'Die Seltsamen' - Kapitel 15 - Ende

  • Mmh, ich habe den letzten Abschnitt und damit das Buch heute Vormittag beendet und alles etwas sacken lassen, aber das unmittelbare Gefühl am Ende blieb: Mich hat es leider kaum mitreißen können und insgesamt enttäuscht, es blieb ohne richtigen roten Faden und die Figuren eindimensional. Ich bin mir fast sicher, dass ich in einem Monat viele Details schon wieder vergessen werden habe.


    Der Besuch auf dem Feenmarkt war recht faszinierend, vor allem die unterschiedlichen Angebote und die Kulisse stelle ich mir wortwörtlich atemberaubend vor. Warum aber sind die Beiden extra auf den doch durchaus riskanten Feenmarkt gegangen, um die wenigen Einkäufe zu tätigen? Aus Angst vor der Polizei, die sie sonst überall leichter hätte finden können? Das hat mir nicht ganz eingeleuchtet.


    Auch seltsam: Es wurde ja die Erklärung abgegeben, dass all die Maßnahmen zur Unterdrückung der Magie nur ganz kleine Zauber auch wirklich unterdrücken (wie das Zaubern einer Warze). Warum aber haben sich die ganzen magischen Wesen dann nicht schon vorher aus ihrer Unterdrückung befreit und sind angeblich innerhalb der Städte so geschwächt?


    Jack Box hat sich also nun wirklich als Melusines Verlobter herausgestellt und wurde hemmungslos von Mr. Lickerish zu seinen Zwecken eingespannt, ohne dass dieser Melusine natürlich je hatte helfen wollen.


    Und jetzt wurde auch der Zweck der entführten Mischlinge deutlich. Sie sollten alle das Feentor öffnen bzw. das Feentor sein. Das Ende selbst ist dann sehr offen und für mich etwas wirr, die Fortsetzung muss ich wohl nicht lesen.

  • Hier im letzten Abschnitt gab es einige filmreife Szenen, in denen es richtig zur Sache ging.
    Aber so richtig nachvollziehbar ist das Ganze auch für mich nicht gewesen, auch in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um Fantasy handelt.
    Doch obwohl ich innerlich sehr distanziert geblieben bin und mir auch die beiden Hauptfiguren nicht sonderlich ans Herz gewachsen sind, habe ich das Buch gern gelesen.
    Die zauberhafte Sprache und der Ideenreichtum haben mich von Anfang fasziniert und das Buch trotz aller Vorbehalte zu einem Lesevergnügen gemacht.

  • Zumindest die Sache mit dem Mond hat sich geklärt, wenn auch sonst nicht viel.
    Sprachlich hat mir das Buch durchaus gefallen, der Ideenreichtum war irgendwie too much für eine einzelne Geschichte. Richtiges Kopfkino wollte einfach nicht aufkommen, da war einiges zu wirr, zu wenig erklärt, zu viele offene Fragen.
    Es kommt mir irgendwie vor, als wäre vor der Veröffentlichung irgendein Schritt ausgelassen worden. Vielleicht das Lesen von ein paar ehrlichen Leuten, die nicht nur Lobhudeln? Die Geschichte war wie gesagt nett, man hätte da einiges draus machen können, aber für mich war es etwas unausgegoren.

    Ich lese grade:


    Der Herr des Turms - Anthony Ryan
    ________
    Save the earth - it's the only planet with chocolate!

  • Zitat

    Original von Lumos
    Hier im letzten Abschnitt gab es einige filmreife Szenen, in denen es richtig zur Sache ging.
    Aber so richtig nachvollziehbar ist das Ganze auch für mich nicht gewesen, auch in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um Fantasy handelt.
    Doch obwohl ich innerlich sehr distanziert geblieben bin und mir auch die beiden Hauptfiguren nicht sonderlich ans Herz gewachsen sind, habe ich das Buch gern gelesen.
    Die zauberhafte Sprache und der Ideenreichtum haben mich von Anfang fasziniert und das Buch trotz aller Vorbehalte zu einem Lesevergnügen gemacht.


    Ja, das kann ich so unterschreiben.


    Die "Actionszenen" fand ich gut beschrieben und so. Aber das mit Jack Box konnte ich nicht so ganz nachvollziehen, warum er sich einfach rausstürzt quasi (ok, ich konnte eh sein gesamtes Verhalten nicht nachvollziehen, weil er ja wohl vorher schon wusste, dass er hässlich ist und wohl schnell klar war, dass seine Lüge rauskommen wird und dass es nicht so sinnvoll ist jmd durch Zwang an sich zu binden, also nee. :bonk). Ich wär da eher auf den Elfen losgegangen.


    Gut fand ich die Erklärungen über das Portal, zB warum es bei den anderen 9 nicht geklappt hat.


    Komisch wiederum fand ich auch Bartys Sinneswandel, dass er nun doch auf einmal lieber die Welt retten will statt seine Schwester... Also ok, am liebsten beides, klar, aber er hat sie ja nun so quasi geopfert.


    Und das 1. Portal war wirklich ein Zufall? Weiß nicht, ob ich die Erklärung so toll find.. :gruebel


    Wenigstens wurde noch die Sache mit dem Mond erklärt, was bei den Koordinaten war und das mit dem Korridor im Haus.


    Zitat

    Original von Paulchen



    Auch seltsam: Es wurde ja die Erklärung abgegeben, dass all die Maßnahmen zur Unterdrückung der Magie nur ganz kleine Zauber auch wirklich unterdrücken (wie das Zaubern einer Warze). Warum aber haben sich die ganzen magischen Wesen dann nicht schon vorher aus ihrer Unterdrückung befreit und sind angeblich innerhalb der Städte so geschwächt?


    Ja, das hab ich auch nicht so recht geblickt. Es kam mir so vor, als ob halt nur ein kleiner magischer Teil überhaupt rübergekommen ist damals und als ob nur bestimmte Elfen Magie ausüben können, dass man die Magie wahrnimmt.
    Aber der Elfenegel konnte ja machen was er wollte quasi. Warum da Feder waren und bei dem 1. Portal auch wurde auch nicht erklärt oder?
    Der Anfang war so schön mysteriös, aber dazu wurde gar nichts mehr gesagt. Warum waren die Wissenschaftler zB alle so seltsam gestorben? Das war ja Tage nachdem das Portal geöffnet war...


    Also alles in allem: recht kurzweilig, nett geschrieben/beschrieben, aber irgendwie kommt mir alles ein wenig unausgereift vor, wie zB auch die Sache, dass es doch große Unterschiede zwischen Elfen/Feen etc gibt, diese aber nicht wirklich gut beschrieben werden, Vieles wird mir nicht ausreichend erklärt...
    Muss noch überlegen, ob ich Teil 2 lesen will... Es wird ja wohl darum gehen Hettie zurückzuholen!?

  • Zitat

    Original von Paulchen



    Auch seltsam: Es wurde ja die Erklärung abgegeben, dass all die Maßnahmen zur Unterdrückung der Magie nur ganz kleine Zauber auch wirklich unterdrücken (wie das Zaubern einer Warze). Warum aber haben sich die ganzen magischen Wesen dann nicht schon vorher aus ihrer Unterdrückung befreit und sind angeblich innerhalb der Städte so geschwächt hat.



    Und da ist der große Stolperstein, der sich mir in den Weg gelegt hat. Ich habe ein bisschen gegrübelt, aber dann hatte ich keine Lust mehr und habe einfach zu Ende gelesen. Verdient hat das Buch so etwas nicht, weil ich immer noch seine Schreibweise sehr mag und die Verbindungen, die er zwischen all den losen Komponenten schafft. Aber Fragen sollten nicht offen bleiben.



    Mir tat Hettie sehr leid, die immer an ihren Bruder glaubt, aber ich fand es auch schön, dass Barthy erkannt hat, dass er die Welt mag. Vielleicht ändert sich ja jetzt etwas für die Mischlinge - zu wünschen wäre es.



    Ich werde den zweiten Teil wohl lesen, denn ich will wissen wie es weitergeht und hoffe, dass Stefan Bachmann weiter so gut schreibt

  • Der Roman endete in einem regelrechten Showdown, der kurzweilig zu lesen war. Die Welt, die geschaffen wurde, fand ich an sich interessant, genauso auch, dass nicht alles haarklein erklärt wurde. So wurden dem Leser ein paar Freiräume für eigene Gedanken gelassen. Und wer weiß, vielleicht erklären sich ein paar Sachen noch im zweiten Band?
    Das Portal zu Beginn des Buches sehe ich als etwas wie eine Naturgewalt an. etwas, das nicht zu beherrschen war und das wie ein zerstörender Tornado über Bath hereingebrochen ist. Etwas, das nur sehr selten vorkommt, aber vorkommen kann.
    Ich werde den zweiten Band vermutlich lesen, alleine schon, weil ich wissen möchte, was mit Hettie passiert. Sie ist mir regelrecht ans Herz gewachsen.

  • Heute morgen habe ich das Buch beendet. Die Geschichte ja leider nicht, wie erwartet, gab es kein richtiges Ende. Ob ich mir die Fortsetzung jetzt kaufen werde, ist fraglich. Vermutlich werde ich sie mir eher leihen.


    Irgendwie zog sich der letzte Teil für mich nun wie Kaugummi, und er war auch so vorhersehbar.
    Viele Elemente (u. a. die unerfüllte Liebe der Ratten-Fee Jack-Box) kamen mir aus Harry Potter nun doch bekannt vor.


    Schade, dieser letzte Teil kostet das Buch Punkte.

    „An solchen Tagen legt man natürlich das Stück Torte auf die Sahneseite — neben den Teller.“

  • Nun die Geschichte war spannend und im letzten Teil viel von Mission Impossible....
    Aber keine Auflösungen, und nix. Nett zu Lesen, aber sonst war da nicht viel.


    Der Handlungsaufbau lies zu wünschen übrig. wenn die Spannung nachlies hat man was neues Exotisches erfunden. Doch nichts war im Zusammenhang.


    Mir ist die Strichzeichnung auf der Deckelinnenseite aufgefallen. Doch dise stellte eine englische Industriestadt im 19.Jahrhundert dar, und hat keinen Bezug zu der Geschichte.

    Gruss Hoffis :taenzchen
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    :lesend Der fünfte Tag - Jake Woodhouse
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  • Ein fulminantes Ende, das aber nicht über den einen oder anderen kleineren Mangel hinwegtäuschen kann. Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, nur New Bath konnte ich mir so gar nicht vorstellen, das war zu wirr. Letztlich war es auch etwas unbefriedigend, dass ich mit meinen Vermutungen immer richtig lag, es hätte gern etwas weniger eindeutig sein können. Die Figuren sind sympathisch, allerdings arg im schwarz-weiß-Schema gestrickt, da ändert Jacks Schmerz über Melusines Tod auch herzlich wenig.


    Der Prolog gaukelt ein Buch mit mehr Tiefe vor, ich hatte ursprünglich etwas in der Machart von Susanna Clarkes Jonathan Strange & Mr. Norrell erwartet. Das hat sich nicht ergeben, aber gut unterhalten bin ich auf jeden Fall und ich würde gern erfahren, wie die Geschichte weiter geht.


    Edit: Das Cover allerdings geht gar nicht - ohne Leserunde hätte ich das Buch im Leben nicht angefasst, und das wiederum hätte mich um vergnügliche Lektüre gebracht.

  • Zitat

    Original von killerbinchen
    Ich finde übrigens, dass man deutlich merkt, dass sich der (ja noch sehr junge) Autor wünscht, dass sein Buch verfilmt wird. Vermutlich will er dann die Musik dazu selber komponieren. ?(


    Wie kommst du darauf?

  • Ich habe die letzten Kapitel in einem gelesen, da die Spannung doch deutlich anstieg. Dass die Geschichte mit einem offenen Ende aufhört, war mir fast schon klar, als ich sah, dass es einen zweiten Teil geben wird.


    Dennoch fand ich das Ende gut und passend.


    Ziemlich viel wurde noch erklärt, aber manches bleibt mir dennoch schleierhaft oder erscheint mir unlogisch.

