Kärger, Walter Christian: Das Flüstern der Fische (Bodensee-Krimi)

  • Klappentext:


    In der Nähe von Meersburg wird eine Leiche in einem Swimmingpool entdeckt. Wer ist der Mann, und was haben die fünf toten Fische im Pool zu bedeuten? Hauptkommissar Max Madlener nimmt die Spur des Mörders auf. Und stößt mit Hilfe seiner jungen Assistentin und einer Pathologin, die schon bald mehr als nur eine Kollegin wird, auf ein ungeheuerliches Motiv.


    Der Autor:


    Walter Christian Kärger wurde 1955 in Memmingen/Allgäu geboren, studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film, arbeitete dreißig Jahre als Drehbuchautor in München (u. a. Spielfilm '2 Männer,2 Frauen, 4 Probleme', TV-Zweiteiler 'Störtebeker', Fernsehfilm 'Die Jahrhundertlawine') und lebt als Romanautor ('Das Geheimnis der Medica') in Memmingen.


    Meine Meinung:
    Das „Das Flüstern der Fische“ von Walter Christian Kärger ist einer der besten Kriminalromane, die ich in den letzten Monaten gelesen habe. Mit großer Detailtreue und äußerst kenntnisreich verwendet der Autor die herrliche Landschaft am Bodensee, die Städte und Dörfer, das großartige Panorama als Leinwand, um ein furioses Gemälde darauf zu malen. O Man sieht es bereits am Cover, dass der Inhalt Niveau hat und sich von den üblichen Krimifällen unterschiedet. Und den Leser komplett fesselt. Man sollte sich nicht viel anderes vornehmen, bis man die exakt vierhundert Seiten durch hat. Man liest hier, was für eine schlimme Jugend so mancher Internatsschüler hatte. Man lernt den Hauptkommissar Max Madlener kennen und lieben, mit allen seinen Macken und Stärken. Man taucht in eine Handlung ein, die mit allen humorvollen Details dem Affen Zucker gibt, indem sie unter anderem weder den Schönheitschirurgen noch das Nobelinternat ausspart und oftmals eine ironische zweite Ebene schafft, die den Leser zum Lächeln und gar zum Lachen zwingt. Die stringente Handlung treibt dies nur noch voran. Und das Lachen vergeht einem stracks, wenn die Vergangenheit von Internat und Belegschaft zutage tritt. - Dass der Autor so hervorragend recherchiert hat, muss wohl an seiner Zuneigung zu Land und Leuten liegen, die fortwährend zu spüren ist. Und die Schärfe aller Facetten des Romans, gerade wenn die Protagonisten gezeichnet werden, verrät viel über die Zuneigung, die der Autor in diese Personen gelegt hat. Mein Fazit: Auch wer sonst nicht oft einen Krimi zur Hand nimmt, sollte hier trotzdem unbedingt zugreifen.

    Wenn alle Menschen wüßten, die einen über die anderen reden, so gäbe es keine vier Freunde auf Erden.Blaise Pascal