Wie viel Werbung und Leseprobe im Ebook ist akzeptabel?

  • Wie viel Werbung und Leseproben im Ebook sind akzeptabel? 20

    1. Werbung hat im Ebook nichts zu suchen. (7) 35%
    2. Etwas Werbung oder eine Leseprobe darf sein, aber mehr als 10% des Inhalts darf es nicht ausmachen. (10) 50%
    3. Werbung und Leseproben sind ok, aber höchstens ein Viertel des Inhalts. (2) 10%
    4. Solange die Geschichte gut ist, ist es egal, wie viel Werbung dazugepackt wird. (1) 5%
    5. Material, das sich auf die Geschichte bezieht, wie Charakterportraits, Erläuterungen und Hintergründe, zählen für mich zur Geschichte. (7) 35%
    6. Material, das sich auf die Geschichte bezieht, wie Charakterportraits, Erläuterungen und Hintergründe, zählen für mich nicht zur Geschichte. (1) 5%
    7. Charakterportraits etc. sind für mich keine Werbung, sollten aber trotzdem nicht zusammen mit der Werbung den Hauptteil des Inhalts ausmachen. (5) 25%
    8. Mir egal, ich lese alles, sogar die Gebrauchsanweisung für meinen Stiefelknecht. (0) 0%

    Mir sind in der letzten Zeit gleich mehrere Ebooks untergekommen, bei der die eigentliche Geschichte irgendwo bei unter 60% zu Ende war; bei einem bestimmten Verlag scheint das Standard zu sein. Wenn man dann auch Impressum und Inhaltsverzeichnis abzieht, macht die Geschichte allenfalls noch die Hälfte des Ebooks aus. Es gibt ja Ebooks, die wollen ausdrücklich eine Werbung sein, da geht es noch an, wenn neben Leseproben für andere Bücher nur eine kürzere Geschichte drin ist, aber ansonsten finde ich es nicht in Ordnung, wenn Werbung einen so großen Teil des Inhalts darstellt. Wie seht ihr das?

  • Naja, wenn die Geschichte nach 60% zu Ende ist, muss ich ja nicht weiterlesen. Meines Wissens wird der entsprechende Roman ja nicht auf Kosten der Werbung bzw der Leseproben gekürzt, oder?

    Kinder lieben zunächst ihre Eltern blind, später fangen sie an, diese zu beurteilen, manchmal verzeihen sie ihnen sogar. Oscar Wilde

  • Naja, wenn die Geschichte nach 60% zu Ende ist, muss ich ja nicht weiterlesen. Meines Wissens wird der entsprechende Roman ja nicht auf Kosten der Werbung bzw der Leseproben gekürzt, oder?

    Das ist zwar richtig, aber der Umfang des Ebooks wird ja in der Regel komplett über alles angegeben. Jemand, der das Preis-/Leistungsverhältnis vor dem Kauf unter anderem auch danach bewertet, dass für ihn die Geschichte eine bestimmte Länge haben muss, um den Preis zu rechtfertigen, kann sich da durchaus zu Recht getäuscht fühlen, finde ich.

    Wie man bei einer Kaufentscheidung Qualität und Quantität gewichtet, ist sicherlich diskutabel, und letzten Endes muss da jeder seinen eigenen Weg finden, aber es gibt durchaus Leute, die sagen, bei meinem Konsum muss ein Ebook, für das ich einen bestimmten Geldbetrag ausgebe, auch so und so lange halten.

  • Ich schwanke zwischen A und B - Werbung brauche ich generell nicht, aber einer kleinen Leseprobe von Romanen, die vom selben Autor sind, wäre ich nicht abgeneigt.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Ralf Langroth: Die Akte Adenauer

  • Erläuterungen und Hinzergründe zählen für mich nicht zur Werbung. Werbung nein, zusätzliche Infos sehr gerne.

    "It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities." Albus Dumbledore
    ("Vielmehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.")

  • Ich habe noch nie ein Buch wegen seiner Seitenzahl gekauft, sondern lediglich wegen seines Inhalts. Ich messe die Qualität nicht an der Anzahl der Zeilen.


    Und ich gebe ottifanta völlig Recht: Erläuterungen und Hintergründe sind keine Werbung, sondern wertvolle Ergänzung.

    Kinder lieben zunächst ihre Eltern blind, später fangen sie an, diese zu beurteilen, manchmal verzeihen sie ihnen sogar. Oscar Wilde

  • R. Bote

    Kannst du mal ein konkretes Beispiel bringen?

    Ist das ein reines Selfpublisherproblem?


    Mit Mühe habe ich gerade ein Buch von Diogenes gefunden, sonst habe ich keine Bücher mit Werbung für andere Titel. Der Verlag zählt nur die reinen Textseiten, die Werbeseiten zählen nicht. Amazon veröffentlicht bei meinem Beispielbuch eine falsche Seitenzahl und zählt anders als der Verlag bis zum letzten bedruckten Blatt.


    Wenn Selfpublisher sich an die "normale" Zählung halten würden, hättet ihr das Problem nicht ...

  • Kannst du mal ein konkretes Beispiel bringen?

    Ist das ein reines Selfpublisherproblem?

