'The Ending - Du wirst dich fürchten' - Seiten 084 - 144

  • Huch, nun sind die beiden doch noch bei seinen Eltern angekommen. Dachte das wird niemals passieren.

    Den Hof hätte ich lieber nicht live sehen wollen, artgerechte Tierhaltung ist was anderes.

    Die Eltern sind aber auch komisch. Was ist das denn für ein Spiel, das SIE Jake imitieren soll? Ich weiß nicht, ich wäre am liebsten wieder heim gefahren.

    Gruselig sind diese kleinen Dinge, wie die auf einmal andersrum stehenden Hausschuhe vor der Badezimmertür, oder der dunkle, muffige Keller. Da muss ich gestehen, das ich dachte, das dort unten jemand gefangen gehalten wird.

    So richtig hinter die anders geschriebenen Seiten bin ich noch nicht gekommen, aber ob dort über "den Anrufer" gesprochen und spekuliert wird?

  • Es wird immer deutlicher, dass es ein Psychothriller ist.

    Ich musste gerade mitten im zweiten Abschnitt unterbrechen, um meine Gedanken auf die Reihe zu bringen. In meinem Kopf schwirrt es.


    Die kursiven "Stimmen aus dem Off": sind das Kommentare von Kollegen, von Nachbarn? Es ist anscheinend wirklich ein Verbrechen geschehen.


    Die Ankunft auf dem Bauernhof liest sich für mich wie die Schilderung eines Alptraumes. Alles scheint real, aber ein wenig verändert.

    Trotz anbrechender Nacht will Jake unbedingt seiner Freundin die Stallungen zeigen. Dabei ist alles entsetzlich verwahrlost und trostlos. Fast noch unheimlicher finde ich das alte, wenn auch saubere Haus.


    Gerade habe ich von diesem bizarren Essen gelesen. Die grinsende Mutter mit ihren schrecklichen Leiden, der teilnahmslose Jake, dieses völlig absurde Imitationsspiel. Jakes Kinderbild, das ein Mädchen zeigt.

    Letzteres hat bei mir den Gedanken geweckt, Jake und seine Freundin könnten identisch sein (Norman Bates lässt grüßen).


    Nach wie vor begeistert mich der Schreibstil. Falls das Ende nicht allzu banal ist, wird sich Iain Reid für mich in einer Riege mit meinen Lieblings-Horrorautoren stellen.

  • Dieser Abschnitt ist komplett absurd: alle Figuren verhalten sich, als wären sie gestört, die Gespräche sind schrecklich gekünstelt und bleiben größtenteils belanglos. Keine Beschreibung geht übers Schablonenhafte hinaus, null Atmosphäre (auch wenn es dann und wann Ansätze gibt), und was ich von der Sache mit den Schweinen halten soll, weiß ich noch nicht. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es sowas tatsächlich geben kann, aber letztlich hab ich da keine Ahnung. Werd jetzt mal lesen, was ihr so schreibt.


    Nachtrag: ich bin nicht sicher, ob es Jakes Bruder wirklich gibt. Könnte doch sein, dass er von sich selbst spricht.

    Was die kursiven Stellen angeht: ich verstehe das bisher so, dass sich da welche über einen ungewöhnlichen Selbstmord unterhalten. Zur Zeit vermute ich, dass es sich dabei um Jake handelt.

  • Ich bin erst zur Hälfte mit diesem Abschnitt fertig. Die David Lynch-Momente werden zum Dauerzustand.


    Wie absurd ist denn das Essen bei den Eltern? Das alles erscheint mir wie ein Traum. Das alles kann nicht real sein. Dinge wie der abgekaute Daumennagel sind einfach zu surreal um real zu sein. Solche Sachen passieren in Träumen aber nicht in der Realiät.


    Ich geh weiterlesen.

  • Ich überlege gerade, ob der Originaltitel I'm Thinking of Ending Things den Schluss zulässt, dass sich doch alles im Kopf der Ich-Erzählerin abspielt bzw aus deren Erinnerungen zusammensetzt.






  • Huch, den Abschnitt hab ich jetzt aber schnell gelesen.

    Jetzt glaube ich, dass Jake sein Bruder ist oder dass er schizophren ist. Die Eltern scheinen sich ja auch um ihn zu sorgen.


    Was ist das denn überhaupt für eine Nummer mit dem Besuch bei den Eltern? Das erinnert mich zum Teil an Fitzeks „Die Therapie“ und ein wenig an „ American Horror Story“.

    Wirklich gruselig finde ich es immer noch nicht, obwohl ich Jakes Eltern sehr seltsam finde. Schon allein die Gespräche am Tisch und dass die sich bei der Ankunft nicht haben blicken lassen.


    Es geht uns mit den Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber wenige erwählen wir zu unseren Freunden, unseren vertrauten Lebensgefährten.

  • Für mich klingt das so. Aber lesen wir mal weiter...


    Es geht uns mit den Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber wenige erwählen wir zu unseren Freunden, unseren vertrauten Lebensgefährten.

  • Dieser Abschnitt liest sich besser, haut mich aber leider auch noch nicht vom Hocker.

    Hier wird für mich klar, dass es mit psychischen Erkrankungen zu tun haben muss. Wie Jakes Bruder beschrieben wird, auch das von ihm in der Vergangenheit gesprochen wird...Ich vermute eine Form der Schizophrenie mit stark depressiver Komponente -> Suizid?

    Die Mutter wirkt auf mich auch schizophren, der Vater, als versuche er ein Stück Normalität zu wahren.

    Ich wäre anstelle der Erzählerin sofort ausgerissen.

    Komische Stimmung in dem Haus. Auch Jake wirkt seltsam.

    Irgendwie ein komisches Buch, bin froh, dass nun der letzte Abschnitt kommt.

  • Dieser Abschnitt ist komplett absurd: alle Figuren verhalten sich, als wären sie gestört, die Gespräche sind schrecklich gekünstelt und bleiben größtenteils belanglos. Keine Beschreibung geht übers Schablonenhafte hinaus, null Atmosphäre (auch wenn es dann und wann Ansätze gibt), und was ich von der Sache mit den Schweinen halten soll, weiß ich noch nicht. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es sowas tatsächlich geben kann, aber letztlich hab ich da keine Ahnung. Werd jetzt mal lesen, was ihr so schreibt.


    Nachtrag: ich bin nicht sicher, ob es Jakes Bruder wirklich gibt. Könnte doch sein, dass er von sich selbst spricht.

    Was die kursiven Stellen angeht: ich verstehe das bisher so, dass sich da welche über einen ungewöhnlichen Selbstmord unterhalten. Zur Zeit vermute ich, dass es sich dabei um Jake handelt.

    Entweder das, oder ich vermute um seinen Bruder.

    Ansonsten gebe ich Dir völlig recht.

  • Okay, entgegen meiner Vermutungen, treffen sie tatsächlich seine Eltern. Und gerade als ich dachte, die Geschichte würde an dieser Stelle vermutlich etwas bodenständiger werden wurde sie NOCH seltsamer. Du meine Güte. :yikes Also in diesem Abschnitt gab es zumindest einige sehr morbide und fast schon alptraumhafte Szenen, immerhin kam hier bei mir erstmals ein unterschwelliges Gruselgefühl auf.


    Es ging ja schon mit diesem Rundgang auf der Farm los, bei dem sich eine Metapher für Tod und Verfall an die nächste reihte, von den "schweigenden" Lämmern über die madenzerfressenen Schweine (das Schlimme hierbei war, ein Kollege hat mir mal erzählt, dass bei den Kanninchen seiner Kinder etwas ähnliches passiert ist, das hatte ich sofort wieder im Kopf *schauder*) bis hin zum kannibalischen Huhn. Für sich genommen eben Dinge die auf einer Farm passieren, aber in dieser Aneinanderreihung sicher nicht dazu gedacht die Laune zu heben.


    Als die Eltern sich erst eine Zeitlang nicht sehen liesen dachte ich schon an Mikrophone die aufgezeichnete Sätze wiedergeben und Jake spielt ihr irgendwie nur vor, dass da jemand wäre oder so. Allerdings hatte ich auch keine Ahnung, wie dann das warme Essen da hingekommen sei sollte. Aber zum Glück kamen sie ja dann wirklich. Dass die Mutter größere Probleme hat als einen "Tinitus" merkt man sehr schnell, nicht nur an den Stimmen und dem sich-selbst-widersprechen.


    Warum glaubt die Protagonistin, das Kinderfoto von Jake wäre sie selbst? Dass es vielleicht nicht er ist könnte ich noch verstehen, dass sie es sein soll erinnert wieder an die Sache mit den Anrufen die von ihrer eigenen Nummer kommen. Und warum zum Geier schaltet sie das verdammte Handy nicht aus oder zumindest auf stumm? Meine Güte. :rolleyes


    Die Mutter war für mich hier definitiv der Gipfel der Surrealität. Plötzlich ein anderes Kleid, ein Pflaster auf dem fehlenden Zehennagel. Die Erklärung die man von Jake später im Auto erhält, lässt vieles an dieser Stelle einleuchtend erscheinen, mit der Mutter stimmt definitiv was nicht, der bisher verschwiegene "Bruder" kommt wohl nach ihr und Jake reagiert wütend auf die Frage, ob er nicht auch nach seiner Mutter kommt. Vielleicht gibt es ja auch gar keinen Bruder. Der scheint nach der Beschreibung schon fast zu perfekt zu den seltsamen kursiven Zwischentexten zu passen. Sollte allerdings alles auf einen psychisch gestörten Stalker-Bruder von Jake rauslaufen wäre ich ehrlich gesagt enttäuscht.

    Was ich beim letzten kursiven Text in diesem Abschnitt übrigens noch auffällig fand: einer der beiden Gesprächspartner will offenbar von den Notizheften ablenken, und zwar auf die gleiche Art und Weise wie Jake das im Gespräch immer macht. Zufall? :gruebel


    Die seltsamen Kellergemälde (wohl das von der Mutter erwähnte "Studio") würden definitv wunderbar in einen Horrorfilm passen, ich frage mich wie dann das Bild aussieht, dass sie "ihr" mitgegeben hat.


    Für mich war dieser Abschnitt definitiv besser als der vorhergehende, weil er sich hauptsächlich "außerhalb" des Kopfes der Hauptfigur abgespielt hat, also sie ist nicht ständig ihren Gedanken nachgehangen sondern hat im hier und jetzt etwas erlebt und darauf reagiert. Das war spannender (und auch unheimlicher) zu lesen.

  • Geht es euch auch so, dass ihr ständig so einen Moment erwartet, in dem etwas dramatisches passiert und dann kommt doch irgendwie nix? Also so wie bei dem Keller?

    Ja, ging mir auch so. Entweder irgendwas seltsames im Keller, oder im Obergeschoss des Hauses. Ich finde es aber ganz gut, dass da noch nichts kam, wäre noch etwas zu früh finde ich.

    Ich überlege gerade, ob der Originaltitel I'm Thinking of Ending Things den Schluss zulässt, dass sich doch alles im Kopf der Ich-Erzählerin abspielt bzw aus deren Erinnerungen zusammensetzt.

    Das wäre gut möglich. Der Titel ist ja auch der erste Satz, den sie im Buch sagt bzw. denkt.

    Was ist das denn überhaupt für eine Nummer mit dem Besuch bei den Eltern? Das erinnert mich zum Teil an Fitzeks „Die Therapie“ und ein wenig an „ American Horror Story“.

    Stimmt, der Vergleich mit "American Horror Story" fängt für mich die zum Teil extrem groteske Stimmung sehr gut ein, die hier herrscht.

    Wie Jakes Bruder beschrieben wird, auch das von ihm in der Vergangenheit gesprochen wird...Ich vermute eine Form der Schizophrenie mit stark depressiver Komponente -> Suizid?

    Ich hatte auch überlegt, ob er tot ist, weil Jake ein paar mal in der Vergangenheit von ihm spricht. Aber an einer anderen Stelle sagt er dann wieder "Ich glaube nicht, dass es für immer ist. Inzwischen geht es ihm besser, entschieden besser". Immer vorausgesetzt natürlich, der Bruder existiert tatsächlich und ist nicht eine Facette von Jake selbst.

  • Huch, nun sind die beiden doch noch bei seinen Eltern angekommen. Dachte das wird niemals passieren.

    Den Hof hätte ich lieber nicht live sehen wollen, artgerechte Tierhaltung ist was anderes.

    Die Eltern sind aber auch komisch. Was ist das denn für ein Spiel, das SIE Jake imitieren soll? Ich weiß nicht, ich wäre am liebsten wieder heim gefahren.

    Gruselig sind diese kleinen Dinge, wie die auf einmal andersrum stehenden Hausschuhe vor der Badezimmertür, oder der dunkle, muffige Keller. Da muss ich gestehen, das ich dachte, das dort unten jemand gefangen gehalten wird.

    ja, das hatte ich auch kurz vermutet!
    Der Hof ist schlimm, die Tierhaltung grässlich und die Eltern sehr schräg. Da hätte ich auch auf keinen Fall übernachtet. Das Spiel fand ich auch seltsam. Sie fahren ja zurück, aber da sie lange gebraucht haben hinzukommen und nach dem Essen mitten in der Nacht zurück ist auch gewagt und er fährt immer schneller, bei der Witterung, nachts, ob sie dann ankommen oder irgendwo stecken bleiben?

    der Vergleich mit "American Horror Story"

    ja, der Vergleich kam mir auch!
    Bei dem Kursivgeschriebenen am Ende könnte das jetzt auch zu Jake passen. Allerdings die vorangegangenen kursiven Abschnitte eher nicht.

  • Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht immer die gleichen Personen sind bei den kursiven Texten. Manche schienen wie Nachbarn oder entfernte Bekannte, manche wie ermittelnde Polizisten... bin gespannt ob man dafür noch irgendwelche Anhaltspunkte bekommt oder es sich selbst zusammenreimen muss.

  • Nach diesem zweiten Abschnitt bin ich ehrlich gesagt noch verwirrter als nach dem ersten Teil.... :schaem Es ist einfach alles, aber auch wirklich alles seltsam und grotesk. Die Sachen mit den Tieren waren für meine sensible Seele dann schon fast zuviel. Es ist mir schon klar, dass auf einer Farm solche Dinge mit Tieren geschehen können - aber so geballt?


    In dieser Geschichte scheint keiner ganz "normal" zu sein. :gruebel Und wenn ich im ersten Abschnitt noch dachte, die Erzählerin leide an einer Persönlichkeitsspaltung, kann ich es mir immer besser vorstellen, dass Jake psychisch mehr als angeschlagen ist. Gibt es z.B. diesen mysteriösen Bruder wirklich? Oder sind die kursiv geschriebenen Gespräche ein Hinweis auf das Schicksal dieses Bruders?


    Okay, entgegen meiner Vermutungen, treffen sie tatsächlich seine Eltern. Und gerade als ich dachte, die Geschichte würde an dieser Stelle vermutlich etwas bodenständiger werden wurde sie NOCH seltsamer. Du meine Güte. :yikes Also in diesem Abschnitt gab es zumindest einige sehr morbide und fast schon alptraumhafte Szenen, immerhin kam hier bei mir erstmals ein unterschwelliges Gruselgefühl auf.

    Ja, Para, genauso ähnlich erging es mir auch. In diesem Abschnitt fühlte ich mich schon sehr unwohl und ein erster richtiger Gruselmoment war für mich, als die Erzählerin sich selber auf einem Foto zu erkennen glaubt.


    Es ist zwar schon recht spät, aber ich glaube, ich muss noch ein bisschen weiterlesen. Obwohl mich das Buch nicht wirklich begeistert, lässt es mir dann seltsamerweise auch keine Ruhe... Das alleine ist schon irgendwie gruselig. ;-) 

  • Geht es euch auch so, dass ihr ständig so einen Moment erwartet, in dem etwas dramatisches passiert und dann kommt doch irgendwie nix? Also so wie bei dem Keller?

    So ähnlich habe ich das beim Lesen auch empfunden. Gerade als die Erzählerin in den Keller gegangen ist, habe ich richtiggeehend darauf gelauert, dass es gleich zu einem "Ereignis" kommt. Ich verspüre beim Lesen eine angespannte Erwartungshaltung und habe auch Bammel davor, was passieren könnte. Es scheint fast so, als ob das die "Stärke" des Buches wäre. :gruebel