'Alles, was wir geben mussten' - Kapitel 01 - 05

  • Es könnte sein das dies ein Buch wird, wo mir eine Diskussion schwer fallen wird. Der erste Teil lässt mich noch etwas ratlos zurück. Es gibt genug Andeutungen das es mit Hailsham um mehr geht als in einem Internat. Aber das steht ja hinten auch im Klappentext. Aber gepackt hat mich das Schicksal von Kathy und den anderen bisher nicht.

  • Ich bin noch nicht durch, aber es geht mir ähnlich: ich bin noch nicht gepackt und auch ziemlich ratlos.


    Alles ist sehr rätselhaft. Was hat es mit den Spendern und deren Betreuern auf sich. Hoffentlich nicht Organspende:yikes, denn das klingt alles nicht sehr freiwillig, sondern eher resigniert.

  • Ich bin noch nicht durch, aber es geht mir ähnlich: ich bin noch nicht gepackt und auch ziemlich ratlos.


    Alles ist sehr rätselhaft. Was hat es mit den Spendern und deren Betreuern auf sich. Hoffentlich nicht Organspende:yikes, denn das klingt alles nicht sehr freiwillig, sondern eher resigniert.

    Ich hab den ersten Teil zwar noch nicht fertig, aber ich vermute auch so etwas wie unfreiwillige Organspende. Ich bin gespannt, was dabei raus kommt :wow

  • Ich habe auch schon am Wochenende mit dem ersten Abschnitt begonnen. Den Film habe ich zwar vor ein paar Jahren schon einmal gesehen, kann mich aber absolut nicht mehr daran erinnern.

    Alles ist sehr rätselhaft. Was hat es mit den Spendern und deren Betreuern auf sich. Hoffentlich nicht Organspende, denn das klingt alles nicht sehr freiwillig, sondern eher resigniert.

    Ich musste auch direkt an Organspende denken. So wie es beschrieben wird, scheint es auch eine große seelische Belastung zu sein. Da kann ich mir die Blutspende irgendwie eher weniger vorstellen. Vor allem, da der Körper sich nach einer Blutspende ja doch wieder relativ schnell regeneriert.

    Mir scheint es allerdings so, als sei man "verpflichtet" zu spenden und hätte da wenig Mitspracherecht. Da stellt sich mir die Frage, für wen die Spenden gedacht sind und welche Rolle die Betreuer da genau spielen.


    Auch Hailsham ist mir noch ziemlich schleierhaft. Für mich macht es den Eindruck, als würden die Kinder dort auf eine spezielle Rolle vorbereitet, wobei ich noch nicht sagen kann, welche das sein mag.

    Insbesondere die Geschichte um Tommy erweckt den Eindruck, dass Kreativität in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle spielt. Ich schließe mich da auch Kathy an, und würde gerne mehr über die Galerie und ihren Zweck wissen.


    Interessant finde ich, wie die Kinder ihr eigenes kleines Reich durch die Kreativität der anderen "aufhübschen". Dabei kann es sich theoretisch um ein kleines Modell dessen handeln, was die Kinder später in ihrem Leben noch erwartet.


    Mit Ruth kann ich mich irgendwie noch nicht so anfreunden. Sie ist mir zu bestimmend und sobald einer eine andere Meinung als sie vertritt, will sie mit diesem nichts mehr zu tun haben. Da kann ich noch nicht so viel mit anfangen, aber Kathy scheint ja auch nach Jahren noch Kontakt zu ihr zu haben.


    So richtig gepackt hat mich das Buch und seine Protagonisten auch noch nicht, nichtsdestotrotz bin ich gespannt, wie die Fragen, die ich mir nach diesem ersten Abschnitt stelle, aufgelöst werden und zusammenfügen.

    :lesend Jane Austen; Stolz und Vorurteil

    :lesend Kazuo Ishiguro; Alles, was wir geben mussten (eBook)

    :lesend Andrzej Sapkowski; Der letzte Wunsch (Hörbuch)

  • Ich bin durch, mal wieder kaum geschlafen letzte Nacht, da kommt man zum lesen. Aber ich empfinde es als ziemlich ermüdend.

    Schon der Titel lässt ja auf Organspende oder aber auch Blut, könnte auch sein, schließen. Die Spender werden danach betreut, was Kath ja bei Ruth macht. Seltsam erscheint mir, dass die Kinder ja schon von klein auf in dieser Einrichtung sind. Also sie erinnert sich sie sei 4 oder 5 gewesen, bei manchen Vorkommnissen.