    Jochen Till - Fiese Ferien. Laut ebook.de 128 Seiten, für meinen Reader auf dem PC sind es dann 75. So weit ok, weil sich das aus Display- und Schriftgröße ergibt. Aber dann: Die Geschichte endet auf Seite 36, auf Seite 37 ist das Autorenportrait, und dann kommen nur noch Werbung und Leseproben. Und das Ebook stammt von Ravensburger.

    Wenn Selfpublisher sich an die "normale" Zählung halten würden, hättet ihr das Problem nicht ...

    Ich kann da nur für mich sprechen. Es gibt einen Onlinerechner, der versucht, anhand der Zeichenzahl den Umfang eines Ebooks so zu berechnen, wie Amazon es macht. Den benutze ich, um die Seitenzahl zu ermitteln, die ich auf meiner Homepage angebe, und die Zeichenzahl, die ich eingebe, ziehe ich aus dem Word-Dokument, das die reine Geschichte enthält. Da sind dann nicht mal Kapitelüberschriften enthalten, geschweige denn Inhaltsverzeichnis, Impressum und Hinweise auf meine anderen Bücher. Aber was bei den einzelnen Shops angegeben wird, kann ich in keiner Weise beeinflussen.

  • Hast du den Eindruck, dass es die ganze Geschichte ist? Evtl. ist sie ohne Umbrüche ja wirklich so kurz, weil es ein Text für den unwilligen männlichen Leser in Klasse 7 ist und die vielen Umbrüche das Lesen erleichtern sollen? ;)

    Sonst würde ich die Datei als defekt reklamieren ...


    Ravensburger gibt tatsächlich viele Jugendbücher heraus, die dafür gedacht sind, zu freundlichen Preisen von Schulen als Klassensatz angeschafft zu werden. Und da geht es in Klasse 7 darum, dass die Schüler überhaupt lesen ...

  • Die Geschichte ist vollständig. Dass sie kurz ist, ist, wie gesagt, für mich auch nicht das Problem. Ich habe schon bewusst Geschichten gekauft, die nur 14 oder 15 Seiten lang sind, weil mich die Leseprobe angesprochen hat und der Preis nicht überzogen schien. Da war dann aber klar, dass die Geschichte nur ein paar Seiten umfasst. Beim genannten Buch war schlicht nicht zu erkennen, dass mehr als der halbe Umfang mit der Geschichte nichts zu tun hat, und das ist es, was mich stört.

  • Wenn du der Deutschlehrer wenig motivierter Hauptschüler wärest, dann hättest du doch vorher ein Prüfexemplar vom Verlag bekommen oder der Klassensatz liegt schon seit 10 Jahren im Lager und du wüsstest, was dich erwartet. Das ist, wie gesagt, eine Reihe gegen das Jammern darüber, dass man ein ganzes (!!!) Buch lesen soll und davon extremst gestresst ist. Obs geklappt hat, wage ich mal zu bezweifeln, weil die Umbrüche in der Leseprobe eben genau dieser Klientel noch größere Probleme machen.

  • Wenn du der Deutschlehrer wenig motivierter Hauptschüler wärest,

    Bin ich aber nicht. Ich habe das Ebook als ganz normaler Kunde bezogen. Außerdem ist es nur eines von mehreren der letzten Zeit, und es waren auch andere Verlage betroffen. Es ist also nicht so, dass mich ein einzelnes Buch verärgert und in der Folge zu dieser Umfrage gewogen hat. Fiese Ferien hab ich lediglich als Antwort auf Deine Frage rausgepickt.

  • Ich finde Leseproben auch im größeren Umfang ok, solange sie nicht in die Seitenzahl für die Preisberechnung miteinbezogen werden. Normalerweise lese ich sie nicht, deswegen stören sie mich nicht weiter. Ich habe mir allerdings angewöhnt, ans Ende des E-Books zu springen und zu schauen, bei wieviel Seiten bzw. Prozent die eigentliche Geschichte endet. Ich finde es nämlich ärgerlich, wenn ich denke, dass das Buch noch 50 Seiten hat und bestimmt nochmal etwas Unvorhergesehenes passiert und dann ist es plötzlich schon zu Ende.

  • ch habe mir allerdings angewöhnt, ans Ende des E-Books zu springen und zu schauen, bei wieviel Seiten bzw. Prozent die eigentliche Geschichte endet.


    Genau so handhabe ich das auch immer, um mich vor bösen Überraschungen zu bewahren.

    Dazu muss ich aber sagen, dass ich/wir selten auf diese Leseproben zurückgreifen. Wir informieren uns vorher halt ein wenig und gehen dann das Risiko ein.

    So ein Buch ist ja jetzt auch keine so riesige Investition und ein Fehlkauf ist zu verkraften. Schade ist es dann lediglich um die verlorene Zeit.

  • Ich schaue auf jeden Fall, wie lang ein Buch ist, bevor ich es kaufe. Je nach Preis erwarte ich auch eine gewisse Seitenzahl für mein Geld. Wenn die eigentlich Geschichte nach 60% aufhört wäre ich auf jeden Fall sauer. Das empfinde ich als Betrug.

    Und dann ist da bei guten Geschichten ja auch noch die Freude, noch etwas vom Buch zu haben, solange die Prozentangabe noch weit von der 90 entfernt ist. Wenn das dann plötzlich endet, bin ich als Leser vom Autor enttäuscht.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis