Die vierte Braut - Julianna Grohe

  • Details:
    Format: e-Book / Broschiert
    Seitenzahl: 360 Seiten
    Verlag: Drachenmond Verlag
    Erschienen: 26. November 2015 (e-book), 18. Dezember 2015 (Broschiert)


    Inhalt:
    In Wahrheit war die Sache mit Cinderella ganz anders …


    Auf Wondringham Castle findet eine riesige Brautschau mit vielen Prüfungen statt. Unzählige junge Damen aus allen Teilen des Landes kommen zum Schloss, um die Gunst eines der vier Prinzen zu erlangen. Aber die junge Gouvernante Mayrin Barnaby, die durch unglückliche Umstände ebenfalls dorthin gerät, will gar keinen Königssohn heiraten, sondern nur schnellstmöglich zurück nach Hause. Dort warten ihre beiden jüngeren Geschwister auf sie, für die sie verantwortlich ist.


    Autorin:
    Julianna Grohe lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Töchtern und einem leicht übergewichtigen Kater in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein.


    Meine Meinung:
    Märchenhaft, verträumt, wunderschön - das sind die drei ersten Worte, die mir zum Cover einfallen. Einfach herrlich und passend zum Inhalt. Tatsächlich habe ich hauptsächlich wegen des Titelbilds zum Buch gegriffen und das hat nicht zu viel versprochen.


    Momentan schießen Geschichten nach der Vorlage von "Der Bachelor" oder "Catch the Millionaire" wie Pilze aus dem Boden, vermutlich ausgelöst durch den Hype um die "Selection"- Reihe von Kiera Cass. Leider sind in diesem Bereich viele Enttäuschungen dabei, wie es eben immer ist, wenn eine so große Auswahl an Büchern mit dem gleichen Thema veröffentlicht werden.
    Während ich bei anderen Reihen, die viel Potential geboten hätten (beispielsweise die "Royal"- Reihe von Valentina Fast), eher enttäuscht war, muss ich sagen, dass mir dieses Buch hingegen sehr gut gefallen hat.


    Der Schreibstil ist sehr gelungen und trifft genau das richtige Mittelmaß zwischen der förmlichen Sprache am Hof und einer lockeren, fesselnden und nicht gestelzt wirkenden für den Leser. Das hat mir schon einmal sehr gut gefallen.


    Die Protagonistin Mayrin fand ich ebenfalls sympathisch, vor allem durch ihre Liebe zu ihren Geschwistern konnte sie bei mir punkten. Sie tut so gut wie alles für die zwei, was sie automatisch zum Sympathieträger macht.


    Die Liebesgeschichte hat sich in genau dem richtigen Tempo entwickelt. Es ging weder zu schnell, sodass es unglaubwürdig gewirkt hätte, noch zu langsam, dass man sich langweilte. Das Verlieben wurde authentisch beschrieben und hat mich berührt.


    Als einziger Kritikpunkt fällt mir nur ein, dass die Handlung streckenweise etwas langwierig war. Niemals so, dass ich nicht mehr weiterlesen wollte, allerdings hat in der Mitte des Buches etwas der Biss gefehlt.
    Dieser taucht dann gegen Ende der Handlung umso heftiger auf. Zum Schluss hin gibt es noch einmal richtig viel Action, die das Buch perfekt abrundet. Vermutlich sollen die Ereignisse hier auch unvorhergesehen wirken, allerdings muss ich sagen, dass mir beim Lesen schon geraume Zeit klar war, wohin das Ganze führen würde. Zumindest wie sich die Liebesgeschichte auflöst und auch wer von den Mädchen mit unfairen Mitteln kämpft.


    Fazit:
    Nichtsdestotrotz habe ich das Buch sehr gern gelesen und es hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es war die richtige Mischung zwischen dem momentan sehr beliebten "Bachelor"-Thema, eigenen Ideen, und einer schönen Romanze, gewürzt mit ein paar Krimielementen und einer Prise höfischen Glanz.
    Ein toller Roman und sicher nicht mein letzter von der Autorin. 9 Punkte gibt es von mir.

  • Ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen.


    Mayrin habe ich sofort ins Herz geschlossen: sie ist so natürlich, nicht gestelzt und so liebevoll im Umgang ihrer Geschwister und deren Sicherheit.


