Cordula Hamann: Das zweite Kind

  • Inhaltsangabe
    Ein tragisches Familiendrama über eine unstillbare Sehnsucht und eine Freundschaft, die keine Grenzen kennt.


    Eine weiße Villa mit Rosengarten im noblen Berliner Westend. Georg hätte es mit seiner Stelle als Dienstbote der Sommers wohl schlechter treffen können. Selbst seine dreijährige Nichte Conny findet in der wohlhabenden Familie ein neues Zuhause - und wird sogar adoptiert. Doch das Familienglück trügt. Obwohl sich zwischen Georg und dem Hausherrn eine tiefe Freundschaft entwickelt, zeigt dessen Frau Ursula Sommer ein völlig anderes Gesicht. Mit perfiden Forderungen zieht die herrschsüchtige Frau ihr heranwachsendes Adoptivkind unaufhaltsam in den Abgrund. Zum ersten Mal in seinem Leben muss Georg handeln - gegen jede Vernunft … und für die Menschen, die er liebt.


    Autorin
    Cordula Hamann, geboren 1959, lebt mit ihrer Familie in Berlin und in Andalusien. Ihre literarischen Schwerpunkte sind Krimis, Thriller und Familiendramen.


    Meine Meinung:


    Wir begleiten die Hauptfigur Georg, der seine Lebensgeschichte erzählt. Und für den Leser scheint sie von der ersten Seite an nicht sehr rosig. Er hat es bestimmt nicht leicht bis zu dem Zeitpunkt, wo er in der Villa der Familie Sommer zu arbeiten beginnen kann. Und als man dann denkt, dass es für ihn eine kleine Verschnaufpause gibt, wird man gleich wieder auf Glatteis geführt. Sehr bemerkenswert an seiner Figur ist die besondere, wirklich herzzerreißende Loyalität gegenüber Professor Sommer, die sich von Georgs erster Begegnung mit ihm bis zum Ende fast mit Händen greifen lässt.
    Das Thema des Buches hat mir gut gefallen.
    Das Buch ist mit 161 Seiten sehr kurz und daher schnell gelesen. Leider merkt man das auch beim Lesen. Es werden immer wieder Zeitsprünge begangen, was man erst relativ spät kapiert. Einige Handlungen, so hat man das Gefühl, sind über Wochen verstreut geschehen, dabei sind es fast 5 Jahrzehnte.
    Was mir ebenfalls nicht gefallen hat, ist das Ende. Das ist schon etwas dick aufgetragen. Alles in allem fand ich das Buch interessant und die Handlung gelungen. Allerdings ärgert mich auch das wahnsinnig schlechte Lektorat und die Handlungssprünge sind nicht immer nachvollziehbar. Daher bleibt es bei 5/10 Punkten.

    Wenn alle Menschen wüßten, die einen über die anderen reden, so gäbe es keine vier Freunde auf Erden.Blaise Pascal