Beiträge von Zefira

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    Gibt es noch jemanden unter den Lesern hier, der sich an das Buch gut erinnert und über eine Detailfrage mit mir diskutieren würde?

    Mir ist ein erstaunlicher Punkt aufgefallen, der das Buch für mich sehr in Frage stellt ...

    Da hier viel von alten Leuten die Rede ist:
    Meine Schwiemu ist 94, lebt zwar noch allein in ihrer eigenen Wohnung, braucht aber täglich einige Handreichungen. U.a. sind ihre Hände so steif, dass sie ihre Wasserflaschen nicht selbst aufschrauben kann - einer von uns muss täglich hin und ihr zwei Flaschen öffnen, auch das Bett aufschütteln usw.

    Maschen wir alle gerne: Herr Zefira, die Schwägerin (also seine Schwester) und bei Bedarf ich.

    Vor zwei Tagen nun ist da eine Kusine auf der Bildfläche erschienen, die seit Jahren einige kirchliche Ehrenämter versieht, unter anderem Krankenbesuche macht.

    Die kommt normal ein- bis höchstens zweimal im Jahr! Was hat die ausgerechnet jetzt da zu suchen?
    Das Resultat war, dass mein Schwager (also der Ehemann meiner Schwägerin) gestern sehr aufgebracht bei uns anrief und schimpfte, wenn es nach ihm ginge, dürfe seine Frau gar nicht mehr da hin, weil da "so viele Leute ein und aus gehen". Unter anderem kommen da noch eine Physiotherapeutin, die Putzhilfe und eine Fußpflegerin.

    Es dürfte für Wissenschaftler sehr spannend sein, wie sich die Sterberaten verteilen. In den USA sind, im Verhältnis zur Zahl der Infizierten, offenbar weit mehr jüngere Menschen schwer betroffen als bei uns, wo ja noch immer die Annahme herrscht, es erwischt nur Alte und Schwache so richtig heftig.

    Merkwürdig ist auch die unverhältnismäßig hohe Zahl von Sterbefällen in Italien.

    Aber man muss diese Zahlen alle mit einem Löffel Salz nehmen. Die Anzahl der Infizierten ist schlicht unbekannt. Mein Hausarzt sprach von Infizierten, die "unter dem Radar fliegen". Wer nur schwache Symptome hat, verbucht das Ganze wahrscheinlich unter Husten und kommt gar nicht in die Statistik.

    Ich habe mir vorgenommen, mich bei jedem extra zu bedanken, der mich in irgendeiner Form bedient.
    Eingekauft habe ich heute nicht, aber dem Postboten, der zufällig gerade kam, als ich im Hof stand, habe ich herzlich gesagt "danke, dass Sie weiter arbeiten!". Ich glaube, er hat sich darüber gefreut.

    Ich glaube, dass diese Toipapiergeschichte ein Selbstläufer geworden ist. Ich habe immer Grundvorrat an Lebensmitteln im Keller, der Platz ist da und da ich auf dem Land lebe und die Einkaufswege weit sind, ist es praktisch, jederzeit ein paar Mahlzeiten aus den Kellerregalen zusammenmanschen zu können. Aber Toipapier zu horten, wäre mir nie eingefallen. Bis ich auf Facebook diese ganzen leergefegten Regale gesehen habe. Seitdem verspüre ich bei jedem Supermarktbesuch den Zwang, Toipapier zu kaufen.

    Bei uns gibt es übrigens genug davon. Wie gesagt,, ländliche Gegend. Ich sehe viele vor allem ältere Leute, die sich das Zeug in den Wagen laden, aber nicht unverhältnismäßig viele Röllchen.

    Komisch ist dagegen, dass ich heute drei Läden aufsuchen musste, um frische Hefe zu finden. Backen jetzt plötzlich alle Leute Brot? Den Run auf die Hefe kenne ich sonst nur aus der Pflaumenkuchensaison, da wollen alle Leute Hefe haben.
    Hab mir jetzt erst mal Hefe eingefroren, ich Hamster. :gruebel

    Danke für den Hinweis!
    Ich habe eben mal in Kings Bibliografie nachgesehen - tatsächlich habe ich bis 1993 ("Dolores") alles von King gelesen, einschließlich Bachman. Danach habe ich aus irgendeinem Grund aufgehört. Im letzten Jahr hatte ich "Sara" (aus dem Offenen Schrank) und aus der Onleihe "Doctor Sleep"; letzteres fand ich wie gesagt ziemlich mäßig.

