'Das Lied der Dunkelheit' - Seiten 240 - 326

  • Rojer ist natürlich wirklich süß, aber was ich von den anderen Leuten bei diesem dritten Schauplatz halten soll... Arrick ist mir unsympathisch, aber dass er am Ende Rojer mitnimmt und rettet lässt ihn doch nicht völlig böse erscheinen. Ich denke er ist eine Person mit sehr realistischen Charakterzügen: nicht wirklich fies oder böse, aber auch nicht mutig oder heldenhaft, sondern einfach ein ängstlicher, mehr auf seinen eigenen Vorteil und sein Vergnügen bedachtet Mann. Offenbar sterben alle Menschen in Flussbrücke, so auch Rojers Eltern. Das ist schon ganz schön endgültig, ein Angriff und ein ganzes Dorf ist vernichtet. Am Ende steht vermutlich nur noch die Brücke, die der Bannzeichner so gepflegt hat...
    So ganz realistisch fand ich es aber nicht, dass der Gasthof angegriffen wird. Ich hatte eigentlich schon den Eindruck, dass Geral ein bisschen was von Siegeln versteht und er hat sie ja ausgebessert. Wieso haben sie dann trotzdem nicht gehalten? Dass alle anderen wie in einem Dominoeffekt nachgeben, wo sie ja gar nicht richtig gepflegt waren erscheint mir ja noch irgendwie nachvollziehbar, aber die grad kontrollierten? Mh!
    Jetzt macht man sich natürlich auch Sorgen um Rojer, weil er an seiner Hand verletzt ist. Offensichtlich heilen so Wunden ohne richtige Behandlung ja nicht einfach so.


    Und dann geht es endlich mit Arlen weiter. Ich bin froh, dass er nun den Kurier getroffen hat und geheilt werden konnte. Und wie sehr ich seinen Verdruss verstehe! So leicht hätte man seiner Mutter helfen können, aber weil das Wissen fehlte ging es nicht. Das muss wirklich unglaublich schmerzvoll gewesen sein, das zu erfahren.
    Nun reist er mit Ragen zusammen und dieser bringt ihm viel über Kräuter und das Überleben als Kurier bei. Dabei stellt sich heraus, dass Arlen eine besondere Begabung für das Siegelzeichnen hat, aber das hat man als Leser natürlich irgendwie schon geahnt.
    Rusco scheint ja wirklich ein Gauner zu sein. Das Dorf ist wohl nicht unbedingt besser mit ihm dran, auch wenn alle den Eindruck haben.


    In Miln ist es für Arlen nicht so leicht wie gedacht an eine Lehrstelle zu kommen um Kurier werden zu können, aber im Endeffekt hilft ihm Ragen.
    Ich bin gespannt, wie seine Lehrjahre verlaufen. :-)


    Ach - und das Gespräch mit dem Herzog fand ich wirklich amüsant. ;-)

  • Bei der Beschreibung von Miln hätte man meiner Ansicht nach ruhig etwas kürzen können, hier habe ich einige Seiten nur überflogen. Am Hof es Herzogs geht es ja zu wie bei Königs :grin, egal ob Frankreich oder England.


    Die meisten Frauen im Roman kommen ja nicht wirklich gut weg, außer Bruna und Leesha. Mit der Treue haben sie es nicht so :-). Elissa scheint da eine wohltuende Ausnahme zu sein. Ich würde ihr ja wünschen, dass sie noch schwanger wird.
    Warum ist Ragen mit Arlen nicht gleich zu dem alten Bannzeichner Cob gegangen, statt vorher den Gildemeister und den schmierigen Vincin zu fragen?

    Arlen ist blond, Leesha schwarzhaarig und Rojer hat rote Haare - wie nett :-)
    Ich nehme mal an, dass sie am Ende der sieben Lehrjahre aufeinandertreffen und dann ihre erlernten Fähigkeiten zusammenpacken, um die Dämonen zu bekämpfen.

  • Rojen ist ja anscheinend der einzige Überlebende des Dämonenangriffs. Ob Arrick ihn mit nimmt an den Hof des Herzogs? Wenn ja, dann lebt er in Zukunft ja bei dem direkten Konkurrenten des Herzogs von Miln. Ich bin gespannt, was er für eine Lehre beginnen wird. Ein Bannerzeichner, ein Kräuterweib, die sich auch mit den alten Wissenschaften auskennt, was fehlt da noch? Vielleicht werden beide Jungs ja Kuriere.


    Puh, Mütter sind in Miln also mehr wert, als andere Frauen. Das muss für eine Frau wie Elissa sehr schwer sein. Ich mag sie und auch ihren Mann.

  • Erst in diesem Abschnitt bin ich auf die Idee gekommen, mal einen Blick in die Karte zu werfen.


    Entdeckt habe ich da "Hardens Hain", was mir einen zweiten ungläubigen bis begeisterten Blick wert war, weil mein Mann ja mit Vornamen Harden heisst. :-)


    Wie findet ihr eigentlich diese Zusammenstümmelung und andere Schreibweisen der Vornamen? (z. B. Stefny statt Stephanie?) Ich finde, die hören sich an, wie wenn Deutsche englische Namen aus ihrer "Hörweise" aufschreiben würden.


    Dieser Abschnitt gefällt mir ganz gut. Die Stärke des Autors liegt eindeutig bei den Dialogen, nicht bei den Beschreibungen der Dämonenangriffe. Die könnten gern mal etwas weniger detailgetreu geschildert werden, manchmal ist weniger mehr und erzeugt dann auch mehr Spannung. Das sind für mich so meine Längen...

  • Zitat

    Original von killerbinchen
    Wie findet ihr eigentlich diese Zusammenstümmelung und andere Schreibweisen der Vornamen? (z. B. Stefny statt Stephanie?) Ich finde, die hören sich an, wie wenn Deutsche englische Namen aus ihrer "Hörweise" aufschreiben würden.


    Geschrieben sehen sie ja fremdartig aus, aber ich spreche sie auch englisch aus und dann wird aus den meisten wieder ein bekannter Name.

  • Beim Fürsorger muss ich immer an "Startrek Voyager" denken. Ein doofes Wort. Caretaker finde ich besser.


    Eigentlich habe ich es lieber, wenn bei Übersetzungen die Eigennamen und Orte in der ursprünglichen Sprache erhalten bleiben. Hier stört es mich aber nicht sonderlich. Dorf der Holzfäller klingt doch nett.
    Schade finde ich, dass auf meinem Ebook keine Karte ist :-(.

  • Mir ist diese ganze Sache um Miln herum auch zu lang. Nicht meine Stadt dieser Ort. Da wirkten die Leute noch eingesperrter als in den anderen Orten. Ich glaube auch, ich würde mich wohler fühlen, wenn ich selbst die Zeichen irgendwo anbringe und ich nicht auf die Stadt verlassen müsste. :gruebel


    Die Eigennamen haben mich nicht gestört bis vielleicht auf den Fürsorger, da dachte ich auch immer irgendwie eher an Altenpflege.

  • Heißen die Fürsorger im englischen Original tatsächlich "caretaker"? Das heißt übersetzt aber doch Hausmeister. Jetzt ist mein Bild von ihnen endgültig ruiniert. :lache :rofl


    Mich stören die "eingedeutschten" Ortsnamen nicht. Hier finde ich sie sogar mal passend. Da gibt es schlimmere Übersetzungen.

  • Zitat

    Original von JaneDoe
    Bei der Beschreibung von Miln hätte man meiner Ansicht nach ruhig etwas kürzen können, hier habe ich einige Seiten nur überflogen. Am Hof es Herzogs geht es ja zu wie bei Königs :grin, egal ob Frankreich oder England.


    Das habe ich nicht so empfunden. Mir hat die Beschreibung dieser Stadt gut gefallen, ich fand sie auch nicht zu lang. Ich finde man erkennt deutlich den Unterschied zwischen den kleinen armen Siedlungen wie Tibbets Bach und dieser großen imposanten Stadt.


    Das die Mütter so viel Macht haben und sehr geschätzt und geehrt werden ist interessant. Elissa hat es da bestimmt nicht leicht und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass sie sich sehnlichst ein Kind wünscht. Ich mag sie sehr gerne und finde man merkt deutlich das ihre Ehe mit Ragen sehr glücklich und harmonisch ist ( bis auf das fehlende Kind natürlich). Aber Arlen wird für sie nun wahrscheinlich ein Ersatzsohn werden...


    Rojer ist ja noch ein kleiner Junge und man kann noch nicht viel über ihn sagen. Ob er auch irgendeine besondere Gabe hat?
    Arrick finde ich schon sehr unsympathisch. Auch wenn er sich nach dem Dämonen-Angriff doch noch um Rojer kümmert. Aber wie er sich vorher verhalten hat und versucht hat Rojers Mutter zu verführen fand ich einfach scheußlich.


    Das die Namen der Orte nicht in der ursprünglichen Sprache sind stört mich auch gar nicht. Ich finde sie zum Teil auch echt süß, wie zum Beispiel das Dorf "Sonnige Weide"

  • Wie ist eigentlich die Bezeichnung der Wards in der deutschen Übersetzung? Zaubersprüche?