  • Ich habe das Buch gestern Abend noch beendet. Es hat mir insgesamt ganz gut gefallen, aber ich habe auch einen großen Kritikpunkt, der mich gestört hat und zwar die unzähligen "glücklichen" Zufälle in der Geschichte. Das war insgesamt einfach zuviel und dadurch nicht mehr realistisch.
    Und zum Punkt "Aber es ist nunmal Fantasy", was dann ja gerne angeführt wird. Für mich muss gerade Fantasy besonders logisch aufgebaut und erklärt sein, damit ich es nachvollziehen kann. Sicher sind dort manche Sachen vielleicht leichter (durch Magie o. Ä.), aber der rote Faden und die (naturwissenschaftlichen, technischen und handlungstechnischen) Erklärungen müssen doch gerade deswegen besonders einleuchtend sein.


    Jack Box scheint Melusine also schon auf seine Art "geliebt" zu haben, aber jetzt ist sie angeblich bereits gestorben.


    Ich finde man merkt deutlich, dass der Roman noch weitergeht. Es ist nur so ein halbes Ende, es fühlt sich nicht abgeschlossen an. In Anbetracht der riesigen Schrift und großzügigen Seitengestaltung frage ich mich, ob man das vor ein paar Jahren nicht noch in ein Buch gepackt hätte.
    Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte gefallen und ich werde den zweiten Band wohl auch lesen, allein schon, weil man jetzt natürlich wissen will, ob Hettie gerettet werden kann und wie alles ausgeht. Aber ich warte damit, bis er in meiner Bibliothek ausleihbar ist.


    Bei Arthurs Frau habe ich übrigens irgendwie ein ungutes Gefühl. Ob sie wohl doch auch tiefer in den Sachen verstrickt ist? Ich weiß nicht genau warum, aber ich hatte mehrmals den Gedanken, dass das so sein könnte.


    Zitat

    Original von Paulchen
    Auch seltsam: Es wurde ja die Erklärung abgegeben, dass all die Maßnahmen zur Unterdrückung der Magie nur ganz kleine Zauber auch wirklich unterdrücken (wie das Zaubern einer Warze). Warum aber haben sich die ganzen magischen Wesen dann nicht schon vorher aus ihrer Unterdrückung befreit und sind angeblich innerhalb der Städte so geschwächt?


    Das ist auch eine der Sachen, die ich gerne näher erläutert hätte. So richtig erklären kann ich mir das noch nicht.
    Auch diese Federn überall, haben die irgendeinen bestimmten Sinn oder Grund oder ist das einfach ein "cooler Effekt"?


    Abschließend finde ich, dass das Buch großes Potential hat, aber leider nicht einmal ansatzweise zu Ende durchdacht erscheint. Möglich ist natürlich, dass all die Ungereimtheiten im zweiten Band erklärt werden, aber a) kann ich mir das nicht richtig vorstellen und b) kann ich diesen Band mit dieser vagen Hoffnung nicht besser empfinden.
    Ich habe es gerne gelesen und auch mit Interesse, aber es spielt nur im durchschnittlichen Mittelfeld.

  • Ich habe das ganze Buch mit gemischten Gefühlen gelesen. Das gilt auch für dieses offene Ende. Natürlich musste das so kommen. Im Herbst erscheint wohl der zweite Teil der Geschichte. Über Zufälle in solchen Büchern lässt sich trefflich streiten. Ich kann darüber hinweg lesen. :rolleyes


    Was ich als viel negativer empfunden habe ist die mangelnde Bindung, ja Distanz zu den Menschen, die ich über weite Strecke gespürt habe. Da liegt einiges im Argen. Fesselnd dagegen ist Schreibstil. Da steckt richtig Schreibfreude drin und die hat mich mitgezogen, wenn auch nicht eingesogen, wenn Ihr versteht, was ich meine. ;-)

  • Ich bin nun auch durch. Mir hat es relativ gut gefallen für das, das ich das Genre doch eher selten lesen nur der Schluss war nicht so meins aber gut damit kann man leben.
    Die Rezension werde ich dann morgen einstellen heute werde ich es wohl nicht mehr schaffen.

  • Zitat

    Original von Anahid


    Da bin ich jetzt auch mal gespannt auf die Antwort! :-)


    Zum einen finde ich, dass dieses sehr bildlich Geschriebene geradezu darauf wartet, verfilmt zu werden; zum anderen steht ja in der Kurzbeschreibung zum Autor, dass er Filmkomponist werden möchte.


    Das ganze war auch eher ironisch gemeint.

    „An solchen Tagen legt man natürlich das Stück Torte auf die Sahneseite — neben den Teller.“