Nele Neuhaus - Muttertag

  • https://www.amazon.de/Mutterta…8-1&keywords=nele+neuhaus


    Gebundene Ausgabe: 560 Seiten

    Verlag: Ullstein Hardcover (19. November 2018)

    ISBN-10: 3550081030

    ISBN-13: 978-3550081033


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    Kurzbeschreibung


    Sie hatten ein Geheimnis. Sie mussten sterben. An einem Sonntag. Der neue Bestseller von Nele Neuhaus.

    Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wird eine Leiche gefunden. Es handelt sich um den ehemaligen Betreiber des Werks, Theodor Reifenrath, wie Kriminalhauptkommissarin Pia Sander feststellt. In einem Hundezwinger machen sie und ihr Chef Oliver von Bodenstein eine grausige Entdeckung: Neben einem fast verhungerten Hund liegen menschliche Knochen verstreut und die Spurensicherung fördert immer mehr schreckliche Details zutage. Reifenrath lebte sehr zurückgezogen, seit sich zwanzig Jahre zuvor seine Frau Rita das Leben nahm. Im Dorf will niemand glauben, dass er ein Serienmörder war.

    Rechtsmediziner Henning Kirchhoff kann einige der Opfer identifizieren, die schon vor Jahren ermordet wurden. Alle waren Frauen. Alle verschwanden an einem Sonntag im Mai. Pia ist überzeugt: Der Mörder läuft noch frei herum. Er sucht sein nächstes Opfer. Und bald ist Anfang Mai.



    Autorin


    Schon als Fünfjährige schrieb die in Münster Geborene ihre erste Geschichte, mit 14 Jahren füllten die Storys schon mehrere Hefte. Und als Nele Neuhaus nach dem Studium von Jura, Geschichte und Germanistik das erste "richtige" Buch geschrieben hatte, ließ sie es "on demand" drucken und vertrieb es selbst. Es verkaufte sich bestens, der Berliner Ullstein-Verlag nahm Nele Neuhaus unter Vertrag, und ihre folgenden Krimis um das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff machten aus ihr eine Erfolgsautorin. Der Durchbruch gelang ihr 2010 mit dem vierten Band der Taunuskrimi-Reihe. "Schneewittchen muss sterben" stürmte seit Erscheinen im Juni 2010 die Bestsellerlisten, Lizenzen wurden in 31 Länder verkauft, ebenso die Filmrechte. Auch ihr erstes Buch "Unter Haien" eroberte nach der Wiederauflage im Mai 2012 die Top-Position der Bestsellerliste, genauso wie die Taunuskrimis "Wer Wind sät" und "Böser Wolf". Im ZDF wurden die Filme nach Motiven aus Neuhaus' Romanen Quotenhits.

    Außerdem schreibt Nele Neuhaus unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg Romane und Jugendbücher, in denen es um Pferde geht, denn die Autorin ist leidenschaftliche Pferdeliebhaberin, Reiterin und Züchterin. Ihre Bücher verkauften sich bis heute (Mai 2016) allein in Deutschland über 10 Millionen Mal.

    Nele Neuhaus lebt mit ihrem Ehemann und Australian Cattle Dog Aki im Vordertaunus.



    Meine Meinung


    Da ich alle vorherigen Bände der Serie gelesen habe, war dieser 9. Fall für mich ein MUSS. Ein Personenregister vorne im Buch fiel mir sofort positiv ins Auge.


    Der Zeitungsausträger findet Theo Reifenrath tot in seinem Haus. Unklar ist, wie lange er dort schon liegt. Sein geliebter Hund ist im Zwinger eingesperrt und schon dehydriert. Neben ihm findet man etliche Knochen – Menschenknochen! Daraufhin wird die Betonplatte darunter geöffnet und drei Frauenleichen werden zu Tage gefördert. Oliver von Bodenstein und Pia Sander samt Team ermitteln wieder gemeinsam. Außerdem bekommen sie den amerikanischen Profiler Dr. Harding zur Seite gestellt. Worauf sie bei ihren Nachforschungen stoßen, lässt den Leser teilweise den Atem stocken. Reifenrath und seine Ehefrau Rita haben im Jahr 1962 angefangen, Pflegekinder aufzunehmen. Der Grund dafür war der Tod ihrer Tochter, die an einer Überdosis Heroin starb und natürlich auch Geldgründe. Beim Jugendamt waren sie angesehen, da sie auch schwierige Kinder aufnahmen und durch ihr großzügiges Haus und Grundstück mit Pool etc. ideale Voraussetzungen hatten. Welcher perfide Psychoterror hinter diesen Mauern stattfand, das blieb unentdeckt. Die Kinder selbst hielten still, weil die Alternative der Heimaufenthalt gewesen wäre. Als diese Pflegekinder bereits erwachsen waren, zitierte Pflegemutter Rita die Pflegekinder samt ihren Familien am Muttertag zu einer Feier zurück ins Haus und sie kamen auch.


    Bei den Frauenleichen selbst konnte rekonstruiert werden, daß sie alle an einem Sonntag im Mai umgebracht wurden. Aber es bleibt nicht bei den drei Leichen, es kommen mehr hinzu und Gemeinsamkeiten werden aufgedeckt. Da es bereits Ende April ist, stehen die Ermittler unter einem hohen Zeitdruck, denn der Täter scheint unter einer Muttertagsmanie zu leiden.


    In Laufe der Handlung lernt man die Pflegekinder besser kennen, wobei etliche Details mir persönlich zu oft wiederholt und die Grausamkeiten jedes Mal wieder detailliert beschrieben wurden. Die Autorin schürt die Zweifel beim Leser an jeder einzelnen Figur.


    Ein zweiter Handlungsstrang um das Mädchen Fiona enthält eine ganz besondere Brisanz, aber am Ende wird er schlüssig mit dem Hauptgeschehen verbunden. Kursiv gedruckt kommt auch der Täter zu Wort. Mit einem großen Showdown endet dieses Buch.



    Die Vorgängerbände muß man nicht zwingend gelesen haben, denn die wichtigsten Fakten zum Privatleben der Ermittler werden nebenbei eingestreut. Im vorliegenden Fall spielt vor allem das Verhältnis zwischen Pia, ihrer Schwester Kim und Dr. Nicola Engel eine sehr wichtige Rolle.


    Dieser 9. Fall war spannend zu lesen. Die Figuren wurden realistisch, authentisch und zumeist negativ beschrieben. Auch die düstere Atmosphäre wurde durch die körperlichen und seelischen Misshandlungen deutlich war spürbar.


    Ein Krimi zum Miträtseln und von mir eine Leseempfehlung!

  • ASIN: B07FQ98T5W




    Über die Autorin (Amazon)

    Schon als Fünfjährige schrieb die in Münster Geborene ihre erste Geschichte, mit 14 Jahren füllten die Storys schon mehrere Hefte. Und als Nele Neuhaus nach dem Studium von Jura, Geschichte und Germanistik das erste "richtige" Buch geschrieben hatte, ließ sie es "on demand" drucken und vertrieb es selbst. Es verkaufte sich bestens, der Berliner Ullstein-Verlag nahm Nele Neuhaus unter Vertrag, und ihre folgenden Krimis um das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff machten aus ihr eine Erfolgsautorin. Der Durchbruch gelang ihr 2010 mit dem vierten Band der Taunuskrimi-Reihe. "Schneewittchen muss sterben" stürmte seit Erscheinen im Juni 2010 die Bestsellerlisten, Lizenzen wurden in 31 Länder verkauft, ebenso die Filmrechte. Auch ihr erstes Buch "Unter Haien" eroberte nach der Wiederauflage im Mai 2012 die Top-Position der Bestsellerliste, genauso wie die Taunuskrimis "Wer Wind sät" und "Böser Wolf". Im ZDF wurden die Filme nach Motiven aus Neuhaus' Romanen Quotenhits.

    Außerdem schreibt Nele Neuhaus unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg Romane und Jugendbücher, in denen es um Pferde geht, denn die Autorin ist leidenschaftliche Pferdeliebhaberin, Reiterin und Züchterin. Ihre Bücher verkauften sich bis heute (Mai 2016) allein in Deutschland über 10 Millionen Mal.

    Nele Neuhaus lebt mit ihrem Ehemann und Australian Cattle Dog Aki im Vordertaunus.


    Produktinformation (Amazon)

    • Format: Kindle Edition
    • Dateigröße: 2677 KB
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 560 Seiten
    • Verlag: Ullstein eBooks (19. November 2018)
    • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
    • Sprache: Deutsch
    • ASIN: B07FQ98T5W


    Ein superspannendes Buch

    1981. Prolog. In der Hoffnung auf Hilfe sah ein Mädchen, das von den Algen im See festgehalten wurde, ihrem ‚Retter‘ entgegen…

    2017. Nachdem Fionas Mutter gestorben war, suchte sie nach der Anschrift ihres Vaters, der sie in jungen Jahren verlassen hatte…

    Doch von ihm erfuhr sie etwas für sie Furchtbares… Und sie machte sich auf, ihre leibliche Mutter zu suchen…

    In einem Haus in Mommolshain war eine männliche Leiche gefunden worden… Es handelte sich um Theo Reifenrath, der zu früheren Zeiten mit seiner Frau etliche Pflegekinder aufgenommen hatte…. Alles schwer erziehbare Kinder, die das Jugendamt nirgends sonst unterbringen konnte…. Doch nicht alle dieser Kinder waren Waisen….

    Was die Polizei auf dem Grundstück noch fand, nachdem sie den Hund aus dem Zwinger gelassen hatten, war furchtbar….

    Sandra Reker hatte Angst vor ihrem Mann, im Maßregelvollzug sitzend, wieder entlassen worden war… Auch er war ein Pflegekind der Reifenraths gewesen.

    Dann gab es da noch die Ärztin, die einer guten Freundin in Not unrechtmäßig geholfen hatte…

    Aber auch Kim, Pia Sanders Schwester spielt wieder eine Rolle in dem Buch…

    Wurde das Mädchen gerettet? Oder war etwa das Gegenteil der Fall? Wieso hatte der Vater die Familie verlassen? Wie konnte sie ihn finden? Und was erfuhr sie von ihm so Schlimmes? Wieso musste sie ihre leibliche Mutter suchen? Wie war die Leiche in Mammolshain zu Tode gekommen? Wie viele Pflegekinder hatten Theo Reifenrath und seine Frau aufgenommen? Hatten manche von ihnen noch ein Elternteil? Was fand die Polizei auf dem Grundstück der Reifenraths noch. Wieso war der Mann von Sandra Reker wieder entlassen worden? Inwiefern hatte eine Ärztin einer Freundin in Not geholfen? Unrechtmäßig? Und welche Rolle spielte Kim, Pia Sanders Schwester in diesem Buch? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung

    Das Buch ließ sich – wie ich bei einer Autorin wie Nele Neuhaus erwartet hatte – wieder super lesen. Wie immer war es unkompliziert, ohne Fragen nach dem Sinn von Worten oder gar ganzen Sätzen. Es wurde auch gleich mit einem Mord spannend. Auch wenn es erst sechsunddreißig Jahre später weiterging. Was ich über Fiona erfuhr, hat mich erst mal geschockt. Denn das was die Ärztin getan hatte, konnte ja nicht erlaubt sein. Dann die Leiche Theo Reifenraths, die erst spät gefunden worden war. Was dabei alles herauskam, war schon sehr allerhand, und hat das Buch immer spannender gemacht. Was bis zum Ende alles geschah, das muss der geneigte Leser selbst lesen. Auf jeden Fall war es für mich der beste Pia Sander/Oliver von Bodenstein-Roman den ich von Nele Neuhaus gelesen habe. Er hat mich in seinen Bann gezogen, mit super unterhalten, und ich habe ihn in einem Rutsch gelesen, konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Ich musste es fertiglesen. Von mir bekommt es daher eine Empfehlung sowie die volle Bewertungszahl.

  • Der Zeitungszusteller findet den 84-jährigen Theodor Reifenrath tot auf. Der alte Mann lebte nach dem Selbstmord seiner Frau vor zwanzig Jahren sehr zurückgezogen und so ist es nicht verwunderlich, dass es Tage gedauert hat, bis er gefunden wurde. Pia Sander und Oliver von Bodenstein machen aber noch eine grausige Entdeckung. Im Hundezwinger liegen neben dem ausgehungerten Hund Menschenknochen. Als die Spurensicherung sich an die Arbeit macht, entdeckt sie weitere Leichen unter der Bodenplatte. Die Recherchen bringen grausige Details ans Licht und die Kommissare sind überzeugt, dass der Täter noch auf freiem Fuß ist.


    Ich muss gestehen, dass ich die Krimis von Nele Neuhaus eher aus dem Fernsehen kenne und dies ist erst das zweite Buch, dass ich von der Autorin gelesene habe. Der Schreibstil von Neuhaus ist sehr flüssig zu lesen. Die Atmosphäre ist recht düster. Schon der Prolog beschert uns den ersten Mord. Von Bodenstein und Sander müssen mit ihren Ermittlungen sehr weit in die Vergangenheit gehen und was sie zutage fördern, ist grausig.


    Erzählt wird dieser Krimi aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Mörder kommt zwischendurch auch immer wieder zu Wort und so lernen wir seine Gedankengänge ausführlich kennen.


    Das Ehepaar Reifenrath hat über viele Jahre schwer zu vermittelnde Pflegekinder aufgenommen. Die eigene Tochter starb an einer Überdosis und die Frau nahm sich das Leben. Aber immer wieder verschwanden auch Frauen und es gab eine Gemeinsamkeit: Sie verschwanden alle an einem Sonntag im Mai und schon bald

    Die Ermittler finden heraus, dass seit einigen Jahren mehrere Frauen verschwunden sind oder getötet wurden an einem Sonntag im Mai. Und bald ist wieder Muttertag…


    Pia Sander und Oliver von Bodenstein sind sympathisch. Aufgrund ihrer langjährigen Zusammenarbeite kennen sie sich gut und ergänzen sich perfekt. Aber auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet.


    Die Spannung ist von Anfang an hoch und immer wieder gibt es Wendungen, die dafür sorgen, dass es auch so bleibt.


    Ein spannender Krimi.


    4/5

  • Der neue Kriminalfall von Pia Sander und Oliver von Bodenstein ist wieder äußerst komplex. Auf dem Anwesens eines verwitweten älteren Mannes, der früher gemeinsam mit seiner Frau über Jahrzehnte viele Pflegekinder betreute, werden durch Zufall die Leichen dreier ermordeter Frauen gefunden.
    Dieses Mal sind die Beamten einem Serienkiller auf der Spur, der seine Opfer immer am Muttertag tötet. Der Kreis der möglichen Täter scheint klein zu sein, doch wo ist das Motiv?
    Wie man es von Nele Neuhaus gewohnt ist, gibt es wieder eine große Zahl an möglichen Tätern und Motiven sowie eine wichtige Nebenhandlung, deren Bedeutung für den Fall erst später klar wird.
    In diesem Buch steht der Kriminalfall eindeutig im Vordergrund, das Privatleben der Ermittler steht dieses Mal zurück.
    Wie immer werden geschickt falsche Spuren gelegt oder mögliche Verdächtige in den Fokus gerückt, was die Spannung sehr steigert.
    Vor allem der dramatische Show-down hält den Leser in Atem und man kann kaum aufhören zu lesen.
    Gut gefallen wir haben mir ebenfalls die immer wieder ein geschoben den Gedanken des Täters, die kursiv vom sonstigen Schriftbild abgesetzt sind.
    Im Mittelteil gab es meiner Meinung nach ein paar kleine Längen, aber trotzdem habe ich das Buch wieder gerne gelesen.