    Werden die Kinder speziell daraufhin "gezüchtet?" Und was hat es mit den Aufsehern auf sich, sie sind ja keine richtigen Lehrer und anscheinend wird auf spezielle Leistungen kein großer Wert gelegt.

    Diese Tauschaktionen und Basare scheinen auch Bedeutung zu haben. Denn das Federmäppchen, war das jetzt von einem Aufseher? Oder einem ehemaligen Insassen? Und warum ist Ruth so entsetzt, dass Kath es herausfindet? Weil sie ihr hinterher schnüffelt? Oder hat es damit eine besondere Bewandtnis? Ich glaube ja letzteres.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Also, mich hat es total gepackt. :wow


    Ich denke auch, dass es um Organ-"Spende" geht. Die letzte - die vierte - ist dann tödlich, wenn ich es richtig verstehe. Außerdem schwebt mir gerade das Horrorszenario vor Augen, dass sich jemand an den Tiefkühlfächern von Kinderwunschkliniken bedient hat und aus den "überschüssigen" befruchteten Eizellen nun in Hailsham menschliche Ersatzteillager heranzüchtet. Die Kreativität der Kinder wäre dann ein Gradmesser für deren "Qualität"? :gruebel Oder die Kinder sind Klone? Es ist ja in den ersten fünf Kapiteln nirgends mal von Eltern die Rede. Das scheint eine Kategorie zu sein, die für die Kinder und Jugendlichen nicht existiert. Eine sehr liebevolle Umgebung scheint Hailsham auch nicht zu sein. :|


    Ich frage mich, wann die erwachsene Prota mal anfängt, dieses "Spenden"-System zu hinterfragen. Ich fürchte allerdings, das wird gar nicht passieren. :|

  • Es ist ja in den ersten fünf Kapiteln nirgends mal von Eltern die Rede. Das scheint eine Kategorie zu sein, die für die Kinder und Jugendlichen nicht existiert.

    Das stimmt wohl, da habe ich vorher noch gar nicht so drüber nachgedacht. Aber ja, du hast recht, es wird immer nur von den Kollegiaten und den Aufsehern gesprochen.

    In diesen Zusammenhang passt auch die Überlegung:

    Werden die Kinder speziell daraufhin "gezüchtet?"

    Ich fürchte schon fast, dass das hinkommen kann und finde allein schon die Vorstellung erschreckend.

    :lesend Jane Austen; Stolz und Vorurteil

    :lesend Kazuo Ishiguro; Alles, was wir geben mussten (eBook)

    :lesend Andrzej Sapkowski; Der letzte Wunsch (Hörbuch)

  • Also, mich hat es total gepackt. :wow


    I Außerdem schwebt mir gerade das Horrorszenario vor Augen, dass sich jemand an den Tiefkühlfächern von Kinderwunschkliniken bedient hat und aus den "überschüssigen" befruchteten Eizellen nun in Hailsham menschliche Ersatzteillager heranzüchtet. Die Kreativität der Kinder wäre dann ein Gradmesser für deren "Qualität"? :gruebel Oder die Kinder sind Klone?

    Es gab da doch mal einen Film, bzw. Buch, in dem die Schwester dachte, sie ist nur als Spenderin für ihre krebskranke Schwester auf der Welt.

    Ob das menschliche Material , ich sag es jetzt mal so hart, tatsächlich von Kinderwunschkliniken kommt, wissen wir noch nicht. Möglich ist alles. Aber wieso besondere Kreativität Auswirkungen auf die Qualität der Organe sein soll erschließt sich mir nicht. Spenden kann man ja nur eine Niere, oder eben Knochenmark. Ohne die anderen Organe ist man selbst ja nicht mehr lebensfähig, da wäre der Spender erschöpft. Es muss also etwas sein was "nachwächst", zumindest bis zu einem gewissen Punkt.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Mich erinnert das Setting stark an den Film "Die Insel". Da werden Klone von Menschen "gezüchtet", um bei Bedarf einen passenden Organspender zu haben. Daran muss ich bei diesem Buch die ganze Zeit denken.

  • Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Abschnitt, aber mir gefallen bis jetzt 2 Dinge:

    1. Ishiguro schreibt immer anders. Keines seiner Bücher gleicht dem anderen (zumindest die, die ich bis jetzt gelesen habe). Er passt seinen Schreibstil immer der Zeit, dem Ort, den Figuren und der Geschichte an. Das finde ich wirklich faszinierend. Ich mag seine Art zu schreiben sehr und weiß jetzt schon, dass dies nicht das letzte Buch von ihm ist, das ich lesen möchte.

    2. Mir persönlich tut es gut, dass die Geschichte so langsam aufgebaut wird. Ich ahne zwar worum es geht (ich tippe auch auf Klone für Organspende oder so etwas in der Art), finde es aber überhaupt nicht schlimm, dass ich als Leserin einfach Kathy bei der Reflexion ihres Lebens bzw. ihrer Situation und ihres Erinnerungen folge. Ich lese das gern, denn sie ist mir sympathisch.

    Ich muss es gar nicht spannend haben. Wenn es so weitergeht, wie ich vermute, dann geht es hier um Moral und darum, ob Menschen alles dürfen, ob der Zweck die Mittel heiligt u. ä.


    Es ist für ich das richtige Buch zur richtigen Zeit. Ich bin begeistert.

    :lesend

    "Read. Read anything. Read the things they say are good for you, and the things they claim are junk. You'll find what you need to find. Just read.”
    - Neil Gaiman


  • Es gab da doch mal einen Film, bzw. Buch, in dem die Schwester dachte, sie ist nur als Spenderin für ihre krebskranke Schwester auf der Welt.

    Ob das menschliche Material , ich sag es jetzt mal so hart, tatsächlich von Kinderwunschkliniken kommt, wissen wir noch nicht. Möglich ist alles. Aber wieso besondere Kreativität Auswirkungen auf die Qualität der Organe sein soll erschließt sich mir nicht. Spenden kann man ja nur eine Niere, oder eben Knochenmark. Ohne die anderen Organe ist man selbst ja nicht mehr lebensfähig, da wäre der Spender erschöpft. Es muss also etwas sein was "nachwächst", zumindest bis zu einem gewissen Punkt.


    Vielleicht "spenden" sie am Ende ja auch ihre Gehirne. :|


    Mir geht es wie Saiya - die ruhige Art, diese Geschichte aufzubauen, gefällt mir sehr. Und spannend finde ich es trotzdem. Dafür reicht mir schon die Thematik...

  • Aber wieso besondere Kreativität Auswirkungen auf die Qualität der Organe sein soll erschließt sich mir nicht.

    Meine Überlegung war eher, dass die Kinder hier schon das "teilen" bzw. "tauschen" lernen sollen. So nach dem Motto: "Ich gebe dir etwas von mir, dafür bekomme ich etwas von dir." Nur dass das eben später nicht mehr auf Bilder oder ähnliches angewendet wird, sondern auf Organe. So werden die Kinder schon von klein auf an das System herangeführt.

    Spenden kann man ja nur eine Niere, oder eben Knochenmark. Ohne die anderen Organe ist man selbst ja nicht mehr lebensfähig, da wäre der Spender erschöpft.

    Denkbar wäre hier vielleicht auch, dass die Organe nicht einfach nur "gespendet" werden sondern in der Tat getauscht, sodass die Spender zwar noch lebensfähig sind, aber eben nur noch ein eingeschränktes Leben führen können. Das hört sich dann stark nach Ersatzteillager an...

    Es gab da doch mal einen Film, bzw. Buch, in dem die Schwester dachte, sie ist nur als Spenderin für ihre krebskranke Schwester auf der Welt.

    Ich denke du meinst "Beim Leben meiner Schwester". Dazu gibt es auch ein Buch von Jodie Picoult, das aber nicht viel mit dem Film gemein haben soll. Den Film habe ich gesehen und fand ihn sehr berührend, das Buch aber nicht selber gelesen.

    :lesend Jane Austen; Stolz und Vorurteil

    :lesend Kazuo Ishiguro; Alles, was wir geben mussten (eBook)

    :lesend Andrzej Sapkowski; Der letzte Wunsch (Hörbuch)

  • Meine Überlegung war eher, dass die Kinder hier schon das "teilen" bzw. "tauschen" lernen sollen. So nach dem Motto: "Ich gebe dir etwas von mir, dafür bekomme ich etwas von dir." Nur dass das eben später nicht mehr auf Bilder oder ähnliches angewendet wird, sondern auf Organe. So werden die Kinder schon von klein auf an das System herangeführt.

    Denkbar wäre hier vielleicht auch, dass die Organe nicht einfach nur "gespendet" werden sondern in der Tat getauscht, sodass die Spender zwar noch lebensfähig sind, aber eben nur noch ein eingeschränktes Leben führen können. Das hört sich dann stark nach Ersatzteillager an...

