'Im Schatten der Königin' - Kapitel 09 - 11

  • Das war wirklich eine komplizierte und schwierige Zeit, gerade für dem Hof nahestehende Personen. Unfassbar wie schnell man in Ungnade fallen konnte - und dann "Kopf ab".


    Ich muss mir Zeit nehmen für das Buch, es liest sich nicht so locker weg, werde ich zu schnell, krieg ich nicht mehr alles Wesentliche mit. Auch hier steht wieder sehr viel zwischen den Zeilen.
    Herrlich dieses Gespräch zwischen Cecil und Robin, wie sie ihre subtilen, feinen Spitzen austauschen. Aber in diesem Buch traut sich ja kaum einer ein offenes Wort zu reden. So viel Angst und Unsicherheit treibt die Beteiligten um, dass sich fast alle nur in vorsichtigen Andeutungen und Metaphern ergehen.
    Als Leser muss man sich da höllisch konzentrieren ;-).


    S. 255 - Kat hat also auch einen Spion in Cumsor. Wen wohl :gruebel?


    Cecil steht jetzt auch unter Verdacht? S. 264...

  • Lumos, deswegen war ein Lieblingsbild der Zeit das "Rad der Fortuna", das sich immer schneller drehen konnte... heute Teil der Elite, morgen in Ungnade, etc. Ist natürlich auch ein Grundproblem jeder absoluten Monarchie, wenn alle Macht auf eine Person konzentriert ist.


    Zu Cecil sage ich später noch etwas.

  • Zitat

    Original von Lumos


    Herrlich dieses Gespräch zwischen Cecil und Robin, wie sie ihre subtilen, feinen Spitzen austauschen. Aber in diesem Buch traut sich ja kaum einer ein offenes Wort zu reden. So viel Angst und Unsicherheit treibt die Beteiligten um, dass sich fast alle nur in vorsichtigen Andeutungen und Metaphern ergehen.
    Als Leser muss man sich da höllisch konzentrieren ;-).



    War das Gespräch nicht zwischen Blount und Cecil?
    Auf jeden Fall war es wirklich herrlich zu lesen, aber wie anstrengend und beängstigend muss es sein, wenn man wirklich jedes Wort auf die Goldwaage legen muss, weil alles was heute noch richtig ist, dich morgen schon den Kopf kosten kann.


    Am Ende dieses Abschnitts kommt auch die Krimihandlung etwas mehr durch, dass Cecil seine Finger im Spiel haben soll, kann ich noch nicht ganz vorstellen, auch wenn scheinbar einiges dafür spricht.
    Ganz schön clever, wie Blount den Sekretär von Cecil aushorscht, hätte ich ihm gar nicht zugetraut.

  • Ja, natürlich hast du recht, Zwergin. Es waren Blount und Cecil. Danke :-).


    Zitat

    aber wie anstrengend und beängstigend muss es sein, wenn man wirklich jedes Wort auf die Goldwaage legen muss, weil alles was heute noch richtig ist, dich morgen schon den Kopf kosten kann.


    :write Eine schreckliche Atmosphäre. Aber eigentlich müssten sie sich dem nicht unbedingt aussetzen - aber Ehrgeiz, Machthunger und Geldgier haben ihren Preis.


    Ich fürchte, Cecil ist fast alles zuzutrauen. Eine Spinne mit England als Netz, nach allem was man über ihn lesen kann.

  • Zitat

    Original von Lumos



    Ich fürchte, Cecil ist fast alles zuzutrauen. Eine Spinne mit England als Netz, nach allem was man über ihn lesen kann.


    Ja, und es ist schon zu vermuten, dass er bei der Geschichte seine Finger im Spiel hatte.


    Tom hat schon eine sehr kluge Frau, sie macht ihm keine Szene sondernzeichnet ihm ein bild was sein könnte .
    Wie auch immer sein ständiger Hinweis, Frauen handeln aus dem Gefühl un Männer mit Verstand widerlegt er mit seinem eigenen Handeln. Was ist die Beziehung zu Amy anderes als Gefühl?? Margery dagegen lässt ihren Vertand walten.


    Die Frauen damals konnten es sich nicht leisten nach ihrem Gefühl zu handeln, Liebschaften galten doch reinem Interesse und Vorteil nehmen.
    Die Männer dagegen, Henry z.B. handelte doch nur gefühlsmäßig.


    edit entfernte Buchstabendreher

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

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  • [quote]Original von Lumos
    Ich muss mir Zeit nehmen für das Buch, es liest sich nicht so locker weg, werde ich zu schnell, krieg ich nicht mehr alles Wesentliche mit. Auch hier steht wieder sehr viel zwischen den Zeilen.
    [quote]


    Mir geht es auch so. Wenn ich zu schnell lese merke ich, dass ich nicht alles wirklich verstanden habe. Dann muss ich die letzten Sätze noch mal lesen.
    Aber ich finde die Sprache und den Stil dieses Buches wunderschön. Ich genieße das Lesen sehr. :-]


    Was den Tathergang angeht, habe ich immer noch keinen Ahnung wie sich wohl alles zugetragen hat.Wie der Mord an dem Knecht, und diese Geschichte mit dem Teufel und dem Mädchen Barbara Cross und der Tod von Amy zusammenhängen habe ich noch nicht durchschaut.


    Mir gefallen die Zwischenspiele nach wie vor richtig gut. Und ich verstehe die Gedankengänge von Elizabeth so gut. Wenn sie heiraten würde, müsste sie ihrem Mann untertan sein und sie wäre ihm völlig ausgeliefert. Er könnte mit ihr machen was er will, da ist es schon verständlich, dass sie die alleinige Königin bleiben will. Und sie kann sich wohl nie sicher sein, ob ein Mann sie wirklich nur aus Liebe heiraten möchte oder weil er gerne König werden will....


    Was ich ja in diesem Abschnitt auch noch interessant gefunden habe, waren die Bemerkungen über die Schauspielleute. In England durfte also keine Frau zu den Schaustellern gehören, und immer haben Männer die Frauenrollen übernommen. Aber in den anderen Ländern war es anscheinend nicht so?? Woher kommt denn dieser Unterschied?

  • Zitat

    Original von Lumos



    Ich fürchte, Cecil ist fast alles zuzutrauen. Eine Spinne mit England als Netz, nach allem was man über ihn lesen kann.


    Das klingt furchtbar negativ, so sehe ich ihn nicht. Auch wenn er in der Wahl seiner Mittel nicht immer zimperlich war und auch ganz schön intrigant, stand bei ihm wohl immer England an erster Stelle und nicht sein eigener Vorteil.

  • Rouge, ja, in Frankreich z.B. waren Schauspielerinnen üblich. In England erst nach der "Restoration, d.h. als Charles II. aus dem Exil zurückkehrte.


    Zwergin, so sehe ich Cecil auch. Er konnte rücksichtslos sein und zu vielem fähig, aber handelte durchaus primär aus der Überzeugung heraus, dem Nutzen des Landes zu dienen. Ob er damit immer recht hatte, steht natürlich auf einem anderen Blatt....

  • Zitat

    Original von Zwergin


    Das klingt furchtbar negativ, so sehe ich ihn nicht. Auch wenn er in der Wahl seiner Mittel nicht immer zimperlich war und auch ganz schön intrigant, stand bei ihm wohl immer England an erster Stelle und nicht sein eigener Vorteil.


    Wenn das bei ihm nicht mal eins war ;-)

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  • Zitat

    Original von Rouge


    Mir gefallen die Zwischenspiele nach wie vor richtig gut. Und ich verstehe die Gedankengänge von Elizabeth so gut. Wenn sie heiraten würde, müsste sie ihrem Mann untertan sein und sie wäre ihm völlig ausgeliefert. Er könnte mit ihr machen was er will, da ist es schon verständlich, dass sie die alleinige Königin bleiben will. Und sie kann sich wohl nie sicher sein, ob ein Mann sie wirklich nur aus Liebe heiraten möchte oder weil er gerne König werden will....


    Und da spreche noch einer den Frauen Vernunft ab :pille :pille

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Findus, ich bin sicher, Cecil hielt sich für das Wohl Englands für unentbehrlich. Da könnte er recht gehabt haben - er war einer der kompetentesten Minister in der gesamten Geschichte des britischen Königreichs, er und Elizabeth waren ein unschlagbares Team -, aber er war natürlich durchaus auch in der Lage, das Wohl des Landes mit dem eigenen Wohl zu vermengen oder gar zu verwechseln. Nicht immer bewußt. Im konkreten Fall war er sicher davon überzeugt, daß ein König Robert I., oder auch nur ein Prinzgemahl Robert, ein Unglück für England gewesen wäre. Aber wieviel von dieser Einschätzung auf dem Umstand beruhte, daß seine eigene Stellung als erster Minister in so einem Fall mehr als unsicher gewesen wäre, weil Robert Dudley mit ihm seines Vaters wegen noch eine Rechnung offen hatte... das läßt sich nicht sagen, und Cecil wäre nie bereit gewesen, zuzugeben, auch davon beeinflußt worden zu sein.


    Was er auf jeden Fall nicht wahr: korrupt. Er machte seine Politik nicht davon abhängig, wer ihm die meisten Bestechungsgelder bot. Und er war ein Arbeitstier bis zu seinem Tod. (Robin übrigens auch; die beiden und Francis Knollys waren die fleilßigsten Kronratsmitglieder.)

  • Zitat

    Original von Tanja Kinkel



    Was er auf jeden Fall nicht wahr: korrupt. Er machte seine Politik nicht davon abhängig, wer ihm die meisten Bestechungsgelder bot. Und er war ein Arbeitstier bis zu seinem Tod. (Robin übrigens auch; die beiden und Francis Knollys waren die fleilßigsten Kronratsmitglieder.)


    Ohne solch ihr zugetane Mitarbeiter wäre Elizabeth wohl nicht so weit gekommen.


    Cecil war bis dato noch kein Begriff, ich glaube es ist das erstem Mal, dass er mir in einem Buch über den Weg läuft.

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  • Tanja hat das sehr schön erklärt, dass er ziemlich treu der Krone ergeben war oder "seinem" England.


    Tja nicht immer sind die Maßnahmen gerechtfertig aber zum Ziel führen sie eben doch.

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  • Zitat

    Original von Findus
    Zumindest ist er mir nicht in Erinnerung geblieben. War er bei der Tudorverschwörung auch an Bord??? ich hab da nur den ersten Band gelesen.


    Im zweiten Teil schickt Cecil Brandon von Hatfield nach London, um Elizabeth vor ihrer Schwester zu schützen.


    William Cecil hatte noch einen Sohn Robert, der dann auch ein wichtiges Amt hatte. Von daher scheint es tatsächlich, als hätte der Name bei allen Tudors gedient.

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    Bingo 2017

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  • Na ja, nicht allen - der erste Tudor-König, Henry VII., der die Dynastie auf den Thron brachte, starb immerhin, ehe William Cecil geboren wurde. :-) Dafür schaffte es Williams Sohn Robert noch in das nächste Regime und wirkte daher auch beim ersten Stuart-Herrscher mit.