  • Morde zum Muttertag


    Theo Reifenrath wird tot in seinem
    Haus gefunden, wie sich herausstellt,
    lag er schon länger dort. Sein Hund wird halb verhungert und verdurstet im Zwinger gefunden, doch zum Erschrecken von
    Bodenstein und Sander findet man dort auch menschliche Knochen. Die
    darauffolgende Suche offenbart mindestens drei weibliche Leichen. War Theo
    Reifenrath ein Serienmörder?

    Der Prolog des 8. Falls beginnt gleich mit einem Mord, doch ist der Täter von damals auch der Mörder der anderen jungen Frauen?

    Theo Reifenrath und seine Frau Rita nahmen im Laufe ihres Lebens viele Pflegekinder bei sich auf und hatten auch einen leiblichen Sohn. Somit gibt es mehr als genug Tatverdächtige, an denen sich Sander und Bodenstein beinahe die Zähne ausbeißen.

    Und dann ist da noch Fiona Fischer, die ihre leibliche Mutter sucht. Wie passt die junge Frau, die so gar nichts mit dem Fall zu tun haben scheint, in die Geschichte?

    Besonders gut gefällt mir, dass die Autorin ihre Figuren immer sehr lebensnah schildert, eben Menschen wie Du und ich.

    Julia Nachtmann hat eine äußerst angenehme Stimme, sie liest das Hörbuch sehr souverän, ich höre ihr sehr gerne zu und kann mich ganz in die Geschichte fallen lassen.

    Insgesamt ist der Fall ungeheuer spannend und durch die verschiedenen Sichtweisen (Bodenstein und Sander, Fiona und auch der Täter kommt zu Wort) sehr kurzweilig. Immer wieder schafft es Nele Neuhaus den Leser zu überraschen und auf falsche Fährten zu schicken. Der Titel Muttertag passt übrigens hervorragend zu der Handlung. Absolute Hörempfehlung!

  • Darum geht's:


    Als man Theo Reifenraths Leiche findet, ist er schon ein paar Tage tot. Ist der alte Mann gestürzt oder hat jemand nachgeholfen? Pia Sander und ihr Team sehen sich am möglichen Tatort um und entdecken im Hundezwinger menschliche Knochen. Möglicherweise war Theo Reifenrath nicht nur ein Mordopfer, sondern selbst ein Mörder. Und es bleibt nicht bei diesen Opfern.


    So fand ich's:


    Das, was man über Theo Reifenrath erfährt, ergibt ein sehr unterschiedliches Bild. Mehr als ein inzwischen erwachsenes Pflegekind von ihm und seiner Frau sind noch in Kontakt mit ihm gewesen, haben sich gekümmert. Doch ihre Meinungen über das Ehepaar Reifenrath gehen weit auseinander. Waren sie Wohltäter, die Heimkindern ein Zuhause geboten haben oder führten sie doch eher ein unmenschlich strenges Regime? Und als man die gefundenen Knochen vermissten Frauen zugeordnet hat, steht im Raum, dass ein Serienmörder auf dem Gelände Reifenraths seine Opfer begraben hat.


    Wie bei Nele Neuhaus üblich, gibt es einen größeren Kreis von Personen, die miteinander verflochten sind und in denen sich mehrere Verdächtige bewegen. Das hat schon bei mehr als einem Band dieser Reihe bei mir dafür gesorgt, dass ich ein paar Probleme hatte, die alle im Blick zu behalten und zuzuordnen. Das fiel mir diesmal leichter, denn sie kommen erst nach und nach ins Bild und man hat genug Zeit, sie und ihre jeweiligen Schicksale kennenzulernen. Jeder trägt ein paar Puzzleteile bei und komplettiert das Bild vom Leben in der Pflegefamilie Reifenrath.


    Ich hatte so meinen Lieblings-Verdächtigen, doch der wechselte mehr als einmal. Nele Neuhaus macht das sehr geschickt, nach und nach weitere Fakten und Erkenntnisse zu enthüllen und es bringt viel Rätselspaß, selbst mitzuermitteln und sich seine Gedanken zu machen. Dass die Serie im ländlichen Bereich rund um Frankfurt spielt, bedeutet, dass die Ermittler auch manchmal persönlich involviert sind. Pia Sander ist in der Gegend aufgewachsen und so passiert es zum Beispiel, dass sie ihre verhasste ehemalige Lehrerin als Zeugin befragen muss. Und auch der Name des in der Gegend bekannten alten Adelsgeschlechtes von Bodenstein öffnet Oliver so manche Tür. An mancher Stelle war mir die private Verwicklung von Pia allerdings schon zu viel und ich musste über diese Zufälle ein bisschen den Kopf schütteln.