    Irgendwann wird sich Arlen auf den Weg machen, um die Kampf-Wards zu suchen. Davon gehe ich jetzt mal aus. Und nach dem Cover und dem Originaltitel zu urteilen, werden diese Wards nicht um Schutzzonen geschrieben, sondern auf den Körper tätowiert. Ich bin sehr gespannt, ob sich das bewahrheitet und wie sich das alles noch entwickelt...


    Ich bin jetzt mit Arlen in Miln angekommen und finde die Beschreibungen der Stadt nicht schlecht. Schließlilch braucht man ein bisschen Gefühl für die neue Umgebung, in der Arlen sich jetzt behaupten muss und man kann ja nicht ständig von Dämonenkämpfen lesen ;-)

    smilie_sp_274.gif
    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

  • Zitat

    Original von Suzann
    Wie ist eigentlich die Bezeichnung der Wards in der deutschen Übersetzung? Zaubersprüche?


    Nein, sie werden als Siegel oder Schutzzeichen bezeichnet.


    Ich bin ja inzwischen schon zwei Abschnitte weiter und habe verstanden, dass die Beschreibungen der Städte und Dörfer einen gewissen Teil der Geschichte ausmachen und einfach dazugehören. Ich war zunächst auf mehr Tempo aus und fühlte mich etwas ausgebremst, aber das hat sich inzwischen gegeben.

  • Ich mag die Beschreibungen der Städte und Dörfer auch wirklich gerne. Wenn die Kämpfe ausführlicher wären würde mich das vermutlich langweilen, das ist meist etwas, was mich nicht so interessiert. Ein bisschen sehr gerne, aber wenn es zu ausschweifend wird bzw. zu viele Seiten am Stück füllt, dann langweilt es mich schnell.
    Aber das ist sicher Geschmackssache!

  • Zitat

    Original von Suzann
    Wie ist eigentlich die Bezeichnung der Wards in der deutschen Übersetzung? Zaubersprüche?


    Irgendwann wird sich Arlen auf den Weg machen, um die Kampf-Wards zu suchen. Davon gehe ich jetzt mal aus. Und nach dem Cover und dem Originaltitel zu urteilen, werden diese Wards nicht um Schutzzonen geschrieben, sondern auf den Körper tätowiert. Ich bin sehr gespannt, ob sich das bewahrheitet und wie sich das alles noch entwickelt...


    Da ist leider mal wieder einiges Lost in Translation, was die Wards betrifft. Ich wüsste aber auch nicht, wie man es besser übersetzen könnte. Auch Cover und Titel sind in der Originalausgabe viel aussagekräftiger. Ich merke das, wenn ich so die Vermutungen der Erstleser hier lese, die gerade anfangen zu rätseln, wie es mit den Figuren weiter geht.

  • Rojer scheint der dritte, wenn auch noch etwas junge Protagonist, zu sein. Die magische Zahl drei - ob damit die Helden komplett sind?


    Schön, dass es hier wieder viel um Arlen geht - Arlen, der dem Tod gerade so von der Schippe springt (und erfährt, wie einfach man seine Mutter hätte retten können) und er kommt mit Ragen nach Miln. Die Stadt gefällt mir unheimlich gut - irgendwie ganz klassisch in solchen Geschichten, aber ich komme immer wieder gerne her. Ragen mag ich sehr sehr gerne, er ist so ein deftig-herzhaft-herzlicher Charakter - auch seine Frau passt wirklich gut zu ihm. Schade, dass Elissa mangels Kindern nicht das hohe Ansehen einer Mutter genießt.


    Richtig interessant fand ich, dass der hohe Rat des Herzogs quasi aus Müttern besteht - Frauen als wichtigste Berater? Das hat man selten - interessant auch hier der Kontrast zum Herzog im Süden (dessen Namen mir gerade entfallen ist), der offenbar von diesem uns noc unbekannten Ersten Minister gelenkt wird.


    Arlen macht sich also daran, Bannzeichner zu werden - interessant, dass da so viel Mathematik drinsteckt, und irgendwie faszinierend, dass in den Dörfern ohne diese Kenntnisse nicht noch Schlimmeres passiert. Mal schauen, wie sich Arlen als Lehrling macht und wie seine Beziehung zu Elissa sich weiterentwickelt - Ragen meinte ja kurz vor Ende des Abschnitts sein Zurückzucken vor ihrer mütterlichen Fürsorge könne verletzend gewesen sein. Die Beziehung brigt jedenfalls enorm viel Sprengstoff, finde ich.

    SUB 211 (StartSUB 203)


    :lesend Rebecca Gablé - Der Palast der Meere
    :lesend Philip Kerr - Böhmisches Blut

    :lesend Victor Klemperer - LTI. Notizbuch eines Philologen

    :lesend Colin Dann - Als die Tiere den Wald verließen (Hörbuch)

  • Mir ist vor allem aufgefallen, dass in den verschiedenen Bereichen der Welt die Kenntnis über die Siegel und das zeichnen dieser unterschiedlich weit verbreitet ist. Während in Tibbet's Bach anscheinend jeder Erwachsene zumindest die einfachsten Schutzzeichen beherrscht müssen die Bewohner von Flussbrücke extra einen Bannzeichner beauftragen, der ihre Siegel erneuert. Dieser Unterschied könnte natürlich daran liegen, dass Tibbet's Bach fernab von allen anderen Ortschaften insbesondere von Städten liegt und die Bewohner so gelernt haben für sich selber zu sorgen, während Flussbrücke ja in direkter Nähe zu einem Fort liegt und so die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bannzeichner in der Nähe ist größer ist.


    In Rojers Kapitel war ich ein wenig überrascht. Er ist gerade einmal 3 Jahre alt und weiß schon, was es bedeutet, dass ein Kurier und ein Jongleur kommen und er kann sich auch noch genau daran erinnern, in welcher Tasche der Kurier "immer" die Süßigkeiten versteckt hat. Das finde ich doch schon recht erstaunlich für einen gerade einmal dreijährigen Jungen, wenn man davon ausgeht, dass die Kuriere hier auch nur einmal im Jahr vorbeikommen.


    Zitat

    Ich hatte eigentlich schon den Eindruck, dass Geral ein bisschen was von Siegeln versteht und er hat sie ja ausgebessert. Wieso haben sie dann trotzdem nicht gehalten? Dass alle anderen wie in einem Dominoeffekt nachgeben, wo sie ja gar nicht richtig gepflegt waren erscheint mir ja noch irgendwie nachvollziehbar, aber die grad kontrollierten? Mh!


    Die Gedanken kann ich voll und ganz verstehen. Als Kurier sollte Geral ja nun ein bisschen was von Siegeln verstehen und er meinte ja noch er habe sie ausgebessert. Warum haben sie dann nicht gehalten? Haben sie eins übersehen? Aber das wäre ja schon etwas sehr fahrlässig. Oder ist er vielleicht einer von den Kurieren, die ihre Siegel nicht so gut beherrschen, wie sie es sollten?

    :lesend Peter V. Brett; Das Leuchten der Magie

    :lesend Dörte Hansen; Altes Land (eBook)

    :lesend Joanne K. Rowling; Harry Potter und der Orden des Phönix (Hörbuch: Rufus Beck)

  • Zitat

    Original von Chroi
    ...


    Die Gedanken kann ich voll und ganz verstehen. Als Kurier sollte Geral ja nun ein bisschen was von Siegeln verstehen und er meinte ja noch er habe sie ausgebessert. Warum haben sie dann nicht gehalten? Haben sie eins übersehen? Aber das wäre ja schon etwas sehr fahrlässig. Oder ist er vielleicht einer von den Kurieren, die ihre Siegel nicht so gut beherrschen, wie sie es sollten?


    Das hat mich auch gewundert. Man könnte fast meinen, Geral hat da was gedreht, auch welchen Gründen auch immer. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, ob er der Dämonenattacke auch zum Opfer gefallen ist, denn das würde meine Theorie entkräften.

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    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

  • Dass die Siegel des Gasthofes brechen, ausgerechnet nachdem Geral sie ausgebessert hat, finde ich auch etwas unlogisch.
    Die ausführlichen Beschreibungen der Städte und Ortschaften finde ich sehr gut. Bei den Dämonenangriffen fange ich aber auch immer an quer zu lesen.

  • Rojer, ja, es ist unlogisch, dass er sich mit 3 da schon so gut auskennt, das stimmt. Ich bin wber gespannt, wo er landet. Grade weil er noch wo jung ist kann er sicher stark beeinflusst werden!
    Ich fands auch toll, als es mit Arlen weiterging! Richtig cool, dass er bei Ragen gelandet ist und jetzt bei dem Bannzeichner. Hoffr, es kommen noch mehr Erklärungen zu den Siegeln (findedas übrigens ein tolles Wort, sogar besser als ward im Moment) und deren Geometrie etc!
    allgemein finde ich es nicht störend, wie die Namen hier offensichtlich übersetzt wurden.
    Die Beschreibungen finde ivh auch passend. Lese ja oft mal quer, wenns mir zu öde ist, aber das ist hier bisher gar nicjt der Fall!