    Das wäre aber ziemlich aufwändig. Ich weiß ja auch nicht, wie viele Transplantationen ein Mensch überlebt. Wie oft man das dann wiederholen kann bevor jemand stirbt. Aber das mit der Hinführung auf das Tauschen leuchtet mir ein.


    Danke für den Hinweis, ich kenne weder das Buch noch den Film, habe nur davon gelesen.

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  • Ich bin noch nicht durch, aber es geht mir ähnlich: ich bin noch nicht gepackt und auch ziemlich ratlos.


    Alles ist sehr rätselhaft. Was hat es mit den Spendern und deren Betreuern auf sich. Hoffentlich nicht Organspende:yikes, denn das klingt alles nicht sehr freiwillig, sondern eher resigniert.

    Ich habe den Abschnitt gerade beendet und mir geht es ähnlich wie einigen von euch. Ist nicht übel geschrieben und lässt sich flüssig lesen, aber noch kann mich die Geschichte nicht fesseln.


    Mit diesen ungeordneten Erinnerungen der Ich-Erzählerin Kathy kann ich bislang wenig anfangen. Wenn ich ehrlich bin, finde ich sie langweilig. Was die Mädchen damals so sehr beschäftigt hat, fühlt sich für mich beim Lesen eher belanglos an.


    Ich musste auch direkt an Organspende denken. So wie es beschrieben wird, scheint es auch eine große seelische Belastung zu sein.

    Einer von euch hat von "Ersatzteillager" geschrieben. Den Gedanken hatte ich auch, bzw. dass die Kinder möglicherweise dafür "hergestellt" wurden, eben weil niemals von Eltern die Rede ist.


    In der Gegenwart der Geschichte betreut Kathy "Spender", und man fragt sich natürlich, was es damit auf sich hat und wie die Erinnerungen da hineinpassen. Ich glaube, mir würde es besser gefallen in der Gegenwart zu bleiben. Aber wahrscheinlich bildet eher der Weg von der Vergangenheit bis zur Gegenwart den Inhalt des Romans :gruebel.


    Ganz zu Anfang habe ich mich vage an "Der Report der Magd" erinnert gefühlt. Obwohl es dort um etwas ganz anderes geht. Vielleicht, weil dort der Ausgangspunkt auch in ziemlicher Ahnungslosigkeit über die Umstände liegt und sich der Blick erst nach und nach weitet.


    Mal sehen, wie es weitergeht. Der Burner ist es grad nicht für mich :/.

  • Da mir die Verfilmung ziemlich deutlich im Gedächtnis ist, weiß ich schon, um was es tatsächlich geht (falls die Geschichte nicht sehr verfälscht wurde) und kann mich also an diesen Spekulationen nicht beteiligen, wenn ich Euch diese Spannung nicht rauben will.


    Ich lese den Roman also mehr deshalb, um die Lücken zu füllen, die der Film zwangsweise gelassen hat. Bisher ist da wenig aufgetaucht.


    Meine Überlegung war eher, dass die Kinder hier schon das "teilen" bzw. "tauschen" lernen sollen. So nach dem Motto: "Ich gebe dir etwas von mir, dafür bekomme ich etwas von dir." Nur dass das eben später nicht mehr auf Bilder oder ähnliches angewendet wird, sondern auf Organe. So werden die Kinder schon von klein auf an das System herangeführt.

    Das ist ein interessanter Gedanke. Ich habe mich beim Film immer gefragt, wie die Kinder zu so einer Gelassenheit und Bereitwilligkeit erzogen werden konnten.


    Der englische Text lässt sich zum Glück sehr leicht für mich lesen.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)

    :lesend Kazuo Ishiguro: Never Let Me Go

  • Es ist eine seltsame Welt, in der die Kinder da leben. Ganz für sich, ohne irgend eine Vorstellung zu haben, was außerhalb ihrer Einrichtung existiert. Nur die Lieferungen für die Basare bilden eine Art von Kontakt zur Außenwelt.

    Seltsamerweise spielt die für die Kinder keine Rolle. Eigenartig finde ich auch, dass die Kinder in diesen Kisten nur irgendwelche alten Sachen bekommen. Von wem die wohl stammen?


    Wie ihr schon erwähnt habt, scheint es so etwas wie Eltern nicht zu geben.


    Was es mit den Spenden auf sich hat finde ich schon spannend. Vielleicht ist es gar nichts körperliches?

    Ich komme drauf, weil so viel Wert auf Kreativität gelegt wird.

    Allerdings werden die Kinder auch ungewöhnlich häufig untersucht - aber sonst scheint Gesundheit keine besondere Rolle zu spielen.