Schlüssel 17 - Marc Raabe

  • Im Berliner Dom wird die schrecklich zugerichtete und inszenierte Leiche der Dompfarrerin gefunden. Um ihren Hals hat sie einen Schlüssel mit der Nr. 17 darauf. Den gleichen Schlüssel sah Ermittler Tom Babylon schon mal und seine Schwester verschwand spurlos.

    Das Cover des Buches ist gut gemacht, ein absoluter Hingucker, passend für das Genre, passend auch zum Buch (und das obwohl es keinen Schlüssel zeigt!).

    Der Schreibstil des Autors ist sehr gut; Orte und Protagonisten werden perfekt dargestellt und in Szene gesetzt,

    Die Spannung beginnt bereits ab der ertsen Seite und lässt einen bis zur letzten Seite nicht mehr los; dabei ist der Spannungsbogen sehr hoch.

    Alle Hauptprotagonisten auf Polizistenseite haben ihre Geheimnisse; einige werden davon gelüftet, die meisten allerdings nur zum Teil. Vor allem Toms Suche nach seiner Schwester kann noch weitergeführt werden, denn dies soll ja nur der Auftakt über den Ermittler Tom Babylon sein.

    Ich freue mich jetzt schon auf eine spannende Fortsetzung rund um diese außergewöhnlichen Ermittler und bin gespannt, wie Tom dem näher kommt.

    Eine Kleinigkeit ist mir aufgefallen: Sita hat einen Doktortitel, obwohl sie nicht approbiert hat, sondern "nur" Diplom-Psychologin ist; sie müsste also einen Magistertitel haben.

    Fazit: Hochspannender Thriller, den ich nur weiterempfehlen kann. Kann einen weiteren Band um die Ermittler rund um Tom Babylon kaum erwarten.

  • Hi SaintGermain ,


    danke dir für den Einblick. Kannst du mir eventuell eine Detailfrage beantworten? In einer der Vorschauen wird erwähnt, dass der Treptow-Kanal eine Rolle spielt. Ist das im Buch tatsächlich so?

    Ich bin zwar erst bei der Hälfte des Buches, aber bisher ist immer nur vom Teltowkanal die Rede. Und da ich das eBook lese, hab ich schnell mal ne Wörtersuche nach Treptowkanal gestartet, das kommt im ganzen Buch nicht ein Mal vor. Ich glaube, der Fehler liegt nur bei der Vorschau, im Buch ist es richtig.

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)


    In der Kuppel des Berliner Doms hängt eine grausam zugerichtete Tote mit schwarzen Flügeln: Es ist die prominente Dompfarrerin Dr. Brigitte Riss. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel. In den Griff ist die Zahl 17 geritzt. Tom Babylon vom LKA will diesen Fall um jeden Preis. Denn mit diesem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola. Doch Tom bekommt eine unliebsame Partnerin für die Ermittlungen. Die Psychologin Sita Johanns fragt sich schon bald, wer in diesem Fall mehr zu verbergen hat: Tom oder der Mörder, der sie beide erbarmungslos vor sich hertreibt.



    Autor (Quelle: Verlagsseite)


    Marc Raabe, 1968 geboren, ist Geschäftsführer und Gesellschafter einer Fernsehproduktion. Seine beiden Thriller Schnitt und Schock waren viele Wochen auf der Bestsellerliste. Marc Raabe lebt mit seiner Familie in Köln.



    Allgemeines


    Erster Band der Tom Babylon-Reihe


    Erscheinungstermin: 9. Februar 2018 im Ullstein Verlag als broschiertes TB mit 512 Seiten


    Gliederung: Prolog – Drei Teile mit insgesamt 24 Kapiteln, jeweils mit Orts- und Zeitangaben überschrieben – Epilog – Danksagung


    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen


    Handlungsort und -zeit: Berlin und Umgebung, September 2017, Rückblicke auf das Jahr 1998



    Zum Inhalt


    Tom Babylon vom LKA trägt eine belastende Erinnerung mit sich herum: 1998 verschwand seine damals zehnjährige Schwester Viola spurlos, bis heute will er nicht glauben, dass sie tot ist. Bei ihrem Verschwinden trug sie einen Schlüssel mit der in den Griff eingeritzten Zahl 17 bei sich, diesen Schlüssel hatte sie von Tom, der ihn – gemeinsam mit seiner Freundesclique – kurz zuvor bei einem „verbotenen“ Abenteuer gefunden hatte.


    Als die stadtbekannte Dompfarrerin Brigitte Riss auf ebenso brutale wie groteske Weise ermordet wird, trägt sie den „Schlüssel 17“ um den Hals. Für Tom steht es damit fest, dass der Mord mit dem Verschwinden seiner Schwester zusammenhängen muss. Als einige seiner ehemaligen Freunde ebenfalls einen solchen Schlüssel zugeschickt bekommen und es zu weiteren Todesfällen kommt, stellt sich für Tom das Problem, wie er in diesem Fall ermitteln kann, ohne seinen Kollegen, darunter der sehr aufgeweckten Psychologin Sita Johanns, die tragischen Erlebnisse seiner Jugend zu enthüllen.



    Beurteilung


    „Schlüssel 17“ ist keiner der typischen Thriller über irre Serienkiller, vielmehr handelt es sich um einen äußerst komplexen Kriminalroman, dessen Zusammenhänge erst sehr spät durchschaubar sind. Durch seine Szenen- und Zeitwechsel gestaltet sich die Lektüre sehr kurzweilig und spannend, zumal am Ende einiger Kapitel Cliffhanger vorkommen. Die Handlung in der Gegenwart (2017) wird im Präsens erzählt, was dem Leser das Gefühl vermittelt, unmittelbar zum Zeugen der Geschehnisse zu werden. Der im Jahr 1998 spielende Handlungsstrang um den damals vierzehnjährigen Tom und seine Freunde ist im Präteritum gehalten. Im Laufe der Ermittlungen taucht der Leser mit Tom und Sita in die DDR-Vergangenheit ein.


    Die beiden Hauptfiguren Tom und Sita sind in ihren Charakteren und persönlichen Lebensgeschichten gründlich ausgearbeitet und treten als Persönlichkeiten plastisch hervor. Auch die weiteren Romanfiguren sind detailliert ausgestaltet, zum Teil wirkt die Darstellung ein wenig überspitzt. Beim LKA gibt es Mitarbeiter mit dunklen Seiten, hier werden die Hintergründe nicht gänzlich offengelegt. Dasselbe gilt für den Kriminalfall, der nur zum Teil aufgeklärt wird und damit gute Anschlussmöglichkeiten für den zweiten Band liefert, den der Leser dann natürlich auch unbedingt lesen „muss“.


    In „Schlüssel 17“ verbinden sich eine anschauliche Schilderung mit vielen Spannungshöhepunkten und ein intelligent aufgebautes Handlungskonstrukt zu einem sehr lesenswerten Einstieg in eine neue Reihe.



    Fazit


    Intelligent konstruiert und spannend erzählt, ein sehr lesenswerter Einstieg in eine neue Reihe!

    9 Punkte


  • Tom Babylons 1. Fall

    Schauplatz Berlin - SOKO Dom


    Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen erleben wir im Juli 1998 Tom Babylon und seine Clique. Bei einer Mutprobe finden sie einen Toten im Kanal. Er wurde mit Draht umwickelt und trug einen Schlüssel Nr. 17 um den Hals. Tom nimmt den Schlüssel an sich und sie überlegen gemeinsam, daß sie morgen zur Polizei gehen werden, um den Leichenfund zu melden. Tom und sein Freund Bene tauchen und fotografieren. Als sie die Fotos zum Entwickeln ins Labor bringen, kommt es zu einem heftigen Zwischenfall. Am nächsten Tag melden sie den Toten, der aber nicht mehr gefunden wird, eventuell ist er mittlerweile abgetrieben, den Schlüsselfund behalten sie für sich. Toms kleine Schwester Vi hat den Schlüssel an sich genommen und ist seither verschwunden. Nach einiger Zeit wird Tom mitgeteilt, daß seine Schwester ertrunken ist. Diese Erklärung glaubt er bis zum heutigen Tag nicht, das Trauma verfolgt ihn und er spricht in Gedanken oftmals mit ihr.


    Der zweite Strang behandelt die Gegenwart. Im Berliner Dom wurde hoch oben die Pfarrerin Brigitte Risse als Engel aufgehängt gefunden, um ihren Hals hängt ein Schlüssel mit der eingeritzten Zahl 17, ein Pfahl findet sich in ihrem Rektum und nach ihrem Tod wurden ihr wurden die Augen ausgestochen.



    Tom Babylon und sein Erzrivale Jo Morten sollen den Fall klären, wobei Jo Morten die Leitung erhält. Tom mittlerweile 33 Jahre ist beim LKA Berlin und hat die meisten Dienstaufsichtsbeschwerden. Eigentlich dürfte er in dem Fall nicht tätig werden, denn er kannte die Pfarrerin aus seiner Jugendzeit. Sie war die Mutter von Karin, die früher mit ihm in der besagten Clique war. In die Ermittlungen mit einbezogen wird Frau Dr. Sita Johanns, Psychologin, mit halbdunklem Teint und Narben, weshalb sie ständig Perücken trägt.



    In einem weiteren Strang befinden wir uns in einer Psychiatrischen Klinik.

    Friderike ist dort neu als Pflegerin eingestellt und lernt die Patientin Klärchen kennen. Diese malt Kalender an die Wand, bei denen aber immer der 17. fehlt. Friderike folgt Klärchen heimlich in die Kirche, wo sie angeblich mit Jesus verabredet ist, sich dort entblößt und einen Zettel aus einem Versteck nimmt. Prof. Wittenberg nimmt Friderike nicht ernst oder will dies auch nicht. Er verbietet Dr. Johanns den Kontakt zu Klärchen. Aber so leicht lässt sie sich nichts verbieten, sie verbeißt sich in die Sache und findet unglaubliche Zustände in der Klinik vor und vor allem die Frage, ob eine Verbindung von Klärchen zu dem aktuellen Fall besteht – die Nr. 17 scheint es in sich zu haben.


    Im Weiteren treffen wir auf andere Mitglieder der Teenie-Clique, eine rechte Gruppierung, Vorfälle in der früheren DDR und weitere Leichen.




    Es war für mich das erste Buch des Autors. Er schreibt von der ersten bis zur letzten Seite spannend und fesselnd. Der Fall ist komplex angelegt und durch die verschiedenen Stränge bzw. Cliffhanger wird der Leser dazu verführt, immer weiter lesen zu wollen. Das Team Tom und Sita wurden sehr gut und detailliert ausgearbeitet, sie erschienen mir sehr realistisch und authentisch. Beide hatten ihre persönlichen Geheimnisse, die sie jedoch peu a peu dem anderen gebeichtet haben. Dadurch kam es im Laufe der Zeit zu einem echten Vertrauensverhältnis. Auf der anderen Seite blieben für mich etliche Fragen offen, auf die hoffentlich in weiteren Bänden eingegangen wird. Mich hat der Autor am Haken und ich werde beim 2. Fall mit von der Partie sein.

  • Vor ein paar Tagen hatte ich die letzte Seite dieses Thrillers umgeblättert und seitdem versuche ich meine Gedanken zu ordnen und in einen Leseeindruck zu verpacken. Es war ja schon von Haus aus ein recht verschachtelter und komplexer Plot, der dem Leser auch einiges an Konzentration abverlangte. Dennoch konnte ich nicht anders und ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Der Spannungsbogen war fast durchgehend bis zum Zerreissen gespannt, so dass ich immer nur sehr ungern Lesepausen einelegt habe. Die kurzen Kapitel mit so manchem Cliffhanger haben es mir zusätzlich erschwert, das Buch beiseite zu legen.


    Während dem Lesen war ich also ganz begeistert von Marc Raabes neuer Serie rund um den Ermittler Tom Babylon. Dass die Figuren nach meinem Empfinden etwas zu blass blieben, hat mich in diesem Falle nur überraschend wenig gestört. Das Erzähltempo liess mir als Leser keine Gelegenheit lange zu verweilen, so dass mir keine Zeit blieb, mich genauer mit den Figuren zu beschäftigen.


    Als jedoch die letzte Seite gelesen war, wurde meine Begeisterung etwas gedämpft. Für meinen Geschmack blieben leider zu viele Fragen offen und einige Nebenstränge verliefen verwirrenderweise im Sande. Es ist mir schon klar, dass sich auch bei realen Ermittlungen so manche Spuren verlieren und dass der Autor in diesem Falle eine Spannung für die Folgebände aufbauen wollte. Für mich waren es aber dann doch zu viele Fragezeichen, die am Ende in der Luft schweben blieben.


    Auch wenn ich demnach nicht die volle Punktzahl vergeben kann (7 von 10 Eulenpunkten), konnte ich spannende Lesestunden verleben und ich werde der Babylon-Serie bestimmt noch eine Chance geben. Ich bin zu neugierig wie es mit Tom und Sita weiter geht und ich hoffe, dass noch eine Fragen beantwortet werden.

  • Darum geht’s:


    Im Berliner Dom wird eine auffällig drapierte Tote gefunden. Oberkommissar Tom Babylon vom LKA Berlin drängt sich in die Ermittlungen, denn er erkennt schnell, dass dieser Mord etwas mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun hat. Die ermordete Dompfarrerin trägt einen Schlüssel um den Hals, der dem Schlüssel zum Verwechseln ähnlich sieht, mit dem Toms Schwester Viola vor fast 20 Jahren verschwunden ist.


    So fand ich’s:


    Dieses Buch lässt mich ein bisschen zwiegespalten zurück. Denn die Grundidee war gut, der Autor hat sie gekonnt und routiniert umgesetzt und es gab so einige Spannungsmomente und Rätselfragen, die mich von Anfang bis zum Ende bei der Stange gehalten und zum interessierten Weiterlesen animiert haben. Doch es gab auch ein paar wichtige Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben.


    Einige kleinere Nebenhandlungen verliefen im Sande und leider wurde auch ein Teil des Haupterzählstranges nicht aufgeklärt. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass dieser Krimi nicht wirklich komplett abgeschlossen ist. Möglicherweise wird sich das noch offene Thema über die ganze Serie hinziehen, das kann ich als Leser nach Band 1 natürlich noch nicht sagen. Das muss man mögen und sollte sich darauf einstellen. Ich mag derart offene Enden meistens nicht und hätte ich es gewusst, dann hätte ich dieses Buch erst später gelesen, wenn die Fortsetzung(en) verfügbar sind.


    Der Haupterzähler Tom ist zwar eigentlich Polizist, aber davon merkt man nicht immer was. Von Teamwork hält er nichts, denn er teilt seine Erkenntnisse nur, wenn er sich Vorteile davon verspricht und setzt seine Kollegen auch bevorzugt für nicht-offizielle Hilfeleistungen für ihn persönlich ein. Anweisungen befolgt er grundsätzlich nicht und überhaupt tritt er eher wie eine Mischung aus Wild-West-Sheriff und Robin Hood auf, was mir nicht wirklich gut gefallen hat. Aufgrund seiner persönlichen Verwicklung in diesen Fall nimmt er sich Dinge heraus, die man so als Polizist einfach nicht machen kann (z. B. mit einer illegal beschafften Waffe unklaren Ursprungs zu halb-dienstlichen Ermittlungen loszuziehen). Diese wildgewordenen Egotrips haben mir Tom nicht wirklich sympathisch werden lassen und ich bin mit ihm nicht richtig warm geworden.


    Widerwillig muss er die Psychologin Sita Johanns an seiner Seite akzeptieren. Deren Name hat mich immer an Catherine Zeta-Jones erinnert und mich mächtig irritiert. Zu blöd, aber aus dieser Gedankenschleife bin ich nicht herausgekommen. Aus ihrer Vergangenheit bleiben große Teile im Dunkeln. Sie wirkte zwar wesentlich sympathischer auf mich als Tom, denn sie ist überlegt, empathisch, clever und mutig, aber es war auch offensichtlich, dass sie ihre Geheimnisse mit sich herumträgt, von denen wir außer sehr vagen Andeutungen und den Folgen (Narben, Perrücke) nichts erfahren haben. Auch hier scheint noch viel für weitere Bände aufgespart worden zu sein.


    Die Handlung ist komplex, verschiedene Handlungsstränge auf zwei Zeitebenen mehrfach miteinander verschachtelt und es gibt eine Vielzahl von Beteiligten. Ab und zu hab ich mal den Überblick verloren und musste nachdenken, wer diese Person gleich nochmal war oder wie sie in das Bild dieses mehrschichtigen Kriminalfalles passte. Zu meiner Verwirrung beigetragen hat sicher auch die Art des Autors, einen nur sehr spärlich mit Informationen zum selbst zusammenpuzzeln zu versorgen. Das mag für viele sicher ein weiteres Spannungselement sein – mich hat es leider nur verwirrt und irgendwann genervt.


    Letztendlich war für mich persönlich dann auch zu oft der Zufall am Werk. Ohne dass ich hier ins Detail gehen und zu viel vom Inhalt verraten will, fand ich mehr als einmal, dass das Aufeinandertreffen genau dieser Personen zu genau der passenden Zeit in der Millionenstadt Berlin erforderlich war, um diese Handlungsentwicklung möglich zu machen und das kam mir dann doch sehr unwahrscheinlich vor.


    Gut gefallen hat mir das Spiel mit Berlin-Ost und West zu Zeiten der Wende, den Personen mit DDR-Jugend und der Verquickung von Stasi-Machenschaften und dem, was von den Folgen auch heute noch spürbar ist. Genug Spannung war auf jeden Fall vorhanden, die sich sowohl aus dem rätselhaften Fall als auch aus so manchen fesselnden Szenen speiste. Schade, dass mich dieses Buch über ein durchschnittliches Lesevergnügen hinaus nicht beeindrucken konnte.


    Nachdem schon „Der Schock“ vom selben Autor offensichtlich keinen großen Eindruck bei mir hinterlassen hat, muss ich wohl einsehen, dass der Autor und ich nicht wirklich kompatibel sind. Wie schade, dass ich vor viereinhalb Jahren meine Rezension zu „Der Schock“ so kurz gefasst habe. Man lernt doch auch als Rezensionsschreiber dazu und nach so langer Zeit wüsste ich doch gerne ein bisschen mehr darüber, wie ich das Buch damals empfunden habe.

  • Meine Neugierde wurde durch den Klappentext geweckt und ich war gespannt, welche Geschichte sich hier entfalten würde.

    Auf mehreren Erzählebenen entwickelt sich eine sehr komplexe Handlung. Sie beginnt mit einem grausamen Mord, zum Glück geht es dann weit weniger blutrünstig weiter. Die Verknüpfung mit den knapp zwanzig Jahre zurückliegenden Geschehnissen in der damaligen DDR ist gut gelungen.


    Ein richtiges Team ist aus Oberkommissar Tom Babylon und Psychologin Sita Johanns aus meiner Sicht noch nicht geworden, auch wenn sie ganz gut zusammenarbeiten, aber das kann ja noch kommen. Dies ist der Serienauftakt und so wie das Buch endet, mit all den offenen Fragen, die hoffentlich dann in der Fortsetzung beantwortet werden, würde ich jetzt schon empfehlen, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

  • Der Schlüssel zur Vergangenheit


    "Die Gegenwart ist schwer zu ertragen für jene, die viel Vergangenes mit sich herumschleppen." (Ernst Ferstl)

    Berlin 1998: An einem schönen Sommertag trifft sich an einer stillgelegten Eisenbahnbrücke, eine Clique aus 5 Freunden. Als einer der Freunde von dort in den Teltowkanal springt, entdeckt er am Grunde des Wassers einen Toten. Kurz darauf tauchen sie noch einmal, um nachzusehen und entdecken bei dem Toten einen silbernen Schlüssel mit grauer Kappe in der die 17 eingeritzt ist. Doch als sie am nächsten Tag zu Polizei gehen und diese nach sieht, fehlt von dem Toten jede Spur.

    Berlin 2017: In der Kuppe vom Berliner Dom findet man die grausam zugerichtete Leiche der Dompfarrerin Dr. Brigitte Riss und kurz darauf einen weiteren Toten. Tom Babylon vom MK 7 wird zum Tatort gerufen, bei der er die tote Frau wiedererkennt. Als er ihren Leichnam herablässt, entdeckt er den Schlüssel mit der Zahl 17 um ihren Hals. Genau so ein Schlüssel wie jener, den er damals im Teltowkanal bei dem Toten gefunden hatte und mit dem seine Schwester Viola (Vi) vor knapp 20 Jahren verschwunden ist. Tom Babylon möchte diesen Fall um jeden Preis, den der könnte eine neue Spur zu Vi sein, die es schon seit Jahren sucht. Als Partnerin bekommt er die Psychologin Sita Johanns zu Seite, die recht schnell merkt, das Tom ihr irgendwas verschweigt. Als die Freunde seiner ehemaligen Clique weitere Schlüssel erhalten, vermutet Tom das der Tod von Brigitte Riss mit dem Erlebnis von damals zusammenhängt.

    Meine Meinung:
    Dies ist
    nach "Heimweh" das zweite Buch, das ich von dem Autor gelesen habe. Doch entgegen dem letzten hat mich dieser Thriller von Anfang an gepackt. Schon das schöne Cover mit den erhobenen Buchstaben und der Feder in Silber, gefällt mir gut. Der Schreibstil ist sehr gut und geht mit verschiedenen Handlungssträngen einher. Die Charaktere waren mir sehr sympathisch, alle voran Tom Babylon und Psychologin Sina Johanns. Wobei man Tom Babylon näher kennenlernt wie die Psychologin Johanns, bei der am Ende noch einige Fragen offen blieben und hoffentlich in den weiteren Folgen beantwortet werden. Der Plot aus Gegenwart und Vergangenheit, hat mich sehr fasziniert und gefesselt, so das ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Es geht in diesem Thriller auch um die Vergangenheit der damaligen DDR und den Machenschaften der Stasi. Genau deshalb haben mich die Rückblenden in das Jahr 1998 sehr fasziniert, auch wen manche Dinge inzwischen bekannt sind. Trotzdem das Buch mit über 500 Seiten recht umfangreich ist, hatte ich nie den Eindruck der Langeweile, im Gegenteil der Roman ist spannend von Anfang bis Ende. Da am Schluss des Buches der Fall nicht ganz gelöst ist, wird Toms Suche nach seiner Schwester sicher in den Folgebänden weiter gehen. Ich jedenfalls fiebere schon dem nächsten Band von Tom Babylon entgegen, kann dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen und gebe 10 Eulen.

    :thumbup::respekt

    "Lebe jeden Tag so, als ob du dein ganzes Leben lang nur für diesen einen Tag gelebt hättest."

  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Wer weiß, was im Sommer 1998 geschah?


    Der Titel wurde mir empfohlen und da mir bereits das Debüt von Marc Raabe gut gefallen hatte, begann ich mit dem Lesen und konnte dann einfach nicht mehr aufhören.


    In der Geschichte geht es um den Polizisten Tom Babylon, der einen aktuellen Fall bearbeitet, der ihn in seine Jugend zurückversetzt. Die übel zugerichtete Leiche der Dompfarrerin hat einen Schlüssel um den Hals hängen, den er kennt. Mit diesem verschwand einst seine Schwester Viola vor 19 Jahren. Was hat sie mit all dem zu tun? Könnte sie noch leben?


    Marc Raabe erzählt seine Geschichte über zwei Zeitebenen. Zum Einen bewegen wir uns im Jahr 2017, sprich in der Gegenwart bei seinem derzeitigen Fall als Polizist. Zum Anderen begleiten wir Tom als Teenager im Jahr 1998, in dem er eine Entdeckung zusammen mit seiner Clique macht, die ihr Leben schlagartig verändert.


    Richtig klasse fand ich, dass die Beelitz Heilstätten eine Rolle spielten, denn darüber habe ich erst kürzlich eine Dokumentation gesehen und fand das Gelände dort immens spannend. Ideales Setting für einen Thriller.


    Tom Babylon als Hauptchakater ist schon so eine Type. Seine Jobwahl kann jeder verstehen, denn als Jugendlicher hat er einiges durchleben müssen. Er ist jemand mit Ecken und Kanten und fast hat man etwas Mitleid mit ihm, dass er kaum Zeit für ein normales Leben mit Partnerin und Familie hat. Bedrückend fand ich seine "Selbstgespräche", weil man hier besonders spürt, wie er unter seinen Verlusten leidet.


    Sita Johanns fand ich einfach nur unglaublich, was für eine taffe und mutige Frau. Richtig mitgefiebert habe ich als sie sich gezwungenermaßen ihrer Angst vor Dunkelheit stellen musste. Ich hoffe, dass sie in weiteren Bänden auch dabei sein wird und wir dann auch erfahren, was ihr passiert ist. An ihr fand ich besonders faszinierend wie sie in den Menschen lesen kann, ihre Jobwahl als Psychologin passt jedenfalls perfekt.


    Richtig gruselig fand ich den Charakter der Klara Winter. Anfänglich dachte ich sie wäre eine alte, verwirrte Frau, dabei ist sie noch keine dreißig. Was sie erlebt haben muss, das kann man wohl mit normalen Menschenverstand kaum fassen. Sie tat mir unendlich Leid, denn im Grunde hat man ihr ihr Leben weggenommen.


    Gut hat mir außerdem gefallen, dass ein Teil der Geschichte im Jahr 1998 spielt. Dem Autor gelingt es ein authentisches Bild der Zeit zu zeichnen, fühlte ich mich doch jedes Mal in meine Jugend zurückversetzt, denn rein zufällig bin ich genauso alt wie unser Ermittler Tom Babylon.


    Der Spannungsbogen im gesamten Thriller war immens hoch, fühlte ich mich beim Lesen doch beinahe durch das Buch gepeitscht. Eine Leseunterbrechung nahezu unmöglich, da man unbedingt und schnellstmöglich wissen will, wie das Ganze ausgeht.


    Die Auflösung des Falls war schlüssig, auch wenn ich ehrlich gesagt in eine ganz andere Richtung gedeutet hätte. Da es sich um den Auftaktband einer Reihe handelt, ist auch klar, dass Fragen offen bleiben.


    Fazit: Absolute Hochspannung, bei der jeder Leser Zeit und Nerven wie Drahtseile braucht, denn die Geschichte ist nichts für Angsthasen. Klasse Lektüre, ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall mit Tom und Sita.


    Bewertung: 10/ 10 Eulenpunkten