    Der Roman hat genau die richtige Würze, was die Konkurrentinnen, das Buhlen um die Gunst der Prinzen und die Liebe angeht. Eine wirklich schöne Geschichte zwischen Aschenputtel und dem Bachelor :anbet


    Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass das Buch langatmig wurde mittendrin :gruebel


    LG Spreequell70

  • Darum geht‘s

    Sehr viele Mädchen träumen davon, eine Prinzessin zu sein. Daher ist es auch keine Überraschung, dass sich zahlreiche junge Frauen melden, als auf Wondringham Castle ein Brautschau-Wettbewerb ausgerichtet wird, um die vier Prinzen der Königsfamilie unter die Haube zu bringen. Mayrin, die nach dem Tod ihrer Eltern als Gouvernante arbeitet, um ihre kleinen Geschwister zu ernähren, weiß um ihren Stand und bildet sich keine Sekunde ein, an der Brautschau teilzunehmen. Sie möchte lediglich ihre Freundin zum ersten Casting begleiten. Durch eine Verkettung unvorhersehbaren Vorkommnissen und Missverständnissen ist sie jedoch plötzlich mittendrin in dem Wettbewerb um die Gunst der Prinzen. Mayrin setzt alles daran, um heil aus der Geschichte wieder raus zu kommen und so schnell wie möglich zu ihren Geschwistern zurück zu kehren. Aber die Prinzessinnen—Anwärterinnen dürfen das Schloss nicht mehr verlassen und werden streng bewacht. Mayrin sitzt gefühlt in der Falle und sucht verzweifelt nach einem Ausweg.


    So fand ich‘s

    „Die Cinderella-Geschichte mal anders…“ Mit dieser Aussage hat der Verlag mich als richtige Märchentante ganz schnell am Haken gehabt und die Geschichte ging schon gut los. Und das obwohl ich finde, dass solche sogenannten Castings auch immer etwas Herabwürdigendes haben. In diesem Falle sah ich das jedoch als Märchenelement und konnte ganz gut damit leben.


    Die Protagonistin Mayrin war ganz nach meinem Geschmack: eine patente und durchaus realistisch denkende junge Frau mit einem starken Willen. Ich fand es auch sympathisch, dass sie eigentlich nicht am Brautschau-Wettbewerb teilnehmen wollte. Warum sie sich schlussendlich auf den Wettkampf eingelassen hat, will ich hier natürlich nicht verraten. Ich konnte sie dann zwar auch recht gut verstehen, fand diese Entwicklung dennoch etwas konstruiert.


    Die zeitliche Zuordnung der Geschichte blieb für mich bis zum Schluss hin verborgen. Das Setting im königlichen Schloss und die Kleider und Ausstattung lassen ein „historisches“ Gefühl aufkommen. Die Sprache und das Verhalten der jungen Damen sind jedoch sehr modern und scheinen nicht so ganz in die Kulisse zu passen. Dieser Gegensatz hätte sehr spannend sein können. Doch leider blieb das Spiel damit sehr oberflächlich. Auch sonst fehlte es mir persönlich in der Geschichte an Tiefe.


    Da dem aufmerksamen Leser sehr früh bewusst wird, wohin die Mayrins Reise führen wird, blieb auch die Spannung auf der Strecke. Für mich war daher „Die vierte Braut“ eine nette Geschichte für zwischendurch, aber leider nicht mehr.


    Es ist gut möglich, dass ich mit falschen Erwartungen an das Buch rangegangen bin. Ich hätte mir jedenfalls ein bisschen mehr Märchenglitzer und dafür weniger Zickereien gewünscht. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass junge Leserinnen sich auf Wondringham Castle wohlfühlen. Und wer eine leichtere und romantische Lektüre sucht, bei der man nicht allzuviel nachdenken muss, kann durchaus vergnügliche Lesestunden mit Mayrin und Co. verbringen.

  • Eigentlich wollte Mayrin nur eine Freundin zur Anmeldung als Bewerberin für die Brautschau der Prinzen begleiten. Doch ehe sie sich's versieht, wird sie vom Pulk mitgerissen und hat ein Anmeldeformular in der Hand. und keiner hört ihr mehr zu.. Schließlich akzeptiert sie ihre ungeplante Teilnahme und lernt Konkurrentinnen und Prinzen näher kennen. Und den Hauptmann, der die Damen bewacht... Doch die Intrigen unter den Mädchen werden immer gefährlicher, und sie weiß nicht, wem sie trauen kann. Und will sie wirklich einen Prinzen ehelichen?


    Überraschungen gibt es kaum, aber Mayrin ist eine verantwortungsbewusste, starke junge Frau, die sich trotz gelegentlichen Selbstzweifeln nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Es gibt humorvolle Dialoge und einige spritzige Szenen. natürlich kommt auch die Romantik nicht zu kurz, und gegen Ende wird es sogar dramatisch. Aber das Happy End ist abzusehen.


    Solide Unterhaltung zum Abschalten und Träumen, nicht nur für junge Mädchen.


    Von mir 8 von 10 Eulenpunkten

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis