erschienen. Da Thompson ein Amerikaner ist, der eine finnische Frau hat und er das ganze im Roman umdreht (finnischer Inspektor mit amerikanischer Frau) wurde es auch so angepriesen, das wunderbar amerikanische und finnische Elemente verbunden worden sind.
    Ich bin nicht der große Skandinavien-Krimi-Leser, es war mein erster finnischer. Daher kann ich nicht sagen wie es sonst mit finnischer Lektüre aussieht. Aber mir kommt es so vor, als wurde ein amerikanisches Rezept genommen: - Schrecken, Leichen, simpler Satzbau, Fluchen + Obszöniäten aneckende Charaktere und dazu versucht, es in ein, in meiner Sicht nur negativ dargestelltes, Finnlandbild einzubauen: Alkohol, Depressionen, Kälte, Einsamkeit. Das war für mich schon nicht ansprechend.
    Der Fall wirkt total konstruiert. Und der Inspektor selten naiv. Ich habe gar nicht mehr mitgezählt wie er seiner Frau oder sonstigen gesagt hat, ja der Fall ist fast gelöst, nur morgen früh noch. Die Auflösung war für mich dann auch gar nicht befriedigend.
    Sprachlich gefiel das Buch auch nicht. Viele kurze Sätze, nicht flüssig zu lesen.Ob es an der Übersetzung liegt weiß ich nicht, kenne da Original nicht.


    Positiv ist, das es nur 300 Seiten sind. Das hätte eventuell in die Länge gezogen werden können. Andererseits gab es so auch schon Längen.


    Alles in allem kann ich das Buch auf keinen Fall weiterempfehlen, und ich werde auch sicher nichts mehr von James Thompson lesen. Wie das Buch auf einen Aufkleber Bestseller kam ist mir rätselhaft, selbst bei Amazon gab es nur 4 Rezensionen, bei der Eule noch keine. Meiner Meinung nach ist er zurecht so unbekannt.