    Aber "Der Outsider" hat mir tatsächlich wieder gefallen, auch das Ende. Hab es gerade beendet. Ich glaube, ich sollte wieder ein wenig tiefer einsteigen. Vielleicht nehme ich mir tatsächlich mal diese Trilogie vor.


    Grüße von Zefira

    Ich habe früher sehr gerne King gelesen, dann lange Zeit nicht mehr; diesen habe ich mir aus der Onleihe geholt, weil mich die Ausgangssituation - es klingt wie ein Krimi - gereizt hat.

    Nun habe ich vier Fünftel gelesen,


    und damit wird es zunehmen uninteressant für mich, für solche Situationen fehlt mir ein wenig der Draht. Ist natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks.
    Das letzte, was ich von King gelesen habe, war "Doctor Sleep" (ist das der korrekte Titel ? -bin grade unsicher), ebenfalls aus der Onleihe, und ich erinnere mich, dass das gar keinen richtigen Höhepunkt hatte. Bei der finalen Konfrontation fand ich alles viel zu schnell und spannungslos runtererzählt.

    PS. Eine Frage an King-Kenner: Im Zusammenhang mit Holly wird sehr viel über frühere, spektakuläre Fälle gesprochen. Es fallen die Namen Morris Bellamy und Babineau / Hartsfield. Gibt es über diese Vorgänge bereits Bücher oder Erzählungen von Stephen King? Manchmal flicht er ja gern solche Bezüge ein.

    PPS. Oh, ich sehe gerade, dass davon schon weiter oben die Rede war. Ich scheine eine Menge von King verpasst zu haben.

    Ich bin zur Zeit Krimi-Vielleserin, aber einen so erfrischenden hatte ich lange nicht mehr!

    Richtig schön abgründig (was mal schon beim Prolog merkt, der nichts Gutes ahnen lässt), dabei voll feinem Humor und Menschenkenntnis. Ruth und Becht sind lebensechte Figuren jenseits aller Detektivklischees. Vor allem die "graue und gedrungene" Ruth, die sich selbst mit lauter Stimme kommandiert, habe ich sehr gern gewonnen.

    Besondere Freude hatte ich bei dem gut durchdachten und feinsinnigen Schreibstil. Gleich im ersten Kapitel die Schilderung von Ruths Vergangenheit hat mich für das Buch eingenommen.

    Ich freue mich schon auf den nächsten Krimi mit diesem Ermittlerpaar.

    Ich habe das Buch hier liegen, finde es furchtbar platt und war unsicher, ob ich es weiterlesen soll. Habe es aus einem Offenen Bücherschrank gezogen, und in den Amazon-Kritiken heißt es ja, der Plot sei durchaus interessant.

    Aber die plumpe Sprache und das durch die Bank unsympathische Personal trübt den Lesespaß. Ich glaube, ich stecke es lieber in den Schrank zurück, aus dem ich es herhabe.

    Die Neshov-"Trilogie" (in Anführungszeichen, weil sie nun aus vier Bänden besteht) gehört wahrscheinlich zum Besten, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Entsprechend habe ich mich gefreut, als ich den Folgeband geschenkt bekam. Vor allem auch deshalb, weil mit dem dritten Band das Schicksal der Heldin Torunn ziemlich düster ausging.


    Anne Ragde hat Torunns psychische Entwicklung, der Druck der vielfältigen Erwartungen an sie (als "Anerbin") und ihre Reaktion darauf in den ersten drei Bänden, vor allem in dritten, mit großer Einfühlsamkeit und Folgerichtigkeit erzählt. "Sonntags in Trondheim" setzt diese Entwicklung ebenso einfühlsam und nachvollziehbar fort:



    Erlend und Krumme werden nach wie vor als überkandideltes Paar mit unerschöpflichem Bankkonto dargestellt und Erlends Leberfunktion hält weiterhin jeder Belastung stand - irgendwie ein klein wenig märchenhaft. Und Margidos etwas hysterische Religiosität scheint ganz von allein eine milde, tröstliche Form angenommen zu haben.



    Da haben wir wohl noch einiges zu erwarten, denn wie ich hörte, soll es im nächsten Jahr einen fünften Band geben.


    Der Verlag hat sich alle Mühe gegeben, "Sonntags in Trondheim" auch für Leser, die die ersten drei Bände nicht kennen, verständlich und lesenswert zu machen. Die Zeichnung im rückwärtigen Innendeckel finde ich persönlich aber etwas daneben. Krumme, von dem es immerfort heißt, er sei so breit wie hoch, sieht allenfalls ein bisschen kompakt aus; Jytte und Lizzi erscheinen wie Teenager und sehen nicht so, als könnten sie die Mütter der recht gezwungen posierenden Kinder sein. Und warum ist die vorverstorbene Anna Neshov gezeichnet, während Tor durch Gummistiefel und Forke symbolisiert wird? Aber was solls - die Zeichnung ist ja nur Nebensache. Eine gelungene Fortsetzung der Reihe!

    Deon Meyer habe ich noch nie gelesen (werde das aber schnellstens nachholen ...).


    "Weinende Wasser" hat mir jedenfalls sehr gefallen. Es ist manchmal ein bisschen behäbig und tritt auf der Stelle, andererseits habe ich aber sehr viel Neues daraus erfahren. Nachdem die Heldin in einem frühen Kapitel "Farmmorde" googelt, habe ich ein gleiches getan und bin auf einen sechsseitigen Artikel in der "Welt" gestoßen. Dem konnte ich genau die gleichen Infos entnehmen, die später in dem Buch noch folgten. Es sieht nicht so aus, als ob in den schönen Südafrika bald Ruhe einkehren wird ...


    Das Buch ist atmosphärisch dicht und bietet sympathische Hauptpersonen; der Inspector mit seinen kleinen Macken und Marotten ist sehr angenehm dargestellt - die Bemühungen um ein Gemüsebeet hinter dem Haus, die Panikattacken angesichts einer Riesenspinne im Bad, das ist sprechend und humorvoll erzählt. Die Ermittlung selbst verläuft wenig "straight" und tritt manchmal etwas in den Hintergrund; ein Spannungsroman ist das Buch nicht gerade, aber ich fand es recht gut und würde mich über eine Fortsetzung freuen.


    Grüße von Zefira

    So, nun habe ich das Buch doch ausgelesen.
    Interessant, dass mir Sprache und Atmosphäre immer dann gefielen, wenn es nicht um das Haus ging. Vor allem die Szene mit der Schafherde war sehr bildhaft geschrieben.
    Das Beziehungsgeflecht der Hausbewohner erschien mir dagegen irgendwie gekünstelt, fast so lebensfremd wie das Haus selbst.
    Die Autorin hat ja, wie sie in der Danksagung schreibt, mit Architekten über das Konzept gesprochen - ich lebe selbst auf dem Land und kenne so etwas nicht, gibt es das tatsächlich? Häuser, in denen man mit dem Aufzug in den ersten Stock fährt? Lächerlich. Womöglich dann noch eine eigene Fitnessabteilung. Und dieser Schließmechanismus - nie im Leben würde ich in so eine Bude einziehen. :pille
    Sagte ich ja oben schon ...

    Ich habe knapp ein Drittel gelesen (habe das Buch als Ebook aus der Onleihe) und schwanke ein wenig, ob ich überhaupt weiterlesen soll. Dieses Haus ist einfach nervig, ich wäre da nicht im Traum eingezogen.
    Die Bedrohung durch den Stalker genügt mir als Grund nicht; sie wird eher behauptet als belegt, ist irgendwie akademisch, nicht fühlbar.
    Das einzige, was mir gefällt, ist die saubere, einfühlsame Sprache. Deshalb bleibe ich noch eine Weile dabei und hoffe, dass der Roman noch "Linie" bekommt.

    Alle, denen die Neshov-Trilogie gefallen hat, freuen sich vielleicht zu hören, dass es im Sommer einen vierten Teil geben wird.
    Wahrscheinlich werden Erlends "Vaterfreuden" breiten Raum einnehmen, aber ich hoffe, dass wir auch über Torunn Neues erfahren.
    (Ich hatte vorhin auf Facebook kurz Kontakt mit der Übersetzerin - habe aber der Versuchung widerstanden, sie nach Torunns Schicksal zu fragen ... )


    Ich bin sehr gespannt.
    Grüße von Zefira

    Ich habe ab etwa Seite 250 nur noch quergelesen ...



    Eine Überraschung war diese "Auflösung" wirklich nicht. Aber solche Twists sollten m.M.n. in der Mottenkiste bleiben, in die sie gehören.


    Fazit: für mich war das nix.
    Grüße von Zefira

    Zitat

    Ich hatte mir in der onleihe Band 4 ausgeliehen und war total begeistert,


    Ging mir genauso! Ich habe "Der Sandmann" (den meinst Du doch?) geschenkt bekommen und fand dieses Buch so toll, dass ich kaum glauben konnte, dass es vom gleichen Autoren ist.


    Daraufhin habe ich mir dann "Flammenkinder" aus der Onleihe geholt und fand den auch nicht schlecht, nicht so gut wie den Sandmann, aber immer noch weit besser als "Der Hypnotiseur".


    Grüße von Zefira

    Ja, das ist die Preisfrage: Was wird in diesem Buch eigentlich erzählt? Das, was Antoinette spontan denkt - die Erzählform Präsens weist immerhin in diese Richtung - oder das, was sie uns, den Lesern, gegenüber zu denken behauptet?


    Man kann darüber natürlich trefflich grübeln und diskutieren - aber dann müsste die Erzählerin mir als Leserin das Gefühl geben, solchen Nachdenkens wert zu sein. Mir sind einfach zu viele flotte Urteile in Antoinettes Erzählung, zu viel "dies und jenes kotzt mich an", als dass ich groß Lust hätte, darüber nachzudenken, ob sie wirklich so drauf ist oder das nur vorgibt.


    Mir ist während Rorys zweiter Vernehmung, die ausführlich geschildert wird, jedenfalls Rory sympathischer gewesen als Antoinette, obwohl (oder gerade weil) sie ihr Bestes getan hat, so zu erzählen, dass er möglichst doof dasteht. Es ist Antoinette selbst, die mich in diese Haltung manövriert. Wenn mir jemand beweisen kann, dass das Absicht von Tana French ist, dann ziehe ich in der Tat meinen Hut.

    Ich habe eine interessante Feststellung gemacht.
    Sicherheitshalber spoilere ich das Folgende, obwohl ich meine, dass es mit dem Verlauf der Ermittlung nichts zu tun hat:



    An diesem Punkt habe ich mich entschieden, dass die Erzählerin mir unsympathisch ist. Das ist immer eine schwierige Entscheidung; ich möchte Erzähler und Erzählerinnen viel lieber mögen und verbiege mich manchmal geradezu selbst, weil es das Lesen erleichtert und verschönert, wenn man die Hauptperson mag (jedenfalls dann, wenn diese der Erzähler/die Erzählerin ist). Aber in diesem Fall habe ich mich so entschieden und jetzt fällt es mir leichter, das Buch zu beenden.


    Bin beinahe fertig.


    Grüße von Zefira

    Ich bin mitten in "Gefrorener Schrei" und - ohne zu wissen, wie es ausgehen wird - schon wieder ein wenig angenervt von einem Thema, das bei Tana French nach meinem Empfinden unverhältnismäßig viel Raum einnimmt. Es geht um die Nickligkeiten und Zickigkeiten der Ermittler untereinander.


    Schon bei "Geheimer Ort" habe ich mich gefragt, ob das eigentlich normal ist. Es kommt vielleicht (leider) vor, dass ein Haufen männlicher "Kollegen" die einzige weibliche Mitarbeiterin nach Kräften mit Männer-"witzen" triezen, wo sie nur können. Aber es geht ja nicht nur um das alte Thema eine Frau gegen lauter Männer. Es ist bei Tana French einfach regelmäßig so, dass ein großer Teil der verfügbaren menschlichen Energie, die in die Arbeit einfließen sollte, dafür draufgeht, vor den Kollegen das Gesicht zu wahren, sich keine Blöße zu geben und sich Karrierevorteile zu sichern, wo immer es geht ... es wird getrickst und gelogen, was das Zeug hält, und die Ermittlung tritt dabei auf der Stelle. Ich will kein Urteil über ein Buch abgeben, das ich gerade mal zur Hälfte gelesen habe, aber zur Zeit verliert Tana French bei mir Punkte.


    Grüße von Zefira


    ps. Ich sehe gerade, dass ich diesen Punkt auch schon im Faden zu Geheimer Ort erwähnt habe.

    Ich fand das Buch nicht so überzeugend. Der Plot ist äußerst originell; obwohl man als Leser so seine Ahnungen hat, kommt ganz am Ende noch ein ganz unerwarteter Dreh. Es könnte ein tolles Buch sein, aber ich habe die Schilderung als hölzern und fade empfunden. Obwohl fast alle Personen unter extremem Stress stehen, wurde es irgendwie nie so richtig fühlbar, wie es ihnen ergeht (außer dass immer wieder betont wird, wie furchtbar die Hitze ist). Das Kopfkino geht einfach nicht an. Mir tut es leid um den tollen Stoff; eine Autorin wie Anne Ragde, Kerstin Ekman, Karin Alvtegen (könnte noch mehr nennen) hätte daraus einen phantastischen Roman gemacht.


    Hatte das Buch aus der Onleihe, vielleicht ist mir dadurch auch irgendwas Wichtiges entgangen.


    Grüße von Zefira