    Während dessen können wir die junge Fiona begleiten, die kürzlich nach dem Tod ihrer Mutter erfahren hat, dass diese nicht ihre leibliche Mutter war. Sie möchte herausfinden, wer sie geboten hat und verfolgt privat eine Spur.


    Die Ermittlungen gestalten sich realistisch. Man merkt die gute Recherche, die auch Einblicke in die rechtsmedizinische Seite bietet und akribisches Zusammentragen der Fakten, Recherchieren und Klinken putzen genauso beinhaltet wie spektakuläre Verhaftungen und das aufreibende Rennen gegen die Zeit. Pia ist zwar die Hauptermittlerin in diesem Fall, doch auch ihr Chef Oliver und das größere Team von Kollegen und Experten wird gebraucht. Auch das verstärkt den Eindruck, dass die Ermittlungen auch im richtigen Leben genau so ablaufen würden, denn den genialen Einzelkämpfer gibt es wohl selten, sondern Teamarbeit ist gefragt - und wird hier auch gezeigt. Der Grundton ist eher ruhig, die Fakten sprechen für sich und Nele Neuhaus verzichtet auf reißerische Übertreibungen. Gegen Ende steigert sich die Spannung aber doch zu einem furiosen Finale, das für meinen Geschmack auch gerne auf den Hauch von Bruce Willis hätte verzichten können.


    Unterm Strich hat mich das Buch durchgehend gut und spannend unterhalten und die kleinen Kritikunkte sind eigentlich nur Geschmackssache. Nele Neuhaus hat ihre Serie um einen tollen weiteren Band ergänzt und mich wieder mal überzeugt.

  • Wer mordet pünktlich zum Muttertag und was steckt eigentlich dahinter? Dies gilt es in dem neuesten Krimi von Nele Neuhaus herauszufinden.

    Im Prolog wird die junge Nora von einem Teenager ermordet. Doch schon hier ist nichts so, wie es scheint.

    Danach geht es in die Schweiz, nach Zürich. Fiona Fischer macht nach dem Tod ihrer Mutter eine alles verändernde Entdeckung und sie begibt sich auf Spurensuche.

    Anschließend geht es los mit dem eigentlichen Fall. Der 84-jährige Theo Reifenrath wird tot aufgefunden. Offensichtlich ist er schon vor einigen Tagen verstorben. Handelt es sich um Mord? Oder ist er nur unglücklich gestürzt und seinen Verletzungen erlegen? Pia Sander und Oliver von Bodenstein beginnen mit ihrem Team zu ermitteln und stossen auf Knochen weiterer Verstorbener. Hilfe bekommt das Ermittlerteam von Dr. Harding vom FBI. Ist der alte Mann etwa ein Serienmörder gewesen? Oder doch eher eines der vielen Pflegekinder, die Familie Reifenrath vor langer Zeit regelmässig aufgenommen haben? Aber auch außenstehende Personen geraten in Verdacht.

    Zunächst gibt es die volle Punktzahl für die folienfreie Verpackung. Nur durch ein Siegel bekommt man hier die Garantie, das Buch als erster Leser in der Hand zu halten. Dafür ein ganz grosses Lob an den Verlag, ich würde mir wünschen, dass dies zukünftiger Standard wird.

    Aber nun zum Buch:
    „Muttertag“ war mein bisher zweiter Krimi der Autorin und Vorkenntnisse sind nicht nötig. Der Fall ist in sich abgeschlossen und der private Stand wird verständlich dargestellt.
    Der Prolog und das Geschehen um Fiona zu Beginn fand ich unglaublich spannend. Ebenso die Entdeckungen auf dem Grundstück der Reifenraths. Doch die Ermittllungsarbeiten begannen nur schleppend und ich hatte gerade während der ersten Hälfte den Eindruck, dass es kaum vorangeht. Auch die Wiederholungen der Ermittlungsstände waren mir persönlich manchmal etwas zu zäh. Ebenso die ausführlichen Wegbeschreibungen. Dafür hat mich die zweite Hälfte des Buches absolut gepackt und ich konnte nicht mehr aufhören.
    Die Autorin legt einen wirklich gut durchdachten und äußerst komplexen Kriminalfall vor. Bis kurz vor Schluss hatte ich keine Ahnung, wer der Mörder ist. Jeder Verdacht wurde irgendwann wieder von mir verworfen. Auch die Motive erschließen sich nur langsam, nach und nach. Und selbst als man den Täter bereits kannte, nahm der fulminante Showdown unerwartete Wendungen, der mein Herz zum Rasen brachte.
    Zwischendurch wird Fionas Geschichte erzählt und als Leser hat man zunächst überhaupt keine Ahnung, wie ihre Geschichte mit dem Fall zusammenhängt. Die Auflösung fand ich absolut genial.
    Auch der Täter kommt gelegentlich zu Wort und schildert seine Gedankengänge, die kursiv gehalten sind.
    Der Schreibstil ist bildhaft und eingängig, genau passend zum Geschehen.
    Da hier sehr viele Charaktere mitspielen, gibt es zur besseren Orientierung ein Personenregister.
    Nachdem die Ermittlungen etwas in Schwung gekommen sind, hat mich „Muttertag“ begeistert. Fionas Strang dagegen habe ich schon direkt zu Beginn gerne gelesen.
    Beim nächsten Fall wäre ich sicherlich wieder dabei und vor allem Fiona würde ich zu gerne wiederbegegnen.

    Insgesamt gebe ich diesem Buch 8 Eulenpunkte

  • Nele Neuhaus – Muttertag

    Als der 84-jährige Theodor Reifenrath einige Tage nach seinem Tod aufgefunden wird, entdecken die Polizisten im Zwinger seines halbverhungerten Hundes Menschenknochen. Unter der Betonplatte des Hundezwingers werden mehrere Frauenleichen gefunden. Die Ermittler der Mordkommission sind sich nicht sicher, ob der alte Mann ein Serienmörder war oder ob eins seiner ehemaligen Pflegekinder aus schwierigen Verhältnissen, die Reifenrath und seine Frau Rita von den Sechzigerjahren bis zu Rita Reifenraths vermutetem Selbstmord in den Neunzigerjahren betreuten, mit den Taten zu tun haben.

    Zum Entsetzen von Pia Sander, Oliver Bodenstein und ihren Kollegen stellt es sich heraus, dass die aufgefundenen Leichen nur Teil einer Mordserie darstellen, in deren Verlauf zehn Frauen jeweils kurz vor oder am Muttertag entführt und auf eine bestimmte, ritualisierte Weise getötet wurden. Die Ermittler versuchen herauszufinden, welche Gemeinsamkeit all diese Opfer, die ein unterschiedliches Erscheinungsbild hatten und die aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammten, verbinden.

    In einem zweiten Handlungsstrang, der erst nach und nach mit den Entwicklungen im aktuellen Kriminalfall in Zusammenhang gebracht werden kann, wird die Geschichte der jungen Schweizerin Fiona Fischer erzählt, die nach dem Tod ihrer Mutter erfährt, dass diese eigentlich ihre Adoptivmutter war und dass ihre leibliche Mutter sie auf „inoffiziellem“ Wege gleich nach der Geburt weggegeben hat. Fiona setzt alles daran, ihre leibliche Mutter zu finden, ihre hartnäckigen Nachforschungen führen sie in den Taunus.


    Obwohl es sich bei „Muttertag“ bereits um den neunten Band der Reihe um Pia Sander und Oliver Bodenstein handelt, verpackt die Autorin Informationen zu ihren Hauptfiguren und deren Beziehungen untereinander so geschickt, dass der Leser der Handlung auch folgen kann, wenn er keinen der Vorgängerbände gelesen hat.

    Die Handlung des Romans ist äußerst komplex, doch Nele Neuhaus hält souverän alle Fäden in der Hand und verwebt diese zu einem Ganzen, das letztlich ein vollständiges und nachvollziehbares Bild ergibt. Dabei wird der Leser immer wieder geschickt auf falsche Fährten geführt, die Auflösung des Falls ist nicht zu früh absehbar.

    Der Erzählstil ist sehr anschaulich und fesselnd, außerdem auch informativ, da der Leser Wissenswertes zu forensischen Vorgehensweisen erfährt. In vielen Details wird deutlich, wie sorgfältig für diesen Roman recherchiert wurde.


    „Muttertag“ ist ein äußerst lesenswerter Kriminalroman mit gründlich ausgearbeiteten Charakteren, der möglicherweise ein paar mehr Psychopathen vereint als es in diesem relativ begrenzten Umfeld realistisch erscheint, der aber in jedem Fall spannende – und auch nachdenklich stimmende – Unterhaltung bietet!

    9 Punkte

  • Zuerst sieht alles nach einem alten Mann, der nicht vermisst wurde und durch einen Unfall gestorben ist aus. Doch dann werden auf dem Grundstück des Mannes drei weitere Leichen gefunden und Pia Sander und Oliver von Bodenstein sehen sich einem Fall gegenüber, der den üblichen Rahmen zu sprengen droht.

    Nele Neuhaus setzt mit diesem 9. Teil der Reihe um Pia Sander und Oliver von Bodenstein nach dem in "Im Wald" angekündigten Sabbatical von Bodenstein wieder ein. Oliver hat in seinem Jahr Auszeit den Entschluss gefasst, doch wieder bei der Polizei zu arbeiten und so leitet er mit Unterstützung von Pia Sander wieder das K11 in Hoffenheim.

    Der aktuelle Fall geht allen an die Nieren. Der Mann, wegen dessen Tod sie gerufen wurden, hatte zusammen mit seiner Frau über viele Jahre lang Pflegekinder. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass diese Pflegekinder systematisch gequält wurden. So wird relativ schnell deutlich, dass wohl nicht Reifenrath selbst die Frauen auf seinem Grundstück umgebracht hat, sondern hier jemand jüngeres, vermutlich eines der Pflegekinder am Werk war.

    Je länger die Ermittlungen andauern, desto mehr schreckliche Dinge kommen ans Licht und komplizieren die Suche nach dem Täter.

    Mir hat dieser Teil der Reihe wieder ausgesprochen gut gefallen. Es dauert zwar eine Weile, bis endlich Licht ins Dunkel kommt und man ansatzweise erkennt, wo das Ganze hinläuft, aber am Ende passt alles perfekt zusammen. Ich war am Anfang ob der einen Nebenhandlung etwas skeptisch, was sie wohl mit dem Fall zu tun haben könnte, aber dieser Strang wurde hervorragend eingebunden. Und auch die kurzen Ausflüge in das Seelenleben des Täters waren interessant und haben nicht zu viel verraten.

    Ich hatte von Anfang an das Frankfurter Umland vor Augen und war auch sofort wieder mittendrin im Geschehen. Am Anfang wird nebenbei erklärt, was in der Zeit von Bodensteins Abwesenheit im K11 los war und was er in dieser Zeit gemacht hat. So wird der doch relative lange Zeitraum zwischen den beiden Fällen gut gefüllt.

    Zwischendrin hat das Ganze seine Längen, aber gegen Ende mochte ich das Buch dann nicht mehr weglegen, es war einfach zu dramatisch und zu spannend.

    Das Buch lässt sich auch gut von Lesern lesen, die die Vorbände nicht kennen, allerdings ist es natürlich schöner, wenn man die Figuren schon besser kennt.

    Mir hat das Buch wieder spannende Lesestunden beschert, daher eine absolute Leseempfehlung von mir.

    9 von 10 Punkte

  • Die begabten Vorschreiber haben den Inhalt, sowie die Autorin schon perfekt beschrieben, daher gibt es hier nur...


    ...meine Meinung:


    Ich habe alle Romane von Frau Neuhaus gelesen und muss sagen: bisher ihr bestes Buch !


    Die letzten beiden Romane fand ich nicht so gelungen, hauptsächlich, weil mir der private Strang um Oliver von Bodenstein zu ausgeprägt und dramatisch war. Der arme Kerl kam ja wirklich vom Regen in die Traufe und konnte gar keine Luft mehr holen zwischen seinen persönlichen Dramen.

    Das war in diesem Buch zum Glück nicht der Fall und diesmal war er so, wie ich ihn aus den Anfängen kenne - eloquent, charmant, die Übersicht bewahrend und kriminalistisch auf 100%.

    Das diesmal Pia mehr auf persönlicher Ebene betroffen war hat mir dafür gut gefallen, die verbalen Schlagabtäusche mit ihrer Chefin haben mich erst etwas genervt, die Entwicklung der beiden im Buch fand ich später bemerkenswert.


    Der Kriminalfall war großartig. Nichts anderes kann ich dazu sagen.

    Eine super durchdachte Hintergrundstory, mehrere Verdächtige, spannende Details... ganz großes Kino. Ich freue mich schon darauf, diesen Fall verfilmt zu sehen.

    Ich war mehr als einmal auf der falschen Fährte und erst ganz zum Ende bin ich durch eine Bemerkung dahinter gekommen und wurde in meinem Verdacht bestätigt. Toll !

    Auch das Ende, das z.B. mein Bruder 'zu konstruiert' fand, hat mir gut gefallen, genau wie der zweite Handlungsstrang, der sich zum Ende mit der Hauptgeschichte verbindet. Chapeau, Frau Neuhaus !


    Résumé:

    Ein toller neuere Roman der Autorin, der mich für die beiden letzten Bücher, die mir nicht so gut gefallen haben, entschädigt.

    10 von 10 Eulen !!!

  • Ein alter Mann stirbt, wird erst einige Tage später entdeckt, und das führt zum Fund weiterer Leichen. War der alte Mann ein Serienmörder? Oder hat eines seiner Pflegekinder das Anwesen genutzt, um Mordopfer zu vergraben? Einmal mehr deckt ein Fall, den Pia Sander und Oliver von Bodenstein bearbeiten, Abgründe auf und wirft ein neues Licht auf manche Menschen.


    Hatte der letzte Fall der Reihe noch Oliver persönlich betroffen – er hätte fast seinen Job an den Nagel gehängt – so ist es hier Pia Sander, die letztlich mehr betroffen ist, als zunächst gedacht. Nicht nur ihre Rückenschmerzen machen Sorgen und man kann gespannt sein, wie man sie im nächsten Band wiedertrifft. Ich mag Krimireihen vor allem auch deshalb, weil ich die Charaktere auf ihrem Lebensweg begleiten kann, und was das angeht, bietet mir diese Reihe sehr viel.


    Aber auch sonst hat die Reihe um die beiden Taunus-Ermittler viel zu bieten, die Fälle sind immer sehr interessant, und man kann als Leser so schön miträtseln (wobei die Ermittler sich hier nicht gerade mit Ruhm bekleckern, als es darum geht, das Motiv des Täters zu entschlüsseln, am liebsten hätte ich es ihnen zugerufen). Und am Ende erhält man, wie hier auch, in der Regel eine nachvollziehbare und zufriedenstellende Auflösung, auch wenn der Showdown in diesem Roman etwas übertrieben wirkt. Nele Neuhaus hat ein Talent, den Leser in ihre Geschichte zu ziehen, sie erzählt bildhaft, das Kopfkino läuft schnell an, und die Charaktere sind alle nachvollziehbar gezeichnet.


