Eiswelt - Jasper Fforde

  • Produktinformation (Amazon):

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    • Broschiert: 656 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (12. November 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453319699
    • ISBN-13: 978-3453319691
    • ASIN: B07C3W4VLM
    • Originaltitel: Early Riser


    Kurzbeschreibung (Verlag):

    In einer Welt, die der unseren gar nicht so unähnlich ist, hat die Eiszeit nie aufgehört. Jedes Jahr versinkt während der Wintermonate alles in Eis, Schnee und Dunkelheit. Selbst die Menschen ziehen sich zurück und halten Winterschlaf – außer die Winterkonsuln. Sie wachen über den Schlaf der Menschen, denn draußen in der Dunkelheit treiben heulende Bestien ihr Unwesen. Hier tritt der junge Charlie seine erste Arbeitsstelle an, und sie entwickelt sich schon bald zu einem Albtraum. Denn wenn Charlie diesen Winter überleben will, muss er wach bleiben. Um jeden Preis …

    Zum Autor (Verlag):

    Jasper Fforde, Jahrgang 1961, ist gebürtiger Londoner und war viele Jahre in der Filmindustrie tätig, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Sein erster Roman »Der Fall Jane Eyre« um die Zeitdetektivin Thursday Next war weltweit ein großer Erfolg. Mit »Eiswelt« schlägt Fforde nun ein neues Kapitel in seinem Schreiben auf. Der Autor lebt in seiner Wahlheimat Wales.

    Meine Meinung:

    Eiswelt spielt in einer Parallel-Welt der Erde, einer Erde, bei dem die Eiszeit nie aufgehört hat und die Menschen sich an extreme Winter angepasst haben. Die meisten von ihnen verschlafen den Winter, nur wenige bleiben wach um über diejenigen zu wachen, die schlafen.

    Charlie ist einer von ihnen, ein Winterkonsul. Er ist noch ganz neu in seinem Job und versucht alles richtig zu machen. Doch schon bei deinem ersten Auftrag stellt dich heraus, dass richtig und falsch manchmal gar nicht so einfach zu unterscheiden sind.

    Um den Winter zu überleben muss Charlie entscheiden, wem er trauen kann und wem nicht.


    Eiswelt ist ein sehr skurriles Buch. Was vom Autor auch zu erwarten war. Die Gesellschaft, in der Charlie lebt ist unserer manchmal recht ähnlich (viele werden diverse Markennamen erkennen) und doch in vielen Dingen komplett anders. Anfangs fällt es manchmal recht schwer zu begreifen, um was es gerade genau geht. Ich muss gestehen, das Fortpflanzungskonzept dieser Gesellschaft habe ich bis zum Schluss nicht genau verstanden. Hat aber nichts ausgemacht, da es nicht handlungsbestimmend war.

    Man sollte sich Zeit nehmen für dieses Buch. Anfangs um sich in das Geschehen hineinzudenken und zum Ende hin dann einfach um herauszufinden, was denn nun genau passiert ist und wie alles endet.


    Ich habe mir Anfangs recht schwer getan mit dem Buch, aber als dann Action aufkam und immer wieder völlig unerwartete Dinge passierten, war ich voll dabei.

    Dadurch, dass man alles nur aus Charlies Sicht sieht, fällt es einem tatsächlich sehr schwer zu entscheiden, wer den nun zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Oder wer einfach nur versucht den Winter irgendwie zu überleben.


    Das Ganze ist mir einer guten Portion Kritik an Monopolisten gewürzt und zeigt was passiert, wenn sich plötzlich Firmen, die Geld verdienen wollen zum Wohltäter der Menschheit aufschwingen.

    Für alle, die abgedrehte Plots und englischen Humor lieben, ist dieses Buch absolut richtig.


    Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und vergebe auf jeden Fall eine Leseempfehlung!


    8 von 10 Punkte

  • Man sollte sich Zeit nehmen für dieses Buch. Anfangs um sich in das Geschehen hineinzudenken und zum Ende hin dann einfach um herauszufinden, was denn nun genau passiert ist und wie alles endet.


    Ich habe mir Anfangs recht schwer getan mit dem Buch, aber als dann Action aufkam und immer wieder völlig unerwartete Dinge passierten, war ich voll dabei.

    Ja, so gings mir auch, das Buch hat auch eine wirklich lange "Einführungsphase" , die man aber auch braucht um das Konzept dieser Welt halbwegs zu erfassen. Manches ist unserer Welt sehr ähnlich, anderers dann wieder so eklatant bis geradezu erschütternd anders, daß man so manche Erkenntnis über dieses Eiszeit-England erstmal verarbeiten muß, genauso wie ich mich an die doch eher finstere, manchmal auch sarkastische, fast bittere Grundstimmung gewöhnen mußte, die ich so von Fforde erstmal nicht kannte. Natürlich gibts aber tortzdem genügend zum Schmunzeln und Grinsen.


    Je länger ich an dem Buch dran war, je mehr ich in dieses Parallel-Großbritannien eingetaucht bin, desto begeisterter war ich wieder von dem unglaublichen Einfallsreichtum des Autors und wie er es bei alle Weitschweifigkeit, Phantasie und Skurilität doch immer wieder schafft den Leser zurück zum roten Faden zu führen.


    Mir gefiel besonders das Spiel mit den Träumen und der Realität in der Geschichte und man kann, wenn man möchte jede Menge Gesellschaftskritik hineinlesen, ohne daß einem diese Intension aufgedrängt wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Eiswelt irgendwann nochmal besuchen werde. Ich glaube mir sind bei der Erstlektüre viele Anspielungen und Details entgangen.


    Leider hab ich auch versäumt mir zitatwürdige Sätze einzumerken, von denen gab es im Rückblick gesehen einige, die ich aber auf die Schnelle nun nicht mehr finde. Ein zusätzlicher Grund das Buch vielleicht sogar bald nochmal zu lesen.


    Ich vergebe auch 8 von 10

    "Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir.
    Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde. "


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