    Mir gefällt gut, dass man einmal hinter die Maske Nicola Engels, Pias und Olivers Chefin blicken kann, auch hier kann man gespannt sein, wie sich die Beziehung zwischen ihr und den beiden Ermittlern weiter gestalten wird. Ich persönlich komme übrigens mit der Anzahl der Personen gut klar, wenn aber jemand Probleme damit haben sollte: Es gibt ein Personenregister. Die Nebenstory um die Schweizerin Fiona gibt zunächst ein paar Rätsel auf, und der Leser ist gespannt wie sie sich in die Hauptstoryline eingliedern wird. Am Ende passt sie perfekt.


    Nele Neuhaus hat mich auch mit dem 9. Band ihrer Reihe wieder schnell gepackt und mir spannende Lesestunden beschert, hier und da fand ich es aber etwas übertrieben und die Ermittler etwas zu begriffsstutzig. Wer die Reihe mag, wird wohl sowieso zugreifen, allen anderen Krimifans kann ich sie ans Herz legen.


    8 Punkte

  • Sie hatten das Gleiche Geheimnis



    Muttertag, Kriminalroman von Nele Neuhaus, 560 Seiten, erschienen im Ullstein-Verlag.
    Die Kriminalhauptkommissarin Pia Sander und ihr Chef Oliver von Bodenstein ermitteln wieder gemeinsam, in ihrem bisher 9. Fall.
    Der ehemalige Industrielle Theodor Reifenrath wird von der Zeitungsfrau, tot in seinem Haus aufgefunden. Doch nicht genug, im Hundezwinger auf dem dazugehörigen Grundstück verstreut finden die Ermittler, menschliche Knochen und die Spurensicherung entdeckt immer mehr Tote. War er ein Serienmörder? Auch seine Frau Rita ist vor zwanzig Jahren auf mysteriöse Weise verschwunden. Schnell können einige der Frauenleichen identifiziert werden. Alle sind in den vergangenen Jahren um den Muttertag herum verschwunden und ermordet worden. Pia ist überzeugt, dass der Täter noch auf freiem Fuß ist.
    Die Handlung umfasst einen Zeitraum von 13 Tagen, jedes Kapitel erzählt die Geschehnisse von einem Tag, durch Wochentag und Datum markiert. Dadurch konnte die zeitliche Abfolge verdeutlicht werden. Neuhaus erzählt diese Geschichte in mehreren Erzählsträngen die sie am Ende geschickt zu einer spannenden Story verknüpft. Der Strang aus der Sicht des Täters, in kursiver Schrift empfand ich gruselig, dadurch kommt der Leser den Empfindungen und Gedanken des Mörders sehr nahe. Es ist nicht einfach, besonders zu Anfang, den Überblick zu bewahren. Zu viele Namen und Charaktere, die auf der ersten Seite in einem Personenregister zusammengefasst sind, erforderten eine gründliche und konzentrierte Lektüre. Wie auch schon Pia auf Seite 339 ganz richtig bemerkt: „Würde ich einen Krimi über unseren aktuellen Fall schreiben, müsste ich wohl mindestens vier Opfer und drei Tatverdächtige raus streichen, damit die Leser nicht den Überblick verlieren. Trotzdem hat mich der Krimi sehr gut unterhalten. Dieser vorliegende Teil hat mir besser gefallen als der Vorgängerband. Da am Schluss und nach einem furiosen, höchst spannenden Showdown, der Fall vollständig aufgeklärt wurde und keine Fragen offen blieben. Die handelnden Personen agierten nachvollziehbar und waren sympathisch, sogar die Kriminaldirektorin Dr. Nicola Engel zeigte menschliche Züge sie hat mich in dieser Geschichte überrascht und sich charakterlich am meisten weiterentwickelt. Einzig die Schwester der Protagonistin, Kim /Kata /Katharina Freitag, finde ich egoistisch, unehrlich und oberflächlich. Da bin ich gespannt ob sie in weiteren Folgen diese Richtung beibehält. Die Protagonistin Pia Sander und ihr Chef Oliver von Bodenstein, der nach seinem Sabbatjahr wieder voll dabei ist, sind für mich die Sympathieträger der Serie. Auch ein Wiedersehen mit den anderen Ermittlern beim K11 in Hofheim hat mich gefreut, deswegen lese ich diese Reihe sehr gerne, weil mir viele Personen schon vertraut sind, dadurch war ich sofort wieder „in der Geschichte drin“. Gerne habe ich mir mit dem K11-Team den Kopf über die wahre Täterschaft zerbrochen. Die letzten beiden Kapitel/Tage habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung. Die Ausführungen der Autorin über Fallanalyse und Profiling über die Vorgänge in der Gerichtsmedizin, die Unterwelt des Frankfurter Flughafens und die Kommunikation der Piloten beim Landeanflug eines Flugzeugs zeugen von der umfangreichen Recherchearbeit der Autorin.
    Ich empfehle „Muttertag“ allen Lesern die gerne gut recherchierte, spannende Krimis mögen. Die Fans von Nele Neuhaus und ihrer Sander/von Bodenstein – Reihe werden begeistert sein. Auch ich und deshalb volle Punktzahl